Die Zeit heilt alle Wunden

Der Stacheldrahtzaun des Eisernen Vorhangs, der sich viele Jahrzehnte quer durch Europa und auch entlang des Thayatals zog, ist zwar längst Vergangenheit, doch es lohnt sich hie und da einen Blick zurückzuwerfen. Warum? Um sich zu erinnern, was man ganz bestimmt nicht wiederholen möchte.
Bilder zeigen das Vorher und Nachher am deutlichsten.

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Auf dem linken Bild – kurz nach dem Fall des Vorhangs – sind die Narben in der Landschaft noch deutlich erkennbar. Auf dem Bild rechts dagegen lässt die Vegetation kaum noch darauf schließen, was sich hier vor einigen Jahrzehnten abgespielt hat. Die Aufnahmen stammen aus dem Nationalpark Podyjí.

Habt auch ihr noch Aufnahmen aus dieser dunklen Phase Europas? Vielleicht sogar vorher/nachher Aufnahmen? Wir würden uns freuen, wenn ihr diese mit uns teilen möchtet!

Mehr vorher/nachher Bilder findet ihr in diesem Blogbeitrag: Im Wandel der Zeit.

Gemeinsam stark!

Sie grenzen direkt aneinander. Der tschechische  Národní Park Podyjí besteht seit 1991, der österreichische Nationalpark Thayatal seit dem Jahr 2000. Die beiden Nationalparks haben zwei  eigenständige Verwaltungen, trotzdem kooperieren sie in vielerlei Belangen miteinander und kennen genauso wie die Natur, die sie schützen, keine Grenzen.

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Petr Lazarek (links), Mitarbeiter des Národní park Podyjí, und Christian Übl, Direktor des Nationalpark Thayatal freuen sich über die gute Zusammenarbeit zwischen den Österreichern und Tschechen.

Was lässt sich alles gemeinsam bewerkstelligen? Managementpläne, Kontrollgänge im Nationalpark, das Aktualisieren und Austauschen von Landkarten oder die Durchführung von EU-Förderprojekten. „Ein infrastrukturelles Highlight wäre die gemeinsame Planung und Umsetzung eines Österreich-Tschechien Rundwanderwegs“, sagt Nationalparkdirektor Christian Übl.
Der Rundwanderweg ist noch Zukunftsmusik, fix dagegen im Repertoire der beiden Nationalparks sind gemeinsame Veranstaltungen wie etwa die Radtour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Und wer mehr über die gemeinsamen Pläne und Projekt der beiden NPs herausfinden möchte, klickt sich einfach hier rein.

Per Drahtesel durchs Thayatal

Wie sich der Nationalpark am besten erkunden lässt? – Per pedes natürlich. Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit, wie sich die einmaligen Landschaften und Sehenswürdigkeiten des Thayatales erschließen lassen; nämlich mit dem Fahrrad.

Schon einmal daran gedacht mit dem Drahtesel das Thayatal zu erkunden? - Auf drei unterschiedlichen Routen lässt sich das prima umsetzen!

Schon einmal daran gedacht mit dem Drahtesel das Thayatal zu erkunden? – Auf drei unterschiedlichen Routen lässt sich das prima umsetzen!

Drei unterschiedlich lange Touren – zwischen 40, 32 und 13 Kilometer lang – dirigieren die radelnden Besucher durchs Tal an der Grenze.
Wie und wo man am besten startet? – Idealer Ausgangspunkt ist das Nationalparkhaus in der Nähe von Hardegg. Hier lassen sich nicht nur die aktuellen Infos zur angepeilten Radstrecke erfragen, sondern im Café-Restaurant auch noch mal die eigenen Energie-Reserven füllen und bei Bedarf ein Fahrrad ausborgen. Für all jene, die Zweifel haben, ob ihre Kondition ausreicht bzw. die mit noch mehr Leichtigkeit durch die Landschaft sausen wollen, stehen zudem E-Bikes zur Verfügung.

Entlang der Radstrecken verlocken Aussichtspunkte wie die Hardegger Warte zum Verweilen.

