Das Thayatal von oben

Bald gibt’s topaktuelle Filmaufnahmen, die das Thayatal von oben zeigen! Hier bekommt ihr bereits einen kleinen Vorgeschmack in Bildern.

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Doch wie ist dieses verwinkelte Tal überhaupt entstanden? Dafür ist ein kleiner Exkurs in die geologische Vergangenheit nötig.
Vor 350 bis 310 Millionen Jahren wurde das Variszische Gebirge gebildet. Es stellte die Rohform des damals noch nicht vorhandenen Thayatales dar. Als das Gebirge verwitterte, entstand eine sedimentbedeckte Hochebene, die Böhmische Masse. Diese begann sich durch den tektonischen Druck der Alpen vor 5 Millionen Jahren zu  heben und brachte die bereits auf der Hochebene mäandrierende Ur-Thaya dazu, sich stark einzutiefen. Sie grub sich tief in das weiche Sediment, verlangsamte dann aber ihren Vormarsch als sie auf hartes Silikatgestein traf. Ihr gewundener Lauf war dennoch bereits in Stein gemeißelt. Mit der Zeit entstanden noch Umlaufberge, die hie und da durchbrochen wurden und besonders harte Gesteinsschichten blieben als sogenannte Turmfelsen bis heute erhalten.

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Mit Bildern aus der Luft – und bald auch Filmen -  lässt sich diese Geschichte gleich viel besser nachempfinden!

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Fotopirsch im Thayatal

Wer spannende Naturerlebnisse beobachten und fotografieren möchte, sollte den Wecker zeitig läuten lassen. Heute geben wir Euch ein paar Tipps, wo es im Nationalpark Thayatal am Morgen besonders schön ist und wie ihr einmalige Naturmomente am besten mit der Kamera einfangen könnt.

Um Tiere, wie den Schwarzstorch abzulichten, braucht es möglichst viel Brennweite und kurze Verschlusszeiten.

Um Tiere, wie den Schwarzstorch abzulichten, braucht es möglichst viel Brennweite und kurze Verschlusszeiten.

Grundregel Nummer eins lautet: Man kann nie früh genug starten! Noch im Dunkeln, ausgerüstet mit Stirnlampe, geht es los. Der ideale Ort, um den Tag im Thayatal zu beginnen findet sich bei der Kajamündung in die Thaya. Startet dafür beim Kaja-Parkplatz. In rund 20 bis 25 Minuten erreicht ihr dann durchs Kajabach wandernd den Mündungsbereich. Dort angekommen beginnt es langsam zu dämmern und es stellt sich die alles entscheidende Frage: Stimmung oder Tiere?

Mit etwas Glück lässt sich im Mündungsbereich die Wasseramsel beobachten.

Mit etwas Glück lässt sich im Mündungsbereich die Wasseramsel beobachten, der einzige Singvogel, der tauchen kann.

Wer Tiere bei der Kajamündung beobachten und fotografieren möchte, verharrt am besten ganz ruhig und sichtgeschützt in der Vegetation. Mit etwas Glück erhascht man dann vielleicht einen Blick auf den Schwarzstorch (Ciconia nigra), der als Sommergast im Thayatal verweilt. Gut möglich, dass auch ein Graureiher (Ardea cinerea) vorbeifliegt, die Wasseramsel (Cinclus cinclus) in unmittelbarer Nähe auf Nahrungssuche ins Flusswasser abtaucht oder ein knallblauer Eisvogel (Alcedo atthis) fiepsend vorbeizischt. Damit abgesehen von der Beobachtung auch noch ein Foto gelingt, hier ein paar sachdienliche Tipps:

* Tiere sind immer relativ weit entfernt, deshalb unbedingt den Zoombereich der Kamera ausreizen, sprich eine möglichst große Brennweite wählen.

* Um ein scharfes Bild zu bekommen, braucht es zudem die kürzest mögliche Verschlusszeit. Wie man diese erreicht? Die größtmögliche Blende, sprich die Offenblende einstellen und die Lichtempfindlichkeit des Sensors, die ISO, erhöhen. Um Verwackelungen zu reduzieren, empfiehlt es sich außerdem vom Stativ zu fotografieren. Soweit die grundlegendsten technischen Einstellungen. Entscheidend bei der Tierfotografie ist darüber hinaus die Kenntnis über das Verhalten der Tiere. Wer dem Tier quasi einen Schritt voraus ist und bereits erahnt, wohin es sich als nächstes bewegt, ob der Schwarzstorch gleich abfliegt oder nur kurz die Position verändert, der drückt im richtigen Moment auf den Auslöser. Wer gut beobachtet, fotografiert eben besser!

