Wilde Vielfalt in der kleinsten Stadt

Die Hardeggerin Sigrid Enzenhofer erzählt von tierischen Begegnungen

Hardegg, ein Städtchen, in dem sich Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen? Mitnichten. Doch kam es schon vor, dass in der Nacht Füchse durch meinen Garten streiften, um vielleicht auf dem Kompost Fressbares zu finden.

Als ich einmal zeitig in der Früh meine Gartentüre zur Fugnitz öffnete, flog plötzlich etwas Großes vor mir auf. Es war ein Schwarzstorch, der sich wohl im Bach sein Frühstück holte. Er war in diesem Moment ebenso erschrocken, wie ich. Aber es freute mich, diesen beeindruckenden, seltenen Vogel so nahe gesehen zu haben.

Das Leben in der Natur- und Tierwelt erfüllt mich immer wieder mit Demut. In der Früh glänzen im Sonnenlicht Tautropfen wie Perlen in Spinnennetzen. Jeden Frühling freut es mich, wenn ich den ersten Zitronenfalter sehe. Ebenso ergeht es mir, wenn im Sommer Glühwürmchen in der Dunkelheit wie Smaragdsplitter leuchten, um Weibchen anzulocken. Allerdings beim Anblick der Gottesanbeterin und Spinnen bedauere ich die Männchen….

Oft stehe ich staunend vor den prächtigen Königskerzen, die von alleine aufgehen, noch dazu im steinigsten Winkel meines Gartens, wo sonst nichts gedeiht.

Nicht nur Vögel, bunte Schmetterlinge und Libellen  gehören in den Garten, sondern auch Kröten, Maulwürfe und Schlangen. Man muß sich halt, wie immer im Leben, arrangieren. Maulwurfshügel werden vor dem Mähen abgegraben, dafür gibts frische Erde für die Beete. Die Furcht vor Schlangen ist unbegründet, sie flüchten ohnehin, wenn man sich nähert und eine „ Hauskröte“ bringt Glück.

Nirgendwo kann es eine so angenehme Atmosphäre bei der Arbeit geben, wie im Garten. Alle Sinne werden dabei befriedigt. Meine Hände haben Kontakt zur Erde, zu der auch ich einmal werde, während meine Augen viel Schönes und immer wieder Neues sehen.  In einem Meer von Wohlgerüchen befinde ich mich im größten Konzertsaal, in dem Sänger in bunten Federkleidern ihre Lieder singen. Auch das Summen der Bienen ist Wohlklang in den Ohren, ebenso das Quaken der Frösche am Abend. Und wenn ich die ersten Beeren vom Himbeerstrauch auf der Zunge zergehen lasse, ist mir klar, dass diese Köstlichkeit nur direkt vom Strauch diesen Genuß ausmacht.

Wenn der Tag zur Neige geht und die Vögel besonders laut bekunden, dass sie nun schlafen gehen, werden die Fledermäuse aktiv, um sie abzulösen.

Spät am Abend lockt mich der Schrei des Kauzes noch einmal hinaus. Gerne verweile ich einige Zeit in der Stille und atme die würzige Luft ein. Dabei empfinde ich dann ein großes Maß an Freiheit und Zufriedenheit.

Foto: P.Lazarek

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Das Thayatal im Wandel der Zeiten

Petr Lazárek vom Nationalpark Podyjí über den Vergleich historischer und aktueller Bilder der Grenzregion.

Das Gebiet des heutigen Nationalparks Thayatal/Podyjí war bis ins Jahr 1918 Teil der österreich-ungarischen Monarchie. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zum Bestandteil des Deutschen Reiches und nach Kriegsende durchlebte das Gebiet turbulente Zeiten mit der Abschiebung der deutschsprachigen Bevölkerung und der Errichtung des undurchdringlichen Eisernen Vorhangs. All diese historischen Ereignisse hatten eine starken Einfluss nicht nur auf das Leben der ansässigen Bevölkerung, sondern auch auf die Landschaft und die Natur im Thayatal.

