In die Falle getappt!

Unauffällig sehen sie auf den ersten Blick aus. Dennoch erregen sie intensives Interesse. Woran das liegt? – Mit Sicherheit an der speziellen Duftnote!
20 hüfthohe Holzpflöcke finden sich verteilt über das Nationalpark-Gebiet. Besprüht mit Baldriantee und bestückt mit je einem Plastikröhrchen, das getrockneten Baldrian enthält, werden sie zu regelrechten „Duft-Leuchttürmen“.
Seit bald zehn Jahren stehen die Lockstöcke im Dienste der Wissenschaft. Ihre Mission: Europäische Wildkatzen anlocken. Betört vom Baldrian reiben sie sich am rauen Holz und hinterlassen im Idealfall einige ihrer Haare. Eine genetische Analyse gibt dann Aufschluss darüber, ob es sich tatsächlich um eine Wildkatze handelt. Bisher gelangen auf diese Weise bereits zwölf Nachweise von mindestens drei verschiedenen Wildkatzen.
Der Baldrian scheint aber nicht nur auf Katzen eine anziehende Wirkung auszuüben. Die Wildkameras vis-à-vis der Lockstöcke können davon ein Liedchen singen. Während es die Wildkatzen irgendwie schaffen, diese Fotofallen auszutricksen, geben sich andere Tierarten weit weniger kamerascheu. Ganz im Gegenteil, ein Hirsch war vom Baldrian so angetan, dass er gleich ordentlich zulangte! Hier geht’s zum Video:
Baldrian_Hirsch
Rothirsch

Im Prinzip hat schon das ganze „Who is Who des Thayatals“ den Lockstöcken einen Besuch abgestattet. Fuchs, Reh, Dachs, Marder, Biber, Eichhörnchen. Sie alle und noch viele andere haben schon mal geschnuppert, ihr Revier markiert oder den Stock zum Klettern genutzt.
Der Siebenschläfer hätte wohl auch gerne eine Kletterpartie mitgemacht. Aber dazu kam es nicht mehr. Ein Baummarder hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Fotofalle hat den Beweis.

Baummarder mit Siebenschläfer-Beute ist ein seltener Anblick. Nur durch die Fotofalle sind solche Momentaufnahmen aus der Natur möglich.

Baummarder mit Siebenschläfer-Beute ist ein seltener Anblick. Nur durch die Fotofallen sind solche Momentaufnahmen aus der Natur möglich.

Wer hat schon jemals einen Baummarder zu Gesicht bekommen, geschweige denn mit einem Siebenschläfer als Beute? Genau aus diesem Grund sind Wildkameras ein wertvolles Naturschutzinstrument. Denn sie geben einen Einblick in das, was geschieht, wenn der Mensch abwesend ist und vielleicht gerade schlummert.

Wer spaziert schon um 3:54 durch den Wald? Wir nicht, aber der Fischotter. Am Baldrian dürfte der nachtaktive Marder, dessen Leibspeise natürlich Fisch ist, allerdings nicht interessiert sein.

Ein Spaziergang gefällig? Nachtaktive Räuber wie der Fischotter sagen dazu gerne Ja.

Ein Spaziergang gefällig? Nachtaktive Räuber wie der Fischotter sagen dazu gerne Ja.

Auch wenn ihre Wühlspuren im Thayatal häufig zu finden sind, blicken lassen sich Wildschweine nur selten. Von der Wildkamera, hingegen, fühlen sich die Frischlinge – die ihre typische Zeichnung etwa ein halbes Jahr behalten – nicht gestört. Sie darf den Kleinen beim Spielen zusehen.

Ein Trupp Frischlinge hat einen Lockstock zum Spielplatz auserkoren.

Ein Trupp Frischlinge hat einen Lockstock zum Spielplatz auserkoren.

Und auch einem Schwarzstorch kann nur die Fotofalle so nahe kommen. Im Hochsommer 2010 – während seines „Sommerurlaubs im Thayatal“, schien er, wie schon viele vor ihm,  Gefallen an dem Stück Holz mit dem intensiven Duft zu finden.

Lockstock Tête-à-tete mit Schwarzstorch.

Lockstock tête-à-tete mit Schwarzstorch.

