Überleben im Schatten

In diesem Punkt sind wir uns einig: Pflanzen brauchen Licht zum Leben. Sonnenlicht plus Wasser und Nährstoffe aus dem Boden stellen die Grundlagen für den Aufbau von Kohlenhydraten dar, dem Rückgrat aus dem die Pflanzen bestehen.

Dennoch gibt es einige unter ihnen, die freiwillig ein Schattendasein fristen. Dazu zählt zum Beispiel der violett blühende Türkenbund, der gerade jetzt wieder seine Hochzeit im Nationalpark Thayatal hat. Doch anstatt auf den sonnigen, von Licht gefluteten Wiesen zu wachsen, zieht es der Türkenbund vor, unter dem Dach des dichten Sommerwaldes zu gedeihen. Dieses lässt allerdings nur einen Bruchteil des lebenswichtigen Sonnenlichts bis zum Boden durch.

Wie schaffen es Türkenbund und andere sogenannte Schattenpflanzen hier dennoch zu bestehen?
Ganz einfach, sie passen sich an. Entscheidend für die Photosynthese, den Prozess der Sonnenlicht in Kohlenhydrate umwandelt, ist die Lichtintensität. Während Pflanzen, die dem Licht exponiert wachsen, hohe Lichtintensitäten optimal verwerten, haben sich Schattenpflanzen auf schwache Lichtintensitäten spezialisiert. Außerdem benötigen sie nur einen Bruchteil der üblichen Lichtmenge, um eine gute Photosynthese-Leistung zu erzielen.
Diese Anpassungen spiegeln sich auch im Aufbau ihrer Laubblätter wider. Sie sind häufig groß, dünn und verfügen über ein besonders chlorophyllreiches Gewebe. Chlorophyll, der grüne Blattfarbstoff, ist jener zentrale Teil des Blattes, der das Licht auffängt und für den Prozess der Photosynthese bereitstellt.

So gelingt es nicht nur dem Türkenbund, sondern auch vielen heimischen Farnen, Moosen oder etwa auch dem Springkraut, das ebenfalls im sommerlichen Wald zu finden ist, selbst im Schatten üppig zu sprießen.

Der Türkenbund liebt es schattig im Unterwuchs des sommerlichen Nationalpark Waldes.

Der Türkenbund liebt es schattig im Unterwuchs des sommerlichen Nationalpark Waldes.

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