Mit scharfem Blick über dem Thayatal

Nationalpark Ranger Robert Müllner berichtet von den Seeadlern im Thayatal

Die Winterlandschaft im Nationalpark hat seinen speziellen Reiz. Bei Wanderungen in der Natur erhält man mancherorts Ausblicke, die zu einer anderen Jahreszeit nicht möglich wären. Durch den Laubfall im Herbst eröffnen sich von anderen Wegabschnitten als üblich seltene Blicke ins Thayatal, die einen immer wieder staunen lassen. Die Winterkulisse ist kahl und die Zeit ist ruhig. So ruhig, dass man jede Bewegung und jedes Geräusch wahrnimmt. Man kann die Wanderung völlig genießen.

In dieser besonderen Zeit trifft man auch den Seeadler immer häufiger an. Im Winter sehe ich den wunderbaren Greifer sehr oft, wenn ich entlang der Thaya wandere, oder hoch von einem Felsen ins Tal blicke. Wenn anderorts viele Teiche und Seen zugefroren sind, gleitet er über dem Fluss oder sitzt auf einen Baum entlang der Thaya und wartet geduldig auf seine nächste Mahlzeit. Da die Thaya durch den Betrieb des Kraftwerkes in Frain so gut wie nicht vereist, halten sich speziell im Winter sehr viele Entenvögel und Reiher am Fluss auf. Der Seeadler, einer der größten Greifvögel Mitteleuropas mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,5 Metern, ist bei seiner Nahrung nicht sehr wählerisch. Neben Enten und Gänsen, nimmt er auch Fische, die der Wasseroberfläche zu nahe kommen und vor allem im Winter auch Aas.
Im Jänner fand wieder die Synchronzählung der Seeadler statt, wo wir im Thayatal auch zwei Adler beobachtet haben. Bei unserer Besichtigungstour die fast den ganzen Tag dauerte, haben wir etwas später noch einen riesigen Horst hoch auf einer Lärche in der Näher der Adlersichtung entdeckt. Es wäre doch wundervoll, würde dieser Horst von den zwei Adlern besetzt werden.

Wir werden den Horst und die Seeadler jedenfalls im Ranger-Auge behalten.
Im Mai gibt es bei einer Führung im Nationalpark wieder Gelegenheit, die Vogelwelt des Thayatales gemeinsam mit Nationalpark Ranger Robert Müllner besser kennenzulernen.

Termin: Sonntag, 05. Mai. 2019, 07:30h
Dauer: ca. 4h
Treffpunkt: Parkplatz Ruine Kaja

Anmeldung: Nationalpark Thayatal
Telefon: 02949/7005
E-Mail: office@np-thayatal.

Seeadler

Seeadler

Was macht der Nationalpark eigentlich im Winter?

Nationalparkmitarbeiter Christoph Milek erklärt warum die Nationalparkmitarbeiter keinen Winterschlaf halten

Wer in den letzten Wochen einmal in der wunderschönen Winterlandschaft des Thayatals spazieren war hat es sicherlich gemerkt. Man ist hauptsächlich allein und hört – nichts! Ausser dem Knirschen des Schnees, dem Plätschern der Thaya und seltenen Spechtrufen gibt es jetzt im Winter kaum akustische Ablenkung. Man hat den Eindruck, dass alles schläft. Wirklich alles?
Hier im Nationalparkbüro bei Hardegg ist jedenfalls, abgesehen von einer kurzen Pause über den Jahreswechsel, so viel los wie in einem Waldameisenhaufen im April bei Sonnenschein. Jahresprogramme werden erstellt, alte Projekte werden abgeschlossen, neue Projekte werden vorbereitet, Führungen werden geplant, Folder werden gestaltet und versendet, Kooperationen mit unseren Partnern, seien es die Medien oder unsere tschechischen Kollegen, werden gepflegt und gefördert, das stabile Wetter wird für notwendige Waldarbeiten genutzt, im Nationalparkhaus werden Neuerungen umgesetzt, selbst eine neue Mitarbeiterin dürfen wir begrüßen und einschulen.

Jedenfalls sind wir Nationalparkmitarbeiter schon voller Vorfreude auf die großen Themen in diesem Jahr: Vor 30 Jahren wurde der Teilung Europas der Rücken gekehrt und der Eiserne Vorhang ward Geschichte. Viele Hardeggerinnen und Hardegger waren damals dabei. Diesem politischen und gesellschaftlichen Durchbruch wollen wir mit besonderen Exkursionen, Festen und auch einer Ausstellung feierlich Rechnung tragen.

