Wer trällert denn da?

Was schätzt ihr, wie viele Vogelarten in Österreich gesanglich begabt sind?
– Wir verraten es euch, rund 120. So viele Singvogelarten tummeln sich bei uns. Und damit ihr Euch bei euren ersten Wanderungen im Frühjahr leichter tut, ein paar gängige Arten allein am Gesang voneinander zu unterscheiden, haben wir für Euch eine kleine Gesangsstunde vorbereitet.

Rotkehlchen gehören zu den ganz großen Sängern unter den Singvögeln.

Rotkehlchen gehören zu den ganz großen Sängern unter den Singvögeln.

Zilpzalp, Blau- und Kohlmeise, Amsel und Rotkehlchen geben einige ihrer Trällerer zum Besten. Der Gesang der kleinen Zwitscherer ist strophenartig aufgebaut und oft sehr variantenreich. Je nach Notwendigkeit – Gefahr, Partnersuche, Revierverteidigung – kann sich das Zwitschern anders anhören. Aber irgendwo muss man ja anfangen, also starten wir am besten mit dem Aufbaukurs “Kleine Vogelstimmenkunde” :)  

Wer seine Gesangeskünste gleich testen möchte, ist beim Ausflug „Im Reich des Seeadlers“ am 21. Mai genau richtig. Unterwegs mit einem Ranger  lauschen wir all jenen typischen Vogelarten, die den Frühjahrswald mit ihren stimmlichen Darbietungen zum Klingen bringen. Und mit etwas Glück schaut vielleicht auch der Seeadler vorbei. Singen – so viel sei verraten – wird er allerdings nicht ;)

Es werde Eis

Manchmal schneller, manchmal langsamer. Vor allem fließende Gewässer haben es mit dem Zufrieren gar nicht so eilig. Sie gefrieren wesentlich langsamer und tauen auch wieder früher als stehende Gewässer. Woran liegt das? – Dafür müssen wir zu Jahresende noch mal ein wenig unsere grauen Zellen bemühen und in die Domäne der Physik eintauchen. Sie hat die Antworten auf unsere Fragen.

Fließgewässer wie die Thaya frieren langsamer zu als stehende Gewässer. Die Fließgeschwindigkeit ist dafür ausschlaggebend.

Fließgewässer wie die Thaya frieren langsamer zu als stehende Gewässer. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Wasser bewegt, ist dafür ausschlaggebend.

Zunächst hängt dies mit dem Faktum des Fließens als solchem zusammen. Je mehr ein Fluss oder Bach gurgelt und sprudelt, desto mehr bewegte Energie steckt in ihm. Und je mehr Energie vorhanden ist, umso niedriger müssen die Temperaturen fallen, um das stark bewegte Wasser zum Frieren zu bringen. Das hängt wiederum mit den Wassermolekülen zusammen. Diese stehen miteinander über Wasserstoffbrücken in Wechselwirkung und suchen immer Kontakt zu benachbarten Wassermolekülen. In einem still daliegenden See gelingt ihnen das „Kuscheln“ viel besser als in einem aufgewühlten Gewässer. Dort werden sie ständig auseinandergewirbelt und können oft nicht lange genug aneinander haften, um feste Kristallgitter – wie sie im Eis vorkommen – auszubilden. Deshalb sind mitunter beträchtliche Minusgrade – um die zehn Grad Celsius – notwendig, um einen schnell fließenden Gebirgsbach zu Eis erstarren zu lassen. Ein See gibt dagegen bereits ab Null Grad Celsius w.o.

Die Thaya ist zwar kein reißender Fluss, aber auch sie friert im Winter nur in den allerseltensten Fällen zu. Einerseits liegt das natürlich an ihrer Fließgeschwindigkeit, andererseits aber auch am Schwallbetrieb des Kraftwerks Vranov, das in Tschechien, flussaufwärts von Hardegg liegt. Es sorgt dafür, dass die Wassertemperatur der Thaya relativ konstant um die 4 Grad Celsius liegt.
Ein Kraftwerk vor der Haustür ist sicherlich nicht der Traum eines Nationalparks – das Kraftwerk war eben zuerst da – aber etwas Positives kann dem Umstand trotzdem abgerungen werden. Da die Thaya nicht zufriert, ist sie im Winter – wenn viele andere Gewässer rings herum längst von Eis überdeckt sind – beliebt bei Enten, Schwänen, Graureihern oder Haubentauchen. Und manchmal schaut sogar der Seeadler vorbei.

