Hilfreiche Naturbeobachtungen

„Letztes Jahr war einer so keck, dass er glatt am Hosenbein eines Freundes von mir hochgekraxelt und weiter auf den Tisch gehüpft ist“, erzählt Fritz Zahnt, Hüttenbesitzer im Nationalpark Thayatal und großer Naturfreund von seinen beinahe Mitbewohnern. Drei oder vier Siebenschläfer, schätzt er, haben sich über den vergangenen Winter im Dachboden seiner Hütte einquartiert. Den Sommer davor statteten sie Fritz Zahnt immer wieder einen Besuch auf seiner Terrasse ab. „Einmal bin ich nur kurz in die Hütte gegangen, um Brot für den restlichen Eiaufstrich zu holen. Die Dose mit dem Aufstrich habe ich auf der Terrasse offen stehen gelassen und als ich zurückkomme, macht sich gerade eine Siebenschläfer daran, den Rest aufzuschlecken.“

Auf der Terrasse von Hüttenbesitzer Fritz Zahnt im Nationalpark Thayatal gab es letztes Jahr regen Besuch von Siebenschläfern.

Auf der Terrasse von Hüttenbesitzer Fritz Zahnt im Nationalpark Thayatal gab es letztes Jahr regen Besuch von Siebenschläfern. Möglicherweise schauen sie heuer wieder vorbei, wir halten Euch auf dem Laufenden.

Auch Oliver Überfellner, der ebenfalls entlang der Thaya eine Hütte besitzt, erlebt die eine oder andere Tierbegegnung. Heuer Anfang Juni etwa machte er eine kleine Gruppe von vier oder fünf Mufflons aus, die in der Nähe des Rabenfelsens behände wie Gämsen herumturnten.
Mufflons sind Wildschafe, die bei uns natürlicherweise nicht vorkommen, sondern in den letzten rund 200 Jahren in Europa als Jagdwild ausgesetzt wurden. Im Nationalpark verursachen sie vor allem bei der empfindlichen Felsvegetation starke Schäden und sind deswegen alles andere als gern gesehen.

Beobachtungen wie diese helfen deshalb den Nationalparkmitarbeitern, einen besseren Überblick über die Häufigkeit und Verteilung der Tierarten im Nationalpark zu erhalten. „Für uns ist es immer interessant von Naturbeobachtungen an der Thaya zu erfahren. Zum Teil fließen diese Sichtungen auch in unsere Monitoringprojekte ein. Momentan erheben wir gerade, wie viele Schwarzstörche sich im Nationalpark tummeln“, sagt dazu Christian Übl vom NP Thayatal.

Momentan läuft im Nationalpark gerade eine Erhebung zu den Schwarzstörchen. Wie viele gibt es? Habt ihr vielleicht welche gesehen?

Momentan läuft im Nationalpark gerade eine Erhebung zu den Schwarzstörchen. Wie viele gibt es? Der Nationalpark freut sich über Tipps und Hinweise!

Der Schwarzstorch fischt gerne in der Thaya im Bereich der großen Umlaufwiese und der Bildeiche. Oliver Überfellner konnte bei seinen heurigen Aufenthalten im Thayatal fast täglich die Schwarzstörche beobachten. „Wir haben Anfang Juni sogar zwei Vögel in unmittelbarer Nähe zueinander gesichtet. Vielleicht könnte es sich dabei um ein Pärchen handeln?“, so seine Überlegung. Vor allem der frühe Morgen, wenn die Schwarzstörche mit der Futtersuche beschäftigt sind und der Nachmittag, wenn sie häufig die Thaya entlang fliegen, eignen sich besonders gut für Storch-Sichtungen. Überhaupt tut sich gerade viel an der Thaya: „Ich habe das Gefühl, dass mehr Fische im Fluss sind als in den letzten Jahren“, meint Hüttenbesitzer Überfellner. Denn nicht nur die Schwarzstörche, sondern auch die Fischotter lassen sich momentan wieder öfter blicken.
Das kann auch Fritz Zahnt bestätigen: „Ich sehe laufend einen Fischotter bei meiner Hütte jagen. Er fischt auch gerne im Bereich des Granitzsteiges und gegenüber an der tschechischen Grenze vermute ich seinen Bau.“

Im Bereich des Granitzsteiges tummelt sich momentan gerne ein Fischotter.

