Das Thayatal im Wandel der Zeiten

Petr Lazárek vom Nationalpark Podyjí über den Vergleich historischer und aktueller Bilder der Grenzregion.

Das Gebiet des heutigen Nationalparks Thayatal/Podyjí war bis ins Jahr 1918 Teil der österreich-ungarischen Monarchie. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zum Bestandteil des Deutschen Reiches und nach Kriegsende durchlebte das Gebiet turbulente Zeiten mit der Abschiebung der deutschsprachigen Bevölkerung und der Errichtung des undurchdringlichen Eisernen Vorhangs. All diese historischen Ereignisse hatten eine starken Einfluss nicht nur auf das Leben der ansässigen Bevölkerung, sondern auch auf die Landschaft und die Natur im Thayatal.

Als langjähriger Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Podyjí, überlegte ich wie es möglich wäre, diese Eregnisse am besten in Form eines Buches festzuhalten. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich in der Sammlung des Südmährischen Museums in Znaim und bei Sammlern alter Postkarten ein großes Arsenal an einzigartigem, historischem Material befindet.
Das bot die Möglichkeit, den Lesern mit Hilfe von aktuellen Aufnahmen die Veränderung besonders anschaulich zu illustrieren. Seit dem Jahr 2015 arbeitete ich am Buch „Das Thayatal im Wandel der Zeiten“ und mein Ziel war es, der breiten Öffentlichkeit das derzeitige Erscheinungsbild des Nationalparks Thayatal/Podyjí aus naturwissenschaftlicher und historischer Perspektive , vor allem in Hinblick auf die Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert, näherzubringen.

Der aufwändigste Teil der Ausarbeitung des Buchs war das Auffinden jener Standorte, von wo aus die historischen Aufnahmen entstanden sind. Einige Standorte waren nämlich fast nicht wieder zuerkennen.
Die Landschaft des Thayatals ist mittlerweile viel stärker bewaldet und die Wiesenflächen sind um einiges kleiner geworden. Ich musste deshalb bei der Erstellung der Neuaufnahmen stellenweise bis in die Baumkronen hinaufklettern, um das derzeitige Erscheinungsbild der Landschaft festzuhalten.

Wir, die Autoren des Buches, sind über das Interesse der Leser, nicht nur aus der Znaimer Region sondern vor allem jener aus Österreich, sehr erfreut.

O 220 Josef Doré - Ledové sluje u Vranova n. Dyjí, 1850, olej, plátno

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