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Selten, aber doch kommt es vor, dass die Thaya größtenteils zufriert.

Also vergesst nicht, auch im Winter auf Entdeckungstour durch den Nationalpark zu gehen!

Emsig durch den Winter

Zwischen 2. November und 21. März hat das Nationalparkhaus jedes Jahr geschlossen. Fragt sich nur, was tun die Nationalpark-Mitarbeiter eigentlich in dieser Zeit? Halten sie denn gar „Winterruhe“? Nein, sie sind besonders emsig! Denn in der Tat gibt’s während der kalten Zeit des Jahres eine ganze Menge zu tun.

Allein schon wegen Frieda und Carlo, den beiden Wildkatzen, die im Nationalparkhaus ihr Zuhause haben. Die beiden wollen klarerweise jeden Tag gefüttert werden. Und im heurigen Winter steht noch dazu ein gewichtiges Bauprojekt an, was vielen Besuchern jetzt schon die Vorfreude auf ein Wiedersehen im Frühjahr vergrößern dürfte. Denn das Wildkatzengehege wird um einen 200 m² großen Zubau erweitert! Ein Stückchen Wald wird somit bald Teil des Lebensraums von Frieda und Carlo sein.

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Nicht mehr lange, dann wird das Wildkatzengehege um gute 200 m² anwachsen. Im Winter werken die NP-Mitarbeiter eifrig am Zubau.

Neben den Wildkatzen sind es vor allem auch die Besucher- und Schulprogramme für das kommende Jahr, die die Nationalpark-Mitarbeiter nun auf Trab halten. Christian Übl: „Momentan tüfteln wir gerade an den Programmschwerpunkten für das kommende Jahr“. So viel darf schon verraten werden: Die Wildkatzen werden auch im nächsten Jahr einen wichtigen Part einnehmen. Der Startschuss fürs Besucherprogramm 2015 fällt wieder um die Osterzeit.

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Wer wird es wohl 2015 aufs Titelbild schaffen? In den kommenden Wochen wird sich das entscheiden.

Speziell für Schulen gibt es neben dem Besucherprogramm immer auch eine extra Schulbroschüre. „Wir verschicken die 24-seitige Broschüre rund um die Semesterferien“, erklärt Claudia Waitzbauer. Im nächsten Jahr warten auf die Schulen viele neue Angebote wie etwa das Thema Bionik. Außerdem gibt es einige neue Packages für Mehrtages-Aufenthalte im Nationalpark. Im Wald-Wildniscamp bekommen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, die Natur unmittelbar zu erfahren: Sie übernachten im Wald! „Außerdem bemühen wir uns im nächsten Jahr um das Umweltzeichen für außerschulische Bildungseinrichtungen“, ergänzt Claudia Waitzbauer. Wir drücken die Daumen!

Parallel finden im Winter immer auch wissenschaftliche Erhebungen und Studien statt. Heuer liegt der Fokus auf Schwarzstorch- und Seeadler-Beobachtungen. Das Projekt dazu läuft bereits seit Ende März dieses Jahres und soll im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden. Erste Teil-Ergebnisse zu den Schwarzstörchen könnt Ihr übrigens bereits im Blogbeitrag “Schwarzstorch gesucht” nachlesen). Wir halten Euch auf dem Laufenden.

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Der Schwarzstoch – momentan im wohlverdienten “Winterurlaub” – steht neben dem Seeadler im Visier wissenschaftlicher Untersuchungen.

Und trotz geschlossener Nationalpark-Türen stehen sogar ein paar Veranstaltungen im November an. Am 20. November findet das alljährliche Nationalparkforum statt. Nationalpark-Direktor Ludwig Schleritzko ist nun ein Jahr in seinem Amt. Anlässlich des Forums zieht er eine erste Bilanz, definiert Schwerpunkte für das kommende Jahr und erklärt, über welche Erfolge er sich besonders freut und welche Herausforderungen noch gemeistert werden müssen. Besucher sind herzlich dazu eingeladen!

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Nationalpark-Direktor Ludwig Schleritzko (Bildmitte) mit einigen Mitarbeitern des NP-Thayatal. Beim Nationlparkforum am 20. November zieht er seine erste Bilanz und blickt auch schon in die Zukunft.

