Die Krux mit dem Frühlingsbeginn

Der eine beharrt auf dem 1. März, der nächste ist sich sicher, es muss der 21. März sein. Oder ist es doch der 20.? Aber was ist mit den Weiden- und Haselkätzchen, die oft schon früher blühen? – Wann fängt denn der Frühling nun an? Die Antwort: Das hängt von der Perspektive ab :)

Mit dem 1. März liegt man jedes Jahr richtig, zumindest wenn man den meteorologischen Frühlingsanfang meint. Denn dieser fällt auf der Nordhalbkugel immer auf den 1. März. Und wer bestimmt das? Die Statistiker. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat nämlich befunden, dass es schlicht und ergreifend praktischer ist, den Beginn einer Jahreszeit am Monatsersten festzulegen. Auf diese Weise lassen sich Statistiken wie zum Beispiel Monatsmittelwerte leichter eruieren und Klimavergleiche einfacher anstellen.

Zum meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März kann vielerorts auch noch Schnee liegen.

Zum meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März kann vielerorts noch Schnee liegen.

Kniffliger wird es da schon mit dem astronomischen Frühlingsanfang, denn der variiert von Jahr zu Jahr. Im gegenwärtigen Jahrhundert findet er – abhängig u. a. vom Abstand zum letzten Schaltjahr – immer am 19., 20. oder 21. März statt. Und wonach orientiert sich der astronomische Frühlingsbeginn? – Nach der Sonne und ihrer Lage zur Erde. Der Frühlingsbeginn korreliert mit dem Frühlingsäquinoktium, der Tag-und-Nacht-Gleiche, also jenem Zeitpunkt, an dem die Sonne genau über dem Äquator steht und Tag und Nacht genau gleich lang sind. 2014 ist das der 20. März!

Anfang, Mitte März sind die Bärlauchblätter am saftigsten. Zum astronomischen Frühlingsbeginn, der heuer auf den 20. März fällt, könnte man mit einer Bärlauchsuppe gerade richtig liegen.

Meist Mitte März sind die Bärlauchblätter am saftigsten. Den astronomischen Frühlingsbeginn, der heuer auf den 20. März fällt, könnte man mit einer vitaminreichen Bärlauchsuppe feiern.

Und da sich die Natur selber nicht so gern an Daten hält, gibt es auch noch den phänologischen Frühlingsbeginn, der sich ganz und gar nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen richtet. Startschuss für den phänologischen Frühling ist meist rund um den Monat März, mal etwas früher, mal etwas später. Und man spricht dabei nicht einfach vom Frühling, sondern von drei unterschiedlichen Frühlingsphasen. Der Vorfrühling startet mit der Blüte der Haselnuss und des Schneeglöckchens. Der Erstfrühling beginnt, wenn die sattgelben Forsythien ihre Blüten entfalten und Stachel- und Johannisbeeren die Obstblüte eröffnen. Und der Vollfrühling zieht ins Land, wenn die Apfelbäume wieder blühen.

Die Blüte des Schneeglöckchens kündigt - phänologisch gesehen - den Vorfrühling an und gibt gemeinsam mit den Haselkätzchen den Startschuss für eine Reihe weiterer Frühjahrsblüher.

Die Blüte des Schneeglöckchens kündigt – phänologisch gesehen – den Vorfrühling an und gibt gemeinsam mit den Haselkätzchen den Startschuss für eine Reihe weiterer Frühjahrsblüher.

Was Euch im Frühling im Nationalpark Thayatal alles „blühen“ könnte, das zeigt Euch der kurze Film zum Frühlingserwachen im NP Thayatal.
Lasst Euch das nicht entgehen!

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