Eine knallrote Rarität

Obwohl er so intensiv rot leuchtet, ist er nicht immer leicht zu entdecken. Der Zinnoberrote Kelchbecherling, Sarcoscypha austriaca, wächst am Boden auf langsam vermodernden, teils bemoosten Zweigen und Stämmen von Laubbäumen.
Der Nationalpark Thayatal ist deswegen ein idealer Ort für den kleinen, knallroten Pilz. Oft blitzt nur ein kleines Stückchen von ihm hervor, schiebt man jedoch ein wenig das Moos zur Seite, kommen mitunter sogar mehrere Kelchbecherlinge zum Vorschein.

Von seinem wissenschaftlichen Namen her könnte man fast meinen, er käme ausschließlich in heimischen Gefilden vor. Der auch als Österreichische Prachtbecherling bezeichnete Pilz  wurde in der Tat von einem Österreicher erstmals beschrieben. Der Botaniker Günther Beck von Mannagetta und Lerchenau (1856-1931) verpasste ihm 1884 den Artbeinamen „austriaca“. Zu finden ist er allerdings auch andernorts in Mitteleuropa und sogar in Teilen Nordamerikas – sofern es der Lebensraum zulässt.

Wegen schwindender Laubholzbestände hat es der Kelchbecherling oder Prachtbecherling allerdings nicht immer leicht. Er steht deswegen auf der Roten Liste und stellt in Österreich eine wahre Pilz-Rarität dar. Der NP Thayatal ist nämlich einer der wenigen Fundorte für diesen „roten Becher“ in ganz Österreich. Ab dem Frühjahr, gleich nach der Schneeschmelze bis in den Monat Mai lassen sich die Pilze im Nationalpark bestaunen. Auch jetzt sind sie noch zu sehen.

Tipp: Entlang des Kajawegs etwas genauer ins Moos spähen, dann könntet ihr fündig werden. Betrachten und Fotografieren erlaubt, Mitnehmen natürlich nicht!