Auch zum Adventmarkt am 29. und 30. November, jeweils von 13:00 bis 19:00 Uhr, wollen wir Euch einladen. Dort gibt’s einen kleinen Einblick in die weihnachtlichen Bräuche und Traditionen unserer tschechischen Nachbarn. Worauf kann man sich freuen? – Kulinarische Köstlichkeiten, Musik, Lesungen, Kunsthandwerk und ein spezielles Kinderprogramm. Lasst Euch das nicht entgehen!

Schließlich – damit den Nationalpark-Mitarbeitern auch garantiert nicht langweilig wird ;) – arbeiten sie auch noch emsig daran, die Zusammenarbeit mit den anderen heimischen Nationalparks zu intensivieren. Ziel dieses Projektes: Mehr Aktivitäten gemeinsam anbieten.

Winterzeit ist eben Arbeitszeit! … Damit auch in der nächsten Saison wieder alles wie am Schnürchen läuft.

Zur “Winterfrische” im Thayatal

Auch wenn die Temperaturen tief fallen, die Thaya friert im Winter nur in den allerseltensten Fällen zu. Verantwortlich dafür ist der regulierte Schwallbetrieb des Kraftwerks Vranov, das in Tschechien, flussaufwärts von Hardegg liegt. Ein „Service“, den vor allem die befiederten Wintergäste des Nationalparks zu schätzen wissen. Sobald es kalt wird, tummeln sich nämlich an den offen gebliebenen Wasserflächen der Thaya Enten, Haubentaucher, Schwäne, Graureiher und sogar Seeadler!

Österreichs Wappenvogel überwintert regelmäßig im NP Thayatal. Im letzten Jahr hat ein Seeadler-Pärchen knapp außerhalb der Nationalparkgrenze sogar gebrütet.
Überhaupt zeichnet sich ein positiver Trend bei den Seeadlern ab. Seit 2001 sind ganze 97 Jungadler in Österreich, wo sie zuvor viele Jahrzehnte ausgestorben waren, flügge geworden. Geschätzte 17 Brutpaare dürften sich derzeit in unserem Land aufhalten und in den Wintermonaten ziehen mittlerweile wieder rund 150 Seeadler – nord- und osteuropäische „Winterfrischler“ – über Österreich und in den Grenzgebieten zu Tschechien, der Slowakei und Ungarn ihre Runden.

Erkennbar sind die majestätischen Vögel vor allem an ihrem massiven gelben Schnabel und den charakteristischen weißen Schwanzfedern. Wie typisch für viele Greifvogelarten unterscheiden sich Männchen und Weibchen in der Größe. Dabei verhält es sich aber umgekehrt als vielleicht vielfach angenommen. Ein ausgewachsenes Seeadler-Weibchen kann fast sieben Kilogramm auf die Waage bringen und eine Flügelspannweite von bis zu 2,5 Metern erreichen. Männchen schaffen es dagegen – ungefähr – auf bis zu 2,1 Meter Flügelspannweite und wiegen “nur” um die fünf Kilogramm. Der Grund dafür? – Den wendigeren Männchen gelingt es mehr Beute zu fangen, was vor allem in den ersten Wochen nach dem Schlupf der Jungvögel wichtig ist, wenn nur das Männchen auf Jagd geht und das Weibchen bei den Jungen am Horst bleibt.

Bei ausgewachsenen Seeadlern lassen sich der massive gelbe Schnabel und die charakteristischen weißen Schwanzfedern gut erkennen.

Bei ausgewachsenen Seeadlern lassen sich der massive gelbe Schnabel und die charakteristischen weißen Schwanzfedern gut erkennen.

Im Winter sind alle, auch die jungen Seeadler, beim Beutefang auf sich allein angewiesen. Da lohnt es sich, in der Nähe von eisfreien Wasserflächen zu warten. Wenn ringsum alles zugefroren ist, versammeln sich hier nämlich Enten, Schwäne und andere Wasservögel. Mitunter eine leichte Beute für den Seeadler, vor allem wenn die Tiere krank oder verletzt sind. Für alle Naturliebhaber aber auch der ideale Tipp für spannende winterliche Vogelbeobachtungen!

