Natur ohne Grenzen

Der Eiserne Vorhang, der Ost- von Westeuropa trennte, ist längst Geschichte. Anstelle von Trennung ist ein Miteinander getreten. Wie völkerverbindende Naturschutzarbeit im Grenzbereich aussieht, das könnt ihr euch in einem 8-minütigen Film ansehen! Entstanden ist er vor 3 Jahren, als sich der Fall des Eisernen Vorhangs zum 25. Mal jährte. – Wer euch durch den Film begleitet? Der ehemalige NP Thayatal Direktor Ludwig Schleritzko und der neu ernannte Nationalpark Direktor Christian Übl.
Die beiden erzählen über positive Entwicklungen in der Natur, Kooperationen mit den tschechischen Nachbarn und Pläne für die Zukunft. Darüber hinaus gibt der Film Einblicke in die faszinierende Natur des in Mitteleuropa einmaligen Thayatals.

25 Jahre Natur ohne Grenzen from Nationalpark Thayatal on Vimeo.

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Gemeinsam stark!

Sie grenzen direkt aneinander. Der tschechische  Národní Park Podyjí besteht seit 1991, der österreichische Nationalpark Thayatal seit dem Jahr 2000. Die beiden Nationalparks haben zwei  eigenständige Verwaltungen, trotzdem kooperieren sie in vielerlei Belangen miteinander und kennen genauso wie die Natur, die sie schützen, keine Grenzen.

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Petr Lazarek (links), Mitarbeiter des Národní park Podyjí, und Christian Übl, Direktor des Nationalpark Thayatal freuen sich über die gute Zusammenarbeit zwischen den Österreichern und Tschechen.

Was lässt sich alles gemeinsam bewerkstelligen? Managementpläne, Kontrollgänge im Nationalpark, das Aktualisieren und Austauschen von Landkarten oder die Durchführung von EU-Förderprojekten. „Ein infrastrukturelles Highlight wäre die gemeinsame Planung und Umsetzung eines Österreich-Tschechien Rundwanderwegs“, sagt Nationalparkdirektor Christian Übl.
Der Rundwanderweg ist noch Zukunftsmusik, fix dagegen im Repertoire der beiden Nationalparks sind gemeinsame Veranstaltungen wie etwa die Radtour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Und wer mehr über die gemeinsamen Pläne und Projekt der beiden NPs herausfinden möchte, klickt sich einfach hier rein.

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Kleiner Berg ganz groß

Wer das Thayatal kennt, der kennt ihn natürlich. Und auch Thayatal-Neulingen bleibt er nicht lange verborgen.
Die Rede ist vom Umlaufberg, dem 378 Meter hohen Wahrzeichen des Nationalparks, der von der Thaya – bis auf ein etwa 100 Meter breites Felsband – fast zur Gänze umflossen wird. Warum man ihm einen Besuch abstatten sollte? Das hat zumindest zwei gute Gründe: Zum einen bietet er einen fantastischen Blick auf die umliegenden Wälder und Wiesen und zum anderen wuselt er nur so vor Leben.

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Der Ausblick vom Umlaufberg ist zu jeder Tageszeit einen Abstecher wert!

Die Tatsache, dass der überschaubar große Umlaufberg ein vor Artenvielfalt nur so strotzendes Fleckchen Erde ist, mag viele erstaunen. Der Nationalpark hat es aber spätestens seit dem GEO Tag der Artenvielfalt im Mai 2010 Schwarz auf Weiß. 22 Wissenschaftler aus Österreich und Tschechien schwärmten quer über den Umlaufberg verteilt aus, um sein Artenspektrum genauer unter die Lupe zu nehmen.
Was dabei herauskam? Verblüffte Gesichter selbst bei den Experten. Denn diesen gelang es, auf einer Fläche von gerade einmal 75 Hektar – das entspricht rund 100 Fußballfeldern – sage und schreibe 1188 Tier- und Pflanzenarten nachzuweisen! Und das noch dazu an einem einzigen Tag.

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Am 29. Mai 2010 strömten 22 Wissenschaftler in 9 Untersuchungszonen quer über den ganzen Umlaufberg aus, um sein Arteninventar zu erheben.