Im Bereich des Granitzsteiges jagt momentan gerne ein Fischotter.

Und wo habt Ihr zuletzt Fischotter, Schwarzstorch und Co. gesehen? Lasst es uns wissen, wenn ihr spannende Entdeckungen im Nationalpark macht.

Der Nationalpark freut sich

Für den  Nationalpark sind Naturbeobachtungen, wie sie etwa Hüttenbesitzer, Naturfreunde oder Wanderer machen, immer von Interesse. Also, lasst uns wissen, was und wer Euch aller im Nationalpark begegnet!

Zur “Winterfrische” im Thayatal

Auch wenn die Temperaturen tief fallen, die Thaya friert im Winter nur in den allerseltensten Fällen zu. Verantwortlich dafür ist der regulierte Schwallbetrieb des Kraftwerks Vranov, das in Tschechien, flussaufwärts von Hardegg liegt. Ein „Service“, den vor allem die befiederten Wintergäste des Nationalparks zu schätzen wissen. Sobald es kalt wird, tummeln sich nämlich an den offen gebliebenen Wasserflächen der Thaya Enten, Haubentaucher, Schwäne, Graureiher und sogar Seeadler!

Österreichs Wappenvogel überwintert regelmäßig im NP Thayatal. Im letzten Jahr hat ein Seeadler-Pärchen knapp außerhalb der Nationalparkgrenze sogar gebrütet.
Überhaupt zeichnet sich ein positiver Trend bei den Seeadlern ab. Seit 2001 sind ganze 97 Jungadler in Österreich, wo sie zuvor viele Jahrzehnte ausgestorben waren, flügge geworden. Geschätzte 17 Brutpaare dürften sich derzeit in unserem Land aufhalten und in den Wintermonaten ziehen mittlerweile wieder rund 150 Seeadler – nord- und osteuropäische „Winterfrischler“ – über Österreich und in den Grenzgebieten zu Tschechien, der Slowakei und Ungarn ihre Runden.

Erkennbar sind die majestätischen Vögel vor allem an ihrem massiven gelben Schnabel und den charakteristischen weißen Schwanzfedern. Wie typisch für viele Greifvogelarten unterscheiden sich Männchen und Weibchen in der Größe. Dabei verhält es sich aber umgekehrt als vielleicht vielfach angenommen. Ein ausgewachsenes Seeadler-Weibchen kann fast sieben Kilogramm auf die Waage bringen und eine Flügelspannweite von bis zu 2,5 Metern erreichen. Männchen schaffen es dagegen – ungefähr – auf bis zu 2,1 Meter Flügelspannweite und wiegen “nur” um die fünf Kilogramm. Der Grund dafür? – Den wendigeren Männchen gelingt es mehr Beute zu fangen, was vor allem in den ersten Wochen nach dem Schlupf der Jungvögel wichtig ist, wenn nur das Männchen auf Jagd geht und das Weibchen bei den Jungen am Horst bleibt.

Bei ausgewachsenen Seeadlern lassen sich der massive gelbe Schnabel und die charakteristischen weißen Schwanzfedern gut erkennen.

Bei ausgewachsenen Seeadlern lassen sich der massive gelbe Schnabel und die charakteristischen weißen Schwanzfedern gut erkennen.

Im Winter sind alle, auch die jungen Seeadler, beim Beutefang auf sich allein angewiesen. Da lohnt es sich, in der Nähe von eisfreien Wasserflächen zu warten. Wenn ringsum alles zugefroren ist, versammeln sich hier nämlich Enten, Schwäne und andere Wasservögel. Mitunter eine leichte Beute für den Seeadler, vor allem wenn die Tiere krank oder verletzt sind. Für alle Naturliebhaber aber auch der ideale Tipp für spannende winterliche Vogelbeobachtungen!