Aufwind für den Seeadler

Der Seeadler ist zurück, auch im NP Thayatal!
„Die Seeadler überwintern regelmäßig im Thayatal und seit längerer Zeit gibt es auch im Sommer Sichtungen“, freut sich Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl.

Noch größer ist in diesem Frühjahr die Freude über den ersten erfolgreichen Brutnachweis eines Seeadler-Pärchens knapp außerhalb der offiziellen Nationalparkgrenze. „Die Vögel brüten genau in jenem Gebiet, in dem der ‘Windpark Nord’ geplant ist“, fährt Übl allerdings etwas nachdenklich fort. Der Seeadler war in Österreich lange Zeit ausgestorben, 2001 gab’s erstmals wieder Nachwuchserfolg und mittlerweile haben sich wieder rund 15 Brutpaare im Land eingefunden. Es wäre eine Tragik, würden die ambitionierten Naturschutzmaßnahmen wieder zunichte gemacht…

Das österreichische Seeadler-Schutzprogramm, unter dessen Fittichen auch die Seeadler aus dem Thayatal stehen, wird vom WWF – in Kooperation mit BirdLife Mitarbeitern – koordiniert. „Noch wissen wir nicht mit Sicherheit, wie viele Jungvögel sich im Horst befinden“, gibt Seeadler-Experte Remo Probst Auskunft. In der Regel werden die Horste zweimal in der Saison überprüft: „Einmal während der Bebrütung und ein zweites Mal entweder zur Beringung Anfang Mai oder – wenn wie im Thayatal keine Beringung erfolgt – Ende Mai zum Zählen der Jungvögel.“

Wir können also gespannt sein, was der Horst-Check Ende Mai ergibt und drücken die Daumen, dass alle Jungseeadler wohlauf sind!

Diese Aufnahme entstand am 18. Mai 2013 bei der Beringung von zwei jungen Seeadlern in den March-Thaya-Auen durch den WWF. Der Seeadler-Nachwuchs im Thayatal wird nicht beringt. Ende Mai folgt noch eine Kontrolle, dann soll klar sein, wie viele Junge herangewachsen sind.

Ein Ring, sie zu finden…

… allerdings nicht um sie à la Tolkien-Saga „zu knechten“, sondern ganz im Gegenteil, um sie zu schützen! Dafür machen wir heute einen kleinen Exkurs über die Grenzen des NP Thayatal hinaus.

15 bis 18 Seeadler Brutpaare gibt es momentan in Österreich. Die meisten von ihnen finden sich in den March-Thaya-, den Donau-Auen und im Waldviertel. Auch im Thayatal gibt es in diesem Frühjahr Grund zur Freude, ein Seeadler-Pärchen hat für Nachwuchs gesorgt (dazu demnächst mehr).
Für den Seeadler, der mehr als 50 Jahre lang in Österreich ausgestorben war und erst 2001 wieder erfolgreich in den Marchauen brütete, geht die Kurve endlich wieder nach oben. Der Wappenvogel nimmt seine Position wieder ein. Nicht nur, dass er wieder bei uns brütet, auch die Anzahl der in Österreich und den Grenzregionen überwinternden Seeadler hat sich deutlich erhöht, von 40 auf geschätzte 150.

Flora Hejjas, Leiterin des WWF Seeadler Schutzprogrammes, zeigt die beiden Ringe, die um je ein Fußgelenk der jungen Seeadler gelegt werden. Die beiden leichtgewichtigen Aluminiumringe beeinträchtigen die Tiere nicht, sondern helfen dabei ihre Bestandszahlen im Auge zu behalten.

Damit dieser positive Trend anhält, ist es notwendig die Tiere im Auge zu behalten. Am einfachsten geht das mit Ringen, die auch aus großer Entfernung noch via Fernglas ausgemacht werden können. „Schwarz über grün“, so Seeadler-Experte Remo Probst, „bedeutet, dass es sich um einen Seeadler der Pannonischen Population handelt“. Der Zahlen- und Buchstabencode auf einem zweiten, leichtgewichtigen Aluminiumring ermöglicht sogar die eindeutige Identifizierung des Vogels. Wie alt ist er und wo kam er zur Welt?