Die umliegenden Wälder werden als erstes langsam in das erste Morgenlicht getaucht.

Die umliegenden Wälder werden als erstes langsam in das erste Morgenlicht getaucht.

Bei der Landschaftsfotografie können einem die Tiere zwar nicht weglaufen, dafür aber das Licht, zumindest nach einer gewissen Zeit. Deswegen gilt auch hierbei: Früh genug vor Ort sein! An der Kajamündung lassen sich tolle Morgenstimmungen einfangen: In die eine Richtung werden die umliegenden Berge langsam vom ersten Licht beschienen, in der anderen Richtung, blinzelt einem die aufgehende Sonne, die sich sukzessive ihren Weg durch die üppige Vegetation im Mündungsbereich bahnt, entgegen.
Mit Stativ, Weitwinkelobjektiv, also geringer Brennweite, ist man nun gut beraten. Entscheidend für ein tolles Landschaftsbild ist ein interessanter Vordergrund, das kann zum Beispiel eine schöne Spiegelung, ein markanter Stein oder eine Pflanzengruppe sein. Probiert es einfach aus, ihr werdet den Unterschied zwischen einem gezielt komponierten Bild und einem einfach nur „geknipsten“ Foto bemerken.
Während ihr beim Tiere fotografieren, eine offene Blende wählt, solltet ihr bei der Landschaftsfotografie die Blende etwas schließen (das entspricht einer größeren Blendenzahl). Dadurch erzielt ihr zweierlei: eine möglichst durchgängige Schärfe im Bild und die Sonne – sofern sie im Bildausschnitt durch die Vegetation lugt – geht zu einem mehrzackigen Stern auf. Je nach verwendetem Objektiv sieht der Stern übrigens unterschiedlich aus.

Wenn man die Blende etwas schließt, ab etwa Blende 10, geht die Sonne im Bild zu einem mehrzackigen Stern auf.

Wenn man die Blende etwas schließt, ab etwa Blende 10, geht die Sonne im Bild zu einem mehrzackigen Stern auf.

Genießt den Morgen im Thayatal, macht schöne Fotos und vergesst bei all der fotografischen Euphorie trotzdem nicht, dass im Nationalpark bestimmte Regeln gelten, wie etwa das Wegegebot. Aber auch von den Wegen aus lassen sich tolle Fotos schießen. In diesem Sinne: Gut Licht!

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Der perfekte Tag im Thayatal

Neu im Thayatal und noch am Überlegen, wie ihr euch die Natur dort am besten erschließen könnt? Auf der Suche nach einem abenteuerlichen Tag mit allen Highlights des Thayatals? Oder einfach experimentierfreudig? Dann seid ihr hier in jedem Fall richtig, beim „best of“-Thayatal, dem perfekten Tag durch ein einzigartiges Tal. Bereit? – Dann kann’s losgehen!

Der perfekte Tag startet am besten bei der Kajabachmündung in die Thaya, früh am Morgen!

Der perfekte Tag startet am besten bei der Kajabachmündung in die Thaya, früh am Morgen!

Station 1:
Der beste Start in den perfekten Tag erfolgt früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang. Spaziert noch in den Dämmerstunden durchs Kajabachtal mit dem Ziel zum Mündungsbereich an der Thaya zu gelangen. Und dann einfach auf den Sonnenaufgang warten, der die umgebenden Wälder langsam ins warme Licht taucht. – Magisch! Mit etwas Glück gelingen auch Eisvogel-, Schwarzstorch- oder sogar Fischottersichtungen. Der frühe Vogel fängt eben den Wurm ;)
Am besten zu kombinieren mit einem Frühstücks-Picknick bei der Mündung. So lässt man sich den Morgen schmecken!

Mit etwas Glück erspäht ihr beim Umlaufberg eine der ansässigen Smaragdeidechsen.

Mit etwas Glück erspäht ihr beim Umlaufberg eine der ansässigen Smaragdeidechsen.

