Fotopirsch im Thayatal

Wer spannende Naturerlebnisse beobachten und fotografieren möchte, sollte den Wecker zeitig läuten lassen. Heute geben wir Euch ein paar Tipps, wo es im Nationalpark Thayatal am Morgen besonders schön ist und wie ihr einmalige Naturmomente am besten mit der Kamera einfangen könnt.

Um Tiere, wie den Schwarzstorch abzulichten, braucht es möglichst viel Brennweite und kurze Verschlusszeiten.

Um Tiere, wie den Schwarzstorch abzulichten, braucht es möglichst viel Brennweite und kurze Verschlusszeiten.

Grundregel Nummer eins lautet: Man kann nie früh genug starten! Noch im Dunkeln, ausgerüstet mit Stirnlampe, geht es los. Der ideale Ort, um den Tag im Thayatal zu beginnen findet sich bei der Kajamündung in die Thaya. Startet dafür beim Kaja-Parkplatz. In rund 20 bis 25 Minuten erreicht ihr dann durchs Kajabach wandernd den Mündungsbereich. Dort angekommen beginnt es langsam zu dämmern und es stellt sich die alles entscheidende Frage: Stimmung oder Tiere?

Mit etwas Glück lässt sich im Mündungsbereich die Wasseramsel beobachten.

Mit etwas Glück lässt sich im Mündungsbereich die Wasseramsel beobachten, der einzige Singvogel, der tauchen kann.

Wer Tiere bei der Kajamündung beobachten und fotografieren möchte, verharrt am besten ganz ruhig und sichtgeschützt in der Vegetation. Mit etwas Glück erhascht man dann vielleicht einen Blick auf den Schwarzstorch (Ciconia nigra), der als Sommergast im Thayatal verweilt. Gut möglich, dass auch ein Graureiher (Ardea cinerea) vorbeifliegt, die Wasseramsel (Cinclus cinclus) in unmittelbarer Nähe auf Nahrungssuche ins Flusswasser abtaucht oder ein knallblauer Eisvogel (Alcedo atthis) fiepsend vorbeizischt. Damit abgesehen von der Beobachtung auch noch ein Foto gelingt, hier ein paar sachdienliche Tipps:

* Tiere sind immer relativ weit entfernt, deshalb unbedingt den Zoombereich der Kamera ausreizen, sprich eine möglichst große Brennweite wählen.

* Um ein scharfes Bild zu bekommen, braucht es zudem die kürzest mögliche Verschlusszeit. Wie man diese erreicht? Die größtmögliche Blende, sprich die Offenblende einstellen und die Lichtempfindlichkeit des Sensors, die ISO, erhöhen. Um Verwackelungen zu reduzieren, empfiehlt es sich außerdem vom Stativ zu fotografieren. Soweit die grundlegendsten technischen Einstellungen. Entscheidend bei der Tierfotografie ist darüber hinaus die Kenntnis über das Verhalten der Tiere. Wer dem Tier quasi einen Schritt voraus ist und bereits erahnt, wohin es sich als nächstes bewegt, ob der Schwarzstorch gleich abfliegt oder nur kurz die Position verändert, der drückt im richtigen Moment auf den Auslöser. Wer gut beobachtet, fotografiert eben besser!

Die umliegenden Wälder werden als erstes langsam in das erste Morgenlicht getaucht.

Die umliegenden Wälder werden als erstes langsam in das erste Morgenlicht getaucht.

Bei der Landschaftsfotografie können einem die Tiere zwar nicht weglaufen, dafür aber das Licht, zumindest nach einer gewissen Zeit. Deswegen gilt auch hierbei: Früh genug vor Ort sein! An der Kajamündung lassen sich tolle Morgenstimmungen einfangen: In die eine Richtung werden die umliegenden Berge langsam vom ersten Licht beschienen, in der anderen Richtung, blinzelt einem die aufgehende Sonne, die sich sukzessive ihren Weg durch die üppige Vegetation im Mündungsbereich bahnt, entgegen.
Mit Stativ, Weitwinkelobjektiv, also geringer Brennweite, ist man nun gut beraten. Entscheidend für ein tolles Landschaftsbild ist ein interessanter Vordergrund, das kann zum Beispiel eine schöne Spiegelung, ein markanter Stein oder eine Pflanzengruppe sein. Probiert es einfach aus, ihr werdet den Unterschied zwischen einem gezielt komponierten Bild und einem einfach nur „geknipsten“ Foto bemerken.
Während ihr beim Tiere fotografieren, eine offene Blende wählt, solltet ihr bei der Landschaftsfotografie die Blende etwas schließen (das entspricht einer größeren Blendenzahl). Dadurch erzielt ihr zweierlei: eine möglichst durchgängige Schärfe im Bild und die Sonne – sofern sie im Bildausschnitt durch die Vegetation lugt – geht zu einem mehrzackigen Stern auf. Je nach verwendetem Objektiv sieht der Stern übrigens unterschiedlich aus.

