Das Thayatal von oben

Bald gibt’s topaktuelle Filmaufnahmen, die das Thayatal von oben zeigen! Hier bekommt ihr bereits einen kleinen Vorgeschmack in Bildern.

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Doch wie ist dieses verwinkelte Tal überhaupt entstanden? Dafür ist ein kleiner Exkurs in die geologische Vergangenheit nötig.
Vor 350 bis 310 Millionen Jahren wurde das Variszische Gebirge gebildet. Es stellte die Rohform des damals noch nicht vorhandenen Thayatales dar. Als das Gebirge verwitterte, entstand eine sedimentbedeckte Hochebene, die Böhmische Masse. Diese begann sich durch den tektonischen Druck der Alpen vor 5 Millionen Jahren zu  heben und brachte die bereits auf der Hochebene mäandrierende Ur-Thaya dazu, sich stark einzutiefen. Sie grub sich tief in das weiche Sediment, verlangsamte dann aber ihren Vormarsch als sie auf hartes Silikatgestein traf. Ihr gewundener Lauf war dennoch bereits in Stein gemeißelt. Mit der Zeit entstanden noch Umlaufberge, die hie und da durchbrochen wurden und besonders harte Gesteinsschichten blieben als sogenannte Turmfelsen bis heute erhalten.

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Mit Bildern aus der Luft – und bald auch Filmen -  lässt sich diese Geschichte gleich viel besser nachempfinden!

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Der perfekte Tag im Thayatal

Neu im Thayatal und noch am Überlegen, wie ihr euch die Natur dort am besten erschließen könnt? Auf der Suche nach einem abenteuerlichen Tag mit allen Highlights des Thayatals? Oder einfach experimentierfreudig? Dann seid ihr hier in jedem Fall richtig, beim „best of“-Thayatal, dem perfekten Tag durch ein einzigartiges Tal. Bereit? – Dann kann’s losgehen!

Der perfekte Tag startet am besten bei der Kajabachmündung in die Thaya, früh am Morgen!

Der perfekte Tag startet am besten bei der Kajabachmündung in die Thaya, früh am Morgen!

Station 1:
Der beste Start in den perfekten Tag erfolgt früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang. Spaziert noch in den Dämmerstunden durchs Kajabachtal mit dem Ziel zum Mündungsbereich an der Thaya zu gelangen. Und dann einfach auf den Sonnenaufgang warten, der die umgebenden Wälder langsam ins warme Licht taucht. – Magisch! Mit etwas Glück gelingen auch Eisvogel-, Schwarzstorch- oder sogar Fischottersichtungen. Der frühe Vogel fängt eben den Wurm ;)
Am besten zu kombinieren mit einem Frühstücks-Picknick bei der Mündung. So lässt man sich den Morgen schmecken!

Mit etwas Glück erspäht ihr beim Umlaufberg eine der ansässigen Smaragdeidechsen.

Mit etwas Glück erspäht ihr beim Umlaufberg eine der ansässigen Smaragdeidechsen.

Station 2:
Im Anschluss wandert ihr weiter bis zum Umlaufberg, genießt dort den Ausblick vom Überstieg und haltet nach Smaragdeidechsen Ausschau. Hier gibt’s nur ein Motto: Innehalten und die Ruhe des Tales in sich aufsaugen. Das kann  sogar den Gang zum Hausarzt ersetzen!
Die Rückwanderung durchs Kajabachtal dauert etwas mehr als eine Stunde. Vergesst nicht darauf am Weg immer wieder einen Blick in die ruhigeren Wassertümpel zu werfen, denn hier könnte sich ein Edelkrebs verbergen.

Station 3:
Im Nationalparkhaus Café- Restaurant könnt ihr Energie tanken, Mittagspause & Waldviertler Snack stehen am Programm. Das haben wir uns jetzt verdient und es schmeckt herrlich!