Station 2:
Im Anschluss wandert ihr weiter bis zum Umlaufberg, genießt dort den Ausblick vom Überstieg und haltet nach Smaragdeidechsen Ausschau. Hier gibt’s nur ein Motto: Innehalten und die Ruhe des Tales in sich aufsaugen. Das kann  sogar den Gang zum Hausarzt ersetzen!
Die Rückwanderung durchs Kajabachtal dauert etwas mehr als eine Stunde. Vergesst nicht darauf am Weg immer wieder einen Blick in die ruhigeren Wassertümpel zu werfen, denn hier könnte sich ein Edelkrebs verbergen.

Station 3:
Im Nationalparkhaus Café- Restaurant könnt ihr Energie tanken, Mittagspause & Waldviertler Snack stehen am Programm. Das haben wir uns jetzt verdient und es schmeckt herrlich!

Beim Hennerweg Ausblick erwartet Euch ein Wald voller stattlicher Rotbuchen.

Beim Hennerweg Ausblick erwartet Euch ein Wald voller stattlicher Rotbuchen.

Station 4:
Am frühen Nachmittag bietet sich eine kurze Wanderung entlang des Hennerweges an. Dieser beginnt gleich gegenüber vom Nationalparkzentrum. Und der Lohn für den Ausflug? Ein toller Ausblick auf die Thaya, Hardegg und die Burg und ein wunderschöner Wald voller stattlicher Rotbuchen. Lasst die Waldluft intensiv durch eure Lungen strömen!

Station 5:
Die Uhrzeit könnt ihr an diesem Tag getrost vernachlässigen. Nur einmal macht es Sinn, einen Blick darauf zu werfen. Um 15:30 startet nämlich die Wildkatzenfütterung  im Nationalparkzentrum. Diese wollt ihr euch nicht entgehen lassen. Frieda und Carlo, die beiden Wildkatzenbotschafter des Nationalparks treten dann nämlich in Aktion und zeigen mit welcher Schnelligkeit sie ihr Futter erobern können. In den Sommermonaten Juli und August findet die Fütterung übrigens täglich statt.

Carlo in Aktion, wenn es um's Futter geht, kennen die Wildkatzen kein Pardon.

Carlo in Aktion, wenn es um’s Futter geht, kennen die Wildkatzen kein Pardon.

Station 6:
Zum Grande Finale, um das schmucke Hardegg umgeben von den dichten Thayatal Wäldern im spätnachmittäglichen Licht zu bestaunen, geht es nochmal hoch hinauf. Der Hardegger Rundwanderweg führt euch in knapp 20 Minuten zum Reginafelsen und wenn ihr noch ein paar Minuten drauflegt, dann könnt ihr von noch etwas höher, vom Maxplateau den Ausblick genießen. Ihr wandelt hier übrigens auf sagenhaften Pfaden – die Infoschilder entlang des Weges wissen mehr darüber zu verraten! Saugt die Stimmung noch mal so richtig auf und spürt schließlich vorausschauend in eure Bauchgegend. Hunger?

Abends lässt sich via Reginafelsen - hier im Bild - oder Maxplateau noch ein toller Blick auf die Burg Hardegg und das Städtchen erhaschen.

Abends lässt sich via Reginafelsen – hier im Bild – oder Maxplateau noch ein toller Blick auf die Burg Hardegg und das Städtchen erhaschen.

Station 7:
Dann gibt’s nur noch eins: Abendessen! Am besten lässt man es sich im Gasthaus Hammerschmiede zu Fuße des Reginafelsens schmecken. Hier serviert die Wirtin den legendären Waldviertler Mohnkarpfen. Sehr empfehlenswert!

Wir sind gespannt auf Eure Berichte zum perfekten Tag! – Probiert es aus! Der Sommer ist in jedem Fall noch lang und selbst wenn ihr keine Ferien habt, die Wochenenden warten auf euren perfekten Tag :)

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Blüten über Blüten

Die grün leuchtenden Pflanzenmatten, die die Thaya vielerorts durchziehen, haben jetzt die Farbe gewechselt. Haben sie das? – Nicht wirklich, sie blühen einfach!

Ist es eine Schneedecke oder doch ein Blütenmeer?

Ist es eine Schneedecke oder doch ein Blütenmeer?

Aus der Ferne könnte man meinen, eine feine Schneedecke überzieht die Thaya. Aus der Nähe betrachtet, verwandelt sich dieser vermeintliche Wintergruß dann aber plötzlich in eine Vielzahl von feinen, weißen Blüten. Sie gehören dem Flutenden Wasserhahnenfuß. Ab August beginnt er seine große Show, die vor allem an der Kajabachmündung in die Thaya besonders üppig ausfällt.