Wenn man die Blende etwas schließt, ab etwa Blende 10, geht die Sonne im Bild zu einem mehrzackigen Stern auf.

Wenn man die Blende etwas schließt, ab etwa Blende 10, geht die Sonne im Bild zu einem mehrzackigen Stern auf.

Genießt den Morgen im Thayatal, macht schöne Fotos und vergesst bei all der fotografischen Euphorie trotzdem nicht, dass im Nationalpark bestimmte Regeln gelten, wie etwa das Wegegebot. Aber auch von den Wegen aus lassen sich tolle Fotos schießen. In diesem Sinne: Gut Licht!

Der perfekte Tag im Thayatal

Neu im Thayatal und noch am Überlegen, wie ihr euch die Natur dort am besten erschließen könnt? Auf der Suche nach einem abenteuerlichen Tag mit allen Highlights des Thayatals? Oder einfach experimentierfreudig? Dann seid ihr hier in jedem Fall richtig, beim „best of“-Thayatal, dem perfekten Tag durch ein einzigartiges Tal. Bereit? – Dann kann’s losgehen!

Der perfekte Tag startet am besten bei der Kajabachmündung in die Thaya, früh am Morgen!

Der perfekte Tag startet am besten bei der Kajabachmündung in die Thaya, früh am Morgen!

Station 1:
Der beste Start in den perfekten Tag erfolgt früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang. Spaziert noch in den Dämmerstunden durchs Kajabachtal mit dem Ziel zum Mündungsbereich an der Thaya zu gelangen. Und dann einfach auf den Sonnenaufgang warten, der die umgebenden Wälder langsam ins warme Licht taucht. – Magisch! Mit etwas Glück gelingen auch Eisvogel-, Schwarzstorch- oder sogar Fischottersichtungen. Der frühe Vogel fängt eben den Wurm ;)
Am besten zu kombinieren mit einem Frühstücks-Picknick bei der Mündung. So lässt man sich den Morgen schmecken!

Mit etwas Glück erspäht ihr beim Umlaufberg eine der ansässigen Smaragdeidechsen.

Mit etwas Glück erspäht ihr beim Umlaufberg eine der ansässigen Smaragdeidechsen.

Station 2:
Im Anschluss wandert ihr weiter bis zum Umlaufberg, genießt dort den Ausblick vom Überstieg und haltet nach Smaragdeidechsen Ausschau. Hier gibt’s nur ein Motto: Innehalten und die Ruhe des Tales in sich aufsaugen. Das kann  sogar den Gang zum Hausarzt ersetzen!
Die Rückwanderung durchs Kajabachtal dauert etwas mehr als eine Stunde. Vergesst nicht darauf am Weg immer wieder einen Blick in die ruhigeren Wassertümpel zu werfen, denn hier könnte sich ein Edelkrebs verbergen.

Station 3:
Im Nationalparkhaus Café- Restaurant könnt ihr Energie tanken, Mittagspause & Waldviertler Snack stehen am Programm. Das haben wir uns jetzt verdient und es schmeckt herrlich!

Beim Hennerweg Ausblick erwartet Euch ein Wald voller stattlicher Rotbuchen.

Beim Hennerweg Ausblick erwartet Euch ein Wald voller stattlicher Rotbuchen.

Station 4:
Am frühen Nachmittag bietet sich eine kurze Wanderung entlang des Hennerweges an. Dieser beginnt gleich gegenüber vom Nationalparkzentrum. Und der Lohn für den Ausflug? Ein toller Ausblick auf die Thaya, Hardegg und die Burg und ein wunderschöner Wald voller stattlicher Rotbuchen. Lasst die Waldluft intensiv durch eure Lungen strömen!