Aber was ist nur mit der Wildkatze? Irgendwann muss doch auch sie einmal in die Fotofalle tappen. Ein paar höchst verdächtige Bilder aus dem Fugnitztal gibt es in der Tat, aber leider sind auf den Fotos nie alle wichtigen Merkmale auszumachen. Restlos sicher sind sich die Experten deswegen nicht. Aber seht selber.

Ob es sich bei diesem Fotofallen-Bild aus dem Fugnitztal eindeutig um eine Wildkatze handelt, das können die Experten nicht sagen.

Ob es sich bei diesem Fotofallen-Bild aus dem Fugnitztal eindeutig um eine Wildkatze handelt, das können die Experten nicht sagen.

Aber es sieht schon verdächtig nach Wildkatze aus…

Die Wildkameras liegen auf jeden Fall weiterhin auf der Lauer, um all das zu dokumentieren, was uns ansonsten entgehen würde.

CSI Wildkatze

Vor kurzem gab es wieder Grund zur Freude an der Wildkatzen-Front. Das DNA-Labor des Forschungsinstituts Senckenberg in Deutschland lieferte zwei neue Nachweise, einen im Tiroler Paznauntal und einen weiteren im Nationalpark Thayatal. Der NP-Thayatal ist ja gewissermaßen die „Wiege der Wildkatze“ (siehe dazu auch ein brandneues 2-minütiges Video!). Zur Erinnerung: 2007 gelang es die bis dahin in Österreich für ausgestorben geglaubte Waldbewohnerin hier wiederzuentdecken.

Die scheue Wildkatze eindeutig nachzuweisen, ist ein schwieriges Unterfangen. Wildkatzen-Experte Christian Übl: „An morphologischen Merkmalen und Fotobelegen beißen sich sogar Experten die Zähne aus. Getigerte Hauskatzen können Wildkatzen mitunter zum Verwechseln ähnlich sehen. Deswegen kommen ‚CSI-Methoden‘ zum Einsatz, denn mittels genetischer Tests – basierend auf gesammelten Haarproben – ist die eindeutige Bestimmung der Tierart relativ einfach möglich.“

Die genetische Untersuchung der gesammelten Haarproben erfolgt im Forschungsinstitut Senckenberg in Deutschland.

Die genetische Untersuchung der gesammelten Haarproben erfolgt im Forschungsinstitut Senckenberg in Deutschland.

Die Haare haben die Wildkatzen sozusagen „freiwillig“ an mit Baldrian präparierten Lockstöcken abgegeben. Die Hoffnung der Forscher ist stets, dass möglichst viele Haare an den rauen Holzpflöcken hängen bleiben. Im Vergleich zu Blut- und Gewebeproben enthalten Haare nämlich weit weniger DNA, also Desoxyribonukleinsäure bzw. Erbinformation. Je mehr Haare für die Untersuchung zur Verfügung stehen – im Idealfall mit Haarwurzeln, da diese besonders viel DNA enthalten – umso besser also. Entscheidend ist zudem, dass die Haare möglichst rasch eingesammelt werden, denn Licht, hohe Temperaturen und Feuchtigkeit können die Haarproben unbrauchbar machen.

Mit Baldrian präparierte Lockstöcke wirken auf viele Tiere, darunter Wildkatzen, unwiderstehlich. Reiben sie sich an den Holzpflöcken, bleiben einige ihrer Haare hängen. Je meer Haare gesammelt werden können, umso besser für die genetische Analyse.

Mit Baldrian präparierte Lockstöcke wirken auf viele Tiere, darunter Wildkatzen, unwiderstehlich. Reiben sie sich an den Holzpflöcken, bleiben einige ihrer Haare hängen. Je meer Haare gesammelt werden können, umso besser für die genetische Analyse.

Abhängig von der Anzahl der Haare, die die potenzielle Wildkatze „gespendet“ hat, lassen sich zwei unterschiedliche DNA-Analysen durchführen, eine Untersuchung basierend auf Kern-DNA und eine basierend auf mitochondrialer DNA.
Doch bevor wir diese ein wenig genauer beleuchten, gibt’s einen Mikroexkurs in die tierische Zelle. Die DNA ist nicht diffus über die ganze Zelle verteilt, sondern gut verpackt. Der Hauptsitz der DNA befindet sich im Zellkern. Es gibt aber noch einen anderen Ort in der Zelle, wo Erbinformationen anzutreffen sind, und zwar in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen. Sie generieren die Energie für sämtliche in der Zelle ablaufenden Prozesse und – wichtig für die DNA-Analyse – sie sind in großer Anzahl vorhanden.