Unzählige kleine, weiße Blüten bringen die Thaya gerade zum Strahlen.

Unzählige kleine, weiße Blüten bringen die Thaya gerade zum Strahlen.

Unser Tipp: An der Mündung verweilen und den Anblick einfach genießen. Das erfreut die Seele und hat – erwiesenermaßen – einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden. Also, lasst euch von den Pflanzen rings herum entspannen :)

Und wer von Pflanzen nicht genug bekommen kann, der sollte sich gleich den 15. August vormerken. An Maria Himmelfahrt laden wir wie jedes Jahr zu unserem traditionellen Kräuterfest beim Nationalparkhaus ein. „Kräuterhexe“ Helga Donnerbauer packt gemeinsam mit Nationalpark-Rangerin Claudia Reiss all ihr Kräuterwissen aus, führt durch unseren Kräutergarten voller Heil-, Gift- und Arzneipflanzen, zeigt, was sich aus den Pflänzchen alles herstellen lässt und weiß, wovon man am besten die Finger lassen sollte. Weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten gibt es hier.
Und noch mehr Fotos zum Flutenden Wasserhahnenfuß, finden sich hier.

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Wunderland Wiese

Sommerzeit ist Wiesenzeit. Entlang der Thaya erstrecken sich rund 60 Hektar Wiesen. Hier surrt, brummt und zirpt es. Die Blüten strahlen in Gelb, Pink oder Blau. Und unzählige wunderhafte Lebewesen tummeln sich in ihnen. Unser NP Thayatal Film “Wunderland Wiese” gibt Euch einen kleinen multimedialen Vorgeschmack auf den Mikrokosmos Wiese. Lasst euch verzaubern und viel Spaß bei Euren eigenen Wiesenentdeckungen!

Wunderland Wiese from Nationalpark Thayatal on Vimeo.

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Der Steckbrief für unterwegs

Was die wichtigsten Zahlen und Fakten rund um den Nationalpark Thayatal sind, die ihr am besten immer parat haben solltet? Hier kommen sie! :)

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Geburtsdatum: 01. Jänner 2000

Größe: 1360 ha, kleinster Nationalpark Österreichs

Lage: an der Grenze von Waldviertel, Weinviertel und Tschechien. Die Thaya bildet hier die Staatsgrenze, auf der anderen Talseite befindet sich der tschechische Národní park Podyjí.

Prägender Charakter: einzigartige, von der Thaya geformte Tallandschaft mit Flussschleifen und Umlaufbergen

Flusslänge im Nationalpark: 25 km

Markenzeichen: viele Naturschätze, große Vielfalt auf kleinstem Raum

Artenvielfalt: Über 950 Schmetterlingsarten, über 100 Vogelarten, 20 Fledermausarten, gemeinsam mit Nationalpark Podyjí 1289 Pflanzenarten (in ganz Österreich finden sich knapp 3.000 Pflanzenarten)

Besonderer Naturschutzerfolg: Wiederentdeckung der Wildkatze 2007

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Das Auf und Ab der Thaya

6,5 Kilometer Luftlinie von Hardegg entfernt, im angrenzenden Tschechien, liegt das Speicherkraftwerk Vranov (in Frain an der Thaya). Zwischen 1933 und 1934 errichtet – lange vor der Gründung des Nationalparks Thayatal – liefert es auch heute noch Strom. Nationalpark und ansässige Tierwelt müssen damit klarkommen.

Was sind die Herausforderungen mit einem Wasserkraftwerk vor der Haustüre?
Das Kraftwerk regelt den Wasserfluss der Thaya. Jeden Tag – zu Zeiten des Spitzenstromverbrauchs – steigt der Mindestdurchfluss von 2 bis 4 m³/Sekunde auf beträchtliche 30 bis 45 m³/Sekunde an!
Innerhalb kurzer Zeit steigen die Fließgeschwindigkeit und der Wasserpegel der Thaya deutlich. Überzeugt euch selbst davon in diesem Video:

Was bewirken diese Pegelschwankungen?