Station 5:
Die Uhrzeit könnt ihr an diesem Tag getrost vernachlässigen. Nur einmal macht es Sinn, einen Blick darauf zu werfen. Um 15:30 startet nämlich die Wildkatzenfütterung  im Nationalparkzentrum. Diese wollt ihr euch nicht entgehen lassen. Frieda und Carlo, die beiden Wildkatzenbotschafter des Nationalparks treten dann nämlich in Aktion und zeigen mit welcher Schnelligkeit sie ihr Futter erobern können. In den Sommermonaten Juli und August findet die Fütterung übrigens täglich statt.

Carlo in Aktion, wenn es um's Futter geht, kennen die Wildkatzen kein Pardon.

Carlo in Aktion, wenn es um’s Futter geht, kennen die Wildkatzen kein Pardon.

Station 6:
Zum Grande Finale, um das schmucke Hardegg umgeben von den dichten Thayatal Wäldern im spätnachmittäglichen Licht zu bestaunen, geht es nochmal hoch hinauf. Der Hardegger Rundwanderweg führt euch in knapp 20 Minuten zum Reginafelsen und wenn ihr noch ein paar Minuten drauflegt, dann könnt ihr von noch etwas höher, vom Maxplateau den Ausblick genießen. Ihr wandelt hier übrigens auf sagenhaften Pfaden – die Infoschilder entlang des Weges wissen mehr darüber zu verraten! Saugt die Stimmung noch mal so richtig auf und spürt schließlich vorausschauend in eure Bauchgegend. Hunger?

Abends lässt sich via Reginafelsen - hier im Bild - oder Maxplateau noch ein toller Blick auf die Burg Hardegg und das Städtchen erhaschen.

Abends lässt sich via Reginafelsen – hier im Bild – oder Maxplateau noch ein toller Blick auf die Burg Hardegg und das Städtchen erhaschen.

Station 7:
Dann gibt’s nur noch eins: Abendessen! Am besten lässt man es sich im Gasthaus Hammerschmiede zu Fuße des Reginafelsens schmecken. Hier serviert die Wirtin den legendären Waldviertler Mohnkarpfen. Sehr empfehlenswert!

Wir sind gespannt auf Eure Berichte zum perfekten Tag! – Probiert es aus! Der Sommer ist in jedem Fall noch lang und selbst wenn ihr keine Ferien habt, die Wochenenden warten auf euren perfekten Tag :)

Wanderwege für Entdecker

Wer den Frühling im Nationalpark Thayatal selbst entdecken möchte, der hat die Wahl zwischen mehreren Wanderwegen.  Wir stellen euch einige ideale Kandidaten für Eure Frühjahrstouren vor.

Der Seidelbast und seine anderen frühen Kollegen muss sich also noch etwas gedulden. Wir sind gespannt, welche Blühentscheidung er heuer treffen wird ;)

Der Seidelbast ist einer der wenigen blühenden Sträucher im Frühjahr bei uns. – Bei einer Wanderung im Nationalpark Thayatal könnte man Glück haben und seine zarten rosa-violetten Blüten erspähen.

Kandidat Nr. 1: Der Einsiedlerweg – für Entdecker
Hier gibt es Chancen auf Leberblümchen, Lungenkraut, Schlüsselblumen oder einen der wenigen blühenden Sträucher im Frühjahr, den Seidelbast.

Kandidat Nr. 2: Der Kajaweg – große Vielfalt auf kleiner Strecke
Entlang des Kajabaches und Merkersdorfer Baches tummeln sich Scharbockskraut und Buschwindröschchen, Gundelreben oder Milzkraut. Wer eine Thayatal Rarität sehen möchte, das Muschelblümchen, ist hier ebenfalls richtig.

Mehr zu diesen beiden Wegen und weitere Frühlings-Entdecker-Optionen findet ihr hier.
Viel Spaß beim selber Entdecken!

Kleine Wildpflanzenkunde

Feucht und schattig hat er es gern. In der Nähe eines Baches oder am Fuße eines Hanges, da fühlt er sich wohl, der Bärlauch.
Aber auch andere Pflanzen, die ihm auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sehen, mögen solche Plätzchen. Wenn der Bärlauch um Mitte März seine saftigen, vitaminreichen Blätter aus dem Erdreich streckt, kann es leicht sein, dass er im Lauf des Aprils Gesellschaft bekommt. Herbstzeitlose und Maiglöckchen tummeln sich in seinem „Revier“ und selten, aber doch kommt es vor, dass alle drei an einem Fleck wachsen. Das Unangenehme: Letztere beiden sind nicht unbedeutend giftig und können im Frühlingssalat zu unpraktischen Nebenerscheinungen wie Kreislaufversagen oder Herzstillstand führen.