Im Inneren einer Zelle gibt es eine Vielzahl an Zellorganellen. Darunter die Mitochondrien. Die kleinen "Kraftwerke" stellen die notwendige Energie für sämtliche Aktivitäten der Zelle her. Außerdem enthalten sie auch Erbinformation, die ansonsten nur im Zellkern gespeichert ist.

Im Inneren einer Zelle gibt es eine Vielzahl an Zellorganellen. Darunter die Mitochondrien. Die kleinen “Kraftwerke” stellen die notwendige Energie für sämtliche Aktivitäten der Zelle her. Außerdem enthalten sie auch Erbinformation, die ansonsten nur im Zellkern gespeichert ist.

Aus genau diesem Grund genügen für die Untersuchung basierend auf mitochondrialer DNA bereits ein oder zwei Haare. Die Erbinformation wird zunächst aus dem Zellverband herausgelöst, danach werden bestimmte Abschnitte verfielfältigt und schließlich mit DNA-Sequenzen bekannter Proben abgeglichen. Mit dieser Methode lässt sich die Haarprobe bis auf Artniveau bestimmen und die Frage „Wildkatze ja oder nein?“ beantworten.
Einen kleinen Nachteil hat die Methode jedoch: Da mitochondriale DNA ausschließlich von der Mutter an den Nachwuchs vererbt wird, werden Hybride, also Kreuzungen aus Wildkatze und Hauskatze, nur dann als Wildkatze erkannt, wenn es sich bei der Mutter um eine Wildkatze gehandelt hat. Stammt der Wildkatzenanteil vom Vater (Mutter = Hauskatze) fällt der Test negativ aus.

Nutzt man für die genetische Untersuchung Kern-DNA lässt sich dieses Manko ausbügeln. Allerdings braucht es dafür auch wesentlich mehr Haare, mindestens fünf Stück sind notwendig, um die entprechenden Kern-DNA Tests, die auch wesentlich kostspieliger sind, durchzuführen.
Konkret werden dafür sogenannte Mikrosatelliten untersucht, das sind kurze Teile des DNA-Strangs, die sich oft hintereinander wiederholen. Die Anzahl der Wiederholungen ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich. Deshalb ermöglicht die Kern-DNA nicht nur die Bestimmung auf Artniveau, sondern auch die Bestimmung des Geschlechts und einzelner Individuen!

Die auf Kern-DNA basierende Analyse ermöglicht nicht nur die Bestimmung auf Artniveau, sondern auch die Bestimmung des Geschlechts und einzelner Individuen.

Die auf Kern-DNA basierende Analyse ermöglicht nicht nur die Bestimmung auf Artniveau, sondern auch die Bestimmung des Geschlechts und einzelner Individuen.

In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass die Wildkatzen mit ihren Haarspenden auch in Zukunft großzügig sind und die Forschungsgelder weiterhin fließen. Nur so können wir Österreichs wohl scheuester Bewohnerin weiterhin auf der Schliche bleiben.

Im Katzenfieber

Endlich stehen sie fest, die Namen unserer jungen Wildkatzen. Drei an der Zahl sind heuer im Nationalparkgehege zur Welt gekommen. Silvester hat seinen Namen – und gleichzeitig auch seinen Patenonkel, nämlich den Landesrat Stephan Pernkopf – schon im August erhalten. Jetzt haben seine beiden Brüder nachgezogen. Mit der Hilfe von mehr als tausend Stimmen, die sowohl über Internet als auch vor Ort im Nationalparkzentrum abgegeben wurden, haben Felipe und Merlin das Rennen gemacht.

Eine der drei Brüder hat den Fotografen gespannt im Visier

Merlin posiert hier gekonnt für den Fotografen im Wildkatzengehege.