Schotterauswaschungen durch den Schwallbetrieb führen dazu, dass Bachforellen und andere Fische, die ihren Laich an schottrig, kiesigen Stellen ablegen, nicht mehr genügend Laichplätze finden. Leider wird auch kein Schotter nachgeliefert, das verhindert die Staumauer des Kraftwerks.
Auch die Wassertemperatur stellt viele Fische vor Probleme. In Frain wird 4 Grad Celsius kaltes Tiefenwasser abgelassen, im Schnitt ist das Wasser der Thaya im Sommer deshalb nur zwischen 10 und 15 Grad „warm“.
Und im Winter wirkt sich der Schwallbetrieb dahingehend aus, dass die Thaya – im Gegensatz zu umliegenden Gewässern – in der Regel nicht zufriert. Deshalb ist sie bei Enten, Schwänen, Graureihern, Kormoranen und mitunter auch dem Seeadler als Winterquartier sehr beliebt.

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Bachforellen für die Thaya

Seit 2008 wird bereits nachgezüchtet. Jetzt ist es endlich soweit: Die ersten Bachforellen dürfen im Nationalpark Thayatal ins kalte Nass springen!

Fischzüchter Michael Gallowitsch und Nationalpark Direktor Ludwig Schleritzko beim Besetzen der Thaya mit nachgezüchteten Bachforellen.

Fischzüchter Michael Gallowitsch (hinten) und Nationalpark Direktor Ludwig Schleritzko beim Besetzen der Thaya mit nachgezüchteten Bachforellen.

Eigentlich war dieser Abschnitt der Thaya ursprünglich eine Barbenregion mit 35 verschiedenen Fischarten. Durch den Bau der tschechischen Wasserkraftwerke Frain/Vranov 1934 und Znaim/Znojmo 1966 wurden 40 Flusskilometer, die ab dem Jahr 2000 unter den Fittichen des Nationalparks standen, vom restlichen Fluss abgeschnitten. Da Fischaufstiegshilfen bis heute fehlen und der Kraftwerksbetrieb u. a. Wasserstand und -temperatur verändert sowie die Hochwasserdynamik unterbindet, hat sich die Artenzusammensetzung des Flusses stark geändert. Aktuell dürften noch neun Fischarten vorkommen, darunter auch die neue Leitfischart dieses Thaya-Abschnittes, die Bachforelle (Salmo trutta fario). Der zu den Salmoniden zählende Raubfisch ist übrigens auch für Laien leicht erkennbar: An den Flanken finden sich zahlreiche rote Flecken mit heller Umrandung.

Bachforellen

Bachforellen sind gut an ihren roten Flecken mit heller Umrandung erkennbar.

Um der Bachforelle Schützenhilfe zu geben, hat sich der Nationalpark zu einem Zuchtprojekt entschlossen. 2008 wurden dafür die ersten 37 Bachforellen aus dem Kleinen Kamp im Waldviertel gefischt. Sie waren der Startschuss für den Aufbau eines sogenannten Mutterfischstammes für den Nationalpark.
Aber nicht alle zwischen 2008 und 2011 gefangenen Fische kamen dafür infrage. Sie mussten schon die richtige genetische „Ausrüstung“ im Gepäck haben. Nur Bachforellen mit einem Donau-stämmigen Erbgut wurden ins Zuchtprogramm aufgenommen. Atlantik-stämmige Bachforellen, die immer wieder in unseren Flüssen auftauchen, schieden aus. Letztere sind freilich nicht selbst eingewandert, sondern gezielt besetzt worden. Auch in der Zeit vor der Gründung des NP Thayatals war es üblich, standortsfremde Besatzfische in die Thaya einzubringen.

Doch damit ist jetzt Schluss. „Wir wollen jene Population wieder in der Thaya heimisch machen, die hier genetisch verwurzelt ist“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. Und damit dies gelingt, wurden im Juni eine ganze Menge Jungfische in der Thaya besetzt. 10.000 bis 15.000 sogenannte 0+ Fische, also solche die noch keinen Sommer erlebt haben und heuer geschlüpft sind, wurden genauso freigelassen wie rund 1.500 bis 2.000 im Vorjahr geschlüpfte 1+ Fische. Die „heurigen Fische“ sind zum Zeitpunkt der Freilassung etwa sieben Zentimeter groß, die 1+ Generation erreicht schon um die 15 bis 17 Zentimeter. Je nach Nahrungsangebot können Bachforellen in der Regel zwischen 20 und 80 Zentimeter groß werden. In der Thaya wurden bereits Bachforellen mit einem Brittelmaß (Länge von der Kopf- zur Schwanzspitze) von 65 Zentimetern gefangen.

