Willkommen in der kleinsten Stadt Österreichs

Klein, aber fein, das ist im Nationalpark Thayatal Programm. So verwundert es auch nicht, dass Hardegg mit eben diesem Credo punktet. Das Städtchen im Herzen des Nationalparks, das früher einst ein mächtiger Adelssitz war, ist heute die kleinste Stadt Österreichs.

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Hardegg ist die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal und gleichzeitig die kleinste Stadt Österreichs.

Rund 80 Einwohner haben derzeit ihren Hauptwohnsitz in der idyllischen Grenzstadt an der Thaya. Hardegg ist damit vermutlich die einzige Stadt in Österreich, die mehr Häuser als Einwohner zählt!

Nichtsdestotrotz gibt es in der einzigen Ortschaft des Nationalparks eine ganze Menge zu entdecken. Wie könnte so ein perfekter Tag in Hardegg ausschauen?

Das Augenscheinlichste bei der Ankunft in dem kleinen Städtchen ist die mächtige Burg. Ganze 600 Meter misst sie im Umfang und stellt damit die größte Burganlage Niederösterreichs dar. Mit einer Burgbesichtigung starten wir also in den „perfekten Tag“.
Und kulturell geht’s auch gleich weiter: Wir besuchen das Haus mit der Nummer 36, das Guckkastenmuseum, ein Heimatmuseum, das in der ehemaligen Volksschule eingerichtet wurde. Und wie könnte es anders sein, es ist natürlich das kleinste Museum Österreichs! :)
Unweit davon lockt uns die kleinste Galerie Österreichs, der Kulturpunkt Hardegg. Hier erwarten einen neben dem normalen Galeriebetrieb jedes Jahr rund 10 Sonderausstellungen.

Der Kulturpunkt ist eine Initiative von lokalen Künstlern und bietet neben dem normalen Galeriebetrieb jährlich rund 10 Sonderausstellungen.

Der Kulturpunkt ist eine Initiative von lokalen Künstlern und bietet neben dem normalen Galeriebetrieb jährlich rund 10 Sonderausstellungen.

Nach so vielen Entdeckungen, ist es höchstens an der Zeit für eine Jause, und am besten schmeckt’s natürlich bei der Greißlerei Sackl am Stadtplatz.
Am Nachmittag lohnt sich ein Abstecher zur geschichtsträchtigen Thayabrücke mitsamt Besichtigung der Ausstellung im Zollhaus über die bewegte Vergangenheit der Brücke. Den Zugangscode dazu gibt’s übrigens im Nationalparkhaus kurz vor Hardegg gelegen – am besten gleich in der Früh besorgen.

Die Thayabrücke weiß von einer bewegten Geschichte zu erzählen. Erfahren kann man diese im Zollhaus direkt an der Brücke auf der österreichischen Seite.

Die Thayabrücke weiß von einer bewegten Geschichte zu erzählen. Im Zollhaus direkt an der Brücke auf der österreichischen Seite kann man mehr darüber erfahren.

Abgerundet wird ein Tag in Österreichs kleinster Stadt am besten mit einer Wanderung. Der Hardegger Rundwanderweg führt über eine Strecke von 3,5 Kilometern (reine Gehzeit etwa eine Stunde) zu tollen Ausblickspunkten. Vom sagenumwobenen Reginafelsen oder dem Maxplateau schweift das Auge über die ringsherum von Wäldern umgebene Nationalpark-Stadt.
Nun haben wir uns das Abendessen redlich verdient, idealerweise im Gasthaus Hammerschmiede, dessen Waldviertler Mohnkarpfen legendär ist! Gut möglich, dass sich bei einem Blick in den schon nächtlichen Himmel die eine oder andere Fledermaus erspähen lässt oder der Uhu gerade seine Runden dreht.
Kultur, Natur und Kulinarik sind im Thayatal eben ganz nah beeinander :) Viel Spaß bei Eurem perfekten Tag!

Mehr Infos über Hardegg könnt ihr auch hier nachlesen.

Die kleinste Stadt Österreichs ganz groß erleben!

