Viele Hände, schnelles Ende

Bilge Su Sarikaya aus Ankara hat alles gegeben und viel erlebt

Wenn Du nach einem Ort suchst, an dem die Natur und der Himmel verschmelzen, dann ist das hier der richtige Platz für dich. Der Nationalpark Thayatal bietet eindrucksvollste Naturerlebnisse und Einblicke in die Wildnis, mitten in Europa. Ich verbrachte eine Woche im Wildkatzen Camp als Freiwillige, um den Nationalpark bei seinen vielfältigen Aufgaben zu unterstützen. Die Woche war unglaublich intensiv für mich, als naturliebende Person war dieses persönliche Experiment aber ein totaler Erfolg und unglaublich faszinierend. Eine Woche lang in Mitten der Natur zu verbringen war natürlich atemberaubend, aber ich möchte auch von der Freiwilligenarbeit selbst berichten.

Ich empfand die Arbeit für diese Art von Organisation als ein Privileg. Wir waren 11 junge Menschen aus aller Welt, sechs sehr unterschiedliche Nationen waren vertreten. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen kamen aus Polen, Spanien, Serbien, Russland, der Türkei oder sogar Mexiko. Wir alle waren aus den verschiedensten Gründen hier, aber einer davon war offensichtlich und für uns alle sehr ähnlich: Wir legen großen Wert auf Naturschutz und hatten hier die Chance einerseits einen wichtigen Beitrag zum Naturraummanagement zu leisten und gleichzeitig viel über Schutzgebiete im allgemeinen und das Thayatal im speziellen zu lernen. Bei der Trockenrasenpflege, dem Entfernen von Springkraut oder beim Ringeln von Robinien bekamen wir einen guten Einblick in die Arbeiten des Nationalparks. Und es war auch genug Raum um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und neue Freunde zu finden.

Ich habe hier so viele Dinge gelernt und erlebt, die ich ohne dieses Freiwilligencamp nicht erlebt und gelernt hätte. Ich möchte allen danken, die dies für uns Junge möglich gemacht haben und weiterhin möglich machen.

Big Five Volunteers 2018_NP Thayatal (4)

Schwarzstorch öfter gesichtet

NP Ranger Robert Müllner über Sichtungen des Schwarzstrochs

Im Nationalpark Thayatal sind heuer wieder verstärkt Sichtungen des Schwarzstorchs wahrzunehmen. Am frühen Morgen fliegt er regelmäßig von seinem Brutrevier aus zu den Fischgründen an der Thaya, wo er beim Überflug in der Nähe des Nationalparkzentrums oft zu beobachten ist.

Entlang der Thaya sucht er geduldig Nahrung für sich und seinen Nachwuchs. Beim Umlaufberg, wo er tagsüber immer wieder anzutreffen ist, steigt er bei Gefahr hoch und erkundet noch einmal vom Rabenfelsen aus die Lage auf der Suche nach einem ruhigen Platz.

Auch von den Rangerkollegen des Nationalparks Podyjí werden heuer mehr Störche beobachtet als in den vergangenen Jahren. Vielleicht hängt es von der warmen Witterung im Frühjahr ab. Möglicherweise ist aber auch der niedrige Wasserstand der Thaya, bedingt durch die wenigen Niederschläge der letzten Monate, dafür verantwortlich. Da der elegante Schreitvogel für seine Nahrungssuche niedrige Gewässer bevorzugt, dürfte er sich heuer an der Thaya besonders wohl fühlen.

Ausreichend Nahrung ist für den Bruterfolg sehr wichtig, darum hoffen wir, dass der Schwarzstorch erfolgreich bei der Aufzucht seiner Jungen ist, damit er uns auch in den kommenden Jahren mit seiner Eleganz und Schönheit beeindruckt.