Mit von der Partie der entdeckten Arten, waren auch einige Spezialitäten und veritable Überraschungen: Darunter etwa eine neue Flechtenart, die bis dahin nur aus einem anderen Gebiet in den niederösterreichisch-steirischen Kalkalpen bekannt war, ein 5 Millimeter kleiner Rüsselkäfer, dessen Vorkommen sich vor dem 29. Mai auf ein kleines Gebiet in Mähren und der Slowakei beschränkte oder ein anderer Winzling, nämlich eine 6 Millimeter große Reitgraszirpe, die ebenfalls ganz neu für Österreich nachgewiesen wurde.
Für die Besucher des GEO Tags der Artenvielfalt waren freilich jene Tiere, denen man mit freiem Auge leichter auf die Schliche kommt, noch einen Tick spannender. Vor allem die reiche Reptilienfauna tat es Groß und Klein an. Von den insgesamt 6 Arten des Umlaufberges ließen sich bis auf die Zauneidechse, die dem versierten Blick der Forscher entwischte, alle anderen blicken: Äskulapnatter, Ringelnatter, Würfelnatter, Smaragdeidechse und Blindschleiche. Tipp: Um den schillernd grün gefärbten Smaragdeidechsen zu begegnen, muss man nicht unbedingt der Zunft der Wissenschaft angehören, es reicht ein gutes Auge und ein wenig Geduld. Mit etwas Glück lassen sich die bunten Reptilien dann im Bereich des Umlaufberg-Ausblickes bzw. zu seinen Füßen am Schlangenfelsen erspähen.

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Smaragdeidechsen lassen sich gut am Umlaufberg-Ausblick und zu seinen Füßen am Schlangenfelsen beobachten.

Aber was macht den Umlaufberg eigentlich so besonders artenreich? – Die vielen verschiedenen Lebensräume! Wiesen, Wälder, Trockenrasen, Flussufer und Felswände treffen hier aufeinander und bilden gewissermaßen „Verkehrsknotenpunkte“ der Artenvielfalt. Was das heißt? An den Übergangszonen kommt es zum Gipfeltreffen von Tieren und Pflanzen aus den angrenzenden Lebensräumen, sodass die Grenzzone eine größere Artenvielfalt beherbergt als die einzelnen Lebensräume für sich genommen. Eben ein bisschen wie ein Verkehrsknotenpunkt, auf dem sich in Summe mehr Autos tummeln als allein auf den Zubringerstraßen.

Einige Lebensräume stechen aber dennoch hervor: „Neben der Umlaufwiese zählen die beiden Trockenrasen des Umlaufberges zu den artenreichsten Flächen“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. Und das Erstaunliche daran? – Die Trockenrasen sind von allen Umlaufberg-Lebensräumen die kleinsten Flächen. Zudem wirken sie auf den ersten Blick wenig einladend. Trockenrasen zeichnen sich nämlich durch steile Hänge, dünne Bodenschicht, rasch abrinnendes Wasser, hohe Temperaturen und Trockenheit aus. Ob das der Artenvielfalt zuträglich ist? – In der Tat. Gerade die Kargheit sorgt dafür, dass hier viele tierische und botanische Raritäten anzutreffen sind, darunter etwa die Gottensanbeterin, die Bunte Schwertlilie oder das Hohe Perlgras, welches in ganz Österreich nur hier im Thayatal vorkommt.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell verschiedener Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell für verschiedene Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Wetten, dass Ihr beim nächsten Besuch den Umlaufberg mit ganz anderen Augen betrachtet? :)

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Bild-Geschichten aus dem Thayatal

Seit dem 22. Mai gibt es sie bereits, die brandneue Fotoausstellung „Bild-Geschichten“. Wo? – Im neuen Kinosaal des Nationalparks Thayatal.
Und welcher herausragende Fotograf hat die Ausstellung bestückt? – Nicht einer, sondern 32! Und nicht alle von ihnen sind Fotografen; auch Besucher, Mitarbeiter, Anwohner, Freunde & Liebhaber des Thayatals haben Beiträge beigesteuert.
Sie haben ihre individuellen, ganz besonderen Thayatal-Momente mit der Kamera eingefangen – als ausgefeilte Foto-Komposition genauso wie als lustigen Schnappschuss – und sie haben vor allem eines, eine gute Geschichte zu erzählen.

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Seit 22. Mai kann die Fotoausstellung “Bild-Gechichten” im Kinosaal des Nationalparkzentrums besucht werden.

Die Geschichts-Palette bietet ein buntes Potpourri aus Kuriosem, Geschichtsträchtigem, Berührendem und Überraschendem.
Irgendwie von allem etwas ist die Fußwaschungs-Episode von Franz Kraus, der sich in der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales lange Zeit vor dem Nationalpark einsetzte. Er hielt eine skurrile Szene mit Maria Rauch-Kallat fest, die am 30. Juli 1993 als frischgebackene Umweltministerin die Stadtgemeinde Hardegg besuchte, um sich ein Bild vom geplanten Nationalpark zu machen. Helmut Salek, ebenfalls Teil der Bürgerinitiative, legte sich besonders ins Zeug für das Tal an der Grenze. Sein „unmoralisches“ Angebot lautete: „Frau Minister, wenn sie sich für die rasche Umsetzung des Nationalparks Thayatal einsetzen, wasche ich ihnen auch noch die Füße!“

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Unvergessen die Fußwaschungs-Episode mit der ehemaligen Umweltministerin Maria Rauch-Kallat.