Freilich können sich die neu besetzten Donau-stämmigen Fische auch mit den Atlantik-stämmigen kreuzen. „Die Atlantik-stämmigen Bachforellen zeigen sich allerdings weniger fortpflanzungsfreudig. Es ist daher zu erwarten, dass sich die ortsangepassten erfolgreicher fortpflanzen und sich mit der Zeit der genetische Bestand von Atlantik- in Richtung Donau-stämmig verschiebt“, ergänzt Christian Übl.

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Es werde Eis

Manchmal schneller, manchmal langsamer. Vor allem fließende Gewässer haben es mit dem Zufrieren gar nicht so eilig. Sie gefrieren wesentlich langsamer und tauen auch wieder früher als stehende Gewässer. Woran liegt das? – Dafür müssen wir zu Jahresende noch mal ein wenig unsere grauen Zellen bemühen und in die Domäne der Physik eintauchen. Sie hat die Antworten auf unsere Fragen.

Fließgewässer wie die Thaya frieren langsamer zu als stehende Gewässer. Die Fließgeschwindigkeit ist dafür ausschlaggebend.

Fließgewässer wie die Thaya frieren langsamer zu als stehende Gewässer. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Wasser bewegt, ist dafür ausschlaggebend.

Zunächst hängt dies mit dem Faktum des Fließens als solchem zusammen. Je mehr ein Fluss oder Bach gurgelt und sprudelt, desto mehr bewegte Energie steckt in ihm. Und je mehr Energie vorhanden ist, umso niedriger müssen die Temperaturen fallen, um das stark bewegte Wasser zum Frieren zu bringen. Das hängt wiederum mit den Wassermolekülen zusammen. Diese stehen miteinander über Wasserstoffbrücken in Wechselwirkung und suchen immer Kontakt zu benachbarten Wassermolekülen. In einem still daliegenden See gelingt ihnen das „Kuscheln“ viel besser als in einem aufgewühlten Gewässer. Dort werden sie ständig auseinandergewirbelt und können oft nicht lange genug aneinander haften, um feste Kristallgitter – wie sie im Eis vorkommen – auszubilden. Deshalb sind mitunter beträchtliche Minusgrade – um die zehn Grad Celsius – notwendig, um einen schnell fließenden Gebirgsbach zu Eis erstarren zu lassen. Ein See gibt dagegen bereits ab Null Grad Celsius w.o.

Die Thaya ist zwar kein reißender Fluss, aber auch sie friert im Winter nur in den allerseltensten Fällen zu. Einerseits liegt das natürlich an ihrer Fließgeschwindigkeit, andererseits aber auch am Schwallbetrieb des Kraftwerks Vranov, das in Tschechien, flussaufwärts von Hardegg liegt. Es sorgt dafür, dass die Wassertemperatur der Thaya relativ konstant um die 4 Grad Celsius liegt.
Ein Kraftwerk vor der Haustür ist sicherlich nicht der Traum eines Nationalparks – das Kraftwerk war eben zuerst da – aber etwas Positives kann dem Umstand trotzdem abgerungen werden. Da die Thaya nicht zufriert, ist sie im Winter – wenn viele andere Gewässer rings herum längst von Eis überdeckt sind – beliebt bei Enten, Schwänen, Graureihern oder Haubentauchen. Und manchmal schaut sogar der Seeadler vorbei.

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Selten, aber doch kommt es vor, dass die Thaya größtenteils zufriert.

Also vergesst nicht, auch im Winter auf Entdeckungstour durch den Nationalpark zu gehen. Wegen umgestürzter Bäume sind aktuell allerdings der Thayatalweg östlich des Ochsengrabens und der Merkersdorfer Rundwanderweg gesperrt. Auf unserer Webseite halten wir Euch über die Entwicklungen auf dem Laufenden.
Wer gemeinsam wandern möchte: Wie jedes Jahr findet auch heuer wieder unsere Silvesterwanderung statt. Noch schnell anmelden und morgen gleich mitwandern!

Bis im neuen Jahr, habt einen guten Rutsch!