Des Nächtens durchstreifte er die Straßen und Gassen der Stadt. Er sorgte für Ruhe und Ordnung, warnte die schlafenden Bewohner vor Bedrohungen wie Feuersbrunsten oder Dieben, prüfte ob Haustüren und Stadttore gut verschlossen waren und sagte die vollen Stunden an. Der Nachtwächter war im Mittelalter ein weit verbreiteter Beruf, auch in Hardegg, das früher ein mächtiger Adelssitz war, sah der Nachtwächter einst in den dunklen Stunden nach dem Rechten.

Hardegg ist die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal und mit rund 80 Einwohnern, die hier ihren Hauptwohnsitz haben, ist Hardegg auch die kleinste Stadt Österreichs.

Hardegg ist die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal und mit rund 80 Einwohnern, die hier ihren Hauptwohnsitz haben, ist Hardegg auch die kleinste Stadt Österreichs.

Heute ist Hardegg nicht mehr ganz so mächtig, denn mit rund 80 Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohnern ist die Grenzstadt an der Thaya vermutlich die einzige Stadt in Österreich, die mehr Häuser als Einwohner hat. In jedem Fall ist sie die kleinste Stadt unseres Landes. Zu bieten hat sie dennoch eine ganze Menge.

Wer Hardegg intensiver entdecken möchte, sollte sich am besten „Auf die Spuren des Nachtwächters“ begeben. Seit sich die Straßenbeleuchtung Bahn gebrochen hat – und das ist schon ein Weilchen her – ist der Nachtwächter zwar seinen Job los, aber mithilfe seines Breviers, dem „Nachtwächter-Büchlein“ und seinem Schlüssel können Thayatal-Besucher auch heute noch einen Abstecher in die Vergangenheit unternehmen.
Wo gibt’s die Nachtwächter-Ausstattung?Büchlein & Schlüssel sind kostenlos beim Nationalparkhaus, beim Gasthof Hammerschmiede und beim Gasthaus Thayabrücke erhältlich.

Und wie funktioniert’s? – „Die Nachtwächter Aufzeichnungen lotsen einen quer durch den Ort. Zu zwölf Stationen gibt es spannende Infos, Quizzes und Anregungen für große und kleine Hardegg-Entdecker und mit dem Schlüssel bzw. eigenen Zugangscodes gelangt man dorthin, wo alle anderen Stadtbesucher nicht hinkommen: zum Beispiel ins Zollhaus an der Thayabrücke.“ erklärt Projektleiterin Barbara Hauser.
Das Zollhäuschen, das nach dem ersten Weltkrieg errichtet wurde, beherbergt eine Ausstellung zur ereignisreichen Vergangenheit der Thayabrücke. Wann die Brücke zwischen Hardegg und Čížov gebaut, geschlossen und wieder eröffnet wurde, wie sich ihr Aussehen über die Jahre gewandelt hat und ihre Bedeutung für die Menschen ringsum, all das verbirgt sich hinter der Tür des Zollhäuschens.

Das Zollhaus an der Thayabrücke

Das Zollhaus an der Thayabrücke berichtet von der ereignisreichen Vergangenheit der Thayabrücke.

Wohin führt einen das Nachtwächter-Büchlein noch?
Etwa ins Haus mit der Nummer 36, ins Guckkastenmuseum. Das Heimatmuseum, das in einem Klassenzimmer der ehemaligen Volksschule unterbracht ist, verfügt tatsächlich über einen Guckkasten, einen Holzkubus mit vier Spählöchern und sechs verschiedenen Fotopräsentationen. Und ja natürlich: Es ist das kleinste Museum Österreichs.
Und es nicht nicht weit von der kleinsten Galerie Österreichs entfernt. Der Kulturpunkt Hardegg, einer Initiative von lokalen Künsterln, ist in jenem denkmalgeschützten Haus einquartiert, das einst das kleinste Rathaus und später die kleinste Bibliothek Österreichs war. Hier lassen sich Bilder und verschiedene Kunstobjektive nicht nur betrachten, sondern auch gleich akquirieren. Ein Besuch zahlt sich immer aus, denn neben dem normalen Galeriebetrieb organisieren die Betreiber jährlich rund 10 Sonderausstellungen.

Für Kulturliebhaber

Für Kulturliebhaber ein Fixpunkt: Der Kulturpunkt Hardegg – die kleinste Galerie Österreichs.

Der Nachtwächter-Themenweg stellt eben eine bunte Mischung aus Vergangenem UND Gegenwärtigem dar. Was sich noch alles erfahren lässt? – Wer etwa im Uhrturmhäuschen hauste, welche Rolle die Flussperlmuschel für die Region spielt(e) oder was es mit der Schwarzen Frau auf sich hat.