Unvergesslich sind für Horst Weitschacher, einem Nationalpark Besucher-Betreuer, die Weihnachtsferien 1989. Das war, als sich die „Bürger von drüben“ mit den Hardeggern trafen, erinnert er sich und bannte das, was niemand mehr zu hoffen gewagt hatte, auf Bild: Das Aufeinandertreffen der Bewohner noch vor der offiziellen Grenzöffnung. Wo? – Mitten auf der Thayabrücke. Von beiden Seiten strömten die Menschen zur Brücke und balancierten über die rostigen Eisentraversen hinüber zum Nachbarn.

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung begegneten sich die Menschen auf der Thayabrücke.

Die Ausstellung hat aber auch viel Tierisches zu bieten, darunter etwa den regelmäßigen Siebenschläfer-Besuch auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte. Seit über 40 Jahren beäugt er die Natur des Thayatals und umgekehrt. Die Siebenschläfer, obwohl eigentlich nachtaktiv, haben sich an Fritz Zahnts Rhythmus angeglichen und schauen zwischen Mai und September gern zum Mittagessen vorbei. Es könnten ja ein paar Brösel für sie abfallen…

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Besuch von einem etwas größeren Zeitgenossen hatte Barbara Hauser, die Wirtin der Hammerschmiede in Hardegg. „Am 20. April 2013 habe ich ihn plötzlich am gegenüberliegenden Fugnitzufer erblickt!“, sagt die Wirtin über ihre erste Bibersichtung. In den kommenden Tagen bangte sie um ihre Bäume, aber der Biber ließ Gnade wallten und zog unverrichteter Dinge weiter.

Die Tierbegegnungen beschränken sich nicht nur auf das Nationalparkgebiet, sondern schwappen auch immer wieder in die umliegenden Ortschaften über, weiß etwa Nationalpark Mitarbeiter Christian Übl: „Im März 2014 verursachten zwei Wildschwein-Frischlinge in Niederfladnitz ein kleines Verkehrschaos. Unerschrocken liefen sie mitten im Zentrum neben fahrenden Autos herum und querten mehrmals die Hauptstraße. Die Bache war nicht in Sicht. Einfangen wollten sich die beiden nicht lassen, statt dessen suchten sie das Weite.“

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Und was gibt es Schöneres als eine Liebeserklärung ans Thayatal? – Martin Kainz ist nicht nur seit vielen Jahren im Forstdienst des Bundeslandes Wien tätig, sondern auch unheilbar vom Thayatal-Virus befallen. Das stellte er spätestens zu seinem 50. Geburtstag fest. Für diesen hatte er schon einiges auf der Wunschliste stehen: eine einsame Insel, eine Ballonfahrt oder doch die Cheops-Pyramide? Wo sollte er diesen speziellen Tag starten? – Schließlich war es ihm sonnenklar: „Irgendwo, wo man schon OFT im Leben war, – wiederholbar und trotzdem einzigartig! Und so kam es, dass ich am 19. Juni 2011 um 5 Uhr früh auf dem Überstieg im Nationalpark Thayatal saß…“

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte.

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte. Schließlich war es ihm sonnenklar: Am Umlaufberg!

Solche Geschichten und noch viele mehr – bis dato 35 – lassen sich im Thayatal-Nationalparkhaus nacherleben. Und das Beste: Die Ausstellung ist noch nicht vollständig, denn Deine Geschichte fehlt noch! Wir suchen weiterhin nach spannenden, berührenden, lustigen, skurrilen Geschichten rund ums Thayatal und freuen uns auf Zusendungen.

Kontakt:
Christian Übl
Email: Christian.Uebl@np-thayatal.at
Telefon: +43(0)2949/7005-40

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On the road again!

„Vom Bürofenster des Nationalparkhauses aus können wir derzeit täglich um die Mittagszeit einen Bussard beobachten“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. „Auch beim Weg in die Arbeit sind aktuell viele Tiere zu sehen. Sie sitzen auf Holzpfosten am Straßenrand und warten auf den richtigen Moment, sprich auf eine Maus oder ein tierisches Verkehrsopfer, das ihnen leicht zur Beute wird.“

Wie ein Wächter, sitzt der Mäusebussard da und hat immer ein wachsames Auge auf die Umgebung und seine Beutetiere.

Es mutet ein wenig an, als würde dieser Mäusebussard den Eingang zum Thayatal Nationalparkhaus bewachen. Tatsächlich hat er es aber eher auf Mäuse und allfällige tierische Verkehrsopfer abgesehen.

