Weg vom Computer, hinein in den Wald!

Vom 16. bis 21. Juli ist es wieder soweit. Das Junior Ranger Camp öffnet seine Pforten für naturbegeisterte Jugendliche. Nationalpark-Rangerin Resi Markut, die in der Vergangenheit bereits mehrmals die Camps betreut hat, schätzt „die Ferienstimmung, die während des Camps herrscht“. Und Teilnehmer Luis aus Wien bringt’s auf den Punkt: „Das ist unser Nationalpark und hier haben wir Spaß!“

Auch heuer findet das beliebte Junior Ranger Camp wieder im Nationalpark Thayatal statt. Bis zum 20. Juni kann man sich noch anmelden!

Auch heuer findet das beliebte Junior Ranger Camp wieder im Nationalpark Thayatal statt.

Eine Woche lang bekommen die Junior Ranger Einblicke hinter die Kulissen des Nationalparks, lernen ihn intensiv – auch abseits der normalen Wege – kennen, üben sich im Orientieren mit und ohne Kompass, meistern die Kunst des Feuermachens, bauen einfache Unterstände oder finden heraus, welche Pflanzen essbar sind.
Und sie können vor allem auch selbst schon ein wenig Ranger sein, Junior Ranger eben. Das bedeutet, dass sie an praktischen Arbeiten im Nationalpark etwa im Bereich des Naturraummanagements teilnehmen. Auch wenn die Natur im Nationalpark sich frei entfalten kann, gibt es Bereiche und Lebensräume, wo bestimmte Pflege- und Naturschutzmaßnahmen gesetzt werden müssen, beispielsweise um das Verbuschen von Trockenrasen zu vermeiden. Heuer geht’s beim Naturraummangement dem Springkraut an den Kragen. Warum, das erfahrt ihr beim Camp.

Einen Tag „Naturraum Managen“ zählt genauso zu den Konstanten des Junior Ranger Camps wie die Übernachtung im Freien. „Das ist für alle immer etwas ganz Besonderes, denn normalerweise ist das Übernachten im Nationalpark ja nicht erlaubt“, sagt Claudia Waitzbauer, die für die Umweltbildung im Nationalpark zuständig ist.

Abgesehen von diesen Dauerbrennern, wird das Programm aber jedes Jahr komplett neu gestaltet. U. a. konnten sich die jungen Ranger etwa schon im Baumklettern üben, selber ein Floß bauen oder – außerhalb des Nationalparks – Kanufahrten unternehmen. Heuer können sich die jungen Teilnehmer ihre Baumeister-Künste verfeinern, sie tauchen in die Fluten des Stausees bei Vranov ein oder erfahren wie die Sechsbeiner ticken.

Die Konstanten des Junior Ranger Camps sind die Übernachtung im Freihen und ein Tag Naturraummanagement. Abgesehen davon wird das Programm jedes Jahr komplett neu gestaltet.

Die Konstanten des Junior Ranger Camps sind die Übernachtung im Freien und ein Tag Naturraummanagement. Abgesehen davon wird das Programm jedes Jahr komplett neu gestaltet.

Claudia Waitzbauer weiß, was das Camp außerdem so speziell macht: „Wir haben immer kleine Gruppengrößen, es sind nie mehr als 15 Kinder am Camp beteiligt und immer zwei Nationalpark-Ranger für die Betreuung zuständig.“ Überhaupt können Kinder und Jugendliche im NP Thayatal an einer ganzen Nationalpark-Ausbildungsreihe teilnehmen. „Wir starten ab 2,5 Jahren mit den Waldzwergen, dann geht’s weiter mit den Naturforschern, als nächstes folgen die Nationalparkchecker und schließlich ab 13 Jahren die Junior Ranger“.

Und von den Junior Rangern ist es eigentlich nur mehr ein kleiner Schritt zum „ausgewachsenen“ Ranger. Tatsächlich entscheiden sich immer wieder Junior Ranger für die spätere Ausbildung zum offiziellen Nationalpark-Ranger. Der 19-jährige Paul Kippes ist einer von ihnen: „Was mir besonders imponiert hat, war die Art und Weise, wie die Ranger mit uns jungen Leuten im Camp umgegangen sind. Ich hoffe, dass ich das selbst einmal so gut hinbekomme.“ Außerdem fand er „das Programm super, genau richtig für unser Alter.“ „Und das beste war, obwohl wir uns zu Beginn nicht kannten, waren wir zum Schluss eine eingeschworene Einheit.“

Überhaupt gibt es sehr viele positive Rückmeldungen von Kindern und Eltern gleichermaßen. Und immer wieder kommt es vor, dass Jugendliche gleich alle drei Jahre, von 13 bis 15, beim Junior Camp dabei sind.
Thomas aus Laa/Thaya ist einer dieser „Wiederholungstäter“, der das Junior Camp 2014 folgendermaßen resümiert. „Das Junior Ranger Camp hat mir eine weitere sehr schöne Woche bereitet. Die Betreuer gestalten es wirklich großartig und wenn ich nächstes Jahr Zeit habe, werde ich sicher wieder vorbeikommen.“

Du bist noch nicht dabei gewesen? – Dann ist es aber höchst an der Zeit!

