Fotopirsch im Thayatal

Wer spannende Naturerlebnisse beobachten und fotografieren möchte, sollte den Wecker zeitig läuten lassen. Heute geben wir Euch ein paar Tipps, wo es im Nationalpark Thayatal am Morgen besonders schön ist und wie ihr einmalige Naturmomente am besten mit der Kamera einfangen könnt.

Um Tiere, wie den Schwarzstorch abzulichten, braucht es möglichst viel Brennweite und kurze Verschlusszeiten.

Um Tiere, wie den Schwarzstorch abzulichten, braucht es möglichst viel Brennweite und kurze Verschlusszeiten.

Grundregel Nummer eins lautet: Man kann nie früh genug starten! Noch im Dunkeln, ausgerüstet mit Stirnlampe, geht es los. Der ideale Ort, um den Tag im Thayatal zu beginnen findet sich bei der Kajamündung in die Thaya. Startet dafür beim Kaja-Parkplatz. In rund 20 bis 25 Minuten erreicht ihr dann durchs Kajabach wandernd den Mündungsbereich. Dort angekommen beginnt es langsam zu dämmern und es stellt sich die alles entscheidende Frage: Stimmung oder Tiere?

Mit etwas Glück lässt sich im Mündungsbereich die Wasseramsel beobachten.

Mit etwas Glück lässt sich im Mündungsbereich die Wasseramsel beobachten, der einzige Singvogel, der tauchen kann.

Wer Tiere bei der Kajamündung beobachten und fotografieren möchte, verharrt am besten ganz ruhig und sichtgeschützt in der Vegetation. Mit etwas Glück erhascht man dann vielleicht einen Blick auf den Schwarzstorch (Ciconia nigra), der als Sommergast im Thayatal verweilt. Gut möglich, dass auch ein Graureiher (Ardea cinerea) vorbeifliegt, die Wasseramsel (Cinclus cinclus) in unmittelbarer Nähe auf Nahrungssuche ins Flusswasser abtaucht oder ein knallblauer Eisvogel (Alcedo atthis) fiepsend vorbeizischt. Damit abgesehen von der Beobachtung auch noch ein Foto gelingt, hier ein paar sachdienliche Tipps:

* Tiere sind immer relativ weit entfernt, deshalb unbedingt den Zoombereich der Kamera ausreizen, sprich eine möglichst große Brennweite wählen.

* Um ein scharfes Bild zu bekommen, braucht es zudem die kürzest mögliche Verschlusszeit. Wie man diese erreicht? Die größtmögliche Blende, sprich die Offenblende einstellen und die Lichtempfindlichkeit des Sensors, die ISO, erhöhen. Um Verwackelungen zu reduzieren, empfiehlt es sich außerdem vom Stativ zu fotografieren. Soweit die grundlegendsten technischen Einstellungen. Entscheidend bei der Tierfotografie ist darüber hinaus die Kenntnis über das Verhalten der Tiere. Wer dem Tier quasi einen Schritt voraus ist und bereits erahnt, wohin es sich als nächstes bewegt, ob der Schwarzstorch gleich abfliegt oder nur kurz die Position verändert, der drückt im richtigen Moment auf den Auslöser. Wer gut beobachtet, fotografiert eben besser!

Die umliegenden Wälder werden als erstes langsam in das erste Morgenlicht getaucht.

Die umliegenden Wälder werden als erstes langsam in das erste Morgenlicht getaucht.

Bei der Landschaftsfotografie können einem die Tiere zwar nicht weglaufen, dafür aber das Licht, zumindest nach einer gewissen Zeit. Deswegen gilt auch hierbei: Früh genug vor Ort sein! An der Kajamündung lassen sich tolle Morgenstimmungen einfangen: In die eine Richtung werden die umliegenden Berge langsam vom ersten Licht beschienen, in der anderen Richtung, blinzelt einem die aufgehende Sonne, die sich sukzessive ihren Weg durch die üppige Vegetation im Mündungsbereich bahnt, entgegen.
Mit Stativ, Weitwinkelobjektiv, also geringer Brennweite, ist man nun gut beraten. Entscheidend für ein tolles Landschaftsbild ist ein interessanter Vordergrund, das kann zum Beispiel eine schöne Spiegelung, ein markanter Stein oder eine Pflanzengruppe sein. Probiert es einfach aus, ihr werdet den Unterschied zwischen einem gezielt komponierten Bild und einem einfach nur „geknipsten“ Foto bemerken.
Während ihr beim Tiere fotografieren, eine offene Blende wählt, solltet ihr bei der Landschaftsfotografie die Blende etwas schließen (das entspricht einer größeren Blendenzahl). Dadurch erzielt ihr zweierlei: eine möglichst durchgängige Schärfe im Bild und die Sonne – sofern sie im Bildausschnitt durch die Vegetation lugt – geht zu einem mehrzackigen Stern auf. Je nach verwendetem Objektiv sieht der Stern übrigens unterschiedlich aus.