Das Jahr 2019 ist auch offizielles Jahr der Wildkatze, was uns zusätzlich anspornt den Lebensraumschutz für diese geheimnisvolle Europäerin in den Vordergrund zu stellen. Neben einer speziellen Ausstellung und den allseits beliebten Fütterungen unserer Wildkatzen Frieda & Carlo, widmen wir uns der weiteren Erforschung der Wildkatzenpopulation im Thayatal und werden in Zusammenarbeit mit der Plattform Wildkatze im Herbst Spezialisten und Interessierte alle Länder einladen, um bei einem Symposium über die Förderung der Samtpfoten zu sprechen.

Und natürlich scharren auch schon die Ranger in den Startlöchern, die es kaum erwarten können, gemeinsam mit Naturinteressierten wieder auf Tour zu gehen und die wilden Schönheiten des Nationalparks Thayatal zu entdecken!

Nationalpark Thayatal im Winter

Nationalpark Thayatal im Winter

Stefan Hailzl berichtet von seinem Zivildienst im Nationalpark Thayatal

WIldkatzenfütterung

Stefan Hailzl bei der Wildkatzenfütterung

Du gewinnst zwölf Monate lang wertvolle Erfahrungen, lernst neue Leute kennen und verbringst viel Zeit in der Natur. Im Nationalparkgebiet hilfst Du aktiv beim Naturraummanagement wie z. B. dem Ausschneiden von Wanderwegen, kleineren Reparatur- und Bauarbeiten und dem Mähen von Trockenrasen mit. Bei Führungen und Schulaktionen sammelst Du erste Erfahrungen im Bereich Naturvermittlung. In den Wintermonaten bist Du viel im Nationalparkhaus, erwirbst administrative Fähigkeiten und lernst, selbstständig zu arbeiten.

Während des ganzen Jahres bist Du für die Wildkatzen Frieda & Carlo und die Betreuung des Wildkatzengeheges zuständig, was jeden Tag eine schöne Abwechslung zu den anderen Arbeiten darstellt. Zudem kannst Du ein Jahr lang das Verhalten und die Persönlichkeiten der beiden Tiere erforschen. Du lernst somit auf einfache Weise Verantwortung zu tragen und Besuchern bei Schaufütterungen das Wildkatzen-Projekt des Nationalparks vorzustellen.

Im Zuge Deines Einsatzes nimmst Du beim FUJ-Begleitseminar der Jugend-Umwelt-Plattform (JUMP) teil, wo Du Freiwillige in Deinem Alter, die sich für den Sozial- und Umweltbereich interessieren, kennen lernst. Bei diesem insgesamt 20-tägigen Kurs planst und setzt Du in Kleingruppen ein Projekt um, lernst viel über Umweltthemen und Fortbildungsmöglichkeiten im Umweltbereich und kannst Dich mit den anderen Freiwilligen austauschen.

Weitere Informationen

 

 

Die Rückkehr der Wölfe – Porträt des Säugetiers des Jahres 2017

Europäischer Grauwolf (Canis lupus lupus)

Der Wolf kehrt auf leisen Pfoten auch nach Niederösterreich zurück. Ein kleines Wolfsrudel hat sich den Truppenübungsplatz Allentsteig als neue Heimat ausgesucht. Einzelgänger durchqueren auf der Suche nach einem geeigneten Lebensraum unser Bundesland. Bei diesen „Durchzüglern“ handelt es sich meistens um Jungwölfe, die bei ihren Wanderungen mehr als 1000 Kilometer in einem Monat zurücklegen können. Solche Jungwölfe wurden wahrscheinlich auch im Kamptal gesichtet. Wölfe, die zur Familie der Hunde gehören, sind sehr anpassungsfähig und können praktisch überall vorkommen, wo es Wasser und ausreichend Nahrung gibt. Und Meister Isegrim braucht ausreichend Platz für sich und sein Rudel. Mindestens 100 Quadratkilometer hat ein kleines Wolfsrevier, wobei die Größe des Reviers stark von der Anzahl der Beutetiere und der Größe des Wolfsrudels abhängt.

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Ein Wolf aus dem Tiergehege im Nationalpark Bayrischer Wald

Kein anderes Tier löst beim Menschen so eine Faszination aus wie der Wolf. Sei es die Wölfin, die Romulus und Remus gesäugt hat, die Geschichte von Franz von Assisi, der mit dem Wolf sprach oder der böse Wolf im Märchen von Rotkäppchen. Als existenzbedrohend für Hirten, Bauern und Jäger wurde er früher gesehen und daher bis zu seiner Ausrottung verfolgt und gejagt.