Aus diesem Grund schadet es nicht, ein paar Wildpflanzen-Basics zu beherrschen, auch wenn sie im Nationalpark selber nicht zur Anwendung kommen. Zur Erinnerung: Pflanzen – egal ob bunt oder g’schmackig – bleiben im Nationalpark natürlich stehen.

Zurück zum Bärlauch. Mittlerweile weiß jeder, dass der Knoblauchduft als Unterscheidungskriterium nicht ausreicht. Selbst wenn seine Knoblauchfahne unüberriechbar ist, ein Herbstzeitlosen- oder Maiglöckchenblatt kann sich leicht unter ein „Bärlauchfeld“ schummeln. Sobald der Knoblauchduft an den Fingern haftet und sich in den Nasengängen festgelegt hat, fällt es schwer die giftigen, geruchlosen Blätter herauszufiltern.

Der Knoblauchduft als Unterscheidungskriterium ist nicht ausreichend.

Auch wenn alles nach Bärlauch ausschaut, es könnte sich eine Herbstzeitlose oder ein Maiglöckchen dazwischen schummeln. Deswegen reicht der Knoblauchduft allein nicht als Unterscheidungskriterium aus.

Um die Pflanzen eindeutig auseinanderzuhalten, gilt es deshalb die Laubblätter genau zu inspizieren. Sie sind auch das Einzige, das die Pflanzen in der frühen Jahreszeit von sich offenbaren. Herbstzeitlose blühen – wie der Name schon sagt – im Herbst, von September bis Oktober, Maiglöckchen und Bärlauch in der Regel im Mai. Solange zuzuwarten, bis die charakteristischen Blüten erscheinen, ist allerdings keine Option. Blüht der Bärlauch erst einmal, sind seine Blätter nicht mehr schmackhaft. Sie werden fester und verlieren an Aroma und Saft.

Sobald der Bärlauch zu blühen beginnt, verlieren seine Laubblätter an Saft und Aroma.

Sobald der Bärlauch zu blühen beginnt, verlieren seine Laubblätter an Saft und Aroma.

Doch die Laubblätter reichen aus, um den Bärlauch und seine giftigen Kollegen eindeutig zu bestimmen. Zunächst wäre da die Blattunterseite, sie ist beim Bärlauch matt, während sie beim Maiglöckchen glänzt. Und sie verfügt beim Bärlauch – im Gegensatz zu den anderen beiden Pflanzen – über eine kantige Mittelrippe. Diese knackt leise beim Umknicken des Blattes. Bei ganz jungen Blättern funktioniert der „Knacktest“ allerdings nicht so gut, weil die Blätter noch sehr weich sind, aber die Rippe ist trotzdem bereits deutlich sichtbar.

Die Weichheit der Blätter ist ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Sowohl Maiglöckchen als auch Herbstzeitlose verfügen über wesentlich festere Blätter. Besonders die Laubblätter der Herbstzeitlosen fühlen sich regelrecht ledrig an, kein Vergleich zu den weichen Bärlauchblättern.

Die Blätter der Herbstzeitlose fühlen sich im Vergleich zum weichen Bärlauch ledrig und grob an.

Die Blätter der Herbstzeitlosen fühlen sich im Vergleich zum weichen Bärlauch ledrig und grob an.

Und schließlich gilt es genau darauf zu achten, wie viele Blätter sich an einem Stängel befinden. Die Maiglöckchenblätter sitzen zu zweit oder zu dritt an einem Stängel, bei der Herbstzeitlosen kommen stets mehrere Blätter gemeinsam – an einer grundständigen Rosette sitzend – aus dem Boden. Beim Bärlauch dagegen sprießt jedes Blatt einzeln aus der Erde.

Beim Maiglöckchen sitzen die Blätter zu zweit an einem Stängel, während sie beim Bärlauch einzeln aus dem Boden kommen.

Beim Maiglöckchen sitzen die Blätter zu zweit oder zu dritt an einem Stängel. Beim Bärlauch sprießen sie dagegen einzeln aus dem Boden.