Rund zwei Stunden – gerne auch länger – spazieren Nachtwächter-Spurensucher auf diese Weise durch Hardegg. Falls sich währenddessen der Hunger rührt, auch dafür hat die Stadt was zu bieten: Eine kleine Stärkung etwa in der Greißlerei Sackl oder eine ausgiebigere Pause bei der Hammerschmiede – die übrigens auch eine Station auf dem Themenweg ist. Welche Spezialität es dort zu schmausen gibt? – Den legendären Waldviertler Mohnkarpfen.
Wer dann noch Energie hat, sollte auch dem Blickfang des Städtchens einen Besuch abstatten, der Hardegger Burg. So klein nämlich die Stadt ist, so groß ist die Burg.

Die größte Burg

Die Burg Hardegg hat’s in sich: Sie ist die größte Burganlage Niederösterreichs.

Mit einem äußeren Umfang von 600 Metern gilt Hardegg nämlich als die größte Burganlage Niederösterreichs. Im Inneren sind eine Waffensammlung und einige Erinnerungen an Maximilian von Mexiko zu sehen (im Rahmen der Führungen!). Die besten Blicke von außen auf die Burg und gleichzeitig auf die ganze Stadt gibt es übrigens auf österreichischer Seite vom Regina Felsen und dem Max-Plateau und auf tschechischer Seite von der Hardegger Warte aus.
Also, nichts wie hin und die kleinste Stadt ganz groß entdecken!

Bild-Geschichten aus dem Thayatal

Seit dem 22. Mai gibt es sie bereits, die brandneue Fotoausstellung „Bild-Geschichten“. Wo? – Im neuen Kinosaal des Nationalparks Thayatal.
Und welcher herausragende Fotograf hat die Ausstellung bestückt? – Nicht einer, sondern 32! Und nicht alle von ihnen sind Fotografen; auch Besucher, Mitarbeiter, Anwohner, Freunde & Liebhaber des Thayatals haben Beiträge beigesteuert.
Sie haben ihre individuellen, ganz besonderen Thayatal-Momente mit der Kamera eingefangen – als ausgefeilte Foto-Komposition genauso wie als lustigen Schnappschuss – und sie haben vor allem eines, eine gute Geschichte zu erzählen.

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Seit 22. Mai kann die Fotoausstellung “Bild-Gechichten” im Kinosaal des Nationalparkzentrums besucht werden.

Die Geschichts-Palette bietet ein buntes Potpourri aus Kuriosem, Geschichtsträchtigem, Berührendem und Überraschendem.
Irgendwie von allem etwas ist die Fußwaschungs-Episode von Franz Kraus, der sich in der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales lange Zeit vor dem Nationalpark einsetzte. Er hielt eine skurrile Szene mit Maria Rauch-Kallat fest, die am 30. Juli 1993 als frischgebackene Umweltministerin die Stadtgemeinde Hardegg besuchte, um sich ein Bild vom geplanten Nationalpark zu machen. Helmut Salek, ebenfalls Teil der Bürgerinitiative, legte sich besonders ins Zeug für das Tal an der Grenze. Sein „unmoralisches“ Angebot lautete: „Frau Minister, wenn sie sich für die rasche Umsetzung des Nationalparks Thayatal einsetzen, wasche ich ihnen auch noch die Füße!“

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Unvergessen die Fußwaschungs-Episode mit der ehemaligen Umweltministerin Maria Rauch-Kallat.

Unvergesslich sind für Horst Weitschacher, einem Nationalpark Besucher-Betreuer, die Weihnachtsferien 1989. Das war, als sich die „Bürger von drüben“ mit den Hardeggern trafen, erinnert er sich und bannte das, was niemand mehr zu hoffen gewagt hatte, auf Bild: Das Aufeinandertreffen der Bewohner noch vor der offiziellen Grenzöffnung. Wo? – Mitten auf der Thayabrücke. Von beiden Seiten strömten die Menschen zur Brücke und balancierten über die rostigen Eisentraversen hinüber zum Nachbarn.

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung begegneten sich die Menschen auf der Thayabrücke.

