Leuchtsignale in der Nacht

Wer im sommerlichen Wald kurz aufflackernde Lichtblitze wahrnimmt, muss nicht unbedingt an seinem Kreislauf zweifeln. Leicht möglich, dass er oder sie gerade ein Glühwürmchen erspäht hat.  Wobei wenn wir es genau nehmen, müssten wir die kleinen lichterzeugenden Insekten als Leuchtkäfer bezeichnen. In Österreich gibt es drei Arten und bei zweien von ihnen, dem Großen Leuchtkäfer und dem Kleinen Leuchtkäfer bestehen auch realistische Chancen sie anzutreffen.

Wenn Glühwürmchen ausfliegen, verwandelt sich die Nacht mitunter in ein kleines Lichtermeer.

Wenn Glühwürmchen ausfliegen, verwandelt sich die Nacht mitunter in ein kleines Lichtermeer.

Wie die strahlenden Käfer ihr Licht erzeugen, wofür sie es einsetzen und wann sie am besten zu beobachten sind, das könnt ihr in diesem NP Thayatal Blogbeitrag nachlesen.

Wer heuer noch Chancen auf Glühwürmchen-Sichtungen haben will, sollte sich beeilen. Tipp: Kommt doch mit zur Wildkatzen-Nachtwanderung am Samstag, 29. Juli 2017. Neben Lockstöcken und jede Menge spannender Wildkatzen-Infos lassen sich mit etwas Glück auch Glühwürmchen ausfindig machen.

Wenn der Wald leuchtet…

… dann ist wieder Glühwürmchen-Zeit! Wobei korrekt müssten die kleinen Insekten ja als Leuchtkäfer bezeichnet werden. Weltweit schätzt man, dass es von ihnen rund 2.000 verschiedene Arten gibt. In Mitteleuropa und Österreich leben drei Arten, wobei eigentlich nur der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) und der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) realistischer Weise anzutreffen sind.

Wenn Glühwürmchen ausfliegen, verwandelt sich die Nacht mitunter in ein kleines Lichtermeer.

Wenn Glühwürmchen ausfliegen, verwandelt sich die Nacht mitunter in ein kleines Lichtermeer.

Doch das mitunter in rauen Mengen. Denn nach zwei bis drei Jahren, die sie als Larve zugebracht haben, verpuppen sich die „Leuchtanwärter“. Die erwachsenen Tiere schlüpfen in der Regel im Juni und gehen sofort auf Partnersuche. Ihre Mission lautet: Für Nachwuchs sorgen. Damit dies gelingt – sie haben dafür nur ein paar Tage bis Wochen Zeit – braucht es die charakteristischen Leuchtsignale. Die flugunfähigen Weibchen locken dabei auf Bäumen sitzend die Männchen an.
Wer fliegende Glühwürmchen erblickt, kann sich also sicher sein, dass es sich um ein Männchen handeln muss. Genauer gesagt um die männlichen Vertreter des Kleinen Leuchtkäfers. Die Männchen des Großen Leuchtkäfers fliegen nämlich „ohne Laterne“ auf die Weibchen.
Interessanterweise – auch wenn sie äußerlich nicht viel miteinander gemeinsam haben – wird das Licht von Leuchtkäfern auf ähnliche Weise produziert wie bei Tiefseebewohnern. Sogenannte Luciferine – Leuchtstoffe – setzen im Zusammenspiel mit bestimmten Enzymen und Sauerstoff Energie in Form von Licht frei. Und zwar eine ganze Menge, annähernd 100 Prozent! Nur ein minimaler Anteil geht als Wärme verloren.
Diese Form der Biolumineszenz, so der Fachbegriff für die Erzeugung von Licht durch Lebewesen, tritt übrigens auch schon bei den Eiern und Larven der Glühwürmchen auf. Und abgesehen von der Partnerfindung könnte das intensive Leuchten am Körperende auch ein Signal für potenzielle Fraßfeinde sein. Einige Glühwürmchen-Arten verfügen nämlich über Bitterstoffe, die sie alles andere als schmackhaft machen. Vielleicht dient das Leuchten also auch zur Abschreckung.

Naturabenteuer rund ums Jahr

Die Klickgeräusche verdichten sich, jetzt muss sie zugeschnappt haben. Und schon sieht man sie auch vorbeiflitzen. Knapp über der Wasseroberfläche der Thaya, kurz erhellt vom Lichtkegel einer Taschenlampe, macht eine Wasserfledermaus Jagd auf nachtaktive Insekten. – Gesehen beim „Fledermausabend in Hardegg“. Ausgerüstet mit Ultraschalldetektoren machten sich große wie kleine Naturforscher – insgesamt 70 Besucher hat der Abend angelockt – auf die Suche nach Fledermäusen. Fledermaus-Experte Guido Reiter führte durch die Nacht und hat auf alle Fragen eine Antwort. Wie alt Fledermäuse denn beispielsweise werden, wollen wir wissen. – Die älteste freilebende Fledermaus brachte es bei einem „Kampfgewicht“ von gerade mal sechs Gramm auf ganze 42 Lebensjahre!

Fledermausabend in Hardegg, August 2013

Fledermausabend in Hardegg, August 2013

Naturinteressierte kommen im NP Thayatal rund ums Jahr auf ihre Kosten. Im Frühling geht’s los mit der Amphibienwanderung. „Hier können die Erdkröten bei der Wanderung zu ihren Laichgewässern beobachtet und den Rufen der Unken und Laubfrösche gelauscht werden“, erzählt die Zoologin des Nationalparks Claudia Wurth-Waitzbauer.
Weiter geht’s im Mai mit einer Führung zum Überstieg, wo die männlichen Smaragdeidechsen im prachtvollen Paarungskleid um die Gunst der Weibchen buhlen. „Wir bieten auch Schlangenführungen an. Mit etwas Glück lassen sich am Schlangenfelsen dann bis zu drei Natternarten beobachten. Wir begeben uns außerdem auf die Suche nach Flusskrebsen im Kajabach. Anfang Juli findet die alljährliche Glühwürmchenwanderung statt. Im Sommer folgen die Fledermäuse, im Herbst die Hirschbrunft und im Winter geht’s auf Fährtensuche im Schnee.“ – Da ist wirklich für jeden was dabei. Das aktuelle Programm gibt’s hier: Besucherprogramm

Als nächstes Tier-Natur-Highlight steht übrigens die Hirschbrunft-Führung am kommenden Samstag an. – Einziger Wermutstropfen: Die Veranstaltung ist schon ausgebucht, aber wer Glück hat, kann noch von der Warteliste nachrücken!

Der NP Thayatal bietet rund ums Jahr Naturführungen an. So kommt man der vielfältigen Natur im Thayatal am leichtesten auf die Spur!

Der NP Thayatal bietet rund ums Jahr Naturführungen an. So kommt man der vielfältigen Natur im Thayatal am leichtesten auf die Spur!