Vergangene Woche, am 8. Mai, war es wieder soweit, ein paar Jungadler sollten ihren „Pass“ – für die Pannonische Region – erhalten. Marc und ich machten uns als Naturreporter auf, um mit dem WWF in die Untiefen der March-Thaya-Auen vorzudringen. Ob wir auf eines oder sogar mehr Seeadler-Junge stoßen würden, stand zu diesem Zeitpunkt noch in den Sternen. Doch die Vorzeichen waren verheißungsvoll: „Vom Schmelz her, sieht’s hier eindeutig nach Jungvögeln aus“, macht uns Remo Probst, der die weißen Vogelkot-Kleckse rings um eine mächtige Schwarzpappel zu deuten weiß, Mut. Und tatsächlich! WWF-Mitarbeiter Oliver Bronkalla, der gut 25 Meter über ein Seil nach oben stieg und das letzte Stück kletternd zurücklegte, fand gleich zwei Jungvögel im Horst. Ein voller Erfolg!

WWF-Mitarbeiter Oliver Bronkalla bewegt sich mittels Seil nach oben zum Seeadler-Horst. Sein Kollege Björn Beckmann hilft vom Boden aus.

Und genau zur richtigen Zeit. Der Zeitpunkt ist für die Beringung nämlich ganz ausschlaggebend. Nicht zu früh und nicht zu spät. Die erste Maihälfte ist ein guter Termin. Die Jungen sind etwa fünf bis sechs Wochen alt, mittlerweile ungefähr huhngroß und so nicht mehr zu klein, als dass der Ring ihnen vom Fußgelenk rutschen könnte, aber auch noch nicht zu groß, als dass sie aus dem Nest springen würden. Flügge werden sie etwa in der ersten Junihälfte. Ab da können auch ihre nigelnagelneuen Ringe via Fernglas verfolgt werden. Einer auf jedem Fußgelenk, ein kleiner Pass mit einer großen Wirkung.

Einer der beiden jungen Seeadler in den March-Thaya-Auen, die am 8. Mai erfolgreich vom WWF-Seeadler Team beringt wurden.

Hier gibt’s weitere Infos zur WWF Seeadler Beringung in den March-Thaya-Auen und zum Seeadler Schutzprogramm.

Eine sanftere Brise

Ganz Österreich will bis 2020 34 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien gewinnen, Niederösterreich strebt sogar 50 Prozent an. Die Windkraft soll dabei eine tragende Rolle einnehmen. Bis Ende 2013 werden sich in Niederösterreich über 460 Windkraftanlagen drehen, rund 14 Prozent des Strombedarfs zur Verfügung stellen und etwa 440.000 Haushalte versorgen.

Aber den geplanten Windkraftanlagen, wie etwa dem Windpark Nord unweit des Nationalpark Thayatal (siehe dazu Blogbeitrag „Erneuerbare Energien um jeden Preis“), bläst zunehmender Gegenwind ins Gesicht. NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll reagierte auf die Bedenken und äußerte sich in einer Presseaussendung vom 2. Mai folgendermaßen: „Windkraftanlagen soll es in Zukunft nur noch in eigens ausgewiesenen Standortzonen geben.” Dafür gilt es ein neues Raumordnungsprogramm zu entwickeln, damit Windräder in Zukunft nicht wahllos durch die Gegend rotieren.

Nationalparkdirektor Robert Brunner freut sich über diese Entwicklungen: „Damit kann eine Nachdenkpause einsetzen. Statt einzig auf die möglichen Einnahmen aus Windkraftanlagen zu schielen, kann jetzt sachlich und ohne Zeitdruck über die Auswirkungen auf die Ökologie diskutiert werden.“ Wichtig wäre es, dass Schutzgebiete wie der Nationalpark Thayatal in diese Raumordnungsambitionen einbezogen werden. Naturschutz darf nicht einfach übergangen werden. Dafür plädiert auch Österreichs Wappenvogel bzw. dessen Nachwuchs. Im Windkraft-Planungsgebiet zwischen Hardegg, Langau und Weitersfeld hat heuer ein Seeadler-Pärchen erfolgreich gebrütet. „Das schließt die Errichtung des Windparks Nord nach Meinung zahlreicher Experten ohnehin aus“, so Brunner.
Zu den Seeadlern demnächst mehr…

Der Blog hält Euch in jedem Fall auf dem Laufenden, wie es in Sachen Windkraft und Nationalpark weitergeht!

Im Moment wachsen noch die Bäume in den Himmel… werden sich in Zukunft Windräder darunter mischen?