Beim Hennerweg Ausblick erwartet Euch ein Wald voller stattlicher Rotbuchen.

Beim Hennerweg Ausblick erwartet Euch ein Wald voller stattlicher Rotbuchen.

Station 4:
Am frühen Nachmittag bietet sich eine kurze Wanderung entlang des Hennerweges an. Dieser beginnt gleich gegenüber vom Nationalparkzentrum. Und der Lohn für den Ausflug? Ein toller Ausblick auf die Thaya, Hardegg und die Burg und ein wunderschöner Wald voller stattlicher Rotbuchen. Lasst die Waldluft intensiv durch eure Lungen strömen!

Station 5:
Die Uhrzeit könnt ihr an diesem Tag getrost vernachlässigen. Nur einmal macht es Sinn, einen Blick darauf zu werfen. Um 15:30 startet nämlich die Wildkatzenfütterung  im Nationalparkzentrum. Diese wollt ihr euch nicht entgehen lassen. Frieda und Carlo, die beiden Wildkatzenbotschafter des Nationalparks treten dann nämlich in Aktion und zeigen mit welcher Schnelligkeit sie ihr Futter erobern können. In den Sommermonaten Juli und August findet die Fütterung übrigens täglich statt.

Carlo in Aktion, wenn es um's Futter geht, kennen die Wildkatzen kein Pardon.

Carlo in Aktion, wenn es um’s Futter geht, kennen die Wildkatzen kein Pardon.

Station 6:
Zum Grande Finale, um das schmucke Hardegg umgeben von den dichten Thayatal Wäldern im spätnachmittäglichen Licht zu bestaunen, geht es nochmal hoch hinauf. Der Hardegger Rundwanderweg führt euch in knapp 20 Minuten zum Reginafelsen und wenn ihr noch ein paar Minuten drauflegt, dann könnt ihr von noch etwas höher, vom Maxplateau den Ausblick genießen. Ihr wandelt hier übrigens auf sagenhaften Pfaden – die Infoschilder entlang des Weges wissen mehr darüber zu verraten! Saugt die Stimmung noch mal so richtig auf und spürt schließlich vorausschauend in eure Bauchgegend. Hunger?

Abends lässt sich via Reginafelsen - hier im Bild - oder Maxplateau noch ein toller Blick auf die Burg Hardegg und das Städtchen erhaschen.

Abends lässt sich via Reginafelsen – hier im Bild – oder Maxplateau noch ein toller Blick auf die Burg Hardegg und das Städtchen erhaschen.

Station 7:
Dann gibt’s nur noch eins: Abendessen! Am besten lässt man es sich im Gasthaus Hammerschmiede zu Fuße des Reginafelsens schmecken. Hier serviert die Wirtin den legendären Waldviertler Mohnkarpfen. Sehr empfehlenswert!

Wir sind gespannt auf Eure Berichte zum perfekten Tag! – Probiert es aus! Der Sommer ist in jedem Fall noch lang und selbst wenn ihr keine Ferien habt, die Wochenenden warten auf euren perfekten Tag :)

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Der Steckbrief für unterwegs

Was die wichtigsten Zahlen und Fakten rund um den Nationalpark Thayatal sind, die ihr am besten immer parat haben solltet? Hier kommen sie! :)

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Geburtsdatum: 01. Jänner 2000

Größe: 1360 ha, kleinster Nationalpark Österreichs

Lage: an der Grenze von Waldviertel, Weinviertel und Tschechien. Die Thaya bildet hier die Staatsgrenze, auf der anderen Talseite befindet sich der tschechische Národní park Podyjí.