Wenn man die Blende etwas schließt, ab etwa Blende 10, geht die Sonne im Bild zu einem mehrzackigen Stern auf.

Wenn man die Blende etwas schließt, ab etwa Blende 10, geht die Sonne im Bild zu einem mehrzackigen Stern auf.

Genießt den Morgen im Thayatal, macht schöne Fotos und vergesst bei all der fotografischen Euphorie trotzdem nicht, dass im Nationalpark bestimmte Regeln gelten, wie etwa das Wegegebot. Aber auch von den Wegen aus lassen sich tolle Fotos schießen. In diesem Sinne: Gut Licht!

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Es bleibt beim Augenschmaus

Hier ein prächtiger Parasol, dort ein stattlicher Steinpilz und dann leuchten auch noch die Eierschwammerln so verführerisch aus den Moospolstern heraus. Selbstverständlich schmecken sie allesamt ganz ausgezeichnet, fein herausgebraten oder in einer g’schmackigen Sauce mit Semmelknödel kombiniert. Schon läuft einem des Wasser im Mund zusammen.
Aber egal wie sehr sie uns auch munden, im Nationalpark-Wald ist Schwammerlsuchen ein absolutes No-Go. Und dafür gibt’s zumindest zwei triftige Gründe, die letztlich auch uns zugute kommen.

Wenn Besucher bzw. Schwammerlsammler sich stets ihre eigenen Wege durch den Nationalpark bahnen würden, kämen viele Tiere in Bedrängnis. Jede Störung kostet ihnen Energie, weil sie die Flucht ergreifen oder ihre Nahrungssuche unterbrechen müssen. Bei scheuen Vogelarten kann es sogar soweit kommen, dass sie die Brut abbrechen. Jungtiere leiden, weil sie nicht ausreichend ernährt werden, ältere Tiere wandern schließlich ab, wenn die Störungen überhandnehmen.
Tiere brauchen Rückzugsorte. Aus genau diesem Grund gibt es im Nationalpark markierte Wege. Dadurch können Rehe, Hirsche, Schwarzstörche, Fischotter und Co. das Verhalten der Menschen einschätzen. Sie wissen, dass wir ihnen nicht zu nahe rücken, gleichzeitg verringert sich damit aber auch ihre Scheu und Fluchtdistanz. Mit anderen Worten: Wenn sich alle an das Wegegebot halten, steigen die Chancen auf spannende Tierbeobachtungen!

Auf selbst gebahnten Abwegen - etwa zur Schwammerlsuche - im Nationalpark unterwegs zu sein, ist ein No-Go. Die so verursachten Störungen können die Tierwelt stark beeinflussen.

Auf selbst gebahnten Abwegen – etwa zur Schwammerlsuche – im Nationalpark unterwegs zu sein, ist ein No-Go. Die so verursachten Störungen können die Tierwelt stark beeinflussen. Dieser Schwammerlsucher wurde von einer unserer Fotofallen auf frischer Tat ertappt.

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die Pilze selber nicht nur zur Dekoration im Wald stehen, sondern eine Funktion erfüllen. Speziell die von uns so geschätzten Speisepilze nehmen eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldes ein. Viele von ihnen sind nämlich sogenannte Mykorrhiza-Pilze. Als solche umgeben sie die Wurzeln der Bäume mit einem feinen Fadengeflecht und „beliefern“ sie mit Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor. Die Pilze im Wald helfen mit, den Wald gesund zu halten. Das ist auch für uns nicht unpraktisch.
In diesem Sinne, frohe Naturentdeckungen entlang der Wege und in puncto Schwammerln bleibt’s beim Augenschmaus!

Sie schmecken zwar auch gut, aber im Nationalpark Thayatal bleiben auch die Steinpilze, wie diese stattlichen Exemplare, stehen! - Sie zählen zu den Mykorrhiza-Pilzen, die dem Wald wertvolle Nährstoffe liefern.

Sie schmecken zwar auch gut, aber im Nationalpark Thayatal bleiben auch die Steinpilze, wie diese stattlichen Exemplare, stehen! – Sie zählen zu den Mykorrhiza-Pilzen, die dem Wald wertvolle Nährstoffe liefern.

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