9. Motiv, Schwarzstorch_BR_NP Thayatal, D.  Manhart

Foto: NP Thayatal, D.Manhart

Auf der nächtlichen Pirsch

Nationalpark Ranger und Wildkatzenprojektmitarbeiter Thomas Einsiedl lässt sich begleiten

Es ist jetzt bereits 11 Jahre her, seit wir die bis dahin in Österreich als ausgestorben geltende Wildkatze  im Nationalpark Thayatal wieder entdeckten. Es gab damals vage Hinweise, dass sich Wildkatzen in der Umgebung des NP aufhalten könnten, und so stapfte ich im Auftrag unseres heutigen Direktors Christian Übl, “bewaffnet” mit Baldriantee als Lockmittel  und einigen Holzstaffeln, die als Lockstock dienen sollten, durch den Nationalpark. In der Theorie sollten sich etwaige Wildkatzen an den rauhen und für sie unwiderstehlich duftenden Lockstöcken reiben.  Haare, die dann am Stock hängen bleiben, kann man mittels DNA-Analyse untersuchen und so feststellen, ob es sich um Felis silvestris silvestris, also die Europäische Wildkatze, handelt.

Wir staunten nicht schlecht und die Freude war riesengroß als wir das Ergebnis der von uns ins Labor geschickten Haarproben erfuhren. Wir hatten zum ersten Mal seit über 40 Jahren  die Wildkatze in Österreich nachweisen können. Und das im Nationalpark Thayatal.  Seit damals hat sich viel getan. Die Wildkatze avancierte sozusagen binnen kürzester Zeit zu unserem  Aushängeschild. Es folgten TV- Sendungen, Zeitungsberichte, es wurde die Plattform Wildkatze gegründet und beim Nationalparkhaus die größte Wildkatzenanlage Österreichs errichtet.

Das Interesse an der Wildkatze ist groß, das beweisen auch immer unsere sehr gut besuchten Spezialführungen zum Thema. Fragt man heute jemanden nach der Wildkatze, so erhält man erstaunlich stimmige Antworten über ein Tier, das die wenigsten vor rund 10 Jahren überhaupt gekannt haben. Dies alles gibt uns die Hoffnung, dass sich der scheue kleine Beutegreifer wieder in seiner angestammten Heimat etablieren kann. Es zeigt auch, ob wir Menschen die Verantwortung übernehmen, Lebensraum mit der Wildkatze und somit auch vielen anderen Arten teilen zu können. Frei nach dem Motto: Geht es der Wildkatze gut, geht es der Natur gut – geht es der Natur gut, geht es uns allen gut…

Lockstock_Einsiedl_Wildkatze_BR Marc Graf

Foto: NP Thayatal, MGraf

Vergangene Wege, vergessene Mühlen

Nationalpark-Ranger Helga Donnerbauer berichtet von zauberhaften Geschichten am Kajabach

Einer meiner Lieblingswege in Nationalpark Thayatal, führt durch das romantische Kajabachtal, von der Ruine zum Fluss. Als Merkersdorferin liegt das natürlich auf der Hand, dass ich dort oft unterwegs bin, aber es ist nicht nur die örtliche Nähe die mich dorthin zieht, sondern es sind auch die mystische Stimmung, die Kühle im Sommer und die vielen Geschichten aus vergangenen Zeiten die mir am Weg in den Sinn kommen.