Entlang der Radstrecken verlocken Aussichtspunkte wie die Hardegger Warte zum Verweilen.

So gewappnet kann’s losgehen! Die Schilder mit der weißen Blume auf grünem Grund lotsen einen zielsicher von einer Station zur nächsten, quer durch das österreichisch-tschechische Grenzgebiet.
Was es entlang der Strecke alles zu sehen gibt? – Etwa eine ganze Reihe kultureller Sehenswürdigkeiten, darunter der Heiligen Stein in Mitterretzbach, der eine uralte Kultstätte mit einem der schönsten Schalensteine Österreichs darstellt. Besuchermagneten für die Radler sind weiters das tschechische Schloss Vranov, Österreichs einzige Perlmutt Drechslerei in Felling sowie Österreichs kleinste Stadt und gleichzeitig die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal, Hardegg.
Die Radtour ermöglicht außerdem Blicke in die Vergangenheit – unweit des Infozentrums im tschechischen Čižov, lässt sich ein Stück des ehemaligen Eisernen Vorhangs besuchen – und sie bietet auch fantastische (Aus)Blicke in die Gegenwart: Wer einen kleinen Abstecher von der Hauptradstrecke zur Ruine Neuhäusl (Nový Hrádek) unternimmt, kann von dort gleich drei verschiedene Abschnitte der Thaya bewundern. Von der Hardegger Warte aus erhascht man den besten Blick auf das gleichnamige 80-Einwohner-Städtchen und von Devet Mlýnu, zu Deutsch Neunmühlen, lässt es sich ideal auf den tschechischen Weinberg Šobes linsen.

Im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet gibt es viel zu entdecken, wie etwa den Blick beim Aussichtspunkt Neunmühlen. Vis-à-vis liegt der Weinberg Šobes, eine der ältesten und besten Lage Europas.

Im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet gibt es viel zu entdecken, wie etwa den Blick beim Aussichtspunkt Neunmühlen. Vis-à-vis liegt der Weinberg Šobes, eine der ältesten und besten Weinlagen Europas.

Wer nach so viel Kultur- und Naturabenteuern eine kleine Erfrischung nötig hat, findet auch diese, und zwar im Hardegger Bad, im Badeteich bei Čižov oder in den Frainer Stauseen.

Um das Thayatal radelnd zu erleben, braucht es lediglich ein Mountain- oder Trekkingbike, je nach Route mindestens zwei bis sechs Stunden Zeit und den Reisepass mit im Gepäck. Also, lasst uns in die Pedale treten!

Hier gibt es alle Radtouren im Überblick:

Radtour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhanges – „Thayatal-Radweg“
Länge: 40 km
Fahrzeit: ca. 6 Stunden
Die abwechslungsreiche Tour bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten entlang der Route: Heiliger Stein in Mitterretzbach, Hängebrücke und Weinberg Šobes bei Neunmühlen, tolle Ausblicke von der Ruine Neuhäusl, ein erfrischendes Bad im Teich vor Čížov sowie der Eiserne Vorhang und das Besucherzentrum, Ausblick von der Hardegger Warte und das bezaubernde Flair von Hardegg, der kleinsten Stadt Österreichs. Start und Ziel der Tour ist idealerweise das Nationalparkzentrum.

„Besucherzentrum-Tour“
Länge: 13 km
Fahrzeit: ca. 2 Stunde
Die „Besucherzentrum-Tour“ verläuft vom Nationalparkhaus nach Hardegg, über die Thayabrücke in den tschechischen Nationalpark bis nach Čižov, wo Reste des Eisernen Vorhangs besichtigt werden können. Vor Ort gibt es außerdem ein Besucherzentrum und ein Gasthaus. Bei der Rückkehr unbedingt einen Abstecher zur Hardegger Warte einplanen, um den Blick auf Hardegg zu genießen.

„Frainer Stausee-Tour“
Länge: 32 km
Fahrzeit: ca. 5 Stunden
Die „Frainer Stausee-Tour“ verläuft zunächst gleich wie die „Besucherzentrum-Tour“. Von Čižov führt die Route über Lesna vorbei am Stausee Vranov sowie dem Schloss Vranov und über Podmyče geht es wieder zurück nach Österreich.