Prägender Charakter: einzigartige, von der Thaya geformte Tallandschaft mit Flussschleifen und Umlaufbergen

Flusslänge im Nationalpark: 25 km

Markenzeichen: viele Naturschätze, große Vielfalt auf kleinstem Raum

Artenvielfalt: Über 950 Schmetterlingsarten, über 100 Vogelarten, 20 Fledermausarten, gemeinsam mit Nationalpark Podyjí 1289 Pflanzenarten (in ganz Österreich finden sich knapp 3.000 Pflanzenarten)

Besonderer Naturschutzerfolg: Wiederentdeckung der Wildkatze 2007

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Kleiner Berg ganz groß

Wer das Thayatal kennt, der kennt ihn natürlich. Und auch Thayatal-Neulingen bleibt er nicht lange verborgen.
Die Rede ist vom Umlaufberg, dem 378 Meter hohen Wahrzeichen des Nationalparks, der von der Thaya – bis auf ein etwa 100 Meter breites Felsband – fast zur Gänze umflossen wird. Warum man ihm einen Besuch abstatten sollte? Das hat zumindest zwei gute Gründe: Zum einen bietet er einen fantastischen Blick auf die umliegenden Wälder und Wiesen und zum anderen wuselt er nur so vor Leben.

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Der Ausblick vom Umlaufberg ist zu jeder Tageszeit einen Abstecher wert!

Die Tatsache, dass der überschaubar große Umlaufberg ein vor Artenvielfalt nur so strotzendes Fleckchen Erde ist, mag viele erstaunen. Der Nationalpark hat es aber spätestens seit dem GEO Tag der Artenvielfalt im Mai 2010 Schwarz auf Weiß. 22 Wissenschaftler aus Österreich und Tschechien schwärmten quer über den Umlaufberg verteilt aus, um sein Artenspektrum genauer unter die Lupe zu nehmen.
Was dabei herauskam? Verblüffte Gesichter selbst bei den Experten. Denn diesen gelang es, auf einer Fläche von gerade einmal 75 Hektar – das entspricht rund 100 Fußballfeldern – sage und schreibe 1188 Tier- und Pflanzenarten nachzuweisen! Und das noch dazu an einem einzigen Tag.

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Am 29. Mai 2010 strömten 22 Wissenschaftler in 9 Untersuchungszonen quer über den ganzen Umlaufberg aus, um sein Arteninventar zu erheben.

Mit von der Partie der entdeckten Arten, waren auch einige Spezialitäten und veritable Überraschungen: Darunter etwa eine neue Flechtenart, die bis dahin nur aus einem anderen Gebiet in den niederösterreichisch-steirischen Kalkalpen bekannt war, ein 5 Millimeter kleiner Rüsselkäfer, dessen Vorkommen sich vor dem 29. Mai auf ein kleines Gebiet in Mähren und der Slowakei beschränkte oder ein anderer Winzling, nämlich eine 6 Millimeter große Reitgraszirpe, die ebenfalls ganz neu für Österreich nachgewiesen wurde.
Für die Besucher des GEO Tags der Artenvielfalt waren freilich jene Tiere, denen man mit freiem Auge leichter auf die Schliche kommt, noch einen Tick spannender. Vor allem die reiche Reptilienfauna tat es Groß und Klein an. Von den insgesamt 6 Arten des Umlaufberges ließen sich bis auf die Zauneidechse, die dem versierten Blick der Forscher entwischte, alle anderen blicken: Äskulapnatter, Ringelnatter, Würfelnatter, Smaragdeidechse und Blindschleiche. Tipp: Um den schillernd grün gefärbten Smaragdeidechsen zu begegnen, muss man nicht unbedingt der Zunft der Wissenschaft angehören, es reicht ein gutes Auge und ein wenig Geduld. Mit etwas Glück lassen sich die bunten Reptilien dann im Bereich des Umlaufberg-Ausblickes bzw. zu seinen Füßen am Schlangenfelsen erspähen.

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Smaragdeidechsen lassen sich gut am Umlaufberg-Ausblick und zu seinen Füßen am Schlangenfelsen beobachten.