Eckdaten zum Junior Ranger Camp 2017:
Dauer: Sonntag, 16. Juli bis Freitag, 21. Juli
Für Jugendliche ab 12 Jahren.
Kosten: € 250,-
Begrenzte Teilnehmerzahl!
Sämtliche Infos dazu gibt es auch hier.

Klassenzimmer Nationalpark

Wie lebt der Schwarzstorch, was macht ein Flusskrebs so den ganzen Tag und was lässt sich über die Wildkatze alles in Erfahrung bringen? Wo tummeln sich Bachflohkrebse und in welchen Gemäuern verstecken sich Fledermäuse? Welcher pH-Wert kann im Kajabach gemessen werden, wo gibt es noch Überreste des Eisernen Vorhangs und wie kann man sich eigentlich in der Wildnis orientieren, Feuer machen, essbare Pflanzen identifizieren und sich selbst ein regenfestes Lager bauen? Und um welche Tierspuren handelt es sich hier noch mal?

All diesen Fragen und noch vielen mehr können Schulklassen vom 1. bis zum letzten Schuljahr für einen halben Tag, einen ganzen Tag, mehrere Tage oder eine ganze Projetkwoche auf den Grund gehen. Das komplette Angebot gibt es in der Schulbroschüre 2015 des Nationalparks Thayatal nachzulesen, die auch schon für die Kleinsten – im Kindergarten – ein Programm in petto hat.

Schulbroschuere

Ab nächstem Jahr gibt es zudem einige neue Naturerlebnisse. So können Kids nun in einem Bionik-Schwerpunkt erfahren, was Baggerschaufeln mit Maulwurfskrallen oder Spitzzangen mit Spechten zu tun haben. Und sie können einen intensiven Kurs in Sachen Wildnis erleben. Beim neuen WaldWildnisCamp geht’s mit Kompass und Karte in den Wald, wo die Schulklassen am Nationalpark-Lager weiterbauen und die Nacht unterm Sternenhimmel verbringen. Auf diese Weise kann Natur (wieder) hautnah erlebt werden.

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Abenteuer im Nationalpark Wald.

Viele Natur-Abenteuer finden freilich draußen statt, es gibt aber auch Indoor einiges zu erleben, etwa in der Naturforscherwerkstätte. Hier lassen sich die Beobachtungen aus der Natur prima vertiefen. Mikroskope geben Einblick in die faszinierende Welt des Kleinen und mit Experimenten kann man Naturphänomene veranschaulichen. Selbst ausprobieren ist die Devise.

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In der Naturforscherwerkstätte lautet das Motto: Selbst ausprobieren!

Mit von der Partie sind stets unsere erfahrenen NP Ranger, die Euch als Augenöffner sowohl das Bekannte als auch das Unbekanntere und Unscheinbare näherbringen. Sie lassen Euch selbst aktiv werden und geben Euch die Chance all Eure Sinne zu nutzen. Also, nichts wie los, entdecken, forschen, fragen!

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Gemeinsam lässt sich alles erreichen.

Wie kommt man nun an die neue Schulbroschüre? „Rund um die Semesterferien verschicken wir an Schulen in Niederösterreich und Wien die 24-seitige Broschüre“, erklärt Claudia Waitzbauer, die für Umweltbildung im Nationalpark zuständig ist. Und sie ergänzt: „Außerdem kommen wir auch selbst an die Schulen, um unsere Programme direkt vor Ort vorzustellen. Wer Interesse daran hat, einfach bei uns melden!“

Wer nicht solange warten möchte, kann die Broschüre übrigens auch gleich hier downloaden oder kostenlos über die Verwaltung des Nationalparks bestellen:
Telefon: +43 (0) 2949 / 7005 – 0
Email: office@np-thayatal.at

Emsig durch den Winter

Zwischen 2. November und 21. März hat das Nationalparkhaus jedes Jahr geschlossen. Fragt sich nur, was tun die Nationalpark-Mitarbeiter eigentlich in dieser Zeit? Halten sie denn gar „Winterruhe“? Nein, sie sind besonders emsig! Denn in der Tat gibt’s während der kalten Zeit des Jahres eine ganze Menge zu tun.