Hierzulande zählen Mäusebussarde (Buteo buteo) zu den häufigsten Greifvögeln. In der kalten Jahreszeit sind sie aber noch öfter zu sehen. Woran das liegt? – Die weiter nördlich beheimateten Mäusebussarde, vor allem jene aus Finnland, dem Baltikum und Polen kommen zu uns auf Winterfrische. „Anders dagegen die schwedischen Mäusebussarde, sie ziehen nordwestlich an den Alpen vorbei nach Westeuropa. Und die östlich von Finnland beheimateten sind richtige Langstreckenzieher, die sich für den Winter – über den Bosporus oder den Kaukasus fliegend – nach Afrika aufmachen“, erklärt BirdLife Experte Remo Probst.

Wie viele der habichtartigen Greife Österreich im Winter effektiv aufsuchen, ist aber schwer zu sagen. Nicht alle, die kommen, bleiben nämlich auch hier. Viele von ihnen sind Durchzügler, die weiter in den Süden reisen. Im Laaer Becken, zum Beispiel, lassen sich zu den Hauptzugzeiten, zwischen September und November, mitunter Tausende Durchzügler beobachten.
Die Anzahl derer, die bleiben, hängt vor allem von zwei Parametern ab: Wetter, d. h. konkreter Schneelage und Nahrungsangebot, d. h. aktuell vorhandene Mäuse. Diese jagen sie mit Vorliebe von Sitzwarten aus. Und wo gibt es im Winter beides? – Vorwiegend an Wegrainen und in Straßengräben, wo die Erde nicht umgebrochen wird und wo sich gleichzeitig genügend Holzpfosten, Zäune und andere Späher-Plattformen finden.
Um ihren winterlichen Speiseplan aufzufetten, sind Bussarde aber nicht wählerisch. Neben Wühl-, Wald- und Spitzmäusen genehmigen sie sich zwischendurch auch Aas, das speziell in Straßennähe nie lange auf sich warten lässt.

Von Sitzwarten aus suchen Mäusebussarde ihre Umgebung nach Beutetieren ab.

Von Sitzwarten aus suchen Mäusebussarde ihre Umgebung nach Beutetieren ab.

Trotzdem bleibt das Nahrungsangebot im Winter immer unberechenbar. Vor allem die Mäusepopulationen können großen Schwankungen unterliegen. Sind die Äcker leer gefegt oder fehlt es an Brachen, Ackerrandstreifen, Rainen und dergleichen, dann mangelt es auch an Mäusen. In solchen Fällen bzw. auch wenn es plötzliche Kälteeinbrüche und intensiven Schneefall gibt, ergreifen hiesige Überwinterer mitunter die Flucht und pilgern weiter gen Süden. Denn zu hohen Schnee haben Mäusebussarde gar nicht gern. Ihre Lieblingsbeute kann sich unter einer dicken Schneedecke viel zu gut verstecken.

Wer die geduldigen Ansitzjäger genauer in Augenschein nehmen möchte, der tut also gut daran unter 1000 Meter Seehöhe nach ihnen zu suchen, etwa im Wald- oder Weinviertel oder auch im Burgenland. „Auf der Parndorfer Platte konnten wir heuer bei unserer Zählung im Jänner allerdings nur ein Drittel der üblichen Mäusebussard Zahlen feststellen“, sagt BirdLife Experte Remo Probst. Zu kalt kann es heuer wohl kaum sein, es wird wohl eher am Nahrungsangebot liegen. Vor dem Nationalparkhaus im Thayatal scheint der Tisch dagegen reich gedeckt zu sein ;-)

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Bachforellen für die Thaya

Seit 2008 wird bereits nachgezüchtet. Jetzt ist es endlich soweit: Die ersten Bachforellen dürfen im Nationalpark Thayatal ins kalte Nass springen!

Fischzüchter Michael Gallowitsch und Nationalpark Direktor Ludwig Schleritzko beim Besetzen der Thaya mit nachgezüchteten Bachforellen.

Fischzüchter Michael Gallowitsch (hinten) und Nationalpark Direktor Ludwig Schleritzko beim Besetzen der Thaya mit nachgezüchteten Bachforellen.

Eigentlich war dieser Abschnitt der Thaya ursprünglich eine Barbenregion mit 35 verschiedenen Fischarten. Durch den Bau der tschechischen Wasserkraftwerke Frain/Vranov 1934 und Znaim/Znojmo 1966 wurden 40 Flusskilometer, die ab dem Jahr 2000 unter den Fittichen des Nationalparks standen, vom restlichen Fluss abgeschnitten. Da Fischaufstiegshilfen bis heute fehlen und der Kraftwerksbetrieb u. a. Wasserstand und -temperatur verändert sowie die Hochwasserdynamik unterbindet, hat sich die Artenzusammensetzung des Flusses stark geändert. Aktuell dürften noch neun Fischarten vorkommen, darunter auch die neue Leitfischart dieses Thaya-Abschnittes, die Bachforelle (Salmo trutta fario). Der zu den Salmoniden zählende Raubfisch ist übrigens auch für Laien leicht erkennbar: An den Flanken finden sich zahlreiche rote Flecken mit heller Umrandung.

