Was heißt hier “tot”?

„Bei Euch schaut’s aber schon unaufgeräumt aus!“- Wer sich das beim Wandern durch die Thayatal-Wälder denkt, dem sei gesagt: Willkommen in der Natur! Totholz gehört in den natürlichen Zyklus von Werden und Vergehen und ist darüber hinaus überlebenswichtig. Anstatt Totholz würde das Prädikat „Lebendholz“ eigentlich viel besser passen, denn obwohl abgestorbene Bäume selber nicht mehr wachsen, sind sie doch voller Leben. Voller sogar als zu ihren „aktiven Zeiten”!TT_MGraf_00333_c

Warum? – Weil Totholz ein Multifunktions-Kunstwerk ist. Es schafft kurzfristige Verstecke und dauerhafte Behausungen für Eidechsen, Mäuse, Reptilien oder Amphibien. Es fungiert als Buffet für Pflanzen, Pilze, wirbellose Tiere und Insekten, schafft Sitzwarten für Greifvögel und ist das Rohmaterial für neue Brutplätze. Zudem sorgt es als Wasserspeicher für ein angenehm feuchtes Kleinklima und stellt sicher, dass dem Wald die Nährstoffe nicht ausgehen. Keine schlechte Bilanz für etwas, das „einfach nur rumliegt“.

Wer genauer wissen möchte, wie das Totholz den Wald im Gleichgewicht hält und welche Tiere besonders stark darauf angewiesen sind, der sollte sich den Blogbeitrag „Tot, aber voller Leben“ nicht entgehen lassen!