Pilzzeit

Der Regen der vergangenen Wochen hat einige von ihnen hervorgelockt. Und mitunter muss man im NP Thayatal gar nicht weit schweifen, um auf einen spannenden Vertreter ihrer Zunft zu stoßen. Der Wurzelnde Bitterröhrling (Boletus radicans), eine mykologische Seltenheit bei uns, gedeiht gerade in unmittelbarer Nähe zum Nationalparkhaus.

Dieser Pilz, der zwar nicht giftig, aber ungenießbar ist, gehört zur bekannten Gruppe der Dickröhrlinge, die das klassische Bild vom Pilz erfüllen: Auf einem dicken, bauchigen Stiel sitzt ein mitunter ausladender Pilzhut.
Der Hut des Wurzelnden Bitterröhrlings ist zwar nicht ganz so ausladend, aber sein schmackhafter Verwandter, der Sommer-Steinpilz kann schon mit einer imposanten „Behütung“ aufwarten. Eine Verwechslung ist so gut wie ausgeschlossen. Sollte sie doch geschehen, ist das nicht weiter schlimm, nur geschmacklich bitter. Der Name hält, was er verspricht ;)
Verwandt ist der Bitterröhrling allerdings auch mit dem giftigen Satans-Röhrling. Während der Stiel des Satans-Röhrlings jedoch stark rot überlaufen ist, weist der Stiel des Bitterröhrlings eine hellgelbe Farbe auf. Daran können die beiden Arten gut voneinander unterschieden werden.

In den Wäldern des Nationalparks Thayatal ist eine Pilzvergiftung aber in jedem Fall ausgeschlossen, denn es gilt kategorisches Sammelverbot. Pilze erfüllen wichtige ökologische Funktionen und die können eben nur dann erhalten bleiben, wenn sie nicht in der Bratpfanne landen. Doch dazu mehr im nächsten Monat …
Und, welche Pilze habt ihr bei eurem letzten Besuch im Thayatal ausfindig gemacht?

Zerschneidet man den Wurzelnden Bitterröhrling beginnt sich das Pilzfleisch an den Schnittflächen blau zu verfärben.

Zerschneidet man den Wurzelnden Bitterröhrling beginnt sich das Pilzfleisch an den Schnittflächen blau zu verfärben.