Sterne im Fokus

Im Rahmen einer Multimediaproduktion, an der Marc und ich für den Nationalpark Thayatal arbeiten, wollen wir uns die Sterne nicht entgehen lassen. Vom 13. auf den 14. August – gerade recht zum Perseiden-Höhepunkt (siehe Aritkel “Ich wünsche mir…”) zählten wir bei der Kajabachmündung Sternschnuppen und ließen die Kameras (beinahe) heiß laufen.
Zumindest mussten sie Schwerstarbeit leisten, während wir in unsere Schlafsäcke gemummelt dem Ergebnis entgegen träumten. Bis 2:30, denn dann klingelte der Wecker.

Um den Verlauf der Sterne über mehrere Stunden zu bannen, braucht es viele Fotos. Dafür postierte Marc Stativ und Kamera im größtenteils trockenen Uferbereich, Blickrichtung Himmel. Alle paar Minuten belichtet die Kamera – über eine Fernsteuerung – ein Foto. In rascher Abfolge abgespielt – quasi wie ein Daumenkino – bzw. vereint zu einem einzigen Foto (siehe unten), sieht es dann aus, als würden die Sterne über den Himmel fliegen.

Aber beim Ausgang dieses nächtlichen Abenteuers hatte auch die Thaya ein Wörtchen mitzureden. Wo’s vor noch wenigen Stunden trocken war, ragt um 2:30 das Wasser über die Knöchel. Im Halbschlaf kramt Marc die Gummistiefel hervor. Das Stativ steht zwar noch immer sicher, aber die Fernsteuerung hätte es mit einer der nächsten Wellen wohl weggeschwappt. Dass auch nachts Wasser vom tschechischen Kraftwerk Vranov abgeleitet wird und die Thaya zum Anschwellen bringen würde, damit hätten wir nicht gerechnet. Noch mal gut gegangen.

Mit der Ausrüstung im Trockenen, der nächste Aha-Effekt. Die Feuchtigkeit hat sich auf der Linse und den Fotos niedergeschlagen. Weniger Durchblick bedeutet auch weniger Sterne und die Erkenntnis: Ein Sternenzeitraffer an der Thaya ist eine knifflige Angelegenheit.

Dennoch können sich die ersten Ergebnisse sehen lassen.

Ich wünsche mir …

Klare Augustnächte sind immer ein heißer Tipp für all jene, deren Wunschliste noch nicht ganz abgearbeitet ist. Mitunter im Minutentakt ziehen Sternschnuppen ihren Schweif über den Himmel und bringen auch geeichte Wünsch-Profis regelrecht ins Schwitzen. In jedem Fall ein grandioser Anblick, der sich im Nationalpark Thayatal besonders gut genießen lässt. Denn hier trüben keinerlei störende Lichtquellen den Blick auf ein sternenübersätes Himmelszelt.

Und warum gerade der August?

Jedes Jahr kreuzt die Erde im August die Umlaufbahnen der Perseiden, dem bei uns bekanntesten Meteorstrom, der aus der Auflösung eines Kometen hervorging. Von der Erde aus gesehen, scheinen all die verglühenden Gesteinsteilchen aus dem Sternbild Perseus zu entspringen. So einfach kommen die Sternschnuppen zu ihrem heroischen Namen aus der griechischen Mythologie.

Tipp: Am besten gleich verknüpfen mit der beliebten Nachtwächterwanderung am 25. August. Vielleicht habt ihr ja nach dem genüsslichen Nachtwächtermahl und vielen alten Geschichten aus Hardegg, der kleinsten Stadt Österreichs und einzigen Ortschaft im Nationalpark, noch Lust auf “Sternen-Fernsehen”? Einen gemütlichen Platz suchen, in den Himmel schauen, staunen und wünschen. Und der Abend ist perfekt.

Nähere Infos unter:
http://www.np-thayatal.at/de/pages/events_detail.aspx?id=25&page=0&kat=-1&span=-1