Wenn man mit wachsamen Augen durch diesen wilden, urtümlichen Eschen-Schluchtwald wandert und sich in die gute alte Zeit vor Handy und Traktoren versetzt, fallen einem vielleicht auch die fast verschwundenen Spuren menschlicher Siedlungsgeschichte auf. Alte Wege etwa, die an ganz anderer Stelle verlaufen als sie es die heutigen tun. Es gab einige Engstellen im Kajabachtal, die früher nicht passierbar waren und erst spät durchbrochen wurden. Es war sicherlich ein abenteuerlicher Ritt mit Pferd und Wagen hinunter zu den Thayawiesen und den Mühlen. Von diesen Mühlen sind heute, wenn überhaupt, nur mehr Fundamente zu finden oder es weisen nur mehr die Namen in den Karten wie „Obere und Untere Bärenmühle“ oder „Neun Mühlen“ auf diese Bauwerke hin. Damals gab es etwa Tuchmacher-Mühlen und Mühlen zur Pulverherstellung, die Mühlen an der Thaya waren Getreidemühlen. Abgesehen davon, dass den dortigen Müllern immer gern das „abstauben“ eines Teils des Mahlguts vorgeworfen wurde, hatten manche dieser Orte den Ruf, dass nicht immer alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Heute ist das natürlich anders und einer genußvollen Wanderung steht nichts im Wege. Dieser Tage bestaune ich gerne die letzten blühenden Türkenbundlilien und genieße das beruhigende Plätschern des Baches, der sich bei einem kräftigen Gewitter schnell auch in einen rauschenden Wildbach verwandeln kann. Nach einem solchen Gewitter wird man allerdings mit geheimnisvollen Nebelschwaden über dem Thayawasser und einer Begegnung mit schwarz-gelb gefleckten Gesellen, belohnt.

Foto: NP Thayatal, M.Graf

Kajabach_BR_NP Thayatal_M.Graf

 

Über alle Grenzen

Nationalparkmitarbeiter David Freudl berichtet vom Transparcnet Treffen in Retz

„Bridges over troubled water“ – unter diesem Motto wurde in der ersten Juni Woche ein internationales Treffen von Vertretern  grenzüberschreitender Schutzgebiete aus ganz Europa, das TransParcNet Meeting 2018, in den Nationalparks Thayatal/Podyjí abgehalten. Der Titel beschreibt den diesjährigen Schwerpunkt des Meetings sehr treffend, einerseits die Brücken, welche dabei helfen Grenzen zu überwinden, andererseits das aufgewühlte Wasser, welches oftmals aufgrund der gewässerökologischen Situation stark anthropologisch beeinflusst ist und sich zunehmend von einem naturgemäßen Zustand entfernt. Vielerorts ist es nicht mehr möglich die Veränderungen komplett rückgängig zu machen aber das ist kein Grund tatenlos zu sein, denn der Bedarf die Qualität unseres Lebensraumes und unseres Wassers zu erhalten und zu verbessern ist sehr hoch. Aus diesem Grund wurde der Fokus des diesjährigen Treffens auf die Gewässer Europas gelegt und sechzig Vertreter europäischer Schutzgebiete aus 14 Ländern sowie Experten  in Gewässerschutz haben ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht indem sie sich in den Nationalpark Thayatal/Podyjí versammelt haben um Erfahrung austauschen und ihre reiche Erfahrung zu teilen. Die Problematik ist europaweit sehr ähnlich und die Gewässersysteme sind oftmals über mehrere Staatsgrenzen miteinander vernetzt. Wodurch dieses Treffen und der Austausch von Kollegen im Schutzgebietsmanagement nicht nur ein nützliches Instrument darstellte sondern schlichtweg notwendig für einen effizienten Gewässerschutz ist. Die Nationalparks Thayatal und Podyjí arbeiten nun seit beinahe zwanzig Jahren zusammen um unter anderem auch den gewässerökologischen Zustand unseres Grenzflusses Thaya zu verbessern. Auch dieses Treffen wurde von beiden Nationalparks gemeinsam organisiert und beinhaltete neben Präsentationssessions, Workshops und Exkursionen auch ein kulturelles Programm um die grenzüberschreitenden Partnerschaften zu stärken, denn schlussendlich, sitzen wir alle in einem Boot.

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Die erste Nacht im Wildkatzen Camp

Bernadette Lehner über den “Testlauf” mit der Partnerschule

Am Donnerstag, den 24. Mai 2018 war es endlich soweit! Die Volksschulkinder aus Pleissing weihten das Wildkatzen Camp ein! Als Partnerschule waren sie die Ersten, die eine Nacht im Camp verbringen durften. Groß waren Aufregung und Vorfreude! „Am liebsten würde ich immer da schlafen!“ verrät mir eine Schülerin. Ganz klar: Hier kann sie endlich im Stockbett mal oben liegen!