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Bachforellen sind gut an ihren roten Flecken mit heller Umrandung erkennbar.

Um der Bachforelle Schützenhilfe zu geben, hat sich der Nationalpark zu einem Zuchtprojekt entschlossen. 2008 wurden dafür die ersten 37 Bachforellen aus dem Kleinen Kamp im Waldviertel gefischt. Sie waren der Startschuss für den Aufbau eines sogenannten Mutterfischstammes für den Nationalpark.
Aber nicht alle zwischen 2008 und 2011 gefangenen Fische kamen dafür infrage. Sie mussten schon die richtige genetische „Ausrüstung“ im Gepäck haben. Nur Bachforellen mit einem Donau-stämmigen Erbgut wurden ins Zuchtprogramm aufgenommen. Atlantik-stämmige Bachforellen, die immer wieder in unseren Flüssen auftauchen, schieden aus. Letztere sind freilich nicht selbst eingewandert, sondern gezielt besetzt worden. Auch in der Zeit vor der Gründung des NP Thayatals war es üblich, standortsfremde Besatzfische in die Thaya einzubringen.

Doch damit ist jetzt Schluss. „Wir wollen jene Population wieder in der Thaya heimisch machen, die hier genetisch verwurzelt ist“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. Und damit dies gelingt, wurden im Juni eine ganze Menge Jungfische in der Thaya besetzt. 10.000 bis 15.000 sogenannte 0+ Fische, also solche die noch keinen Sommer erlebt haben und heuer geschlüpft sind, wurden genauso freigelassen wie rund 1.500 bis 2.000 im Vorjahr geschlüpfte 1+ Fische. Die „heurigen Fische“ sind zum Zeitpunkt der Freilassung etwa sieben Zentimeter groß, die 1+ Generation erreicht schon um die 15 bis 17 Zentimeter. Je nach Nahrungsangebot können Bachforellen in der Regel zwischen 20 und 80 Zentimeter groß werden. In der Thaya wurden bereits Bachforellen mit einem Brittelmaß (Länge von der Kopf- zur Schwanzspitze) von 65 Zentimetern gefangen.

Freilich können sich die neu besetzten Donau-stämmigen Fische auch mit den Atlantik-stämmigen kreuzen. „Die Atlantik-stämmigen Bachforellen zeigen sich allerdings weniger fortpflanzungsfreudig. Es ist daher zu erwarten, dass sich die ortsangepassten erfolgreicher fortpflanzen und sich mit der Zeit der genetische Bestand von Atlantik- in Richtung Donau-stämmig verschiebt“, ergänzt Christian Übl.

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Emsig durch den Winter

Zwischen 2. November und 21. März hat das Nationalparkhaus jedes Jahr geschlossen. Fragt sich nur, was tun die Nationalpark-Mitarbeiter eigentlich in dieser Zeit? Halten sie denn gar „Winterruhe“? Nein, sie sind besonders emsig! Denn in der Tat gibt’s während der kalten Zeit des Jahres eine ganze Menge zu tun.

Allein schon wegen Frieda und Carlo, den beiden Wildkatzen, die im Nationalparkhaus ihr Zuhause haben. Die beiden wollen klarerweise jeden Tag gefüttert werden. Und im heurigen Winter steht noch dazu ein gewichtiges Bauprojekt an, was vielen Besuchern jetzt schon die Vorfreude auf ein Wiedersehen im Frühjahr vergrößern dürfte. Denn das Wildkatzengehege wird um einen 200 m² großen Zubau erweitert! Ein Stückchen Wald wird somit bald Teil des Lebensraums von Frieda und Carlo sein.

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Nicht mehr lange, dann wird das Wildkatzengehege um gute 200 m² anwachsen. Im Winter werken die NP-Mitarbeiter eifrig am Zubau.

Neben den Wildkatzen sind es vor allem auch die Besucher- und Schulprogramme für das kommende Jahr, die die Nationalpark-Mitarbeiter nun auf Trab halten. Christian Übl: „Momentan tüfteln wir gerade an den Programmschwerpunkten für das kommende Jahr“. So viel darf schon verraten werden: Die Wildkatzen werden auch im nächsten Jahr einen wichtigen Part einnehmen. Der Startschuss fürs Besucherprogramm 2015 fällt wieder um die Osterzeit.

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Wer wird es wohl 2015 aufs Titelbild schaffen? In den kommenden Wochen wird sich das entscheiden.

