Oh Tannenbaum…

Jedes Jahr werden in Österreich rund 2,45 Millionen Christbäume aufgestellt. Über 65 Prozent davon gehen auf das Konto der Nordmann-Tanne, dem unangefochtenen Lieblings-Weihnachtsbaum der Österreicher. Abgesehen davon, dass sie zu diesem Zweck plantagenmäßig bei uns angepflanzt wird, kommt die Nordmann-Tanne in unseren Wäldern nicht vor.

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Es gibt auch eine heimische Tannen-Art bei uns, die Weiß-Tanne.

Dennoch gibt es in unserem Land eine heimische Tannen-Art, und zwar die Weiß-Tanne (Abies alba). Reine Weiß-Tannenwälder finden sich allerdings weder bei uns noch andernorts bzw. sind ausgesprochen selten. Wenn, dann mischt sich die Tanne unter Fichten oder Rotbuchen, hat aber gegenüber diesen oft das Nachsehen. In höheren Lagen kann sich häufig die Fichte besser durchsetzen, da sie frosthärter und insgesamt kälteresistenter ist, während in tieferen Lagen die Rotbuche mit ihrem schnelleren Jugendwachstum punktet. Die Tannensprösslinge gehen es zwar langsamer an, dafür können sie auch auf vernässten und schweren Waldböden gedeihen und diese mit ihren tief reichenden Pfahlwurzeln stabilisieren.

Leider haben Weiß-Tannen in unseren Wäldern schon Seltenheitswert. Von Haus aus sind sie nur in geringen Zahlen vertreten, weswegen sich negative Einflüsse viel rascher auswirken. Hohe Wildbestände haben etwa zu großen Verbissschäden geführt. Vielerorts wurden die Tannen-Bestände übernutzt bzw. von der Forstwirtschaft, die vor allem auf die Fichte setzt, links liegen gelassen. Und als schadstoffempfindlichste heimische Baumart hat sie etwa mit Schwefel-Emissionen stark zu kämpfen.

Im Nationalpark Thayatal kommen nur wenige Nadelbäume vor, und zwar Rot-Föhre, Wacholder, Eibe und – ja genau – auch die Weiß-Tanne. Aber auch in den naturnahen Thayatal-Wäldern gedeihen sie nicht im Überfluss. Nur wenige alte, stattliche Tannen finden sich an der Thaya. Nationalparkförster Wolfgang Riener erklärt: „Im Gegensatz zur Fichte findet die Tanne in manchen Bereichen des Thayatals gute Bedingungen. Vor allem in den kühleren und feuchteren Seitentälern gibt es einige Standorte. So ist zum Beispiel im Fugnitztal der alte Flurname ‚Tannenwald‘ erhalten geblieben.“

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Seit einigen Jahren gibt’s Grund zur Freude im Nationalpark Thayatal: Tannen-Jungbäume wurden gesichtet!

Altbäume ja, aber von Jungbäumen gab es lange Zeit keine Spur. Bis vor ein paar Jahren. Auf einigen der Umwandlungsflächen – wo einst Wirtschaftswälder standen, die nun langsam wieder in die natürliche Waldvegetation zurückgeführt werden – entdeckten die Nationalpark-Mitarbeiter plötzlich „Nachwuchs“. Junge Tannen sind hier aufgekommen und geben ein deutliches Lebenszeichen von sich. So schnell lässt sich die Tanne nicht unterkriegen!

Tanne oder Fichte?
Vielen fällt die Unterscheidung schwer. Dabei ist es ganz einfach: Sind die Nadeln spitz, schmal und stechen leicht? Dann haben wir es mit einer Fichte zu tun. Sind sie vorne abgerundet, insgesamt breiter und weicher? Dann ist es eine Tanne.
Außerdem hilft ein Blick auf die Unterseite der Nadeln. Dort finden sich bei Tannen zwei deutliche weiße Streifen. Bei der Fichte fehlen diese „Schispuren“.
Weiters stehen die Zapfen der Tanne aufrecht, während jene der Fichte hängen und im Ganzen abfallen. Bei der Tanne lösen sich die Zapfen auf und die Samen und Deckschuppen schweben zu Boden. Man spricht zwar oft von Tannenzapfen, im Wald findet man sie jedoch nur sehr selten!

2 Gedanken zu “Oh Tannenbaum…

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