Die Thaya im Winter

Warum gefrieren fließende Gewässer wesentlich langsamer und tauen auch wieder früher auf als stehende Gewässer?
Ganz einfach, je schneller das Wasser fließt, umso tiefer müssen die Temperaturen fallen, damit das Wasser gefriert. Die Thaya ist zwar kein reißender Fluss, aber sie friert im Winter nur in den allerseltensten Fällen zu. Woran das liegt? – Das könnt ihr hier nachlesen.
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Wie es um den Vereisungsgrad der Thaya bestellt ist, das könnt ihr zu Jahresende auch selber überprüfen, bei der gemeinsamen Silvesterwanderung im Nationalpark. Heuer jährt sich die Wanderung zum Jahresende bereits zum zwanzigsten Mal. Seid dabei und meldet euch gleich an!

Es werde Eis

Manchmal schneller, manchmal langsamer. Vor allem fließende Gewässer haben es mit dem Zufrieren gar nicht so eilig. Sie gefrieren wesentlich langsamer und tauen auch wieder früher als stehende Gewässer. Woran liegt das? – Dafür müssen wir zu Jahresende noch mal ein wenig unsere grauen Zellen bemühen und in die Domäne der Physik eintauchen. Sie hat die Antworten auf unsere Fragen.

Fließgewässer wie die Thaya frieren langsamer zu als stehende Gewässer. Die Fließgeschwindigkeit ist dafür ausschlaggebend.

Fließgewässer wie die Thaya frieren langsamer zu als stehende Gewässer. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Wasser bewegt, ist dafür ausschlaggebend.

Zunächst hängt dies mit dem Faktum des Fließens als solchem zusammen. Je mehr ein Fluss oder Bach gurgelt und sprudelt, desto mehr bewegte Energie steckt in ihm. Und je mehr Energie vorhanden ist, umso niedriger müssen die Temperaturen fallen, um das stark bewegte Wasser zum Frieren zu bringen. Das hängt wiederum mit den Wassermolekülen zusammen. Diese stehen miteinander über Wasserstoffbrücken in Wechselwirkung und suchen immer Kontakt zu benachbarten Wassermolekülen. In einem still daliegenden See gelingt ihnen das „Kuscheln“ viel besser als in einem aufgewühlten Gewässer. Dort werden sie ständig auseinandergewirbelt und können oft nicht lange genug aneinander haften, um feste Kristallgitter – wie sie im Eis vorkommen – auszubilden. Deshalb sind mitunter beträchtliche Minusgrade – um die zehn Grad Celsius – notwendig, um einen schnell fließenden Gebirgsbach zu Eis erstarren zu lassen. Ein See gibt dagegen bereits ab Null Grad Celsius w.o.

Die Thaya ist zwar kein reißender Fluss, aber auch sie friert im Winter nur in den allerseltensten Fällen zu. Einerseits liegt das natürlich an ihrer Fließgeschwindigkeit, andererseits aber auch am Schwallbetrieb des Kraftwerks Vranov, das in Tschechien, flussaufwärts von Hardegg liegt. Es sorgt dafür, dass die Wassertemperatur der Thaya relativ konstant um die 4 Grad Celsius liegt.
Ein Kraftwerk vor der Haustür ist sicherlich nicht der Traum eines Nationalparks – das Kraftwerk war eben zuerst da – aber etwas Positives kann dem Umstand trotzdem abgerungen werden. Da die Thaya nicht zufriert, ist sie im Winter – wenn viele andere Gewässer rings herum längst von Eis überdeckt sind – beliebt bei Enten, Schwänen, Graureihern oder Haubentauchen. Und manchmal schaut sogar der Seeadler vorbei.

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Selten, aber doch kommt es vor, dass die Thaya größtenteils zufriert.

Also vergesst nicht, auch im Winter auf Entdeckungstour durch den Nationalpark zu gehen!

Zu Fuß ins neue Jahr

Wer einen besonderen Jahresausklang erleben möchte, ist im Thayatal bei der traditionellen Silvesterwanderung goldrichtig.

Winterlicher Blick vom Granitzsteig auf die Thaya.

Winterlicher Blick vom Granitzsteig auf die Thaya.

Ab 13:30 versorgt der Retzer Konditor Felix Wiklicky die Wanderer mit wärmenden Getränken und kleinen Speisen. Um 14:00 geht’s dann beim Parkplatz der Ruine Kaja in Merkersdorf los. Zwei Routen stehen zur Auswahl. Wer’s gern gemütlicher hat, kann durch das enge Schluchttal des Kajabaches zur Thaya wandern. All jene, die vor einem anspruchsvolleren Silvestermarsch nicht zurückschrecken, folgen nach einer kurzen Wegstrecke über die Felder dem steilen Granitzsteig hinunter zum Fluss.
Im Herzen des Nationalparks, beim Umlaufberg treffen die beiden Wandergruppen wieder aufeinander. Vom Umlaufberg aus, der über einen kurzen Anstieg erreichbar ist, bietet sich auch ein wunderschöner Ausblick auf den mehrfach gewundenen Lauf der Thaya.

Silvesterwanderer bei einer wärmenden Stärkung unter den ausladenden Ästen der Bildeiche.

Silvesterwanderer bei einer Stärkung unter den ausladenden Ästen der Bildeiche.

Wärmende Getränke erwarten die Wanderer auf der Umlaufwiese und unter den ausladenden Ästen der Bildeiche kann auch mit einem Glas Sekt auf das kommende Jahr angestoßen werden.
Bevor es dunkel wird, geht es zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Das neue Jahr kann nun kommen!

Der Nationalpark Thayatal wünscht allen Blog-Leserinnen & Lesern ein frohes Weihnachtsfest & ein glückliches neues Jahr :)

Ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute fürs neue Jahr 2014!

Ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr 2014!

Details Silvesterwanderung:
Termin: 31. Dez. 2013, 14:00
Treffpunkt: Parkplatz Ruine Kaja,
Dauer: ungefähr 2,5 Std.
Leitung: Christian Übl, Wolfgang Riener, Nationalparkmitarbeiter,
Bernhard Schedlmayer, Nationalparkranger
Ausrüstung: gute Wanderausrüstung wird empfohlen.
Kein Teilnahmebeitrag!

Anmeldungen per email werden bis 27. Dezember um 12:00 entgegengenommen, per Telefon 02949/7005 während der Öffnungszeiten.

Ins neue Jahr wandern

Ein Tipp für alle, die das Jahr im Nationalpark ausklingen lassen wollen:
Die Silvesterwanderung steht wieder am Programm!
Sämtliche Infos und Anmeldung dazu finden sich hier: Silvesterwanderung

Viel Spaß beim Wandern, Natur Entdecken und einen guten Rutsch ins neue Jahr, wünscht der Nationalpark Thayatal!