Speziell für Schulen gibt es neben dem Besucherprogramm immer auch eine extra Schulbroschüre. „Wir verschicken die 24-seitige Broschüre rund um die Semesterferien“, erklärt Claudia Waitzbauer. Im nächsten Jahr warten auf die Schulen viele neue Angebote wie etwa das Thema Bionik. Außerdem gibt es einige neue Packages für Mehrtages-Aufenthalte im Nationalpark. Im Wald-Wildniscamp bekommen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, die Natur unmittelbar zu erfahren: Sie übernachten im Wald! „Außerdem bemühen wir uns im nächsten Jahr um das Umweltzeichen für außerschulische Bildungseinrichtungen“, ergänzt Claudia Waitzbauer. Wir drücken die Daumen!

Parallel finden im Winter immer auch wissenschaftliche Erhebungen und Studien statt. Heuer liegt der Fokus auf Schwarzstorch- und Seeadler-Beobachtungen. Das Projekt dazu läuft bereits seit Ende März dieses Jahres und soll im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden. Erste Teil-Ergebnisse zu den Schwarzstörchen könnt Ihr übrigens bereits im Blogbeitrag “Schwarzstorch gesucht” nachlesen). Wir halten Euch auf dem Laufenden.

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Der Schwarzstoch – momentan im wohlverdienten “Winterurlaub” – steht neben dem Seeadler im Visier wissenschaftlicher Untersuchungen.

Und trotz geschlossener Nationalpark-Türen stehen sogar ein paar Veranstaltungen im November an. Am 20. November findet das alljährliche Nationalparkforum statt. Nationalpark-Direktor Ludwig Schleritzko ist nun ein Jahr in seinem Amt. Anlässlich des Forums zieht er eine erste Bilanz, definiert Schwerpunkte für das kommende Jahr und erklärt, über welche Erfolge er sich besonders freut und welche Herausforderungen noch gemeistert werden müssen. Besucher sind herzlich dazu eingeladen!

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Nationalpark-Direktor Ludwig Schleritzko (Bildmitte) mit einigen Mitarbeitern des NP-Thayatal. Beim Nationlparkforum am 20. November zieht er seine erste Bilanz und blickt auch schon in die Zukunft.

Auch zum Adventmarkt am 29. und 30. November, jeweils von 13:00 bis 19:00 Uhr, wollen wir Euch einladen. Dort gibt’s einen kleinen Einblick in die weihnachtlichen Bräuche und Traditionen unserer tschechischen Nachbarn. Worauf kann man sich freuen? – Kulinarische Köstlichkeiten, Musik, Lesungen, Kunsthandwerk und ein spezielles Kinderprogramm. Lasst Euch das nicht entgehen!

Schließlich – damit den Nationalpark-Mitarbeitern auch garantiert nicht langweilig wird ;) – arbeiten sie auch noch emsig daran, die Zusammenarbeit mit den anderen heimischen Nationalparks zu intensivieren. Ziel dieses Projektes: Mehr Aktivitäten gemeinsam anbieten.

Winterzeit ist eben Arbeitszeit! … Damit auch in der nächsten Saison wieder alles wie am Schnürchen läuft.

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25 Jahre Natur ohne Grenzen – NEUER FILM

Am 9. November 1989, vor mittlerweile 25 Jahren, fiel die Mauer. Ein denkwürdiges Datum. Und kurz nachdem in Berlin die ersten Steine bröckelten, kam es in der heutigen Tschechischen Republik zur Samtenen Revolution. Was am 17. November mit Studentendemonstrationen begann, führte am 10. Dezember zur Bildung einer neuen Regierung und zur Ernennung Václav Havels zum Staatspräsidenten. Innerhalb weniger Wochen gelang es, weitgehend gewaltfrei, aus einer Diktatur eine Demokratie auferstehen zu lassen.

Damit endete die Zeit des Eisernen Vorhangs zwischen Österreich und Tschechien. „Bereits am 5. Dezember 1989 begann der Abbau der Grenzsperre. Manch einer hütet heute noch zu Hause ein Stück Original-Stacheldraht zur Erinnerung an diese dunkle Zeit“, erzählt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl.
Das Ende des Zauns war aber gleichzeitig der Beginn einer neuen Ära. Mittlerweile steht die Grenze der beiden EU-Länder offen, die Vegetation hat sich dort, wo einst der Stacheldrahtzaun verlief, ihren Platz zurückerobert, die Tiere wechseln von einem Ufer der Thaya zum anderen und der österreichische Nationalpark Thayatal arbeitet mit dem tschechischen Národní park Podyjí intensiv zusammen.

Passend zum 25-Jahres-Jubiläum gibt es den neuesten NP Thayatal Film „25 Jahre Natur ohne Grenzen“. Der knapp 8-minütige Film blickt sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Vor allem aber vermittelt er einen Eindruck von der völkerverbindenden Naturschutzarbeit an der Grenze. NP Thayatal Direktor Ludwig Schleritzko und NP-Mitarbeiter Christian Übl erzählen über positive Entwicklungen in der Natur, Kooperationen mit den tschechischen Nachbarn und Pläne für die Zukunft. Gleichzeit nimmt der kurze Film mit auf einen Streifzug durch die Natur dieses in Mitteleuropa einmaligen Durchbruchtales.