Eine detektivische Spurensuche

Eigentlich sollte es ihn ja gar nicht mehr geben. 1869 wurde hierzulande der letzte Europäische Biber erlegt. Vor allem auf das Fleisch hatte man es ehemals abgesehen genauso wie auf das Bibergeil, ein fetthaltiges Sekret des Bibers, dem heilende und aphrodisierende Wirkung zugesprochen wurde.
Rund 100 Jahre danach, in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren feierte er mithilfe von Wiederansiedlungen in Österreich ein Comeback. Heute ist er auch im NP Thayatal auf dem Vormarsch. Indizien legen eine Spur von Tschechien nach Österreich. Aber der Reihe nach.

Hier lassen sich die Stationen der ersten Bibersichtungen von Tschechien ausgehend in Richtung Österreich nachverfolgen.

Hier lassen sich die Stationen der ersten Bibersichtungen von Tschechien ausgehend in Richtung Österreich nachverfolgen.

Erstmals ist ein Biber 1995 östlich von Znojmo (Znaim) gesichtet worden. Doch das Stadtgebiet und die Talsperre verhinderten das Einwandern in den grenzüberschreitenden Nationalpark. Durch den zwölf Meter hohen Damm wird hier das Wasser der Thaya zu einem Stausee aufgestaut und dient als Trinkwasserreservoir für die Stadt.
Schließlich gelang es dem Nager doch diese Hürde zu überwinden. Ein Stückchen weiter flussaufwärts, in der idyllischen Umgebung des Weinberges Šobes, der Teil des tschechischen Nachbar-Nationalparks Podyjí ist, hielt er sich ab 2008 längere Zeit auf. Von hier aus rückten die Biber immer weiter in den grenzübergreifenden Nationalpark vor. Ihre “Marschroute” war klar: In Richtung Westen!

Im Národní park Podyjí ging der Biber 2011 dann auch erstmals in die Falle, genauer gesagt in die Fotofalle.

Im Juni 2011 ging ein Biber im Národní park Podyjí, dem tschechischen Nachbar-Nationalpark, erstmals in die Fotofalle!

Im Juni 2011 wurde ein Biber im Národní park Podyjí, dem tschechischen Nachbar-Nationalpark, erstmals von einer Fotofalle ertappt!

2011 ließen sich die ersten Spuren schließlich auch im Nationalpark Thayatal nachweisen, im Bereich des Umlaufberges, bei der Kajabachmündung in die Thaya und etwas später bei der Einsiedlerwiese. Zahlreiche Nagespuren waren im Spätwinter 2013 im oberen Teil der Großen Umlaufwiese zu entdecken.

2013 ließen sich auch im Nationalpark Thayatal Biberspuren feststellen. Er hat sich "vorgenagt" ;)

2013 ließen sich zahlreiche Biberspuren auf der Großen Umlaufwiese feststellen. Er hat sich sozusagen “vorgenagt”.

Am 26. April 2013 folgte der ultimative Beweis an der Fugnitz in Hardegg. Ein Biber wurde erstmals auf frischer Tat ertappt und von Barbara Hauser, der Wirtin des Gasthofs Hammerschmiede, via Handyfoto festgehalten.

    Das Handy-Beweisfoto! Zugegebenermaßen ein wenig unscharf, aber eindeutig ein Biber, der hier an der Fugnitz in Hardegg unterwegs ist.

Das Handy-Beweisfoto! Zugegebenermaßen ein wenig unscharf, aber eindeutig ein Biber, der hier an der Fugnitz in Hardegg unterwegs ist.