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Hilfreiche Naturbeobachtungen

„Letztes Jahr war einer so keck, dass er glatt am Hosenbein eines Freundes von mir hochgekraxelt und weiter auf den Tisch gehüpft ist“, erzählt Fritz Zahnt, Hüttenbesitzer im Nationalpark Thayatal und großer Naturfreund von seinen beinahe Mitbewohnern. Drei oder vier Siebenschläfer, schätzt er, haben sich über den vergangenen Winter im Dachboden seiner Hütte einquartiert. Den Sommer davor statteten sie Fritz Zahnt immer wieder einen Besuch auf seiner Terrasse ab. „Einmal bin ich nur kurz in die Hütte gegangen, um Brot für den restlichen Eiaufstrich zu holen. Die Dose mit dem Aufstrich habe ich auf der Terrasse offen stehen gelassen und als ich zurückkomme, macht sich gerade eine Siebenschläfer daran, den Rest aufzuschlecken.“

Auf der Terrasse von Hüttenbesitzer Fritz Zahnt im Nationalpark Thayatal gab es letztes Jahr regen Besuch von Siebenschläfern.

Auf der Terrasse von Hüttenbesitzer Fritz Zahnt im Nationalpark Thayatal gab es letztes Jahr regen Besuch von Siebenschläfern. Möglicherweise schauen sie heuer wieder vorbei, wir halten Euch auf dem Laufenden.

Auch Oliver Überfellner, der ebenfalls entlang der Thaya eine Hütte besitzt, erlebt die eine oder andere Tierbegegnung. Heuer Anfang Juni etwa machte er eine kleine Gruppe von vier oder fünf Mufflons aus, die in der Nähe des Rabenfelsens behände wie Gämsen herumturnten.
Mufflons sind Wildschafe, die bei uns natürlicherweise nicht vorkommen, sondern in den letzten rund 200 Jahren in Europa als Jagdwild ausgesetzt wurden. Im Nationalpark verursachen sie vor allem bei der empfindlichen Felsvegetation starke Schäden und sind deswegen alles andere als gern gesehen.

Beobachtungen wie diese helfen deshalb den Nationalparkmitarbeitern, einen besseren Überblick über die Häufigkeit und Verteilung der Tierarten im Nationalpark zu erhalten. „Für uns ist es immer interessant von Naturbeobachtungen an der Thaya zu erfahren. Zum Teil fließen diese Sichtungen auch in unsere Monitoringprojekte ein. Momentan erheben wir gerade, wie viele Schwarzstörche sich im Nationalpark tummeln“, sagt dazu Christian Übl vom NP Thayatal.

Momentan läuft im Nationalpark gerade eine Erhebung zu den Schwarzstörchen. Wie viele gibt es? Habt ihr vielleicht welche gesehen?

Momentan läuft im Nationalpark gerade eine Erhebung zu den Schwarzstörchen. Wie viele gibt es? Der Nationalpark freut sich über Tipps und Hinweise!

Der Schwarzstorch fischt gerne in der Thaya im Bereich der großen Umlaufwiese und der Bildeiche. Oliver Überfellner konnte bei seinen heurigen Aufenthalten im Thayatal fast täglich die Schwarzstörche beobachten. „Wir haben Anfang Juni sogar zwei Vögel in unmittelbarer Nähe zueinander gesichtet. Vielleicht könnte es sich dabei um ein Pärchen handeln?“, so seine Überlegung. Vor allem der frühe Morgen, wenn die Schwarzstörche mit der Futtersuche beschäftigt sind und der Nachmittag, wenn sie häufig die Thaya entlang fliegen, eignen sich besonders gut für Storch-Sichtungen. Überhaupt tut sich gerade viel an der Thaya: „Ich habe das Gefühl, dass mehr Fische im Fluss sind als in den letzten Jahren“, meint Hüttenbesitzer Überfellner. Denn nicht nur die Schwarzstörche, sondern auch die Fischotter lassen sich momentan wieder öfter blicken.
Das kann auch Fritz Zahnt bestätigen: „Ich sehe laufend einen Fischotter bei meiner Hütte jagen. Er fischt auch gerne im Bereich des Granitzsteiges und gegenüber an der tschechischen Grenze vermute ich seinen Bau.“

Im Bereich des Granitzsteiges tummelt sich momentan gerne ein Fischotter.

Im Bereich des Granitzsteiges jagt momentan gerne ein Fischotter.

Und wo habt Ihr zuletzt Fischotter, Schwarzstorch und Co. gesehen? Lasst es uns wissen, wenn ihr spannende Entdeckungen im Nationalpark macht.

Der Nationalpark freut sich

Für den  Nationalpark sind Naturbeobachtungen, wie sie etwa Hüttenbesitzer, Naturfreunde oder Wanderer machen, immer von Interesse. Also, lasst uns wissen, was und wer Euch aller im Nationalpark begegnet!

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