Hier könnt Ihr Euch den Film ansehen:

Sämtliche NP Thayatal Filme gibt es übrigens auch hier!

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News von den Nachbarn

Wir linsen heute „über die Thaya“ drüber, zu unseren Nachbarn in den Národní park Podyjí. Dort gibt es nämlich ein neues Highlight, das wir Euch keinesfalls vorenthalten wollen. Außerdem hat der Národní Park auch was Spannendes in petto für technikaffine Naturfreunde. Aber der Reihe nach.

Von Hnánice aus, knapp nach dem Grenzübergang bei Mitterretzbach, erreicht man seit einigen Wochen einen neuen Aussichtspunkt namens Neun Mühlen (Devět Mlýnů). Die Mühlen selber bestehen zwar längst nicht mehr, aber der neue Blick auf die Mäander der Thaya und den markanten Weinberg Šobes machen den Aussichtspunkt zu einem Muss für alle Thayatal-Liebhaber. Der tschechische Bundesumweltminister Richard Brabec ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung am 9. September selber dabei zu sein.

Der neue Aussichtspunkt bietet einen fantastischen Blick auf die Mäander der Thaya und den Weinberg Šobes.

Der neue Aussichtspunkt bietet einen fantastischen Blick auf die Mäander der Thaya und den Weinberg Šobes.

Der Weg dorthin – ausgehend vom Hotel Vinice in Hnánice – ist zwar in tschechischer Sprache angeschrieben, aber wer den Hinweisschildern Richtung „Devět Mlýnů – Vyhlídka“ folgt, wird fündig.

Hier geht's lang:

Hier geht’s lang!

Eigentlich kann’s ja nicht schaden, wenn Smartphone und Co. beim Wanderausflug mal Pause haben, andererseits haben die kleinen Geräte – sinnvoll eingesetzt – auch ihre Vorteile. So zum Beispiel im Fall des neuen elektronischen Wanderführers des NP Podyjí. Wem große Auffalt-Wanderkarten zu sperrig sind und wer obendrein eine Fülle an Informationen auf kleinem Raum mit dabei haben möchte, für den ist dieser Wanderführer wie geschaffen.

Was bietet er alles? – Neben der Möglichkeit eine Offline Karte downzuloaden, können Online-Karten mit verschiedenen Karten-Layern direkt vom Server der Nationalparkverwaltung Podyjí verwendet werden. Mehr als 150 Attraktionen und Sehenswürdigkeiten wie Pflanzen, Tiere oder historische Denkmäler sind im Wanderführer verzeichnet. U. a. lassen sich Suchfilter auf die Sehenswürdigkeiten anwenden oder Karten-Layer von anderen Servern nutzen. Außerdem werden die Inhalte laufend aktualisiert und stehen – für einen grenzüberschreitenden Nationalpark nur logisch – in drei Sprachversionen zur Verfügung.

Neugierig geworden? – Hier geht’s zum kostenlosen Download, geeigent für Smartphones und Tablets mit Android Betriebssystem.

Der neue elektronische Wanderführer des NP Podyjí lässt sich auf Smartphones und Tablets mit Android Betriebssystem verwenden.

Der neue elektronische Wanderführer des NP Podyjí lässt sich auf Smartphones und Tablets mit Android Betriebssystem verwenden.

Wer diese und weitere News aus unserem Nachbar-Nationalpark erfahren möchte, sollte am besten den Newsletter des NP Podyjí abonnieren. Keine Bange vor der Sprachbarriere, der Newsletter ist zwar in tschechischer Sprache, aber mithilfe von Übersetzertools (Tipp: Google Chrome) lassen sich die Infos – wenn auch nicht immer grammatikalisch einwandfrei – gut herausfiltern.

„Der Newsletter des Národní park Podyjí ist auch für uns eine tolle Möglichkeit, Neuigkeiten aus unserem Nachbar-Nationalpark zu erfahren. Wir treffen uns zwar regelmäßig und tauschen uns aus, aber manchmal bleiben Themen unerwähnt. So erhalten wir einen regelmäßigen Überblick über aktuelle Infos auf tschechischer Seite“, erklärt Nationalparkmitarbeiter Christian Übl, der den Newsletter in seiner täglichen Arbeit nützt.