Als langjähriger Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Podyjí, überlegte ich wie es möglich wäre, diese Eregnisse am besten in Form eines Buches festzuhalten. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich in der Sammlung des Südmährischen Museums in Znaim und bei Sammlern alter Postkarten ein großes Arsenal an einzigartigem, historischem Material befindet.
Das bot die Möglichkeit, den Lesern mit Hilfe von aktuellen Aufnahmen die Veränderung besonders anschaulich zu illustrieren. Seit dem Jahr 2015 arbeitete ich am Buch „Das Thayatal im Wandel der Zeiten“ und mein Ziel war es, der breiten Öffentlichkeit das derzeitige Erscheinungsbild des Nationalparks Thayatal/Podyjí aus naturwissenschaftlicher und historischer Perspektive , vor allem in Hinblick auf die Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert, näherzubringen.

Der aufwändigste Teil der Ausarbeitung des Buchs war das Auffinden jener Standorte, von wo aus die historischen Aufnahmen entstanden sind. Einige Standorte waren nämlich fast nicht wieder zuerkennen.
Die Landschaft des Thayatals ist mittlerweile viel stärker bewaldet und die Wiesenflächen sind um einiges kleiner geworden. Ich musste deshalb bei der Erstellung der Neuaufnahmen stellenweise bis in die Baumkronen hinaufklettern, um das derzeitige Erscheinungsbild der Landschaft festzuhalten.

Wir, die Autoren des Buches, sind über das Interesse der Leser, nicht nur aus der Znaimer Region sondern vor allem jener aus Österreich, sehr erfreut.

O 220 Josef Doré - Ledové sluje u Vranova n. Dyjí, 1850, olej, plátno

Die “Jagd auf die Wildkatze”

NP Mitarbeiter David Freudl auf der Suche nach der scheuen Waldbewohnerin

Die Wildkatzenforschung im Nationalpark Thayatal erlebt heuer einen Neustart. Nachdem im Herbst 2017 unser grenzüberschreitendes INTERREG-Projekt „Connecting Nature AT-CZ“ bewilligt worden ist, werden nun neue Akzente bei der Wildkatzenforschung gesetzt. Eine Vielzahl an Fotofallen sowie Lockstöcken ist sowohl im österreichischen als auch im tschechischen Teil des Nationalparks verteilt, um das Wildkatzenvorkommen genau zu untersuchen. Dabei greifen wir auf unsere eigenen und die Erfahrungen unserer Projektpartner zurück und bringen auch neue Erhebungsmethoden zum Einsatz. An den Lockstöcken wird eine Vielzahl an verschiedenen Duftstoffen ausprobiert und mit Hilfe von Mäuseburgen wird die Wildkatze angefüttert und vor die Fotofallen gelockt. An den Lockstöcken können Haarproben gewonnen werden und erstmalig wird im Nationalpark Thayatal mit einem Wildkatzenspürhund nach Losungsproben geschnüffelt! Der Nationalparkförster Wolfgang Riener hat seinen Border-Collie namens „Cooper“ zum Wildkatzenspürhund ausbilden lassen, der gezielt auf den Duft von Wildkatzenlosung trainiert ist. Anhand des gesammelten Probematerials könnte auch der Kontakt mit anderen Populationen in Europa nachgewiesen werden, da durch genetische Untersuchungen die Verwandtschaft unserer Wildkatzen erhoben wird.  Aktuell sind wir Sichtungen im Umfeld des Nationalparks auf der Spur und möchten uns an dieser Stelle bei jenen Personen bedanken, die uns bei der Wildkatzenforschung unterstützen, indem Sie uns Hinweise zum Wildkatzenvorkommen zukommen lassen. Nicht nur in der Nationalparkregion sondern auch aus der Wachau sowie dem Dunkelsteiner Wald gibt es immer wieder neue Hinweise. Die Vernetzung solcher wertvollen Lebensräume ist das übergeordnete Ziel des Projektes „Connecting Nature AT-CZ“  dem die Wildkatze als Botschafterin dient. Wir sind sehr gespannt darauf zu erkunden, wie es der einst heimischen Wildkatze bei ihrer heimlichen Rückkehr nach Österreich ergeht und wie wir sie dabei unterstützen können.