Aber was macht den Umlaufberg eigentlich so besonders artenreich? – Die vielen verschiedenen Lebensräume! Wiesen, Wälder, Trockenrasen, Flussufer und Felswände treffen hier aufeinander und bilden gewissermaßen „Verkehrsknotenpunkte“ der Artenvielfalt. Was das heißt? An den Übergangszonen kommt es zum Gipfeltreffen von Tieren und Pflanzen aus den angrenzenden Lebensräumen, sodass die Grenzzone eine größere Artenvielfalt beherbergt als die einzelnen Lebensräume für sich genommen. Eben ein bisschen wie ein Verkehrsknotenpunkt, auf dem sich in Summe mehr Autos tummeln als allein auf den Zubringerstraßen.

Einige Lebensräume stechen aber dennoch hervor: „Neben der Umlaufwiese zählen die beiden Trockenrasen des Umlaufberges zu den artenreichsten Flächen“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. Und das Erstaunliche daran? – Die Trockenrasen sind von allen Umlaufberg-Lebensräumen die kleinsten Flächen. Zudem wirken sie auf den ersten Blick wenig einladend. Trockenrasen zeichnen sich nämlich durch steile Hänge, dünne Bodenschicht, rasch abrinnendes Wasser, hohe Temperaturen und Trockenheit aus. Ob das der Artenvielfalt zuträglich ist? – In der Tat. Gerade die Kargheit sorgt dafür, dass hier viele tierische und botanische Raritäten anzutreffen sind, darunter etwa die Gottensanbeterin, die Bunte Schwertlilie oder das Hohe Perlgras, welches in ganz Österreich nur hier im Thayatal vorkommt.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell verschiedener Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell für verschiedene Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Wetten, dass Ihr beim nächsten Besuch den Umlaufberg mit ganz anderen Augen betrachtet? :)

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Bild-Geschichten aus dem Thayatal

Seit dem 22. Mai gibt es sie bereits, die brandneue Fotoausstellung „Bild-Geschichten“. Wo? – Im neuen Kinosaal des Nationalparks Thayatal.
Und welcher herausragende Fotograf hat die Ausstellung bestückt? – Nicht einer, sondern 32! Und nicht alle von ihnen sind Fotografen; auch Besucher, Mitarbeiter, Anwohner, Freunde & Liebhaber des Thayatals haben Beiträge beigesteuert.
Sie haben ihre individuellen, ganz besonderen Thayatal-Momente mit der Kamera eingefangen – als ausgefeilte Foto-Komposition genauso wie als lustigen Schnappschuss – und sie haben vor allem eines, eine gute Geschichte zu erzählen.

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Seit 22. Mai kann die Fotoausstellung “Bild-Gechichten” im Kinosaal des Nationalparkzentrums besucht werden.

Die Geschichts-Palette bietet ein buntes Potpourri aus Kuriosem, Geschichtsträchtigem, Berührendem und Überraschendem.
Irgendwie von allem etwas ist die Fußwaschungs-Episode von Franz Kraus, der sich in der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales lange Zeit vor dem Nationalpark einsetzte. Er hielt eine skurrile Szene mit Maria Rauch-Kallat fest, die am 30. Juli 1993 als frischgebackene Umweltministerin die Stadtgemeinde Hardegg besuchte, um sich ein Bild vom geplanten Nationalpark zu machen. Helmut Salek, ebenfalls Teil der Bürgerinitiative, legte sich besonders ins Zeug für das Tal an der Grenze. Sein „unmoralisches“ Angebot lautete: „Frau Minister, wenn sie sich für die rasche Umsetzung des Nationalparks Thayatal einsetzen, wasche ich ihnen auch noch die Füße!“

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Unvergessen die Fußwaschungs-Episode mit der ehemaligen Umweltministerin Maria Rauch-Kallat.