Das nun namenstechnisch bestens ausgestattete Brüder-Trio hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten bestens entwickelt. Viel fehlt nicht mehr, dann sind die kleinen Jungs ausgewachsen. Mama Frieda muss sich bei den täglichen Fütterungen mitunter regelrecht in Acht nehmen, dann klein Felipe, Merlin und Silvester machen ihr und Carlo bereits so manche Beute streitig.
In den nächsten Wochen heißt es Abschied nehmen. Eine Jungkatze wird nach Grünau im Almtal verlegt. Die Verlegung war bereits für dieses Wochenende geplant, hat sich nun jedoch verschoben. Auch für die anderen Jungkater wird vom wissenschaftlichen Betreuer Leo Slotta Bachmayr vom Tiergarten Wels nach geeigneten Unterkünften in Europa gesucht. „In freier Wildbahn machen sich die Jungtiere im Herbst auf, ein eigenes Revier zu finden. Das entspricht ihrem natürlichen Verhalten“, erklärt Wildkatzen-Experte Christian Übl vom Nationalpark Thayatal.

In Aufbruchsstimmung ist auch die heimische Wildkatzenforschung. Nach dem sensationellen Fund einer (leider) toten Wildkatze im Juli 2013 im südlichsten Waldviertel, gelang vor einem Monat der Nachweis einer lebenden Wildkatze ungefähr im selben Gebiet. Wie das? – Mit einem Foto! Peter Gerngross von der Plattform Wildkatze sucht in der Wachau und im Raum Krems mit Lockstöcken und Fotofallen nach Wildkatzen. Und eine seiner Fotofallen „schnappte“ unlängst zu. Dass es sich bei der Katze auf dem Foto tatsächlich um eine Europäische Wildkatze handelt, bestätigte auch der italienische Wildkatzen-Experte Luca Lapini. Seine Antwort lässt keine Zweifel offen: „Yes, it is surely a wildcat.“

Perfekt getroffen, ist die Wildkatze auf diesem Foto. Der italienische Wildkatzen-Experte Luca Lapini ist sich sicher: "Das ist eine Widlkatze!"

Perfekt getroffen, ist die Wildkatze auf diesem Foto. Der italienische Wildkatzen-Experte Luca Lapini ist sich sicher: “Das ist auf jeden Fall eine Wildkatze!”

In der aktuellen Ausgabe von Natur & Land, der Zeitschrift des Naturschutzbundes, dreht sich übrigens alles um die Wildkatze. Der spannende Fotonachweis aus der Wachau hat es bis Redaktionsschluss zwar nicht mehr in die Ausgabe geschafft, dafür gibt es jede Menge weitere interessante Infos rund um die Wildkatze in Österreich. Ihr erfahrt etwa, wo überall nach der Wildkatze gesucht wird, wo die Forscher bereits fündig geworden sind, wer zum Netzwerk der Partner zählt und wo sich Wildkatzen überall beobachten lassen. Hier gibt’s das Sonderheft zum Nachlesen.

Liebe liegt in der Luft

Es ist wieder soweit. Die Kuder, die männlichen Wildkatzen buhlen nun um die Gunst der Weibchen. Von Jänner bis März streifen sie verstärkt umher, auf der Suche nach dem verheißungsvollen, paarungsbereiten Duft einer Wildkatzendame.

Carlo, eine der beiden Wildkatzen, die im Gehege des Nationalparkhauses leben, macht sich schon mal auf den Weg ;)

Carlo, eine der beiden Wildkatzen, die im Gehege des Nationalparkhauses leben, macht sich schon mal auf den Weg …

Nur zur Ranzzeit, also der Paarungszeit treffen die ansonsten einzelgängerisch lebenden Samtpfoten aufeinander. Je früher es im Jahr warm wird, desto früher kommen sie allerdings auch in Paarungslaune.
„Die Wildkatzenforscher machen sich zu dieser Zeit das umtriebige Verhalten der Katzen zunutze und starten am Beginn der Ranzzeit ihre Forschungsprojekte. Mit speziell präparierten Lockstöcken versuchen sie, Wildkatzen anzulocken und Haarproben für die genetische Bestimmung zu gewinnen. Neben dem Nationalpark Thayatal werden derzeit Forschungsprojekte am Truppenübungsplatz Allentsteig, im Raum Krems/Wachau, im Wienerwald und in Kärnten durchgeführt. Die ersten Ergebnisse sind für den Sommer zu erwarten. Vor allem für das Waldviertel erhoffen wir weitere Nachweise!“ so Christian Übl, Wildkatzen-Projektleiter im NP Thayatal.