Wolfgang Riener mit seinem Border-Collie “Cooper”Wildkatzenspürhund "Cooper"

 

Hinaus in die Natur – es ist endlich Frühling!

Nationalpark-Ranger Birgit Gruber über die heilsame Wirkung der Natur, die hilft, neue Lebensgeister zu wecken.

Nach dieser langen kalten Jahreszeit erwacht die Natur wieder zu neuem Leben. Die Pflanzen sind aus ihrem scheinbaren Winterschlaf erwacht und innerhalb kürzester Zeit ist die Natur um uns herum zu neuer Üppigkeit und Schönheit erwacht. Dies ist auch eine Wohltat für unseren Körper, Geist und Seele. Es zieht uns wieder hinaus in die frische Luft.

Wir leben teilweise sehr abgekoppelt von der Natur, doch trotzdem unterliegen wir ihrem Rhythmus. Dieser Rhythmus bringt auch Bewegung in unser Leben. Sie ist essenziell für unser Leben. So wie die Zellen von den Pflanzen, können auch die menschlichen Zellen nicht ohne Bewegung existieren. Unser Herz-Kreislaufsystem und Bewegungsapparat werden durch körperliche Betätigung verbessert. Dies beeinflusst unsere Stressreaktionen, Hormonsystem, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit.

Besonders erholsam auf uns Menschen wirken nachweislich Landschaften mit Wald, Wasser und bergigen Höhen. Dies tut unserer Seele am meisten gut und lässt am besten den Alltag aus der Distanz erscheinen. Es ist die beste Ressource für unsere Gesundheit. Die Natur wirkt auf uns bewusst und unbewusst ein.

Der Nationalpark Thayatal vereint all diese Faktoren auf engstem Raum. Die Thaya formte dieses romantische, wilde Tal mit den Wäldern ringsherum, die jetzt mit Frühlingsboten üppig übersät sind. Für anstrengende Aufstiege und wunderschöne Ausblicke sorgt der harte Granit, der über Jahrmillionen Wind und Wetter Stand gehalten hat.

Thayaufer, Nationalpark Thayatal, Popp&Hacker

Thayaufer, Nationalpark Thayatal, Popp&Hacker

Der Frühling schaut zum Fenster rein

NP Mitarbeiter Christoph Milek kann der Versuchung nicht widerstehen

Nach vielen kalten Wochen sind die ersten wärmeren Tage eine einzige Wohltat. Die Sonne ist wieder merkbar länger über dem Horizont und wärmt uns endlich wieder die Wangen. Ich kann nicht anders, ich muss hinaus. Nicht nur mir geht es so, auch die Pflanzen und Tiere haben sichtlich schon drauf gewartet.

Die Wacholderdrossel, ein Wintergast, hat sich während dem letzten Schneefall noch den Bauch mit Ligusterbeeren vollgeschlagen und mittlerweile Platz für Grünfink, Goldammer und Bachstelze gemacht. Das Frühlingskonzert der Singvögel hat begonnen und alle streiten um die besten Plätze.

Ein Besucher hat mir vor ein paar Tagen von einer Gruppe Seeadler über der Thaya berichtet, seine Fotos zeigen einen Alt- und zwei Jungvögel wie sie sich in die Lüfte schrauben. Schön, daß sie da sind.