In der schattig, feuchten Schlucht entlang des Kajabaches könnt Ihr beim Bärlauch zwar nicht kräftig zulangen, aber genau nachschauen, ob es sich auch wirklich um den Bärlauch handelt.
Außerdem weiß Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl, der gleichzeitig um Verständnis für das Sammelverbot im Nationalpark bittet, wo es besonders viel Bärlauch gibt: „Große Bärlauchbestände finden sich vor allem im nördlichen Teil des Umlaufberges. Mitunter ist der Bärlauchduft dort so dominant, dass man ihn bereits riecht, bevor er noch zu sehen ist. Und da viele Pflanzen direkt am Wegesrand wachsen, kann man hier gut beobachten, wie die Erkennungsmerkmale ausgeprägt sind.“

Also, schaut vorbei und schaut genau hin!

Den NP Thayatal Frühling selbst entdecken

Die Temperaturen sind mild, die Sonne strahlt bereits kräftig und der Wald duftet nach „Neuanfang“. Jetzt ist die ideale Zeit, um die letzte Wintermüdigkeit abzuschütteln und die Farbkraft und Frische des Frühlings aufzusaugen. Wir geben Euch heute ein paar Tipps, wo ihr im Nationalpark Thayatal unterwegs sein könnt, um frühlingshafte Entdeckungen zu machen. Los geht’s!

Option 1: Vom Nationalparkhaus zur Einsiedlerwiese – Der Entdecker-Weg
Wo? –
Bei der Zufahrt zum Nationalparkhaus überquert man die Landstraße und gelangt über einen Feldweg zum Waldrand. Hier beginnt der Nationalpark. Der Einsiedlerweg, markiert mit der Nummer 2, führt zunächst über eine Forststraße und geht dort – wo der Einsiedlerweg den Thayatalweg Nr. 1 quert, in einen Hohlweg über, der zur Bärenmühl-Wiese an der Thaya führt.
Was? – Entlang des Weges begegnen Euch viele Leberblümchen, die den kalkreichen Waldboden hier lieben. Auch das Lungenkraut, dessen rosa Blüten mit der Zeit die Farbe in Richtung Violettblau wechseln, lässt sich hier ausfindig machen. Entlang der Aussichtspunkte am Weg, besteht die Möglichkeit auf einen der wenigen blühenden Sträucher im Frühjahr zu stoßen, den Seidelbast. Auffällig sind seine kleinen rosaroten Blüten, die direkt am Stamm sitzen und noch vor den Laubblättern erscheinen.

Die Blüten des Seidelbastes sitzen direkt am Stamm und bieten ersten Blütenbesuchern, wie diesem Tagpfauenauge reichlich Nektar.

Die Blüten des Seidelbastes sitzen direkt am Stamm und bieten ersten Blütenbesuchern, wie diesem Tagpfauenauge reichlich Nektar.

Wo’s trockener und lichter ist, blüht Euch die dottergelbe Echte Schlüsselblume entgegen, während die Hohe Schlüsselblume, die Ihr an den hellgelben Blütenblättern erkennt, auf feuchterem Boden zu finden ist. Auch die frühesten Boten des Jahres, die Schneeglöckchen, lieben es feuchter und überziehen den Waldboden vor allem im unteren Bereich der Hänge, wo sich die Nässe sammelt, mit ihren charakteristischen weißen Blütenköpfchen.
Wenn Ihr am Ende des Weges die Einsiedlerbehausung und die Thaya erreicht, haltet Ausschau nach einem großen Nager. Zumindest auf seine Spuren werdet Ihr stoßen. Die angeknabberten jungen Weiden gehen auf das Konto des Bibers, der sich mittlerweile auch im NP Thayatal tummelt.
Hier gibt’s alle Infos zum Einsiedlerweg:
02_Einsiedlerweg


Option 2: Vom Kajabach zur Thaya – Große Vielfalt auf kurzer Wegstrecke
Wo? – Ausgehend vom Kajaparkplatz führt der Kajaweg Nr. 5 über die Brücke am Eingang der Ruine Kaja vorbei ins Kajabachtal rund um die Ruine Kaja. Der Kajabach hat sich hier in ein enges, feucht-kühles Schluchttal eingegraben. Im Frühjahr sprießt es in diesem Tal an allen Ecken und Enden.
Was? – Rings um den Bach breitet sich vor allem üppiges, frisches Grün aus, wie die herzförmigen kleinen Laubblätter des gelb blühenden Scharbockskrautes, die dreiteiligen Hochblätter des Buschwindröschens oder die kleinen Blättchen der sich über Ausläufer verbreitenden Gundelrebe. Auch das recht unscheinbare Wechselblättrige Milzkraut, dessen Blüten nur etwa fünf Millimeter groß sind, findet sich entlang des Baches. Um trotzdem – vor allem von Bestäubern wahrgenommen zu werden – wendet es einen Trick an. Goldgelbe Hochblätter umgeben die Mini-Blüten und erwecken so den Anschein, dass sie um einiges größer sind.

