Zweckmäßige Maskerade

Fast scheint es so, als würde diese Pflanze Blütenbesucher gänzlich verschmähen. Geradezu trotzig reckt sie ihre großen Blüten in die Höhe und presst die Unterlippe mit ihrer gelb gefärbten Ausbuchtung an die Oberlippe. „Hier kommt keiner rein“, scheint das Große Löwenmaul uns mitteilen zu wollen.
Aber – wie sooft in der Natur – hat auch dieses „Verhalten“ Strategie. Wer an den süßen Nektar dieser Maskenblume, so nennt sich nämlich eine derart verschlossene Blüte, rankommen will, muss schon kräftig genug sein. Denn der „Verschluss“ lässt sich nur durch das Gewicht des Bestäubers öffnen. Kräftige Fluginsekten, wie etwa Hummeln, schaffen es die Unterlippe nach unten zu drücken und an den Nektar zu gelangen, der sich in dem schmalen, lang gezogenen Fortsatz der Unterlippe verbirgt.

Auch wenn sich die Blüte scheinbar verschlossen und farblich nicht besonders auffälllig präsentiert, zieht sie ihre Bestäuber gezielt an. Was für uns weiß oder gelb erscheint, nehmen Bienen und Hummeln nämlich ganz anders war. Sie sehen – im Gegensatz zu uns – auch im UV-Bereich und nehmen Blütenzeichnungen wahr, die für uns verborgen bleiben. So wissen Hummeln etwa, wo sie auf dieser bizarren Blüte zu landen haben, um in ihr Inneres, das auf den ersten Blick gut verschlossen erscheint, vordringen zu können.

Im NP Thayatal ist das Große Löwenmaul übrigens oft auf der Umlaufwiese zu sehen, wo es von Juni bis September in Grüppchen wächst, die schon von Weitem gut erkennbar sind.

Das Große Löwenmaul versperrt sich nur scheinbar seinen Besuchern. In Wirklichkeit informiert es seine Bestäuber genau, wo es langgeht.

Das Große Löwenmaul versperrt sich nur scheinbar seinen Besuchern. In Wirklichkeit informiert es seine Bestäuber genau, wo es langgeht.

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