Auch die ersten Frühblüher stehen in den Startlöchern, die Leberblümchen etwa, beginnen den Wald mit violetten Tupfen zu verzieren. Eine besonders interessante Pflanze, der rosa blühende, intensiv riechende Seidlbast, ist auch schon zu finden. Wie der gelbe Hartriegel blüht der Seidelbast bevor er Blätter ausbildet und ist deshalb zurzeit besonders leicht aufzuspüren. Ausserdem bildet er die Blüten als einzige Pflanze in Österreich direkt am Stamm aus, dieses Phänomen ist sonst eher in den Tropen verbreitet.

Man ist eventuell versucht, den Seidelbast als Zimmerschmuck in die Vase zu stellen, allerdings sprechen zwei Besonderheiten der Pflanze dagegen: Er ist in ganz Österreich streng geschützt und er ist stark giftig. 10 Früchte sollen für einen Erwachsenen nicht mehr verträglich sein und auch die Haut wird stark gereizt wenn man einen Zweig abreißt. Selbst der intensive Blütenduft ist giftig.

Ein Grund mehr für mich wieder meinen Frühlingsspaziergang fortzusetzen. Nur ein paar Grade im Plus reichen, um dem Wald einen ganz anderen Geruch zu geben. Der Boden ist nicht mehr hart und gefroren sondern saftig und weich, die Geräuschkulisse hat sich gewandelt und die winterliche Stille ist nicht mehr zu vernehmen. Ich versuche die Atmosphäre des erblühenden Waldes ganz in mich aufzunehmen und meinen Kopf auszulüften. Der Nationalpark Thayatal bietet dafür das perfekte Ambiente.

Am Sonntag  den 25. März haben Sie die Möglichkeit mit Nationalpark-Ranger Hans Fittl auf den ersten  Streifzug des Jahres durch die blühende, wieder zum Leben erwachte Wildnis des Nationalparks zu begleiten und unter seiner fachkundigen Leitung in die vielfältige Welt von Buschwindröschen, Lerchensporn und Schuppenwurz einzutauchen.

Auch wenn es noch ein paar Tage kalt werden soll – Der Frühling kann kommen!

Seidelbast

Seidelbast

“Lehrling” wird von der Natur berührt

Margit Müllner, Stadtamtsdirektorin, über ihre erste Woche als Ranger-Anwärterin

Den Slogan der Nationalparks „Nichts berührt uns wie das Unberührte“ durfte ich am Wochenende eindrucksvoll erleben. Als Teilnehmerin des neuen Nationalpark-Rangerlehrganges hatte ich gemeinsam mit meinen weiteren 16 KollegInnen die Möglichkeit, den Nationalpark Thayatal von einer seiner schönsten Seiten kennenzulernen.

Meine Motivation Nationalpark-Ranger zu werden, erklärt sich aus der Liebe zur Natur und zu meiner Heimatregion. Da ich beruflich viel mit Menschen zu tun habe und mir die Gemeinde und die Entwicklung meines Umfeldes sehr am Herzen liegen, möchte ich mich aktiv daran beteiligen, vielen naturinteressierten Bewohnern und Besuchern die Besonderheiten und Schönheiten des Nationalparks zu vermitteln.

Bei strahlendem Sonnenschein und eisigen minus 16 Grad Celsius starteten wir am Sonntag, den 25. Februar morgens zu einer für mich unvergesslichen Tour in den Kirchenwald. Unter der fachkundigen Leitung von Nationalpark-Direktor Christian Übl und unserer Ausbildungsleiterin Claudia Waitzbauer erhielten wir erste Einblicke in die Besonderheiten eines nahezu unberührten Waldes, in dem die Vielfalt der Bäume und Sträucher selbst in der vegetationsarmen Zeit erkennbar ist.