Unvergesslich sind für Horst Weitschacher, einem Nationalpark Besucher-Betreuer, die Weihnachtsferien 1989. Das war, als sich die „Bürger von drüben“ mit den Hardeggern trafen, erinnert er sich und bannte das, was niemand mehr zu hoffen gewagt hatte, auf Bild: Das Aufeinandertreffen der Bewohner noch vor der offiziellen Grenzöffnung. Wo? – Mitten auf der Thayabrücke. Von beiden Seiten strömten die Menschen zur Brücke und balancierten über die rostigen Eisentraversen hinüber zum Nachbarn.

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung begegneten sich die Menschen auf der Thayabrücke.

Die Ausstellung hat aber auch viel Tierisches zu bieten, darunter etwa den regelmäßigen Siebenschläfer-Besuch auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte. Seit über 40 Jahren beäugt er die Natur des Thayatals und umgekehrt. Die Siebenschläfer, obwohl eigentlich nachtaktiv, haben sich an Fritz Zahnts Rhythmus angeglichen und schauen zwischen Mai und September gern zum Mittagessen vorbei. Es könnten ja ein paar Brösel für sie abfallen…

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Besuch von einem etwas größeren Zeitgenossen hatte Barbara Hauser, die Wirtin der Hammerschmiede in Hardegg. „Am 20. April 2013 habe ich ihn plötzlich am gegenüberliegenden Fugnitzufer erblickt!“, sagt die Wirtin über ihre erste Bibersichtung. In den kommenden Tagen bangte sie um ihre Bäume, aber der Biber ließ Gnade wallten und zog unverrichteter Dinge weiter.

Die Tierbegegnungen beschränken sich nicht nur auf das Nationalparkgebiet, sondern schwappen auch immer wieder in die umliegenden Ortschaften über, weiß etwa Nationalpark Mitarbeiter Christian Übl: „Im März 2014 verursachten zwei Wildschwein-Frischlinge in Niederfladnitz ein kleines Verkehrschaos. Unerschrocken liefen sie mitten im Zentrum neben fahrenden Autos herum und querten mehrmals die Hauptstraße. Die Bache war nicht in Sicht. Einfangen wollten sich die beiden nicht lassen, statt dessen suchten sie das Weite.“

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Und was gibt es Schöneres als eine Liebeserklärung ans Thayatal? – Martin Kainz ist nicht nur seit vielen Jahren im Forstdienst des Bundeslandes Wien tätig, sondern auch unheilbar vom Thayatal-Virus befallen. Das stellte er spätestens zu seinem 50. Geburtstag fest. Für diesen hatte er schon einiges auf der Wunschliste stehen: eine einsame Insel, eine Ballonfahrt oder doch die Cheops-Pyramide? Wo sollte er diesen speziellen Tag starten? – Schließlich war es ihm sonnenklar: „Irgendwo, wo man schon OFT im Leben war, – wiederholbar und trotzdem einzigartig! Und so kam es, dass ich am 19. Juni 2011 um 5 Uhr früh auf dem Überstieg im Nationalpark Thayatal saß…“

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte.

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte. Schließlich war es ihm sonnenklar: Am Umlaufberg!

Solche Geschichten und noch viele mehr – bis dato 35 – lassen sich im Thayatal-Nationalparkhaus nacherleben. Und das Beste: Die Ausstellung ist noch nicht vollständig, denn Deine Geschichte fehlt noch! Wir suchen weiterhin nach spannenden, berührenden, lustigen, skurrilen Geschichten rund ums Thayatal und freuen uns auf Zusendungen.

Kontakt:
Christian Übl
Email: Christian.Uebl@np-thayatal.at
Telefon: +43(0)2949/7005-40

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Wühlen mit Maß

Wenn man aufmerksam durch den Wald geht, stehen im Herbst die Chancen gut, auf Wildschweine zu stoßen. Warum? Die ersten Früchte fallen nun auf den Boden; im Nationalpark Thayatal sind das vor allem Eicheln und Bucheckern. Außerdem gibt es – speziell heuer – Pilze in Hülle und Fülle.

