Es bleibt beim Augenschmaus

Hier ein prächtiger Parasol, dort ein stattlicher Steinpilz und dann leuchten auch noch die Eierschwammerln so verführerisch aus den Moospolstern heraus. Selbstverständlich schmecken sie allesamt ganz ausgezeichnet, fein herausgebraten oder in einer g’schmackigen Sauce mit Semmelknödel kombiniert. Schon läuft einem des Wasser im Mund zusammen.
Aber egal wie sehr sie uns auch munden, im Nationalpark-Wald ist Schwammerlsuchen ein absolutes No-Go. Und dafür gibt’s zumindest zwei triftige Gründe, die letztlich auch uns zugute kommen.

Wenn Besucher bzw. Schwammerlsammler sich stets ihre eigenen Wege durch den Nationalpark bahnen würden, kämen viele Tiere in Bedrängnis. Jede Störung kostet ihnen Energie, weil sie die Flucht ergreifen oder ihre Nahrungssuche unterbrechen müssen. Bei scheuen Vogelarten kann es sogar soweit kommen, dass sie die Brut abbrechen. Jungtiere leiden, weil sie nicht ausreichend ernährt werden, ältere Tiere wandern schließlich ab, wenn die Störungen überhandnehmen.
Tiere brauchen Rückzugsorte. Aus genau diesem Grund gibt es im Nationalpark markierte Wege. Dadurch können Rehe, Hirsche, Schwarzstörche, Fischotter und Co. das Verhalten der Menschen einschätzen. Sie wissen, dass wir ihnen nicht zu nahe rücken, gleichzeitg verringert sich damit aber auch ihre Scheu und Fluchtdistanz. Mit anderen Worten: Wenn sich alle an das Wegegebot halten, steigen die Chancen auf spannende Tierbeobachtungen!

Auf selbst gebahnten Abwegen - etwa zur Schwammerlsuche - im Nationalpark unterwegs zu sein, ist ein No-Go. Die so verursachten Störungen können die Tierwelt stark beeinflussen.

Auf selbst gebahnten Abwegen – etwa zur Schwammerlsuche – im Nationalpark unterwegs zu sein, ist ein No-Go. Die so verursachten Störungen können die Tierwelt stark beeinflussen. Dieser Schwammerlsucher wurde von einer unserer Fotofallen auf frischer Tat ertappt.

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die Pilze selber nicht nur zur Dekoration im Wald stehen, sondern eine Funktion erfüllen. Speziell die von uns so geschätzten Speisepilze nehmen eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldes ein. Viele von ihnen sind nämlich sogenannte Mykorrhiza-Pilze. Als solche umgeben sie die Wurzeln der Bäume mit einem feinen Fadengeflecht und „beliefern“ sie mit Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor. Die Pilze im Wald helfen mit, den Wald gesund zu halten. Das ist auch für uns nicht unpraktisch.
In diesem Sinne, frohe Naturentdeckungen entlang der Wege und in puncto Schwammerln bleibt’s beim Augenschmaus!

Sie schmecken zwar auch gut, aber im Nationalpark Thayatal bleiben auch die Steinpilze, wie diese stattlichen Exemplare, stehen! - Sie zählen zu den Mykorrhiza-Pilzen, die dem Wald wertvolle Nährstoffe liefern.

Sie schmecken zwar auch gut, aber im Nationalpark Thayatal bleiben auch die Steinpilze, wie diese stattlichen Exemplare, stehen! – Sie zählen zu den Mykorrhiza-Pilzen, die dem Wald wertvolle Nährstoffe liefern.