Auch für mich war es ein besonderer Abend. Viele Monate teilweise anstrengender Projektarbeit liegen hinter mir. Viele Dinge waren von uns – gemeinsam mit Architekten und Baufirmen – abzustimmen, festzulegen, zu entscheiden und zu koordinieren gewesen. Seit dem Spatenstich Ende September wurde das Gebäude errichtet, eingerichtet und künstlerisch gestaltet und das Außengelände des Grundstückes modelliert.

Der Tag der ersten Übernachtung kam überraschend. Nicht der Termin überraschte mich, sondern das Gefühl, plötzlich fertig zu sein. Nur Kleinigkeiten fehlen, auf der ehemaligen Baustelle ist nur noch der Gärtner tätig. Irgendwie werde ich den Trubel vermissen. Den „Trubel“ – oder besser: die Arbeitsamkeit – die für das schöne Ergebnis verantwortlich ist. Das Wildkatzen Camp ist für den Betrieb bereit! Ein schönes Gefühl für mich, eine große Veränderung für den Nationalpark. Kinder- und Jugendgruppen werden nun das Haus bevölkern und wilde Abenteuer mit unvergesslichen Eindrücken erleben.

Nach einer aufregenden Nachtwanderung mit Claudia Waitzbauer Nationalparkmitarbeiterin und Ranger) ließen die Kinder der Partnerschule zum Abschluss des Abends „echte“ Raketen steigen und fielen anschließend müde und zufrieden ins Bett. Auch ich hatte eine ruhige, bequeme Nacht im Wildkatzen Camp.

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Wilde Vielfalt in der kleinsten Stadt

Die Hardeggerin Sigrid Enzenhofer erzählt von tierischen Begegnungen

Hardegg, ein Städtchen, in dem sich Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen? Mitnichten. Doch kam es schon vor, dass in der Nacht Füchse durch meinen Garten streiften, um vielleicht auf dem Kompost Fressbares zu finden.

Als ich einmal zeitig in der Früh meine Gartentüre zur Fugnitz öffnete, flog plötzlich etwas Großes vor mir auf. Es war ein Schwarzstorch, der sich wohl im Bach sein Frühstück holte. Er war in diesem Moment ebenso erschrocken, wie ich. Aber es freute mich, diesen beeindruckenden, seltenen Vogel so nahe gesehen zu haben.

Das Leben in der Natur- und Tierwelt erfüllt mich immer wieder mit Demut. In der Früh glänzen im Sonnenlicht Tautropfen wie Perlen in Spinnennetzen. Jeden Frühling freut es mich, wenn ich den ersten Zitronenfalter sehe. Ebenso ergeht es mir, wenn im Sommer Glühwürmchen in der Dunkelheit wie Smaragdsplitter leuchten, um Weibchen anzulocken. Allerdings beim Anblick der Gottesanbeterin und Spinnen bedauere ich die Männchen….

Oft stehe ich staunend vor den prächtigen Königskerzen, die von alleine aufgehen, noch dazu im steinigsten Winkel meines Gartens, wo sonst nichts gedeiht.

Nicht nur Vögel, bunte Schmetterlinge und Libellen  gehören in den Garten, sondern auch Kröten, Maulwürfe und Schlangen. Man muß sich halt, wie immer im Leben, arrangieren. Maulwurfshügel werden vor dem Mähen abgegraben, dafür gibts frische Erde für die Beete. Die Furcht vor Schlangen ist unbegründet, sie flüchten ohnehin, wenn man sich nähert und eine „ Hauskröte“ bringt Glück.

Nirgendwo kann es eine so angenehme Atmosphäre bei der Arbeit geben, wie im Garten. Alle Sinne werden dabei befriedigt. Meine Hände haben Kontakt zur Erde, zu der auch ich einmal werde, während meine Augen viel Schönes und immer wieder Neues sehen.  In einem Meer von Wohlgerüchen befinde ich mich im größten Konzertsaal, in dem Sänger in bunten Federkleidern ihre Lieder singen. Auch das Summen der Bienen ist Wohlklang in den Ohren, ebenso das Quaken der Frösche am Abend. Und wenn ich die ersten Beeren vom Himbeerstrauch auf der Zunge zergehen lasse, ist mir klar, dass diese Köstlichkeit nur direkt vom Strauch diesen Genuß ausmacht.