Tipp:
Der Nationalpark Thayatal bietet die 40 km lange Tour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs auch als geführte Radtour an.

25 Jahre Natur ohne Grenzen – NEUER FILM

Am 9. November 1989, vor mittlerweile 25 Jahren, fiel die Mauer. Ein denkwürdiges Datum. Und kurz nachdem in Berlin die ersten Steine bröckelten, kam es in der heutigen Tschechischen Republik zur Samtenen Revolution. Was am 17. November mit Studentendemonstrationen begann, führte am 10. Dezember zur Bildung einer neuen Regierung und zur Ernennung Václav Havels zum Staatspräsidenten. Innerhalb weniger Wochen gelang es, weitgehend gewaltfrei, aus einer Diktatur eine Demokratie auferstehen zu lassen.

Damit endete die Zeit des Eisernen Vorhangs zwischen Österreich und Tschechien. „Bereits am 5. Dezember 1989 begann der Abbau der Grenzsperre. Manch einer hütet heute noch zu Hause ein Stück Original-Stacheldraht zur Erinnerung an diese dunkle Zeit“, erzählt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl.
Das Ende des Zauns war aber gleichzeitig der Beginn einer neuen Ära. Mittlerweile steht die Grenze der beiden EU-Länder offen, die Vegetation hat sich dort, wo einst der Stacheldrahtzaun verlief, ihren Platz zurückerobert, die Tiere wechseln von einem Ufer der Thaya zum anderen und der österreichische Nationalpark Thayatal arbeitet mit dem tschechischen Národní park Podyjí intensiv zusammen.

Passend zum 25-Jahres-Jubiläum gibt es den neuesten NP Thayatal Film „25 Jahre Natur ohne Grenzen“. Der knapp 8-minütige Film blickt sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Vor allem aber vermittelt er einen Eindruck von der völkerverbindenden Naturschutzarbeit an der Grenze. NP Thayatal Direktor Ludwig Schleritzko und NP-Mitarbeiter Christian Übl erzählen über positive Entwicklungen in der Natur, Kooperationen mit den tschechischen Nachbarn und Pläne für die Zukunft. Gleichzeit nimmt der kurze Film mit auf einen Streifzug durch die Natur dieses in Mitteleuropa einmaligen Durchbruchtales.

Hier könnt Ihr Euch den Film ansehen:

Sämtliche NP Thayatal Filme gibt es übrigens auch hier!

Im Wandel der Zeit

Wir werfen heute einen Blick zurück, in die unmittelbare, die länger zurückreichende und eine fast schon nicht mehr greifbare Vergangenheit. Von letzterer ist glücklicherweise nicht mehr viel zu sehen, von der Zeit des Eisernen Vorhangs. Sich zu erinnern macht aber dennoch Sinn, denn es hilft dabei die Vergangenheit nicht „versehentlich“ zu wiederholen.
Und am besten lässt sich das Erinnern mit der Hilfe von Bildern bewerkstelligen. Sie können besser als alle Worte ein Gefühl, eine Stimmung wiedergeben. Dazu vergleichen wir heute drei Standpunkte, die von der Zeit der Trennung geprägt wurden.

Eine Hängebrücke im Národní park Podyjí kann heute problemlos überquert werden, vor 1989 war das undenkbar. Ein Wachturm thronte „allsehend“über dem Fluss, Stacheldraht versperrte den Weg sowohl entlang der Brücke als auch im Fluss.

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Links sieht man die Hängebrücke zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, eine unüberwindliche Barriere. Rechts eine Aufnahme, die heuer bei einer Exkursion im NP Podyjí entstand. Die Barrieren sind verschwunden und die Vegetation ist zurückgekehrt.

Während sich heute das Gebiet üppig bewachsen zeigt, sieht man auf einer Aufnahme, die knapp nach dem Fall des Vorhangs im Jahr 1991 entstanden ist noch deutlich die vegetationslose Schneise, durch die sich der Stacheldraht zog.