... Seine Herzdame Frieda sieht dagegen noch ein wenig uninspiriert aus. Ob die beiden schon in Paarungslaune sind?

… Seine Herzdame Frieda sieht dagegen noch ein wenig uninspiriert aus.                                          Ob die beiden schon in Paarungslaune sind?

Wenn Kater und Katze einander begegnen – und nicht nur mit einem verführerisch nach Baldrian duftenden Lockstock Bekanntschaft machen ;) – dann können rund neun bis zehn Wochen später, zwischen März und Mai, zwei bis fünf Kätzchen das Licht der Welt erblicken. Die Mutter sorgt dafür, dass sie geschützt vor der Witterung entweder in Baumhöhlen, alten Dachs- und Fuchsbauten, in Felsnischen oder unter Asthaufen geboren werden. Vor allem in den ersten Wochen zieht sie mit den jungen, noch hilflosen Kätzchen häufig um. Wozu das gut ist? – Auf diese Weise kann sie vermeiden, dass hungrige Beutegreifer der Familie auf die Schliche kommen.

Zwei bis fünf Kätzchen erblicken nach einer Tragezeit von 63 bis 68 Tagen das Licht der Welt.

Zwei bis fünf Kätzchen erblicken nach einer Tragezeit von 63 bis 68 Tagen das Licht der Welt.

Etwa vier Monate lang wird der Nachwuchs gesäugt, aber schon ab der sechsten Woche fressen die hungrigen Mäuler alles, was ihnen die Mutter zum Bau bringt. Und mit gerade mal sechs Monaten sind sie bereits erwachsen und müssen das gemütliche „Hotel Mama“ verlassen. Ihren Vater haben sie vermutlich nie zu Gesicht bekommen. Die Männchen beschränken in der Regel ihren Anteil an der Jungenaufzucht auf die Paarung.
Bei Gehege-Wildkatzen konnte jedoch schon beobachtet werden, dass sich die Kater am Spiel und an der Betreuung der Jungen beteiligt haben. So viel zu ihrer Ehrenrettung ;)

Ob auch Frieda und Carlo, die beiden Wildkatzen-Stars des NP Thayatal, 2014 wieder für Nachwuchs sorgen werden? Wir sind gespannt und halten Euch auf jedem Fall auf dem Laufenden!
Tipp:
Die Schaufütterungen finden wieder regelmäßig ab April statt. Schon mal vormerken!
April bis Juni, Sept. bis Okt.: SA, SO und Feiertag, 15.30 Uhr
Juli bis Aug.: täglich, 15.30 Uhr

Winterliche Herausforderung

Während sich Bären, Fledermäuse oder Igel im Winter auf die „faule Haut“ legen, geben sich Wildkatzen weiterhin umtriebig. Sie halten nämlich keinen Winterschlaf und sind deswegen auch im Winter auf ihr jägerisches Können angewiesen.

Problematisch wird dies vor allem in schneereichen Wintern. Ihre Grundnahrungsmittel, die Mäuse sind dann nämlich nur schwer unter dem Schnee erreichbar und die Katzen selber kommen nur mit Müh und Not voran, weil sie im tiefen Schnee durch ihren hohen Pfotendruck einsinken. Nur wenn ein Revier trotz dieser ungünstigen Bedingungen ausreichende Nahrungsmöglichkeiten bietet – unter Reisighaufen oder breiten Hecken münden viele Erdgänge von Kleinsäugern – kann der Winter überstanden werden. Vor allem für junge Wildkatzen wird der erste Winter oft zu einer Bewährungsprobe.

Momentan stehen die Bedingungen für die Wildkatzen vielerorts ganz gut. Der Schnee macht sich heuer rar und der erfolgreichen Mäusejagd dürfte so nichts im Wege stehen.
Wer weiß, vielleicht häufen sich die Wildkatzen-Sichtungen ja bald. Wir drücken unseren heimlichen Waldbewohnerinnen auf jeden Fall die Daumen, dass es weiterhin bergauf mit ihnen geht.