Allein schon wegen Frieda und Carlo, den beiden Wildkatzen, die im Nationalparkhaus ihr Zuhause haben. Die beiden wollen klarerweise jeden Tag gefüttert werden. Und im heurigen Winter steht noch dazu ein gewichtiges Bauprojekt an, was vielen Besuchern jetzt schon die Vorfreude auf ein Wiedersehen im Frühjahr vergrößern dürfte. Denn das Wildkatzengehege wird um einen 200 m² großen Zubau erweitert! Ein Stückchen Wald wird somit bald Teil des Lebensraums von Frieda und Carlo sein.

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Nicht mehr lange, dann wird das Wildkatzengehege um gute 200 m² anwachsen. Im Winter werken die NP-Mitarbeiter eifrig am Zubau.

Neben den Wildkatzen sind es vor allem auch die Besucher- und Schulprogramme für das kommende Jahr, die die Nationalpark-Mitarbeiter nun auf Trab halten. Christian Übl: „Momentan tüfteln wir gerade an den Programmschwerpunkten für das kommende Jahr“. So viel darf schon verraten werden: Die Wildkatzen werden auch im nächsten Jahr einen wichtigen Part einnehmen. Der Startschuss fürs Besucherprogramm 2015 fällt wieder um die Osterzeit.

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Wer wird es wohl 2015 aufs Titelbild schaffen? In den kommenden Wochen wird sich das entscheiden.

Speziell für Schulen gibt es neben dem Besucherprogramm immer auch eine extra Schulbroschüre. „Wir verschicken die 24-seitige Broschüre rund um die Semesterferien“, erklärt Claudia Waitzbauer. Im nächsten Jahr warten auf die Schulen viele neue Angebote wie etwa das Thema Bionik. Außerdem gibt es einige neue Packages für Mehrtages-Aufenthalte im Nationalpark. Im Wald-Wildniscamp bekommen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, die Natur unmittelbar zu erfahren: Sie übernachten im Wald! „Außerdem bemühen wir uns im nächsten Jahr um das Umweltzeichen für außerschulische Bildungseinrichtungen“, ergänzt Claudia Waitzbauer. Wir drücken die Daumen!

Parallel finden im Winter immer auch wissenschaftliche Erhebungen und Studien statt. Heuer liegt der Fokus auf Schwarzstorch- und Seeadler-Beobachtungen. Das Projekt dazu läuft bereits seit Ende März dieses Jahres und soll im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden. Erste Teil-Ergebnisse zu den Schwarzstörchen könnt Ihr übrigens bereits im Blogbeitrag “Schwarzstorch gesucht” nachlesen). Wir halten Euch auf dem Laufenden.

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Der Schwarzstoch – momentan im wohlverdienten “Winterurlaub” – steht neben dem Seeadler im Visier wissenschaftlicher Untersuchungen.

Und trotz geschlossener Nationalpark-Türen stehen sogar ein paar Veranstaltungen im November an. Am 20. November findet das alljährliche Nationalparkforum statt. Nationalpark-Direktor Ludwig Schleritzko ist nun ein Jahr in seinem Amt. Anlässlich des Forums zieht er eine erste Bilanz, definiert Schwerpunkte für das kommende Jahr und erklärt, über welche Erfolge er sich besonders freut und welche Herausforderungen noch gemeistert werden müssen. Besucher sind herzlich dazu eingeladen!

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Nationalpark-Direktor Ludwig Schleritzko (Bildmitte) mit einigen Mitarbeitern des NP-Thayatal. Beim Nationlparkforum am 20. November zieht er seine erste Bilanz und blickt auch schon in die Zukunft.

Auch zum Adventmarkt am 29. und 30. November, jeweils von 13:00 bis 19:00 Uhr, wollen wir Euch einladen. Dort gibt’s einen kleinen Einblick in die weihnachtlichen Bräuche und Traditionen unserer tschechischen Nachbarn. Worauf kann man sich freuen? – Kulinarische Köstlichkeiten, Musik, Lesungen, Kunsthandwerk und ein spezielles Kinderprogramm. Lasst Euch das nicht entgehen!