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Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erinnert nicht mehr viel an die Jahre der Trennung, aber der vegetationslose Streifen am Gegenufer ist noch gut zu erkennen.

Ebenso klar zeigt sich der Verlauf des ehemaligen Todesstreifens an einer anderen Stelle im NP Podyjí. Jahre später sind die alten Narben kaum mehr wiederzuerkennen.

Auf dem linken Bild - kurz nach dem Fall des Vorhangs - sind die Narben in der Landschaft noch deutlich erkennbar. Auf dem Bild rechts, dagegen, lässt die Vegetation kaum noch darauf schließen, was sich hier vor einigen Jahrezhenten abgespielt hat.

Auf dem linken Bild – kurz nach dem Fall des Vorhangs – sind die Narben in der Landschaft noch deutlich erkennbar. Auf dem Bild rechts dagegen lässt die Vegetation kaum noch darauf schließen, was sich hier vor einigen Jahrzehnten abgespielt hat.

Die Landschaft kann sich mit genügend Zeit wieder rehabilitieren. Bauten, die niedergerissen wurden, können dagegen nicht mehr so leicht aufstehen. „Die Neun Mühlen waren früher eine Besonderheit. Auch aus der Retzer Gegend, wo es im Sommer zu wenig Wasser gab, um Mühlen zu betreiben, sind die Bauern nach Südmähren gefahren, um ihr Getreide zu mahlen“, erzählt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl.
Im Rahmen von Exkursionen können die Mühlen heute noch besucht werden bzw. der Ort, wo sie einst standen. Sämtliche Mühlen bis auf die Gruber-Mühle, die in den 1950er Jahren von der Grenzwache genutzt wurde, sind heute verschwunden. Die Gebäude wurden komplett abgerissen. Und auch von der Gruber-Mühle ist nur mehr verfallendes Mauerwerk übrig geblieben.

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Links ein historisches Bild der “Neun Mühlen”, die unterste der Mühlen ist die Gruber-Mühle. Rechts der heutige Zustand der Gruber-Mühle, übrig ist nur mehr zerfallendes Mauerwerk.

Rücksichtslos gezogene Grenzen schaffen nur Leid. Das ist es wohl, was es aus diesem dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte zu lernen gilt. Wir erinnern uns, um die Fehler der Vergangenheit in der Zukunft nicht zu wiederholen und freuen uns darüber, dass heute die Natur wieder die Überhand gewonnen hat und die Menschen an der Grenze aufeinander zugehen.

An der Grenze

Aufgeweichter Waldboden, glitschige Blätter, rutschige Äste. Der viele Regen hat dafür gesorgt, dass wir uns besonders aufmerksam fortbewegen müssen.
Wir wandern durch einen urwüchsigen Wald. Ein Wald, der sich über die letzten Jahrzehnte selbst entfalten durfte, im Osten des Nationalpark Podyjí. Unter dem Motto „Junges Leben am Eisernen Vorhang“ begaben sich Österreicher und Tschechen letzten Sonntag gemeinsam auf Spurensuche entlang des ehemaligen Verlaufs des Eisernen Vorhangs.
Wir erkundeten dabei Wege, die normalerweise für Besucher gesperrt sind und die sich eigentlich gar nicht mehr als richtige Wege qualifizieren. Aber genau das ist auch gut so. Die Natur arbeitet sich hier, wo der Eiserne Vorhang einst verlief, sukzessive wieder zurück.

Gruppenfoto an einer Stelle, wo einst der Eiserne Vorhang verlief.

Gruppenfoto an einer Stelle, wo einst der Eiserne Vorhang verlief.

Mehr als 7.000 Kilometer war er lang, eine gigantische Trennlinie, die sich von Skandinavien bis zum Schwarzen Meer erstreckte und Europa teilte. Für die Menschen, die nahe der Grenze lebten, war es als endete hier die Welt.
Christian Übl, Mitarbeiter des Nationalpark Thayatal erinnert sich: „Früher hab‘ ich oft gehört ‚In Hardegg ist die Welt aus‘.“ In der Tat war fast 40 Jahre lang an der tschechischen Grenze Endstation. „Wir fürchteten uns vor den bewaffneten Soldaten, die auf der tschechischen Seite patrouillierten. Das wirkte alles sehr bedrohlich auf uns“, denkt Christian Übl zurück und ergänzt: „Umso mehr freute es uns, als wir nach dem Fall des Vorhangs endlich unsere unmittelbaren Nachbarn kennenlernen konnten“.