Gelbe Laubblätter übernehmen die Funktion der fehlenden Blütenblätter und machen das Milzkraut attraktiver für Bestäuber.

Hochstehende, gelbe Laubblätter machen die Blüten des Milzkrautes attraktiver für Bestäuber.

Ihr werdet hier einerseits Klassikern begegnen, wie den Schneeglöckchen, andererseits aber auch botanischen Raritäten, wie dem zarten, weiß blühenden Muschelblümchen oder dem Gefingerten Lerchensporn, der sowohl mit weißen als auch violetten Blüten aufwarten kann.
Der Weg eignet sich für alle jene, die lieber kürzer unterwegs sind, in nur 20 Minuten erreicht man die Ruine Kaja und anschließend den Ausgangspunkt. Es lohnt sich aber langsameren Schrittes durchs Tal zu wandeln, um die Blütenpracht auch genießen zu können.
Hier gibt’s alle Infos zum Kajaweg:
05_Kajaweg

Option 3: Merkersdorfer Rundwanderweg – Der ambitionierte Wanderweg
Wo? – Für alle, die Lust auf eine ausgedehnte Wandertour haben, empfiehlt sich der Merkersdorfer Rundwanderweg, Nr. 4, der startend vom Parkplatz der Ruine Kaja über den Granitzsteig in Richtung Überstieg bzw. alternativ rund um den Umlaufberg führt.

Hohe Schlüsselblumen lassen sich von den Echten Schlüsselblumen an der Blütenfarbe unterscheiden. Sie ist bei ersterer wesentlich heller.

Hohe Schlüsselblumen lassen sich von den Echten Schlüsselblumen an der Blütenfarbe unterscheiden. Sie ist bei ersteren wesentlich heller.

Was? – Die steilen Hänge runter zur Thaya erfordern zwar gutes Schuhwerk und Trittsicherheit, belohnen aber auch mit üppig blühenden Frühjahrsboten wie etwa den Leberblümchen, Schlüsselblumen oder nahe der Kajabachmündung dem Bärlauch, der bereits seine grünen, knoblauchig duftenden Laubblätter aus dem Boden hervorgestreckt hat.
Hier gibt’s alle Infos zum Merkersdorfer Rundwanderweg:
04_Merkersdorfer_Rundwanderweg

Option 4: Rund ums Nationalparkhaus –  Die gemütliche Variante
Wer langsam ins Frühjahr starten möchte oder zu Fuß nicht so gut unterwegs ist, der wird auch direkt rings um das Nationalparkhaus fündig. Hier blüht bereits überall der Gelbe Hartriegel.

Der Gelbe Hartriegel blüht gerade üppig rings ums Nationalparkhaus.

All jene, die allzu großen Gefallen an der Blütenpracht finden, sei jedoch ans Herz gelegt, dass das Pflücken von Blumen im Nationalpark nicht gestattet ist. Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl dazu: “Früher war es üblich, dass im Frühling zahlreiche Besucher ins Thayatal kamen und mit großen Sträußen Schneeglöckchen, Leberblümchen und anderen Frühlingsboten wieder heimfuhren. Im Nationalpark gilt das Prinzip, dass sich die Natur ohne Einfluss des Menschen entwickeln darf. Darum bleiben die Blumen dort, wo sie wachsen und gedeihen, man kann jedoch gerne einige Fotos zur Erinnerung mitnehmen!”

Der Trailer

Jetzt ist er da. Der nigelnagelneue Nationalpark Thayatal Trailer!

Er packt die ganze Pracht des Thayatals in knappe zweieinhalb Minuten. Einmalige Landschaften, fantastische Ausblicke und bezaubernde Lichtstimmungen kommen ebenso vor wie die tierischen und pflanzlichen Stars des Nationalparks. Spannende Zeitraffer-Aufnahmen inklusive.
Wir sind der Meinung, dass sich kein Naturliebhaber diesen Trailer entgehen lassen sollte! So viel Natur auf so kleinem Raum, das ist schon was ganz Besonderes.
Deswegen bitten wir Euch, die Kunde vom neuen Trailer eifrig weiterzuverbreiten, auf Social Media Foren zu teilen, liken etc. Spread the word :)

Vielen Dank an Marc Graf Photography für die tolle Umsetzung.