Einmal noch violett bitte!

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Das ist die Stärke der Herbstzeitlosen, Wiesen voller violett blühender Punkte zu gestalten. Und das zu einer Zeit, wenn die meisten anderen Pflanzen schon an Winterschlaf denken.
So schön die zu den Liliengewächsen zählenden Pflanzen sind, so giftig sind sie aber auch. Schon weniger als ein Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht würde sich für einen Menschen lebensgefährlich auswirken. Das Zellgift Colchicin verhindert die richtige Zellteilung und führt zu Zellen mit doppeltem Chromosomensatz. Unglaublich wie tödlich ein harmlos wirkendes Pflänzchen sein kann!

Wer mehr zur Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) herausfinden möchte, wie sie sich etwa vom Herbstkrokus unterscheidet, welchen sagenhaften Ursprung ihr Name hat und woher die Samen so plötzlich im Frühjahr kommen, kann hier im NP Thayatal Blog nachlesen.

Tipp: Auf der Einsiedlerwiese stehen die Chancen gut, die violett blühenden Herbstboten zu bestaunen.

CSI Biber

Der Biber ist mittlerweile im Nationalpark Thayatal zu finden. Wie er sich dorthin vorgearbeitet hat, könnt ihr hier nachlesen.

Der Biber ist mittlerweile auch im Nationalpark Thayatal beheimatet. Wie er sich dorthin vorgearbeitet hat, lässt sich im NP Thayatal Blog nachlesen.

Die ersten Spuren im Nationalpark Thayatal ließen sich 2011 nachweisen. Wo? – Im Bereich des Umlaufbergs, bei der Kajabachmündung in die Thaya. Etwas später dann auch bei der Einsiedlerwiese. Der Biber (Castor fiber) hat sich vorgearbeitet!
Vor allem im Spätwinter 2013 deuten zahlreiche Nagespuren bei der Großen Umlaufweise auf seine Anwesenheit hin.
Der ultimative Beweis folgte noch im selben Jahr, genauer gesagt am 26. April. Barbara Hauser, die Wirtin des Gasthofs Hammerschmiede konnte via Handyfoto einen der großen Nager an der Fugnitz in Hardegg festhalten.
Die ganze Geschichte, wie es die Biber von Tschechien ins österreichische Thayatal geschafft haben,  könnt ihr hier nachlesen!

Die “verdrehte” Pflanze

Sie ist ein fragiles Pflänzchen mit zartvioletten Blütenblättern, die zu einer Zeit erscheinen, wenn die meisten anderen Pflanzen schon längst auf Rückzug eingestellt sind. Im Herbst, von August bis Oktober, blühen die Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) am liebsten auf etwas fetteren, sprich nährstoffreichen Wiesen wie etwa dem oberen Teil der Einsiedlerwiese.

Wenn die meisten anderen Pflanzen bereits auf Rückzug eingestellt sind, erscheint die Herbstzeitlose.

Wenn die meisten anderen Pflanzen bereits auf Rückzug eingestellt sind, erscheint die Herbstzeitlose. Sie blüht von August bis Oktober.

Wie man auf Nummer sicher geht, dass es sich auch wirklich um eine Herbstzeitlose handelt?
Einfach die Staubblätter zählen. Der Herbstkrokus, der nämlich ebenfalls im Herbst blüht, besitzt nur drei Staubblätter, die Herbstzeitlose dagegen sechs Stück. Alles klar also.

Die Herbstzeitlose wird zu den Liliengewächsen gerechnet und ist die wohl bekannteste der ca. 65 Arten der Gattung Colchicum.
Woher der Name kommt?
Der wissenschaftliche Name Colchicum leitet sich aller Wahrscheinlichkeit nach von der sagenumwobenen Landschaft Kolchis ab, die an der Ostküste des Schwarzen Meeres im heutigen Georgien liegt. Die aus der griechischen Mythologie bekannte Zauberin Medea soll einst neun Nächte lang Kräuter für einen Zaubertrank gesammelt haben, um damit ihren Schwiegervater zu verjüngen. Der Sage nach seien von diesem Zaubertrank einige Tropfen auf die Erde gefallen und et voilà, die Herbstzeitlose war geboren.

Eine reichlich tückische Pflanze, denn so schön sie ist, so giftig ist sie auch. Alle Teile der Pflanze enthalten das Alkaloid Colchicin, das auch als das „pflanzliche Arsen“ bezeichnet wird.
Wie es wirkt?
Als Zellgift greift es in den Prozess der Zellteilung ein. Normalerweise, wenn sich Zellen vermehren, wird zunächst das Erbgut in der Zelle verdoppelt. Danach „wandert“ je ein Chromosomensatz zu den beiden Zellpolen, die Zelle teilt sich und es entstehen zwei neue Zellen mit korrekter Chromosomenanzahl. Colchicin verhindert dies, weshalb es zur Enstehung von Zellen mit doppeltem Erbgut kommt. Das geht selbstverständlich nicht lange gut. Schon weniger als ein Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht wirkt sich lebensgefährlich aus.