Wenn der Tag zur Neige geht und die Vögel besonders laut bekunden, dass sie nun schlafen gehen, werden die Fledermäuse aktiv, um sie abzulösen.

Spät am Abend lockt mich der Schrei des Kauzes noch einmal hinaus. Gerne verweile ich einige Zeit in der Stille und atme die würzige Luft ein. Dabei empfinde ich dann ein großes Maß an Freiheit und Zufriedenheit.

Foto: P.Lazarek

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Das Thayatal im Wandel der Zeiten

Petr Lazárek vom Nationalpark Podyjí über den Vergleich historischer und aktueller Bilder der Grenzregion.

Das Gebiet des heutigen Nationalparks Thayatal/Podyjí war bis ins Jahr 1918 Teil der österreich-ungarischen Monarchie. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zum Bestandteil des Deutschen Reiches und nach Kriegsende durchlebte das Gebiet turbulente Zeiten mit der Abschiebung der deutschsprachigen Bevölkerung und der Errichtung des undurchdringlichen Eisernen Vorhangs. All diese historischen Ereignisse hatten eine starken Einfluss nicht nur auf das Leben der ansässigen Bevölkerung, sondern auch auf die Landschaft und die Natur im Thayatal.

Als langjähriger Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Podyjí, überlegte ich wie es möglich wäre, diese Eregnisse am besten in Form eines Buches festzuhalten. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich in der Sammlung des Südmährischen Museums in Znaim und bei Sammlern alter Postkarten ein großes Arsenal an einzigartigem, historischem Material befindet.
Das bot die Möglichkeit, den Lesern mit Hilfe von aktuellen Aufnahmen die Veränderung besonders anschaulich zu illustrieren. Seit dem Jahr 2015 arbeitete ich am Buch „Das Thayatal im Wandel der Zeiten“ und mein Ziel war es, der breiten Öffentlichkeit das derzeitige Erscheinungsbild des Nationalparks Thayatal/Podyjí aus naturwissenschaftlicher und historischer Perspektive , vor allem in Hinblick auf die Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert, näherzubringen.

Der aufwändigste Teil der Ausarbeitung des Buchs war das Auffinden jener Standorte, von wo aus die historischen Aufnahmen entstanden sind. Einige Standorte waren nämlich fast nicht wieder zuerkennen.
Die Landschaft des Thayatals ist mittlerweile viel stärker bewaldet und die Wiesenflächen sind um einiges kleiner geworden. Ich musste deshalb bei der Erstellung der Neuaufnahmen stellenweise bis in die Baumkronen hinaufklettern, um das derzeitige Erscheinungsbild der Landschaft festzuhalten.

Wir, die Autoren des Buches, sind über das Interesse der Leser, nicht nur aus der Znaimer Region sondern vor allem jener aus Österreich, sehr erfreut.

O 220 Josef Doré - Ledové sluje u Vranova n. Dyjí, 1850, olej, plátno

Die “Jagd auf die Wildkatze”