Wildschweine sind Allesfresser, die im Herbst gerne lichte Wälder aufsuchen, um an Pilzen, Eicheln, Bucheckern und Co. zu naschen.

Wildschweine sind Allesfresser, die im Herbst gerne lichte Wälder aufsuchen, um an Pilzen, Eicheln, Bucheckern und Co. zu naschen.

Auf diese Leckereien haben es die Allesfresser abgesehen. Und wo ein Wildschwein, da ist meist auch ein weiteres. Nur die erwachsenen Männchen, die Keiler, leben als Einzelgänger. Alle anderen sind sehr sozial veranlagt und grunzen sich in einer sogenannten Rotte, die von einer Leitbache angeführt wird, durch den Wald.
Und dort gehören sie auch hin: „Wildschweine sind ein wichtiger Bestandteil unserer Wälder, vorausgesetzt das Geschlechterverhältnis, die Altersstruktur und der Lebensraum passen“, sagt Nationalpark-Förster Wolfgang Riener und ergänzt: „Das Aufwühlen des Waldbodens durch die Schweine trägt zur natürlichen Verjüngung der Bäume bei.“

Aber wie so oft ist alles eine Frage des Gleichgewichts. „Wenn zu viele Wildschweine über einen längeren Zeitraum im Wald aktiv sind, kann sich dieser positive Effekt in einen negativen verwandeln. Ständiges Umwühlen lässt junge Pflanzen nämlich gar nicht mehr aufkommen. Auch auf den Wiesen und Trockenrasen können sich Wühlschäden sehr rasch negativ auswirken“, erklärt der Förster.
Fragt sich nur, wie es dazu kommt, dass sich plötzlich zu viele der grunzenden Tiere durch die Wälder wühlen. Das kann mehrere Gründe haben. Milde Winter sowie Eichen- und Buchenmastjahre ermöglichen es etwa, dass besonders viele Frischlinge heranwachsen. Auch fehlen in unseren Breiten nach wie vor große Raubtiere, die regulierend auf die Bestände einwirken könnten.

Die in der Regel dämmerungsaktiven Tiere tragen mit ihrer Wühlaktivität zur Waldverjüngung bei. Aber alles mit Maß und Ziel.

Die in der Regel dämmerungsaktiven Tiere tragen mit ihrer Wühlaktivität zur Waldverjüngung bei. Aber alles mit Maß und Ziel.

Vor allem ist es aber der Mensch, der die Anzahl der Tiere stark beeinflusst. Wolfgang Riener erklärt uns, warum: „Viele Jäger freuen sich, wenn Wildschweine in ihrem Revier leben. Durch zusätzliche Fütterungen steigt die Population dann aber oft rasch an. Die Wühlschäden häufen sich und es wird wieder verstärkt gejagt. Durch den höheren Jagdruck werden die Sauen vorsichtiger und entsprechend schwerer zu bejagen. Hinzu kommt, dass unerfahrene Jäger mitunter eine Leitbache erlegen, wodurch die Rotte aus dem Gleichgewicht gerät. Die restlichen Tiere sind nun führerlos, nervös und verursachen weitere Schäden. Ein Teufelskreis.“
In den Wäldern des Nationalparks Thayatal besteht keine Gefahr für Überpopulation. Hier erfüllen die Tiere ihre wühlende Bestimmung mit Maß und Ziel und führen ein – in der Tat – sauwohles Leben.

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Kleine Wildpflanzenkunde

Feucht und schattig hat er es gern. In der Nähe eines Baches oder am Fuße eines Hanges, da fühlt er sich wohl, der Bärlauch.
Aber auch andere Pflanzen, die ihm auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sehen, mögen solche Plätzchen. Wenn der Bärlauch um Mitte März seine saftigen, vitaminreichen Blätter aus dem Erdreich streckt, kann es leicht sein, dass er im Lauf des Aprils Gesellschaft bekommt. Herbstzeitlose und Maiglöckchen tummeln sich in seinem „Revier“ und selten, aber doch kommt es vor, dass alle drei an einem Fleck wachsen. Das Unangenehme: Letztere beiden sind nicht unbedeutend giftig und können im Frühlingssalat zu unpraktischen Nebenerscheinungen wie Kreislaufversagen oder Herzstillstand führen.

