Frühlingsgefühle …

Die ansonsten einzelgängerischen Füchse, finden während der Ranzzeit zueinander.

Die ansonsten einzelgängerischen Füchse, finden während der Ranzzeit zueinander.

… gibt es nicht nur bei unseren Wildkatzen (zur Erinnerung hier ein kurzes Video), sondern auch bei den Füchsen.  In der Paarungszeit – von Dezember bis März – finden die ansonsten einzelgängerischen Rüden und Fähen zueinander. Während die Rüden jedoch über die gesamte sogenannte Ranzzeit in Paarungslaune bleiben, beschränkt sich die empfängnisbereite Zeit der Fähen auf gerade einmal ein bis sechs Tage.
Richtiges Timing ist deswegen gefragt! Wie das geht? – Bereits zwei Wochen vor ihrer Empfängnisbereitschaft verströmen die Fähen einen intensiven Geruch. Die Rüden sind informiert und reagieren ihrerseits mit einem heiser klingenden Ranzbellen. Der Paarungsreigen ist eröffnet!
Wer mehr über das Liebesleben der Füchse erfahren möchte, kann sich übrigens hier reinklicken.

Füchse im Liebesrausch

Im Nationalpark bekommt man sie nur selten zu Gesicht. Einfach deswegen, weil Füchse in der Regel dämmerungs- und nachtaktiv sind und sich vor unseren Blicken im Wald viel zu gut verstecken. Aber eines verrät sie dann doch, ihre Spuren. In den Wintermonaten haben die Nationalparkmitarbeiter – vorausgesetzt es liegt Schnee – leichtes Spiel und finden ihre schnurgerade hintereinander gesetzten Pfotenabdrücke quer durchs Thayatal.

Links sieht man die Pfotenspuren des Fuchses deutlich. Die beiden äußeren Seitenzehen erreichen die Ballen der Mittelzehen nur im hintersten Teil. Das Bild rechts zeigt die klassisch "schnürende" Gangart des Fuchses.

Links sieht man die Pfotenabdrücke des Fuchses deutlich. Die beiden äußeren Seitenzehen erreichen die Ballen der Mittelzehen nur im hintersten Teil. Das Bild rechts zeigt die klassisch “schnürende” Gangart des Fuchses.

Aber nicht nur Spuren deuten im Winter auf die Anwesenheit des Rotfuches (Vulpes vulpes) hin. Heiseres Bellen durchbricht zwischen Ende Dezember und Anfang März oft die Stille der Nacht. Nicht nur bei den Wildkatzen, auch bei den Füchsen geraten in dieser Zeit die Hormone in Wallung. In der Ranz- oder Rollzeit, so nennt sich die Paarungszeit bei den Füchsen, kommen sich die ansonsten einzelgängerischen Rüden und Fähen einander näher. Timing ist dabei der alles entscheidende Faktor. Denn während die Rüden über die gesamte Ranzzeit in Paarungslaune sind, beschränkt sich die empfängnisbereite Zeit der Fähen auf gerade einmal ein bis sechs Tage.

Die ansonsten einzelgängerischen Füchse, finden während der Ranzzeit zueinander.

Die ansonsten einzelgängerischen Füchse finden während der Ranzzeit zueinander.

Damit es mit dem Nachwuchs klappt, verströmt die Fähe bereits zwei Wochen vor ihrer Empfängnisbereitschaft einen intensiven Geruch. Diese Duftlockstoffe informieren den Rüden darüber, dass er sich bereit halten sollte. Seine Reaktion auf ihren Duft ist dann das heiser klingende Ranzbellen. Auf diese Weise finden die beiden Einzelgänger zueinander. Doch bis die Fähe sich für ihren angelockten Partner erwärmt, gilt es vonseiten des Rüden einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Diese besteht zum Beispiel darin, dass er ihr den Hals zuwendet, sie auf Schritt und Tritt verfolgt und mögliche Rivalen vertreibt.

Irgendwas duftet da ganz interessant, oder? In diesem Fall ist es nur der Baldrian an einem Wildkatzen-Lockstock.

Irgendwas duftet da ganz interessant, oder? In diesem Fall ist es nur der Baldrian an einem Wildkatzen-Lockstock. Er scheint aber auch auf den Fuchs anziehend zu wirken.

