Naturabenteuer rund ums Jahr

Die Klickgeräusche verdichten sich, jetzt muss sie zugeschnappt haben. Und schon sieht man sie auch vorbeiflitzen. Knapp über der Wasseroberfläche der Thaya, kurz erhellt vom Lichtkegel einer Taschenlampe, macht eine Wasserfledermaus Jagd auf nachtaktive Insekten. – Gesehen beim „Fledermausabend in Hardegg“. Ausgerüstet mit Ultraschalldetektoren machten sich große wie kleine Naturforscher – insgesamt 70 Besucher hat der Abend angelockt – auf die Suche nach Fledermäusen. Fledermaus-Experte Guido Reiter führte durch die Nacht und hat auf alle Fragen eine Antwort. Wie alt Fledermäuse denn beispielsweise werden, wollen wir wissen. – Die älteste freilebende Fledermaus brachte es bei einem „Kampfgewicht“ von gerade mal sechs Gramm auf ganze 42 Lebensjahre!

Fledermausabend in Hardegg, August 2013

Fledermausabend in Hardegg, August 2013

Naturinteressierte kommen im NP Thayatal rund ums Jahr auf ihre Kosten. Im Frühling geht’s los mit der Amphibienwanderung. „Hier können die Erdkröten bei der Wanderung zu ihren Laichgewässern beobachtet und den Rufen der Unken und Laubfrösche gelauscht werden“, erzählt die Zoologin des Nationalparks Claudia Wurth-Waitzbauer.
Weiter geht’s im Mai mit einer Führung zum Überstieg, wo die männlichen Smaragdeidechsen im prachtvollen Paarungskleid um die Gunst der Weibchen buhlen. „Wir bieten auch Schlangenführungen an. Mit etwas Glück lassen sich am Schlangenfelsen dann bis zu drei Natternarten beobachten. Wir begeben uns außerdem auf die Suche nach Flusskrebsen im Kajabach. Anfang Juli findet die alljährliche Glühwürmchenwanderung statt. Im Sommer folgen die Fledermäuse, im Herbst die Hirschbrunft und im Winter geht’s auf Fährtensuche im Schnee.“ – Da ist wirklich für jeden was dabei. Das aktuelle Programm gibt’s hier: Besucherprogramm

Als nächstes Tier-Natur-Highlight steht übrigens die Hirschbrunft-Führung am kommenden Samstag an. – Einziger Wermutstropfen: Die Veranstaltung ist schon ausgebucht, aber wer Glück hat, kann noch von der Warteliste nachrücken!

Der NP Thayatal bietet rund ums Jahr Naturführungen an. So kommt man der vielfältigen Natur im Thayatal am leichtesten auf die Spur!

Der NP Thayatal bietet rund ums Jahr Naturführungen an. So kommt man der vielfältigen Natur im Thayatal am leichtesten auf die Spur!

Geräusche der Nacht

Sobald die Dämmerung hereinbricht, kommt es in der Natur zur Wachablöse … die Nachtgarde kann sich “hören” lassen!
Bei unseren Fototouren durch den Nationalpark Thayatal stellen Marc und ich immer wieder fest, wie lebendig der Wald in der Nacht wird.

Plötzlich beginnt es in einem Busch zu rascheln, im Geäst der Bäume knackst es, ein Uhu schreit in der Ferne. Hinter uns bewegt sich etwas staksend auf der Lichtung und bleibt abrupt stehen. Ein Reh vielleicht? Hat es unseren fremdartigen Geruch ausgemacht?
Die Augen, sonst sowieso im Dauereinsatz, haben endlich mal Pause. Im Dunkeln sitzend, erhellt nur vom zarten Licht der Sterne, übernehmen die Ohren das Kommando. Und die müssen sich in diesen Septembernächten gar nicht erst groß anstrengen, denn einige Nachtschwärmer tun ihre Anwesenheit lautstark kund. Das tiefe, raue Röhren der brünftigen Rothirsche lässt meine Augen – trotz Dunkelheit – groß werden. Mindestens ein Hirsch auf österreichischer Seite kommuniziert mit seinem “Kollegen” auf tschechischer Seite. Wobei es klingt nicht wirklich danach, als würden die beiden ein Treffen vereinbaren wollen. Die Message ist viel eher: “Hier bin ich der Chef!”
Eine Hörprobe gefällig?
Brunft