Die Ausstellung hat aber auch viel Tierisches zu bieten, darunter etwa den regelmäßigen Siebenschläfer-Besuch auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte. Seit über 40 Jahren beäugt er die Natur des Thayatals und umgekehrt. Die Siebenschläfer, obwohl eigentlich nachtaktiv, haben sich an Fritz Zahnts Rhythmus angeglichen und schauen zwischen Mai und September gern zum Mittagessen vorbei. Es könnten ja ein paar Brösel für sie abfallen…

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Besuch von einem etwas größeren Zeitgenossen hatte Barbara Hauser, die Wirtin der Hammerschmiede in Hardegg. „Am 20. April 2013 habe ich ihn plötzlich am gegenüberliegenden Fugnitzufer erblickt!“, sagt die Wirtin über ihre erste Bibersichtung. In den kommenden Tagen bangte sie um ihre Bäume, aber der Biber ließ Gnade wallten und zog unverrichteter Dinge weiter.

Die Tierbegegnungen beschränken sich nicht nur auf das Nationalparkgebiet, sondern schwappen auch immer wieder in die umliegenden Ortschaften über, weiß etwa Nationalpark Mitarbeiter Christian Übl: „Im März 2014 verursachten zwei Wildschwein-Frischlinge in Niederfladnitz ein kleines Verkehrschaos. Unerschrocken liefen sie mitten im Zentrum neben fahrenden Autos herum und querten mehrmals die Hauptstraße. Die Bache war nicht in Sicht. Einfangen wollten sich die beiden nicht lassen, statt dessen suchten sie das Weite.“

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Und was gibt es Schöneres als eine Liebeserklärung ans Thayatal? – Martin Kainz ist nicht nur seit vielen Jahren im Forstdienst des Bundeslandes Wien tätig, sondern auch unheilbar vom Thayatal-Virus befallen. Das stellte er spätestens zu seinem 50. Geburtstag fest. Für diesen hatte er schon einiges auf der Wunschliste stehen: eine einsame Insel, eine Ballonfahrt oder doch die Cheops-Pyramide? Wo sollte er diesen speziellen Tag starten? – Schließlich war es ihm sonnenklar: „Irgendwo, wo man schon OFT im Leben war, – wiederholbar und trotzdem einzigartig! Und so kam es, dass ich am 19. Juni 2011 um 5 Uhr früh auf dem Überstieg im Nationalpark Thayatal saß…“

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte.

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte. Schließlich war es ihm sonnenklar: Am Umlaufberg!

Solche Geschichten und noch viele mehr – bis dato 35 – lassen sich im Thayatal-Nationalparkhaus nacherleben. Und das Beste: Die Ausstellung ist noch nicht vollständig, denn Deine Geschichte fehlt noch! Wir suchen weiterhin nach spannenden, berührenden, lustigen, skurrilen Geschichten rund ums Thayatal und freuen uns auf Zusendungen.

Kontakt:
Christian Übl
Email: Christian.Uebl@np-thayatal.at
Telefon: +43(0)2949/7005-40

Gemeinsam wandern

Es ist wieder soweit. Die mittlerweile schon traditionelle Herbstwanderung des Nationalpark Thayatal steht vor der Tür!
Am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober, gilt es wieder die Wanderschuhe zu schnüren und in die hochherbstliche Landschaft des Thayatals einzutauchen.

Dieses Jahr führt die etwa dreistündige Wanderung in den tschechischen Teil des Schutzgebietes, in den angrenzenden Národní park Podyjí. Und das Besondere in diesem Jahr: Auf halber Strecke trifft die österreichische Wandertruppe auf die tschechische Wandergruppe des Nationalpark Podyjí. Gemeinsam geht’s dann weiter zur Thayabrücke in Hardegg, wo eine Mischung aus tschechisch-österreichischer Volksmusik und Kulinarik die Wanderer erwartet.

Sämtliche Infos und Anmeldedetails findet ihr hier:
Veranstaltungen Nationalpark Thayatal

Die Teilnahme am Wandertag ist übrigens gebührenfrei! – Einen schönen Nationalfeiertag wünschen wir Euch :)

So bunt zeigt sich der Nationalpark Thayatal im Herbst. Diesen "Indian Summer" solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

So bunt zeigt sich der Nationalpark Thayatal im Herbst. Diesen “Indian Summer” solltet ihr euch nicht entgehen lassen!