Selbst wenn sich zwei Füchse schließlich füreinander entscheiden, kann es aber durchaus vorkommen, dass sich der Rüde mit anderen Fähen und die Fähe mit anderen Rüden paart. Die genaue Vaterschaft lässt sich dann nicht mehr feststellen, d. h. die Welpen einer Fähe können mitunter von verschiedenen Vätern stammen.
Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Hin und wieder bleibt ein Rüde seiner Fähe treu, hält andere Rüden von ihr fern und hilft ihr sogar bei der Aufzucht ihrer Jungen. Es scheint also auch unter den Füchsen ein paar „Halbe-halbe“ Vorreiter zu geben.

Liebe liegt in der Luft

Es ist wieder soweit. Die Kuder, die männlichen Wildkatzen buhlen nun um die Gunst der Weibchen. Von Jänner bis März streifen sie verstärkt umher, auf der Suche nach dem verheißungsvollen, paarungsbereiten Duft einer Wildkatzendame.

Carlo, eine der beiden Wildkatzen, die im Gehege des Nationalparkhauses leben, macht sich schon mal auf den Weg ;)

Carlo, eine der beiden Wildkatzen, die im Gehege des Nationalparkhauses leben, macht sich schon mal auf den Weg …

Nur zur Ranzzeit, also der Paarungszeit treffen die ansonsten einzelgängerisch lebenden Samtpfoten aufeinander. Je früher es im Jahr warm wird, desto früher kommen sie allerdings auch in Paarungslaune.
„Die Wildkatzenforscher machen sich zu dieser Zeit das umtriebige Verhalten der Katzen zunutze und starten am Beginn der Ranzzeit ihre Forschungsprojekte. Mit speziell präparierten Lockstöcken versuchen sie, Wildkatzen anzulocken und Haarproben für die genetische Bestimmung zu gewinnen. Neben dem Nationalpark Thayatal werden derzeit Forschungsprojekte am Truppenübungsplatz Allentsteig, im Raum Krems/Wachau, im Wienerwald und in Kärnten durchgeführt. Die ersten Ergebnisse sind für den Sommer zu erwarten. Vor allem für das Waldviertel erhoffen wir weitere Nachweise!“ so Christian Übl, Wildkatzen-Projektleiter im NP Thayatal.

... Seine Herzdame Frieda sieht dagegen noch ein wenig uninspiriert aus. Ob die beiden schon in Paarungslaune sind?

… Seine Herzdame Frieda sieht dagegen noch ein wenig uninspiriert aus.                                          Ob die beiden schon in Paarungslaune sind?

Wenn Kater und Katze einander begegnen – und nicht nur mit einem verführerisch nach Baldrian duftenden Lockstock Bekanntschaft machen ;) – dann können rund neun bis zehn Wochen später, zwischen März und Mai, zwei bis fünf Kätzchen das Licht der Welt erblicken. Die Mutter sorgt dafür, dass sie geschützt vor der Witterung entweder in Baumhöhlen, alten Dachs- und Fuchsbauten, in Felsnischen oder unter Asthaufen geboren werden. Vor allem in den ersten Wochen zieht sie mit den jungen, noch hilflosen Kätzchen häufig um. Wozu das gut ist? – Auf diese Weise kann sie vermeiden, dass hungrige Beutegreifer der Familie auf die Schliche kommen.

Zwei bis fünf Kätzchen erblicken nach einer Tragezeit von 63 bis 68 Tagen das Licht der Welt.

Zwei bis fünf Kätzchen erblicken nach einer Tragezeit von 63 bis 68 Tagen das Licht der Welt.

Etwa vier Monate lang wird der Nachwuchs gesäugt, aber schon ab der sechsten Woche fressen die hungrigen Mäuler alles, was ihnen die Mutter zum Bau bringt. Und mit gerade mal sechs Monaten sind sie bereits erwachsen und müssen das gemütliche „Hotel Mama“ verlassen. Ihren Vater haben sie vermutlich nie zu Gesicht bekommen. Die Männchen beschränken in der Regel ihren Anteil an der Jungenaufzucht auf die Paarung.
Bei Gehege-Wildkatzen konnte jedoch schon beobachtet werden, dass sich die Kater am Spiel und an der Betreuung der Jungen beteiligt haben. So viel zu ihrer Ehrenrettung ;)

Ob auch Frieda und Carlo, die beiden Wildkatzen-Stars des NP Thayatal, 2014 wieder für Nachwuchs sorgen werden? Wir sind gespannt und halten Euch auf jedem Fall auf dem Laufenden!
Tipp:
Die Schaufütterungen finden wieder regelmäßig ab April statt. Schon mal vormerken!
April bis Juni, Sept. bis Okt.: SA, SO und Feiertag, 15.30 Uhr
Juli bis Aug.: täglich, 15.30 Uhr