„Es kann gut sein, dass sich der Biber an der strukturreichen Fugnitz weiter ausbreitet. Überhaupt findet er im Nationalpark Thayatal einen idealen Lebensraum vor“, meint dazu NP Thayatal Mitarbeiter Christian Übl und fügt hinzu: „Wir werden die Entwicklung des Biber-Bestandes im Nationalpark in jedem Fall weiter aufmerksam verfolgen.“

Wer selbst eine Folge „Biber CSI“ drehen möchte, kann sich jederzeit entlang der Nationalparkwege auf die Fährte der großen Nager begeben. Sowohl die Ufer der Thaya als auch die Mündung des Kajabaches eignen sich bestens dafür, um nach den charakteristischen Fraßspuren und Trittsiegeln Ausschau zu halten.
Die Indizien? – Spitze mit Krallen bestückte Zehen. Auf weichem Untergrund lassen sich auch die Schwimmhäute gut ausmachen. Vorderpfoten (bis zu 7 cm lang und etwa 4,5 cm breit) und Hinterpfoten (bis zu 17 cm lang und etwa 10 cm breit) unterscheiden sich deutlich in der Größe.
Und apropos Fraßspuren: Die charakteristisch angenagten Bäume treten erst mit Beginn der Winterszeit häufiger auf. In erster Linie fressen Biber nämlich gern frisches Grün, saftige Triebe und Blätter. Solange es genug krautige Pflanzen in ihrer Reichweite gibt, besteht also kein Bedarf Bäume umzunagen, um an die hochgelegenen Knospen und Blätter zu gelangen. Erst in der kalten Jahreszeit legt der Biber mehr Bäume um und schwenkt – mangels frischen Grüns – auf Rinde um, die nun seine Hauptnahrungsquelle bildet.

    Erst in der kalten Jahreszeit, wenn es an frischem Grün mangelt, nagt der Biber mehr Bäume um. Die Rinde von vor allem Pappeln oder Weiden bildet dann seine Hauptnahrungsquelle.

Erst in der kalten Jahreszeit, wenn es an frischem Grün mangelt, nagt der Biber mehr Bäume um. Die Rinde der Bäume bildet dann seine Hauptnahrungsquelle.

Der Trailer

Jetzt ist er da. Der nigelnagelneue Nationalpark Thayatal Trailer!

Er packt die ganze Pracht des Thayatals in knappe zweieinhalb Minuten. Einmalige Landschaften, fantastische Ausblicke und bezaubernde Lichtstimmungen kommen ebenso vor wie die tierischen und pflanzlichen Stars des Nationalparks. Spannende Zeitraffer-Aufnahmen inklusive.
Wir sind der Meinung, dass sich kein Naturliebhaber diesen Trailer entgehen lassen sollte! So viel Natur auf so kleinem Raum, das ist schon was ganz Besonderes.
Deswegen bitten wir Euch, die Kunde vom neuen Trailer eifrig weiterzuverbreiten, auf Social Media Foren zu teilen, liken etc. Spread the word :)

Vielen Dank an Marc Graf Photography für die tolle Umsetzung.

Nach der großen „Flut“ nun die große Hitze

2013 wird vermutlich als ein Jahr der Extremen eingehen. Zuerst gigantische Wassermassen und nun schmachten wir in einem scheinbaren Endlos-Hoch bei zeitweiligen Temperaturen an die 40 Grad.

Das geht natürlich auch an der Natur nicht spurlos vorüber. Der im Frühsommer noch gischtende Kajabach hat sich zurückverwandelt in ein Rinnsal. Die Thaya führt längst nicht mehr Hochwasser, sondern hat sich nun auf ihrem typischen Sommerniveau – abhängig natürlich auch von den Ablassmengen des Kraftwerks Vranov – eingependelt.

Auch die Vegetation bekommt die Trockenheit zu spüren. „Die oberste Bodenschicht ist staubtrocken“, sagt NP Thayatal Förster Wolfgang Riener.

Die obersten Bodenzentimeter sind momentan staubtrocken.

Noch ist aber genug Feuchtigkeit in tiefer liegenden Bodenschichten vorhanden. Trocknet der Boden weiter aus, können sich zumindest die Laubbäume gut schützen. Sie ziehen die Feuchtigkeit aus ihren Blättern ab, die darauf verwelken und abfallen. Dieser vorgezogene Laubabwurf kann ihr Überleben sichern! Und die Knospen fürs kommende Jahr sind jetzt schon gebildet, somit steht dem nächsten Laubaustrieb nichs im Wege.

