Windkraft beim Nationalpark? – „Nein danke!“

Momentan liegen die Windpark-Pläne vor den Pforten des Nationalpark Thayatal auf Eis, aber vom Tisch sind sie noch nicht. Abwarten und Teetrinken ist jedoch des Waldviertlers Art nicht, deswegen hat sich mittlerweile eine Bürgerinitiative formiert, die ihre Meinung zum geplanten Windpark nun interaktiv kundtut: www.windpark-neindanke.at

Totholz ist ein bedeutender Wasserspeicher im Wald . Wird es jedoch entfernt, weil stattdessen Betonfundamente und Forstwege angelegt bzw. Kabel im Boden verlegt werden, geht diese wichtige Funktion verloren.

Die Bevölkerung wurde erst im Frühjahr 2013 von den Plänen zum Windpark-Nord in Kenntnis gesetzt, geplant wird daran offenbar schon wesentlich länger – seit 2008. Abgesehen von der Bedrohung für den Nationalpark sollen dem Waldviertel, in dem sich gegenwärtig gerade mal eine Handvoll Windräder drehen, insgesamt zwischen 500 und 1.000 Windräder blühen. Wie bereits berichtet, gibt NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll vorerst Entwarnung (siehe Blogbeitrag „Eine sanftere Brise“). Ein Raumordnungsprogramm soll her, ehe die ersten Betonsockel das Waldviertel „bereichern“.
Ob sich 200-Meter hohe Windrad-Giganten so einfach in den Wald „einfügen“ lassen? Dort würden sie nicht stören, so die Argumente der Betreiber. Aber vielleicht fühlt sich ja der Wald gestört?

Ein intakter Waldboden speichert sechsmal so viel Wasser wie eine vergleichbare Freifläche.

Wolfgang Riener, Förster im Nationalpark Thayatal dazu: „Der Wald ist die naturnaheste Kulturlandschaft, die wir noch haben. Gleichzeitig erfüllt er eine Menge wertvoller Funktionen. Gesunder, intakter Waldboden, Moose und Totholz können wie ein Schwamm Unmengen von Wasser speichern und langsam wieder abgeben. Ein Wald nimmt sechsmal so viel Wasser auf wie es eine Freifläche tut.“
Der Bau von Windrädern zerstört dieses wichtige Wassergefüge im Wald: Allein für das Fundament werden Tausende Tonnen von Beton verarbeitet, der Boden um das Fundament muss weiträumig verdichtet, Schneisen für Forststraßen in den Wald geschlagen und Kabel verlegt werden, alles im Dienste der „grünen“ Energie.
„Grün“ sieht wohl anders aus, meint auch Wolfgang Riener: „Das kann nicht spurlos am Wald und seinen boden- wie baumbewohnenden Lebewesen vorübergehen. Ich bin nicht gegen die Windenergie, aber gegen die Verbauung unseres Waldes. Wie wichtig dieses Ökosystem ist, wird auch mit Blick auf die Auwälder klar. Allein in den letzten 60 Jahren gingen durch Flussbegradigungen und Trockenlegungen in Österreich Auwälder und potenzielle Überschwemmungsflächen in der Größe des Burgenlandes verloren.“
Schließlich bedeutet die Öffnung des Waldes für Windräder auch eine Öffnung für weitere Baumaßnahmen und so letztlich einen Ausverkauf des Waldes – auf unsere eigenen Kosten, auf Kosten der Natur.

Wasserspeichernde Moospolster oder Betonkolosse?

Deswegen bezieht die Bürgerinitiative www.windpark-neindanke.at klar Stellung: Windkraft ja, aber nicht, wenn daraus mehr Schaden erwächst als Nutzen!