Also, besser nicht probieren. Die Blüten zu verkosten, auf diese Idee kommt vermutlich sowieso niemand, aber bei den im Frühjahr erscheinenden Laubblättern gibt es hin und wieder Verwechslungspotenzial mit dem schmackhaften Bärlauch. Der Blogbeitrag vom April 2014 verrät Euch, was die entscheidenden Unterschiede zwischen Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitloser sind.

Und was verbirgt sich, gut verhüllt, zwischen den Laubblättern?
Die Frucht der Herbstzeitlosen. Eine Kapselfrucht mit dunklen Samen, welche übrigens ebenfalls hochgiftig sind und in erster Linie von Ameisen verbreitet werden.
Und wie bitte konnten sich diese Samen entwickeln?
Sicher in der Erde. Während der Blüte im Herbst bestäuben Hummeln, Bienen und Käfer die Pflanze. Gelangt das Pollenkorn erfolgreich auf den weiblichen Griffel, muss es eine lange Reise antreten. Acht bis dreißig Zentimeter ist der Stängel, auf dem die zartvioletten Blüten sitzen, lang. Doch eigentlich ist es kein Stängel, sondern es handelt sich um eine von Blütenblättern geformte, verwachsene Röhre. Diese gilt es für das kleine Pollenkorn zu durchwandern, um an den verborgen in der Erde liegenden Fruchtknoten zu gelangen. Erst dort findet die eigentliche Befruchtung statt. Läuft alles glatt, erscheinen im nächsten Frühjahr die dunklen Samen, umhüllt von den ledrig grünen Laubblättern.

Der Trailer

Jetzt ist er da. Der nigelnagelneue Nationalpark Thayatal Trailer!

Er packt die ganze Pracht des Thayatals in knappe zweieinhalb Minuten. Einmalige Landschaften, fantastische Ausblicke und bezaubernde Lichtstimmungen kommen ebenso vor wie die tierischen und pflanzlichen Stars des Nationalparks. Spannende Zeitraffer-Aufnahmen inklusive.
Wir sind der Meinung, dass sich kein Naturliebhaber diesen Trailer entgehen lassen sollte! So viel Natur auf so kleinem Raum, das ist schon was ganz Besonderes.
Deswegen bitten wir Euch, die Kunde vom neuen Trailer eifrig weiterzuverbreiten, auf Social Media Foren zu teilen, liken etc. Spread the word :)

Vielen Dank an Marc Graf Photography für die tolle Umsetzung.

Wenn die Wiesen wieder blühen

Was im Frühling der Waldboden, das sind im Sommer die Wiesen. Mit einem Wort: bunt!
Margeriten, Glockenblumen, Kuckucks-Lichtnelken, Witwenblumen, Hahnenfuß, Wiesen-Bocksbart, Johanniskraut, Schafgarbe, sie alle und viele mehr bereichern die Fettwiesen des Nationalparks, die nährstoffreichen Wiesenstandorte.
Wer sich diese Pracht nicht entgehen lassen möchte, der sollte am besten noch dieses Wochenende für einen Ausflug in den Nationalpark nutzen. Denn vor allem im frühsommerlichen Juni sind die Wiesen des Thayatals eine wahre Augenweide. Aber bereits ab 15. Juni tickt ihre Uhr. Ab diesem Datum steht nämlich der „Friseurtermin“ unmittelbar bevor. Fettwiesen werden im NP Thayatal zweimal pro Jahr gemäht (Trockenrasen nur einmal). Der Grund: Ohne Mähen würden die Wiesen verbuschen und der Wald wieder Überhand nehmen. Was tragisch wäre, denn die größtenteils durch Beweidung entstandenen Wiesenflächen des NP Thayatal sind ausgesprochen wertvolle Lebensräume. Die Hälfte aller NP-Thayatal-Pflanzenarten, Hunderte Schmetterlings- und über 40 Heuschreckenarten haben hier ihr Zuhause.

Damit sich die Samenanzahl im Boden erhöht und die tierischen Bewohner auch nach der Mahd ein Zuhause und eine Nahrungsgrundlage vorfinden, bleibt immer ein Fünftel der Wiese stehen. Jedes Jahr ein anderes Eck. Übrigens auch eine einfache Methode, um für Artenvielfalt im eigenen Garten zu sorgen!
Die Chancen Umlauf- oder Einsiedlerweise – trotz Mähstart – auch dieses Wochenende noch in ihrer ganzen Pracht zu erleben, stehen auf jeden Fall gut, denn nicht alle Wiesen werden gleichzeitig gemäht. Außerdem bleibt ein Teil ja stehen … und über den Sommer werden sich die Wiesen ein weiteres Mal entfalten!