Ein schwierigeres Los haben dagegen die Nadelbäume gezogen – derer es im NP Thayatal aber von Haus aus nur wenige gibt. Die einmal vergilbten Nadeln können nicht so leicht nachgebildet werden und der Borkenkäfer klopft wieder an. Von der Hitze geschwächte Nadelbäume fallen ihm wesentlich leichter zum Opfer.
„Durch die Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr immens an. Deswegen auf keinen Fall rauchen“, appelliert Wolfgang Riener und ergänzt: „Im Moment würde schon eine Glasscherbe oder eine Dose ausreichen, um einen Brand auszulösen!“

Während tagsüber die Sonne vom Himmel brennt, suchen die Tiere an schattigen, kühlen Plätzen Zuflucht.

Trotzdem ist gerade der Thayatal Wald dieser Tage wie eine kleine Erfrischungs-Oase, denn hier ist es momentan immer noch am kühlsten. Wer jedoch auf Tierbeobachtungen hofft, der sollte früh am Morgen unterwegs sein. Tagsüber ruhen die Tiere an schattigen, kühlen Plätzen.
Wie matt die Hitze macht, dass bekommen wir ja selber zu spüren. Geeicht auf 36,5 Grad Celsius, kommt unsere Körpertemperatur-Regulierungsmaschinerie ab etwa 35 Grad ins „Schwitzen“. Erwärmen ist für den Körper nämlich leichter als Kühlen. Wenn dann auch noch die Luftfeuchtigkeit steigt und der Schweiß nicht mehr verdunstet, wird’s überhaupt kritisch. Deswegen gilt gerade nur eine Devise: Ab in den Schatten!

Nasse Füße …

… bekommt heuer immer wieder die Ufervegetation – und vielleicht auch der eine oder andere Wanderer ;) – im Nationalpark Thayatal. Denn die Thaya führt 2013 meist weit mehr Wasser als in anderen Jahren üblich. Durchschnittlich beträgt der Jahresdurchfluss der Thaya bei Hardegg knapp unter 10 m³/sec. Heuer wurde diese Marke allerdings schon oft überschritten.
Dort, wo sonst breite, trockene Uferbereiche anzutreffen sind, wie etwa am Zusammenfluss von Kaja und Thaya, findet sich nun häufig durchfluteter Auwald.

Breit, breiter, Thaya – Hier auf der Höhe der Kajabach-Einmündung.

Die breiten Uferbereiche der Thaya – beim Zusammenfluss mit der Kaja – sind heuer oft geflutet.

Überall dort, wo die Thaya nicht ausweichen kann, weil sich ihr ein Berghang in den Weg stellt, wie in der Nähe des Überstiegs (über den der Umlaufberg erklommen werden kann), nimmt sie auch mit dem Wanderweg vorlieb.

Überschwemmter Wanderweg – auch damit konnte die Thaya heuer schon “aufwarten”.

Und der Kajabach muss wohl bald umbenannt werden in “Kajafluss”. In manchen Jahren nur ein zartes Rinnsal, schöpft die Kaja 2013 wahrlich aus dem Vollen.

Aus dem Kajabach ward der Kajafluss!

Informationen zum Wasserstand bzw. zur Durchflussgeschwindigkeit der Thaya können aktuell immer hier abgerufen werden:
Wasserstandsnachrichten und Hochwasserprognosen für Niederösterreich.

Morgendliche Stärkung

In der Morgendämmerung hielten Marc und ich Ausschau nach “Frühaufstehern” (abgesehen von uns selber). Das Röhren der brünftigen Hirsche noch in guter Erinnerung (siehe & höre Blogeintrag “Geräusche der Nacht”), hofften wir darauf, möglicherweise einen von ihnen zu Gesicht zu bekommen.