Die Wildkatzen im Gehege des Nationalparkhauses im NP Thayatal bekommen im Winter wie im Sommer genug zu fressen. Wer bei einer Wildkatzenfütterung dabei sein möchte, ab April finden die Schaufütterungen wieder regelmäßig statt (Samstag, Sonntag & Feiertag), von Juli bis August täglich. Wer jetzt schon dabei sein möchte, das geht auch, allerdings nur mit Voranmeldung und für Gruppen. Einfach ein paar Katzenfans zusammentrommeln :)

Das hat gemundet ;) Auf einen vollen Magen lässt sich der Winter gut überstehen.

Das hat gemundet! Auf einen vollen Magen lässt sich der Winter gut überstehen.

Wilder Jahresbeginn

Das Resümee der Plattform Wildkatze für das Jahr 2013 kann sich sehen lassen.
2013 wurden insgesamt 31 Katzen gemeldet. 2009 waren es gerade mal 9, 2010 schon 35, 2011 gab es 31 und 2012 sogar 41 Meldungen.
Doch nicht alle Meldungen sind eindeutige Wildkatzen-Nachweise. Von den bislang 204 Wildkatzenmeldungen entpuppten sich 57 als sichere Fehlmeldungen, 113 als mögliche Hinweise, 9 als sehr wahrscheinliche Hinweise und 24 als sichere Nachweise. Von einem sicheren Nachweis sprechen die Experten bei genetischen Analysen und Fotoaufnahmen, die deutliche Wildkatzenmerkmale zeigen.

24 sichere Wildkatzen-Nachweise sind aus Österreich bisher bekannt.

24 sichere Wildkatzen-Nachweise sind aus Österreich bisher bekannt.

Insgesamt elf mal sorgte der Nationalpark Thayatal bisher für erfolgreiche Wildkatzen-Nachweise. An den Baldrian-Lockstöcken im Nationalpark ließen sich ihre DNA-Spuren mithilfe von Fellhaaren dingfest machen. Auch aus dem Mittelburgenland, aus Murau in der Südweststeiermark und aktuell aus dem südlichen Waldviertel in der Wachau gibt es eindeutige Nachweise. In diesen Fällen aber leider basierend auf Wildkatzen-Totfunden.
In den letzten beiden Jahren häuften sich zudem Hinweise und Nachweise von Wildkatzen in Kärnten. So gelang es etwa zwei Jägern in der Nähe von Spittal an der Drau eine Wildkatze vom Hochstand aus zu beobachten und zu fotografieren.

Je mehr über die Verbreitung der Wildkatze in Österreich bekannt ist, umso besser kann sich die Plattform Wildkatze auch für ihren Schutz einsetzen. Dafür braucht es auch 2014 Eure Mithilfe. Wenn Ihr in der Natur unterwegs seid, haltet bitte Eure Augen offen und wenn Ihr glaubt, eine Wildkatze gesehen zu haben, meldet euch hier oder telefonisch unter 0650 / 224 37 03 bzw. via Email: info@wildkatze-in-oesterreich.at

Wer sich nicht ganz sicher ist, wie eine Wildkatze genau aussieht, hier könnt Ihr nachlesen. Oder kommt einfach im Nationalpark Thayatal vorbei. Im Wildkatzengehege des Nationalparkhauses freuen sich Frieda und Carlo über Euren Besuch!

Auf ein erfolgreiches Wildkatzenjahr 2014 :)

Helft mit herauszufinden, wo die Europäischen Wildkatzen überall in Österreich herumstreifen.

Wo streifen die Europäischen Wildkatzen noch überall in Österreich herum? – Helft mit das herauszufinden!

Ein wildes Geschenk

Sooft auch schon über sie berichtet wurde, zu Verwechslungen und Unklarheiten kommt es nach wie vor. Das liegt vermutlich daran, dass sie sich so ähnlich sehen, getigerte Hauskatze und Wildkatze.
Dabei sind Haus- und Wildkatze nicht mal näher miteinander verwandt! – Unsere Hauskatzen, die von der Afrikanischen Wildkatze abstammen, schafften erst mit den Römern den Sprung übers Meer und die Alpen. Die Europäische Wildkatze dagegen streifte schon lange vor der Ankunft der Stubentiger durch die Wälder Europas. Prähistorische Knochenfunde lassen darauf schließen, dass Jäger und Sammler schon vor mehr als 300.000 Jahren gelegentlich einer Wildkatze nachstellten.