Stimmen diese Bilder vom Wolf oder sind es bloß menschliche Mythen? Ich denke der Wolf ist weder gut noch böse. Der Wolf ist ein Wildtier mit einem außerordentlichen Sozialleben und ein Individualist – im Verhalten und Charakter ähnlich uns Menschen. Er ist aber auch ein Raubtier vor dem man Respekt, aber keine Angst haben muss. Wir haben einfach verlernt mit dem Wolf Seite an Seite zu leben und das löst noch immer Unbehagen aus.

Wölfe sind äußerst vorsichtig und sehr neugierig und dieses natürliche Verhalten kann manchmal von Menschen falsch interpretiert werden. Dort wo wir Menschen den Wolf dulden, wird er auch künftig ein Zuhause haben und eine wertvolle Bereicherung für unser Ökosystem sein.

NÖN Kolumne, 8. Februar 2017, Wolfgang Riener

Wir suchen Namen für unseren Wildkatzennachwuchs!

Anfang Juni hat sich im Wildkatzengehege beim Nationalparkhaus im Nationalpark Thayatal Nachwuchs eingestellt. Die junge Wildkatze Frieda hatte drei Jungkatzen zur Welt gebracht, bereits Anfang Juli hatten die drei Jungkater die Wurfboxen verlassen und den Freibereich des Geheges erkundet. Eine der kleinen Samtpfoten haben wir in Anspielung an den lateinischen Namen der Wildkatze (Felis silvestris silvestris) „Silvester“ getauft. „Silva“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Wald, die Wildkatze wird auch als „Waldkatze“ bezeichnet. Naturschutzlandesrat Dr. Stephan Pernkopf hat für diese Katze die Patenschaft übernommen.

Viele Besucher haben im Gästebuch des Nationalparkhauses bereits Vorschläge für die Namen der Jungkatzen gemacht. Wir haben daraus ausgewählt und laden Sie ein, bei der Abstimmung über die Namen der Jungkatzen mitzumachen.

Wildkatzennachwuchs

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Im Nationalparkhaus wird ebenfalls über die Namensgebung abgestimmt. Die Ergebnisse werden zusammengeführt und nach Ablauf der Umfrage (14. September 2014) auf der Homepage und auf unserer Facebook-Seite veröffentlicht.

Wenn Sie unsere jungen Wildkatzen live erleben möchten, besuchen Sie unser Nationalparkhaus. Die Fütterung mit einer kurzen Filmvorführung findet im August täglich um 15.30 Uhr statt, im September und Oktober an den Wochenendtagen um 15.30 Uhr.

Willkommen im Nationalpark Thayatal BLOG

Was tut sich gerade im Nationalpark?
Was kann ich als Besucher selbst in der Natur entdecken?
Wann zieht ein Ranger wieder los und nimmt mich mit auf Erlebnistour?
Welche speziellen Angebote gibt es, die ich nicht verpassen möchte?

Auf diese Fragen finden Sie hier Antworten.
Die Mitarbeiter des Nationalparks Thayatal sowie das Natur-Reporter-Duo, Christine Sonvilla und Marc Graf, geben Einblick in Pflanzen, Tiere, Lebensräume und Besucherangebot. Im BLOG finden sich auch Tipps für besondere Naturerlebnisse und die beiden Natur-Reporter lassen sich bei ihren intensiven Erkundungen im Nationalpark über die Schulter blicken. Bis Ende des Jahres arbeiten sie an einer Multimediashow, die es 2013 zu sehen geben wird.

Und wenn Sie selbst Spannendes aus dem Nationalpark zu berichten haben, laden wir Sie dazu ein, hier Ihre Erlebnisse, Eindrücke und Wissensschätze mit uns zu teilen.
Gestalten Sie den Nationalpark Thayatal BLOG mit!

In der kommenden Zeit blicken wir uns im BLOG um, was der Sommer im Thayatal vollbringt. Wir erfahren etwa, warum Smaragdeidechsen mit der Mittagssonne nichts am Hut haben oder Dachse leicht beobachtbar sind, wenn der Wind gut steht. Wir stöbern den Siebenschläfer auf und stolpern über verführerisch leuchtende Blüten.
Eins steht fest, im Nationalpark genauso wie im BLOG tut sich immer was.
Deswegen nicht vergessen, immer wieder vorbeischauen.

Viel Vergnügen beim interaktiven Eintauchen in die faszinierende Natur des Thayatals!