NP Mitarbeiter David Freudl auf der Suche nach der scheuen Waldbewohnerin

Die Wildkatzenforschung im Nationalpark Thayatal erlebt heuer einen Neustart. Nachdem im Herbst 2017 unser grenzüberschreitendes INTERREG-Projekt „Connecting Nature AT-CZ“ bewilligt worden ist, werden nun neue Akzente bei der Wildkatzenforschung gesetzt. Eine Vielzahl an Fotofallen sowie Lockstöcken ist sowohl im österreichischen als auch im tschechischen Teil des Nationalparks verteilt, um das Wildkatzenvorkommen genau zu untersuchen. Dabei greifen wir auf unsere eigenen und die Erfahrungen unserer Projektpartner zurück und bringen auch neue Erhebungsmethoden zum Einsatz. An den Lockstöcken wird eine Vielzahl an verschiedenen Duftstoffen ausprobiert und mit Hilfe von Mäuseburgen wird die Wildkatze angefüttert und vor die Fotofallen gelockt. An den Lockstöcken können Haarproben gewonnen werden und erstmalig wird im Nationalpark Thayatal mit einem Wildkatzenspürhund nach Losungsproben geschnüffelt! Der Nationalparkförster Wolfgang Riener hat seinen Border-Collie namens „Cooper“ zum Wildkatzenspürhund ausbilden lassen, der gezielt auf den Duft von Wildkatzenlosung trainiert ist. Anhand des gesammelten Probematerials könnte auch der Kontakt mit anderen Populationen in Europa nachgewiesen werden, da durch genetische Untersuchungen die Verwandtschaft unserer Wildkatzen erhoben wird.  Aktuell sind wir Sichtungen im Umfeld des Nationalparks auf der Spur und möchten uns an dieser Stelle bei jenen Personen bedanken, die uns bei der Wildkatzenforschung unterstützen, indem Sie uns Hinweise zum Wildkatzenvorkommen zukommen lassen. Nicht nur in der Nationalparkregion sondern auch aus der Wachau sowie dem Dunkelsteiner Wald gibt es immer wieder neue Hinweise. Die Vernetzung solcher wertvollen Lebensräume ist das übergeordnete Ziel des Projektes „Connecting Nature AT-CZ“  dem die Wildkatze als Botschafterin dient. Wir sind sehr gespannt darauf zu erkunden, wie es der einst heimischen Wildkatze bei ihrer heimlichen Rückkehr nach Österreich ergeht und wie wir sie dabei unterstützen können.

Wolfgang Riener mit seinem Border-Collie “Cooper”Wildkatzenspürhund "Cooper"

 

Hinaus in die Natur – es ist endlich Frühling!

Nationalpark-Ranger Birgit Gruber über die heilsame Wirkung der Natur, die hilft, neue Lebensgeister zu wecken.

Nach dieser langen kalten Jahreszeit erwacht die Natur wieder zu neuem Leben. Die Pflanzen sind aus ihrem scheinbaren Winterschlaf erwacht und innerhalb kürzester Zeit ist die Natur um uns herum zu neuer Üppigkeit und Schönheit erwacht. Dies ist auch eine Wohltat für unseren Körper, Geist und Seele. Es zieht uns wieder hinaus in die frische Luft.

Wir leben teilweise sehr abgekoppelt von der Natur, doch trotzdem unterliegen wir ihrem Rhythmus. Dieser Rhythmus bringt auch Bewegung in unser Leben. Sie ist essenziell für unser Leben. So wie die Zellen von den Pflanzen, können auch die menschlichen Zellen nicht ohne Bewegung existieren. Unser Herz-Kreislaufsystem und Bewegungsapparat werden durch körperliche Betätigung verbessert. Dies beeinflusst unsere Stressreaktionen, Hormonsystem, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit.

Besonders erholsam auf uns Menschen wirken nachweislich Landschaften mit Wald, Wasser und bergigen Höhen. Dies tut unserer Seele am meisten gut und lässt am besten den Alltag aus der Distanz erscheinen. Es ist die beste Ressource für unsere Gesundheit. Die Natur wirkt auf uns bewusst und unbewusst ein.

Der Nationalpark Thayatal vereint all diese Faktoren auf engstem Raum. Die Thaya formte dieses romantische, wilde Tal mit den Wäldern ringsherum, die jetzt mit Frühlingsboten üppig übersät sind. Für anstrengende Aufstiege und wunderschöne Ausblicke sorgt der harte Granit, der über Jahrmillionen Wind und Wetter Stand gehalten hat.

Thayaufer, Nationalpark Thayatal, Popp&Hacker

Thayaufer, Nationalpark Thayatal, Popp&Hacker