Die Thaya im Winter

Warum gefrieren fließende Gewässer wesentlich langsamer und tauen auch wieder früher auf als stehende Gewässer?
Ganz einfach, je schneller das Wasser fließt, umso tiefer müssen die Temperaturen fallen, damit das Wasser gefriert. Die Thaya ist zwar kein reißender Fluss, aber sie friert im Winter nur in den allerseltensten Fällen zu. Woran das liegt? – Das könnt ihr hier nachlesen.
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Wie es um den Vereisungsgrad der Thaya bestellt ist, das könnt ihr zu Jahresende auch selber überprüfen, bei der gemeinsamen Silvesterwanderung im Nationalpark. Heuer jährt sich die Wanderung zum Jahresende bereits zum zwanzigsten Mal. Seid dabei und meldet euch gleich an!

Die Wanderer

Wer an die Krötenwanderung denkt, denkt wohl automatisch ans Frühjahr, an den großen Marsch der Erdkröten aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern.
Aber damit ist ihre Wanderschaft noch längst nicht zu Ende. Von den Laichgewässern machen sie sich auf zu ihren Sommerquartieren. Und im September zieht sie der herbstliche Wandertrieb zu ihren Winterquartieren, die durchaus zwei, drei oder sogar mehr Kilometer vom Sommerplatz entfernt liegen können.

Erstaunlich sind diese Distanzen deswegen, wenn man sich vor Augen hält, wie langsam und mühsam sich ihre Fortbewegung gestaltet, nämlich mehr krabbelnd als hüpfend. Aus genau diesem Grund sind für sie Straßen, die ihnen während der Wanderschaft mitunter in die Quere kommen, eine große Gefahr. Um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren, können die Kröten schon mal um die 20 Minuten brauchen. Möglich, dass in der Zwischenzeit ein Auto vorbeirollt…
Deswegen gilt: Dort, wo Warnschilder auf Krötenwanderungen aufmerksam machen, bitte mit Schritttempo fahren! Denn schon 30 km/h können zu schnell sein. Selbst wenn die Kröte scheinbar schadlos hinter dem Auto wieder auftaucht, kann es sein, dass der Strömungsdruck des Autos ihre inneren Organe bereits zum Platzen gebracht hat. Davon betroffen sind übrigens auch am Straßenrand sitzende Kröten. Daher unbedingt laaangsam fahren, wenn möglich ausweichen oder die Tiere auch über die Straße tragen! Sie beißen nicht und verursachen auch keine Warzen ;)

Am Überwinterungsplatz angekommen, Anfang Oktober, suchen sich die Kröten einen möglichst frostfreien Platz unter Steinen, Baumstämmen oder in Erdbauen. Sie können sich auch richtig tief ins Erdreich eingraben – kolportierterweise bis zu zwei Meter. Das erscheint schon fast übermenschlich oder eher „überkrötisch“, aber selbst wenn sie es nur einen halben Meter tief schaffen, muss man einfach den Hut vor dieser Leistung ziehen!
Sobald die Temperaturen dann absinken, fallen die Kröten in eine Kältestarre, aus der sie erst wieder erwachen, wenn die Temperatur im nächsten Frühjahr auf ungefähr 4 bis 5°C ansteigt. Dann beginnt es von Neuem, das große Hüpfen … äh … Krabbeln.

Eine junge Erdkröte hat heuer ihre erste große Überwinterungs-Bewährungsprobe.

Ende August tummelten sich noch viele junge Erdkröten, wie diese hier, entlang des Kajabaches. Mittlerweile haben sie ihren Winter-Rückzug bereits angetreten. Wir drücken die Daumen, dass alles gut geht, bei der ersten großen Überwinterungs-Bewährungsprobe.