Aus diesem Grund schadet es nicht, ein paar Wildpflanzen-Basics zu beherrschen, auch wenn sie im Nationalpark selber nicht zur Anwendung kommen. Zur Erinnerung: Pflanzen – egal ob bunt oder g’schmackig – bleiben im Nationalpark natürlich stehen.

Zurück zum Bärlauch. Mittlerweile weiß jeder, dass der Knoblauchduft als Unterscheidungskriterium nicht ausreicht. Selbst wenn seine Knoblauchfahne unüberriechbar ist, ein Herbstzeitlosen- oder Maiglöckchenblatt kann sich leicht unter ein „Bärlauchfeld“ schummeln. Sobald der Knoblauchduft an den Fingern haftet und sich in den Nasengängen festgelegt hat, fällt es schwer die giftigen, geruchlosen Blätter herauszufiltern.

Der Knoblauchduft als Unterscheidungskriterium ist nicht ausreichend.

Auch wenn alles nach Bärlauch ausschaut, es könnte sich eine Herbstzeitlose oder ein Maiglöckchen dazwischen schummeln. Deswegen reicht der Knoblauchduft allein nicht als Unterscheidungskriterium aus.

Um die Pflanzen eindeutig auseinanderzuhalten, gilt es deshalb die Laubblätter genau zu inspizieren. Sie sind auch das Einzige, das die Pflanzen in der frühen Jahreszeit von sich offenbaren. Herbstzeitlose blühen – wie der Name schon sagt – im Herbst, von September bis Oktober, Maiglöckchen und Bärlauch in der Regel im Mai. Solange zuzuwarten, bis die charakteristischen Blüten erscheinen, ist allerdings keine Option. Blüht der Bärlauch erst einmal, sind seine Blätter nicht mehr schmackhaft. Sie werden fester und verlieren an Aroma und Saft.

Sobald der Bärlauch zu blühen beginnt, verlieren seine Laubblätter an Saft und Aroma.

Sobald der Bärlauch zu blühen beginnt, verlieren seine Laubblätter an Saft und Aroma.

Doch die Laubblätter reichen aus, um den Bärlauch und seine giftigen Kollegen eindeutig zu bestimmen. Zunächst wäre da die Blattunterseite, sie ist beim Bärlauch matt, während sie beim Maiglöckchen glänzt. Und sie verfügt beim Bärlauch – im Gegensatz zu den anderen beiden Pflanzen – über eine kantige Mittelrippe. Diese knackt leise beim Umknicken des Blattes. Bei ganz jungen Blättern funktioniert der „Knacktest“ allerdings nicht so gut, weil die Blätter noch sehr weich sind, aber die Rippe ist trotzdem bereits deutlich sichtbar.

Die Weichheit der Blätter ist ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Sowohl Maiglöckchen als auch Herbstzeitlose verfügen über wesentlich festere Blätter. Besonders die Laubblätter der Herbstzeitlosen fühlen sich regelrecht ledrig an, kein Vergleich zu den weichen Bärlauchblättern.

Die Blätter der Herbstzeitlose fühlen sich im Vergleich zum weichen Bärlauch ledrig und grob an.

Die Blätter der Herbstzeitlosen fühlen sich im Vergleich zum weichen Bärlauch ledrig und grob an.

Und schließlich gilt es genau darauf zu achten, wie viele Blätter sich an einem Stängel befinden. Die Maiglöckchenblätter sitzen zu zweit oder zu dritt an einem Stängel, bei der Herbstzeitlosen kommen stets mehrere Blätter gemeinsam – an einer grundständigen Rosette sitzend – aus dem Boden. Beim Bärlauch dagegen sprießt jedes Blatt einzeln aus der Erde.