Es steht also fest: Hauskatze und Wildkatze sind zwei Paar Schuhe.
Bleibt noch die Frage offen, wie sie denn – trotz ihrer äußerlichen Ähnlichkeiten – unterschieden werden können?
Nun, besonders auffällig ist bei den Wildkatzen – im Gegensatz zu unseren Stubentigern – ihr buschiger Schwanz, an dessen Ende sich zwei bis drei voneinander abgesetzte schwarze Ringe befinden. Bei Hauskatzen sind diese Ringe miteinander verbunden. Ein weiteres hilfreiches Unterscheidungsmerkmal ist die Tigerung, die bei Hauskatzen in der Regel ausgrägter ist als bei Wildkatzen, wo die Tigerung eher verwischt wirkt. Und anstatt mehrerer verästelter Streifen zieht sich bei der Wildkatze ein dunkler, schmaler Strich über den hinteren Rücken. – Letztere beiden Unterscheidungskriterien könnt Ihr auch recht gut an diesem Bild erkennen:

Wie ähnlich sich getigerte Hauskatze und Wildkatze sehen, kann man an diesem Bild leicht nachvollziehen. Frieda, hinter der Glasscheibe im Wildkatzengehege des NP Thayatal Nationalparkzentrums beäugt interessiert eine junge Hauskatze, die genauso angetan ist von dieser "Begegnung".

Getigerte Hauskatze und Wildkatze sehen einander auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Wer genauer hinsieht, kann aber ein paar Unterschiede erkennen. Hinter der Glasscheibe im Wildkatzengehege des NP Thayatal Nationalparkzentrums sitzt hier übrigens Frieda. Sie beäugt interessiert eine junge Hauskatze (links vor der Glasscheibe), die genauso angetan von dieser “Begegnung” zu sein scheint.

Sämtliche Unterscheidungsmerkmale könnt Ihr auch auf der Webseite der “Plattform Wildkatze” nachlesen.
Und hier bekommt ihr außerdem richtig nützliche Tipps für Weihnachtsgeschenke. Solltet Ihr Euch nämlich nach wie vor den Kopf darüber zermartern, was ihr Feines zu Weihnachten verschenkt, dann erwägt doch mal diese Variante:
Ein richtig wildes Geschenk, eine Wildkatzen-Patenschaft! – Ab einer einmaligen Spende von 70 Euro gibt es eine Patenurkunde mit dem Namen des Beschenkten, mit einem Wunschdesign, das aus verschiedenen Beispielen ausgewählt werden kann.
Für all jene, denen die Natur am Herzen liegt, für Katzenliebhaber, für Freunde der Wildkatze oder einfach für einen selber. Man kann sich nämlich auch selbst beschenken zu Weihnachten und dabei gleichzeitig was richtig Gutes tun, in diesem Fall für die Wildkatzenforschung :)

Wer Interesse hat, einfach eine Email an folgende Adresse schicken: wildkatze@naturschutzbund.at

Wer hat sie gesehen, Österreichs wohl heimlichste Bewohnerin?

Ein buschiger Schweif, die Tigerung des Fells leicht verwaschen, irgendwie zu groß und kräftig für eine Hauskatze. Dann ist es vielleicht eine Wildkatze!

Die Europäische Wildkatze ist nach wie vor eine der heimlichsten Bewohnerinnen Österreichs. Zur Erinnerung: 2007 konnte diese scheue Mäusejägerin erstmals nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder in Österreich, genauer gesagt im NP Thayatal, nachgewiesen werden! Nach wie vor ist jedoch unklar, wo sie überall vorkommt und wie viele dieser zurückgezogen lebenden Waldbewohnerinnen durch unser Land streifen.

Die Plattform Wildkatze setzt sich dafür ein, diese Wissenslücken zu schließen und die dauerhafte Rückkehr der Wildkatze in unserem Land zu unterstützen. Dafür braucht sie jedoch unsere Mithilfe!