Petr Lazarek (links), Mitarbeiter des Národní park Podyjí, und Christian Übl vom Nationalpark Thayatal freuen sich über die gute Zusammenarbeit zwischen den Österreichern und Tschechen.

Petr Lazarek (links), Mitarbeiter des Národní park Podyjí, und Christian Übl vom Nationalpark Thayatal freuen sich über die gute Zusammenarbeit zwischen den Österreichern und Tschechen.

Heute verbinden die Tschechen und Österreicher nicht nur viele Freundschaften, sondern auch der grenzüberschreitende Naturschutz. Und von der „alten Welt“ sind nur noch Reste zu finden, die wir bei der Exkursion auch aufstöberten. „Diesen Abschnitt des Zaunes haben wir erst vor wenigen Jahren entdeckt“, erklärt Petr Lazarek, ein Mitarbeiter des NP Podyjí. Wir überqueren einen Blockhaldenhang, um an das Stückchen Vergangenheit zu gelangen. Hier ist der Zaun – wenn auch schon recht verwittert – stehen geblieben. An anderen, leichter zugänglichen Stellen, wurde der Zaun bereits gänzlich abgebaut. Dort erinnert nur noch eine schmale unbewachsene Stelle an den einstigen Verlauf, rings herum, sprießen schon jugendliche Laubbäume. Irgendwann werden auch die letzten Spuren verschwunden sein. Sind wir in Tschechien oder in Österreich? Wir sind im grenzüberschreitenden Nationalpark!

Sukzessive wird der liegen gebliebene alte Zaun auf dem Blockhaldenhang wieder überwuchert. Die Natur arbeitet sich zurück.

Sukzessive wird der liegen gebliebene alte Zaun auf dem Blockhaldenhang wieder überwuchert. Die Natur arbeitet sich zurück.

Vom Eisernen Vorhang zur Lebenslinie

Wer hätte das gedacht. Was einst Europa teilte und für Furcht und Schrecken sorgte, ist heute zur Arche der Artenvielfalt geworden. Die menschliche Tabuzone rings um den Eisernen Vorhang wurde über die Jahrzehnte zu einem Zufluchtsort für viele Tier- und Pflanzenarten. Die Natur, auch im NP Thayatal, profitierte in der Tat vom Stacheldrahtzaun.

Arche der Artenvielfalt im Schatten des Stacheldrahtzauns.

Heute zieht sich statt eines Eisernen Vorhangs ein Grünes Band durch Europa, das zum Rückgrat eines wegweisenden Naturschutz-Netzwerkes werden soll.
Und von diesem Grünen Band solltet ihr euch nun “ein Bild machen”:
Unter dem Motto „Vom Eisernen Vorhang zur Lebenslinie“ läuft über den ganzen Sommer, bis zum 30. August ein Fotowettbewerb. Fotos rund ums Grüne Band, von Landschaften, Lebensräumen, Grenzrelikten und Grenzkunst sowie natürlich auch von Menschen, Tieren und Pflanzen, die eine Verbindung zum Grünen Band haben, warten darauf umgesetzt und eingereicht zu werden. Aus den 12 besten Bildern entsteht der Kalender “Grünes Band Zentraleuropa” für das Jahr 2014!
Alle Infos dazu gibt’s hier: GreenNet Fotowettbewerb.

Vielleicht stolpert ihr bei der Motivsuche über Raritäten wie die Bunte Schwertlilie, die im NP Thayatal übrigens gerade in Blüte steht. Um zu gedeihen, braucht sie karge Trockenrasen. Entlang des Grünen Bandes findet sie dafür einige Plätzchen.

Bunte Schwertlilie