In jedem Fall begann der Tag spektakulär. Ein Uhu flog seelenruhig knappe drei Meter über unseren Köpfen vorbei – wir befanden uns auf einem Felsvorsprung gut 300 Meter über der Thaya. Hätten wir nicht nach oben gesehen, er wäre uns glatt entgangen, so leise bewegen sich diese stattlichen Eulen.
Bei Tierbeobachtungen ist Rundumblick gefragt!

Unter uns mäandrierte währendessen die Thaya. Das satte Grün des Wasserhahnenfußes (die weißen Blüten sind – Mitte September -  teils noch zu sehen) hat sich in Richtung olivgrün, braun gewandelt. Schon wollten wir unseren Platz am Felsvorsprung verlassen und im Wald nach morgendlich aktiven Tieren Ausschau halten, da fiel uns erst auf, dass sich etwas im Wasser der Thaya bewegte.
Ein junger Hirsch frühstückt Wasserhahnenfuß! Dass der giftig ist, dürfte ihn nicht stören genausowenig wie unsere Kamera. Denn die ist weit genug entfernt. Nur mit Teleobjektiv, das wie ein Fernglas den Hirsch sozusagen “heranholt”, kommt Marc nah genug an den Nachwuchs-Röhrer dran.
Zuerst gehört (siehe “Geräusche der Nacht”), dann gesehen :-) … wobei dieser Kollege wohl noch nicht ganz so weit ist, um dem Platzhirsch seinen Posten streitig zu machen.

Weißes Blütenmeer

Grün leuchtende Pflanzenmatten durchziehen die Thaya an vielen Stellen.
Im August blitzen inmitten dieses Grüns plötzlich schneeweiße Tupfer auf. Es sind dies die Blüten des Flutenden Wasserhahnenfußes. Sie verwandeln die Thaya alljährlich im Spätsommer in ein wahres Blütenmeer.
Einmalig vor allem in Kombination mit den nun wieder häufigeren Morgennebeln, die im Licht der aufgehenden Sonne magisch dahinströmen.

“Special Guest” im Thayatal

Er ist der unbestrittene VIP des NP Thayatals. Doch schon Ende August reist er wieder ab. Flugrichtung Afrika.
Der Schwarzstorch kommt nämlich nur in den Sommermonaten zum Fischen an die Thaya und den Kajabach im Nationalpark. Europaweit gilt dieser scheue Waldbewohner als besonders selten.

Umso gespannter waren Marc und ich, ob wir ihn wohl ausfindig machen könnten. Mit Tarnzelt und Tarnnetz gewappnet, legten wir uns um 5:00 früh im Bereich der Kajabachmündung auf die Lauer. Und dann hieß es erstmal abwarten… und warten … und warten … und warten.
Zwischendurch hüpften ein paar Bachstelzen vor uns auf und ab. Wasseramseln tauchten zur Futtersuche in die Thaya-Fluten ab. Und der Eisvogel schoss mit seinem blitzblauen Gefieder einige Male pfeilschnell vorbei. Aber kein Schwarzstorch. Tarnzelt-Sessions können von Erfolg gekrönt sein, müssen es aber nicht. So die simple Moral von der Geschichte.

Also versuchten wir unser Glück, ungetarnt, weiter flussaufwärts. Und siehe da, etwa 100 Meter von der imposanten Bildeiche entfernt, staksen ein Paar knallorange Beine im seichten Thaya-Wasser. Marc legt – außerhalb der Sichtweite des Schwarzstorches – einen Spurt ein, um weiter vorne auf ihn zu warten, natürlich mit der Kamera. Doch eine kleine Bewegung alarmiert den Schwarzstorch und statt an Marc vorbeizuflanieren, hebt er ab. Netterweise aber in Marcs Richtung und der drückt im richtigen Moment den Auslöser. Das Ergebnis seht ihr hier.

Wer selbst den Schwarzstorch erspähen möchte, sollte sich rasch auf die Socken machen. Wie gesagt, Ende August zieht es ihn retour nach Afrika. Die nächste Chance ihn im Nationalpark Thayatal zu sehen, gibt es dann wieder ab Anfang April im kommenden Jahr.