Beim Maiglöckchen sitzen die Blätter zu zweit an einem Stängel, während sie beim Bärlauch einzeln aus dem Boden kommen.

Beim Maiglöckchen sitzen die Blätter zu zweit oder zu dritt an einem Stängel. Beim Bärlauch sprießen sie dagegen einzeln aus dem Boden.

In der schattig, feuchten Schlucht entlang des Kajabaches könnt Ihr beim Bärlauch zwar nicht kräftig zulangen, aber genau nachschauen, ob es sich auch wirklich um den Bärlauch handelt.
Außerdem weiß Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl, der gleichzeitig um Verständnis für das Sammelverbot im Nationalpark bittet, wo es besonders viel Bärlauch gibt: „Große Bärlauchbestände finden sich vor allem im nördlichen Teil des Umlaufberges. Mitunter ist der Bärlauchduft dort so dominant, dass man ihn bereits riecht, bevor er noch zu sehen ist. Und da viele Pflanzen direkt am Wegesrand wachsen, kann man hier gut beobachten, wie die Erkennungsmerkmale ausgeprägt sind.“

Also, schaut vorbei und schaut genau hin!

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Der Trailer

Jetzt ist er da. Der nigelnagelneue Nationalpark Thayatal Trailer!

Er packt die ganze Pracht des Thayatals in knappe zweieinhalb Minuten. Einmalige Landschaften, fantastische Ausblicke und bezaubernde Lichtstimmungen kommen ebenso vor wie die tierischen und pflanzlichen Stars des Nationalparks. Spannende Zeitraffer-Aufnahmen inklusive.
Wir sind der Meinung, dass sich kein Naturliebhaber diesen Trailer entgehen lassen sollte! So viel Natur auf so kleinem Raum, das ist schon was ganz Besonderes.
Deswegen bitten wir Euch, die Kunde vom neuen Trailer eifrig weiterzuverbreiten, auf Social Media Foren zu teilen, liken etc. Spread the word :)

Vielen Dank an Marc Graf Photography für die tolle Umsetzung.

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Demnächst zur Primetime

Während sich die Himmelsschleußen gerade großzügig über unserem Land öffnen, lassen sich prima Pläne für “nach dem großen Regen” schmieden.
Einer dieser Pläne könnte ein Ausflug ins sommerliche Thayatal sein. Vom Umlaufberg bietet sich ein einmaliger Ausblick über die mäandrierende Thaya und den dichten Wald ringsum. Besonders stimmungsvoll wird es in der Abenddämmerung. Momentan geht die Sonne in Hardegg etwa um 21:00 unter. Wer stimmungsvolle Momente im abendlichen Thayatal erleben möchte, sollte deswegen auch mal erwägen, bis in die Abendstunden zu verweilen. Der Lohn sind wunderschöne Lichtstimmungen, ein tierisch gutes Abend-Konzert und unvergessliche Natureindrücke.
Stirnlampe für den Rückweg nicht vergessen ;)

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Die Besucher-Perspektive

Wir wollen im Blog immer wieder auch tolle Fotos von den Besuchern des Nationalparks posten. Voilà!

Die von Manuela Reisinger wunderschön in Szene gesetzten Frühjahrsblüher machen schon richtig Lust auf den nicht mehr allzu fernen Frühlingsbeginn.

Für sommerliche Gefühle – mitten im Winter – sorgt der Ausblick vom Umlaufberg auf die üppig grüne Landschaft ringsum.

Habt Ihr auch schöne Fotos von Euren Thayatal Erlebnissen? Wir freuen uns immer über Zuschriften unter thayatal(at)sonvilla.at  und teilen Eure Thayatal-Momente gerne mit der Blog-Community!

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