Wie ihr Euch für den Newsletter anmelden könnt? – Hier eine kleine step by step Anleitung:
* Auf die Webseite des NP Podyjí gehen: http://www.nppodyji.cz/
* Rechts oben die Spracheinstellung auf „Deutsch“ ändern.
* Ans untere Ende der Seite scrollen und auf „Abonnieren“ klicken. (Unter „Archiv“ finden sich vergangene Newsletter)
* Ein neues Fenster, in Tschechisch, geht auf: Die Email Adresse eingeben, unter „Jméno“ den Vornamen, unter „Příjmení“ den Nachnamen und bei „Oslovení“ kann noch ein möglicher Titel eingetragen werden.
* Und nun einfach den untersten Button bestätigen.
Ihr bekommt dann eine Benachrichtigung an eure Adresse geschickt. Nun müsst Ihr noch einen Link bestätigen, damit sichergestellt werden kann, dass Ihr den Newsletter nicht irrtümlich erhaltet. So liest sich diese Aufforderung übrigens auf Tschechisch:
„Klikněte zde pro potvrzení Vašeho přihlášení do naší databáze.“

Und weil wir gerade dabei sind, hier geht’s zum Newsletter des NP Thayatal.

So seid Ihr immer bestens informiert, und zwar grenzüberschreitend!

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Im Katzenfieber

Endlich stehen sie fest, die Namen unserer jungen Wildkatzen. Drei an der Zahl sind heuer im Nationalparkgehege zur Welt gekommen. Silvester hat seinen Namen – und gleichzeitig auch seinen Patenonkel, nämlich den Landesrat Stephan Pernkopf – schon im August erhalten. Jetzt haben seine beiden Brüder nachgezogen. Mit der Hilfe von mehr als tausend Stimmen, die sowohl über Internet als auch vor Ort im Nationalparkzentrum abgegeben wurden, haben Felipe und Merlin das Rennen gemacht.

Eine der drei Brüder hat den Fotografen gespannt im Visier

Merlin posiert hier gekonnt für den Fotografen im Wildkatzengehege.

Das nun namenstechnisch bestens ausgestattete Brüder-Trio hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten bestens entwickelt. Viel fehlt nicht mehr, dann sind die kleinen Jungs ausgewachsen. Mama Frieda muss sich bei den täglichen Fütterungen mitunter regelrecht in Acht nehmen, dann klein Felipe, Merlin und Silvester machen ihr und Carlo bereits so manche Beute streitig.
In den nächsten Wochen heißt es Abschied nehmen. Eine Jungkatze wird nach Grünau im Almtal verlegt. Die Verlegung war bereits für dieses Wochenende geplant, hat sich nun jedoch verschoben. Auch für die anderen Jungkater wird vom wissenschaftlichen Betreuer Leo Slotta Bachmayr vom Tiergarten Wels nach geeigneten Unterkünften in Europa gesucht. „In freier Wildbahn machen sich die Jungtiere im Herbst auf, ein eigenes Revier zu finden. Das entspricht ihrem natürlichen Verhalten“, erklärt Wildkatzen-Experte Christian Übl vom Nationalpark Thayatal.

In Aufbruchsstimmung ist auch die heimische Wildkatzenforschung. Nach dem sensationellen Fund einer (leider) toten Wildkatze im Juli 2013 im südlichsten Waldviertel, gelang vor einem Monat der Nachweis einer lebenden Wildkatze ungefähr im selben Gebiet. Wie das? – Mit einem Foto! Peter Gerngross von der Plattform Wildkatze sucht in der Wachau und im Raum Krems mit Lockstöcken und Fotofallen nach Wildkatzen. Und eine seiner Fotofallen „schnappte“ unlängst zu. Dass es sich bei der Katze auf dem Foto tatsächlich um eine Europäische Wildkatze handelt, bestätigte auch der italienische Wildkatzen-Experte Luca Lapini. Seine Antwort lässt keine Zweifel offen: „Yes, it is surely a wildcat.“

Perfekt getroffen, ist die Wildkatze auf diesem Foto. Der italienische Wildkatzen-Experte Luca Lapini ist sich sicher: "Das ist eine Widlkatze!"

Perfekt getroffen, ist die Wildkatze auf diesem Foto. Der italienische Wildkatzen-Experte Luca Lapini ist sich sicher: “Das ist auf jeden Fall eine Wildkatze!”

In der aktuellen Ausgabe von Natur & Land, der Zeitschrift des Naturschutzbundes, dreht sich übrigens alles um die Wildkatze. Der spannende Fotonachweis aus der Wachau hat es bis Redaktionsschluss zwar nicht mehr in die Ausgabe geschafft, dafür gibt es jede Menge weitere interessante Infos rund um die Wildkatze in Österreich. Ihr erfahrt etwa, wo überall nach der Wildkatze gesucht wird, wo die Forscher bereits fündig geworden sind, wer zum Netzwerk der Partner zählt und wo sich Wildkatzen überall beobachten lassen. Hier gibt’s das Sonderheft zum Nachlesen.

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