Schließlich – damit den Nationalpark-Mitarbeitern auch garantiert nicht langweilig wird ;) – arbeiten sie auch noch emsig daran, die Zusammenarbeit mit den anderen heimischen Nationalparks zu intensivieren. Ziel dieses Projektes: Mehr Aktivitäten gemeinsam anbieten.

Winterzeit ist eben Arbeitszeit! … Damit auch in der nächsten Saison wieder alles wie am Schnürchen läuft.

Hoffnungsschimmer für den Edelkrebs

Vor einigen Jahrzehnten noch in praktisch allen Bächen und Flüssen Österreichs beheimatet, kommt der Edelkrebs heute nur mehr gelegentlich in kleineren Fließgewässern vor. Aus den breiten Strömen wie Donau, Enns und Mur sind die größten heimischen Flusskrebse längst verschwunden. Die verbliebenen leben nun hauptsächlich in Seen.

Geschätzte 100 Edelkrebs-Populationen gibt es in Österreich noch.

Flusskrebs-Experte Reinhard Pekny schätzt, dass es noch ungefähr 100 Edelkrebs-Populationen in Österreich gibt, der Großteil davon im Bundesland Kärnten, das Niederösterreich als Verbreitungs-Hotspot abgelöst hat.
Biologin Claudia Waitzbauer ergänzt: „Der Nationalpark Thayatal ist einer der extrem wenigen Standorte in Niederösterreich bzw. in Österreich überhaupt, wo eine gesunde Edelkrebs-Population nach wie vor in Fließgewässern vorkommt.“ Die Biologin registriert jedes Jahr die Flusskrebssichtungen im Nationalpark. Um den Bestand im Kajabach zu sichern, hat der NP Thayatal auch extra die Teiche im Oberlauf des Baches angepachtet. „Heuer ist der Wasserstand aufgrund der geringen Niederschläge leider sehr niedrig. Das ist eine schwierige Situation für die Edelkrebse, die nun um jedes Versteck stark kämpfen müssen“, berichtet Claudia Waitzbauer.

Doch wie kam es überhaupt soweit, dass der Edelkrebs nur noch an wenigen Rückzugsorten wie dem Nationalpark Thayatal vorkommt? – Das liegt zum einen an Pestiziden und Düngemitteln, die durch die intensivierte Landwirtschaft verstärkt in die Flüsse gelangten, zum anderen auch vor allem an der sogenannten Krebspest.
Hinter diesem Namen verbirgt sich ein mikroskopisch kleines Lebewesen, vermutlich ein Algenpilz, der sich im 19. Jahrhundert von Italien aus über ganz Mitteleuropa ausgebreitet hat; aller Wahrscheinlichkeit nach als blinder Passagier im Ballastwasser von Schiffen. Das brachte die heimischen Krebsbestände zum Schrumpfen und verschlimmerte sich noch mehr als nordamerikanische Flusskrebse wie Kamber- und Signalkrebs zur vermeintlichen Bestandsstützung eingebürgert wurden. Die Amerikaner können nämlich zeitlebens – ohne selbst an der Krebspest zu erkranken – den Algenpilz in sich tragen. Für den Edelkrebs und andere heimische Krebsarten sind sie deshalb tickende Zeitbomben, die auch noch zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Im Nationalpark Thayatal haben die Edelkrebse Glück, hier gibt es weder Signalkrebse noch die Krebspest.

Aber auch dort, wo die Krebspest momentan grassiert, besteht Grund zur Hoffnung, denn aktuelle Forschungsergebnisse lassen aufhorchen: „Das erste Mal seit 150 Jahren gibt es Edelkrebse, die gegen die Krebspest immun sind“, freut sich Reinhard Pekny und ergänzt: „Sie haben sich schneller angepasst als wir erwartet haben.“
Das sind außerordentlich gute Nachrichten. Aber fällt der Natur auch ein „Gegenmittel“ ein, um den Signalkrebs einzudämmen, der sich rascher auszubreiten und erfolgreicher zu vermehren vermag als der Edelkrebs? – Möglicherweise. Denn der Edelkrebs ist Träger des einzelligen Parasiten Psorospermium haeckeli, der ihm selbst nichts zuleide tut. Gerät der Parasit jedoch an einen Signalkrebs, der noch dazu den Krebspesterreger in sich trägt, bricht die Krankheit beim Signalkrebs plötzlich doch aus.
So schnell lässt sich der Edelkrebs also nicht unterkriegen!

Nationalpark Thayatal Biologin Claudia Waitzbauer beim Vermessen eines Edelkrebses.

Nationalpark Thayatal Biologin Claudia Waitzbauer beim Vermessen eines Edelkrebses.