Sarah Friembichler von der Melde- und Koordinationsstelle Wildkatze: „Eine der aktuellsten und interessantesten Meldungen, die wir unlängst erhalten haben, stammt aus Weißenkirchen in der Wachau. Urlauber aus Salzburg sind dort bei einer Radtour auf eine tote Katze gestoßen.“ Ob es sich tatsächlich um eine Wildkatze handelt, wird gerade genetisch abgeklärt. „Bis September sollte das Ergebnis der genetischen Untersuchung vorliegen. Fällt es positiv aus, wäre dieser Fund der südlichste aktuelle Nachweis einer Wildkatze in Niederösterreich“, so die Koordinatorin der Meldestelle.
Ein Wildkatzenverdacht noch weiter südlich hat sich bereits bestätigt. Eine junge Katze, die letztes Jahr in Kärnten auf einer Straße zu Tode kam, konnte heuer als Wildkatze identifiziert werden. Spannend ist dieser traurige, aber Mut machende Fund vor allem deswegen, weil es aus derselben Gegend auch einen Fotobeleg einer Katze mit Wildkatzenmerkmalen gibt. Und ein Wildkatzenexperte aus Italien ist der Meinung, ein Muttertier mit Jungem – ebenfalls in der gleichen Region – gesehen zu haben.

Je mehr über die Verbreitung der Wildkatze in Österreich in Erfahrung gebracht werden kann, umso besser können Schutzmaßnahmen geplant und umgesetzt werden. Und je mehr Österreicher und Österreicherinnen mit offenen Augen durch die Natur wandern, radeln oder sie beobachten, umso größer ist die Chance, dass dabei eine Wildkatze entdeckt wird.

Wer glaubt eine Wildkatze entdeckt zu haben, meldet sich bitte bei der Plattform Wildkatze, die sämtliche Wildkatzenmeldungen sammelt. Wenn möglich, gleich ein Foto machen, wichtige Merkmale einprägen (siehe Grafik) und falls wo Haare hängengeblieben sind, ein paar davon mitnehmen. Für den Ernstfall sollte deshalb immer ein Mini-Plastiksäckchen und eine Pinzette mit dabei sein ;)

Wer mehr über die Wildkatze und ihre spannende Wiederentdeckung im NP Thayatal erfahren möchte, kann dazu übrigens den Universum Magazin Artikel “Alles für die Katz!” vom März 2011 nachlesen.

Spuren im Schnee …

… hinterlässt möglicherweise die in Österreich erstmals im NP Thayatal wiederaufgetauchte Europäische Wildkatze.
Allerdings zu viel Schnee behagt der zurückgezogen lebenden Waldbewohnerin gar nicht. Im Hochgebirge fühlt sich die Wildkatze deswegen alles andere als zu Hause. Denn im tiefen Schnee kommt sie mit ihren Pfoten nur mühsam voran, sinkt immer wieder ein und ihre bevorzugten Beutetiere, die Wühlmäuse, bleiben für sie weitgehend unerreichbar. Da Wildkatzen aber keinen Winterschlaf halten, gilt es für sie auch in der kalten Jahreszeit ihren Magen zu sättigen. Das Thayatal bietet ihnen dafür ideale Bedingungen, denn in der Regel sind die Winter schneearm und die mit Trockenrasen und Wiesen durchsetzten Hangwälder stellen nicht nur für Wildkatzen, sondern auch für Mäuse ein wahres Eldorado dar.

… Und was die Spuren angeht: Katzenspuren ließen sich dieser Tage im noch schneebedeckten Thayatal von den Nationalpark Mitarbeitern tatsächlich ausfindig machen, aber die Unterscheidung zwischen Wildkatze und einer durch den Wald streunenden Hauskatze ist rein von der Spur her so gut wie unmöglich. Leider.
Umso wichtiger ist es, die Augen offen zu halten, um weitere Hinweise über die wiedergekehrte Europäische Wildkatze zu sammeln. Habt Ihr sie vielleicht gesehen? Ist Euch ein Schnappschuss gelungen? Oder habt Ihr eine Vermutung? Die Wildkatzenmeldestelle baut auf unsere Mitarbeit!

PS: Damit haben sich die “Spuren-Nachrichten” aus dem NP Thayatal aber noch nicht erschöpft. Mehr dazu gibt es demnächst, also bleibt dran :)