Wir analysierten gemeinsam eine Vielzahl an Tierspuren und konnten an einem besonderen Aussichtspunkt oberhalb der Thaya die Dimensionen des Thayatals mit seinen zerklüfteten, steilen Felshängen wahrnehmen. Entlang der Thaya stapften wir durch die einsame schneebedeckte Landschaft und beobachteten ehrfürchtig die Kraft des Wassers und des zerbrechenden Eises, das die Stille des Tales immer wieder durchbrach. Für einige Momente durften wir auch den Anblick eines lautlos schwebenden Uhus genießen.

Obwohl wir den ganzen Tag bei eisigen Temperaturen im Freien verbracht haben, wäre ich am Abend gerne noch endlos weiter gewandert. Die Eindrücke und Erlebnisse haben mich noch tagelang begleitet und die Vorfreude und Neugier auf unsere weitere Ausbildung mit dem gesamten Team in den nächsten drei Jahren ist riesengroß. Ich spüre die Begeisterung und Motivation aller „Ranger-Lehrlinge“ und bin stolz darauf, ein Teil dieser Gruppe sein zu dürfen.

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Wie Kinder die wilde Natur entdecken

Claudia Waitzbauer, Mitarbeiterin im Nationalpark Thayatal, über den Sommer von damals

Sommerferien? Es ist zwar noch mitten im Winter, aber viele Familien planen bereits jetzt ihren Sommerurlaub. Auch bei uns im Nationalparkbüro starten nun die Anmeldungen für unsere Sommercamps für Kinder und Jugendliche. Das ist Anlass für mich, über meine eigene Ferienzeit als Kind nachzudenken: Endlich waren sie da – die heiß ersehnten Sommerferien. 9 Wochen lang keine Schule, eine gefühlte halbe Ewigkeit! Ich verbrachte meine Tage damit, barfuß durch die Wiesen und Wälder zu streunen, im nahegelegenen Bach einen Damm zu errichten, das Wasser aufzustauen und dort herum zu plantschen. Das waren viele elementare Erfahrungen, bei denen nur selten Langeweile aufkam. Wenn uns trotzdem einmal fad war, dann lagen wir im Gras, betrachteten die vorbeiziehenden Wolken und staunten über die unzähligen Krabbeltiere, die unsere nackten Arme und Beine kitzelten. Und schon bald begaben wir uns wieder auf die Suche nach einem neuen Abenteuer!

Nun ist meine eigene Tochter bereits sieben Jahre alt und ich wünsche ihr auch so einen Sommer, wie ich ihn damals erlebt habe! Aber das ist heute gar nicht mehr so einfach. Wo gibt es Wildnis, die Kinder ohne Begleitung eines Erwachsenen erkunden können? Was tun, wenn beide Elternteile berufstätig und Oma & Opa nicht vor Ort sind?

Das Ferienlager im Nationalpark für Acht- bis Elfjährige vom 22.-27. Juli 2018 bietet ein abwechslungsreiches Programm in der Natur, lässt aber auch Platz für Unvorhergesehenes und kreative Ideen der Kinder: auf Bäume klettern, Wasserräder bauen, Bachflohkrebse fangen, ein Feuer selbst entzünden, am Lagerfeuer Steckerlbrot grillen, schnitzen, Hütten bauen, Sterne schauen, … Das neue Wildkatzen Camp bietet dafür die passende Unterbringung, denn hier lautete das Motto: So wie die Wildkatze Freiheit und Wildnis im Nationalpark findet, so werden auch die Kinder im Wildkatzen Camp wilde Abenteuer erleben!

Übrigens, auch für Jugendliche gibt es beim Junior Ranger Camp oder die Möglichkeit, ihre wilde Seite kennen zu lernen!

Grillen am Feuer Foto: NP Thayatal, A.Bartl

Grillen am Feuer
Foto: NP Thayatal, A.Bartl

 

Im Dienste der Umwelt – Das Freiwillige Umweltjahr

Andreas Häusler berichtet über seinen Zivildienst im Nationalpark.

 Zivildienst oder Bundesheer? Eine Frage, die die meisten Jugendlichen jetzt kurz vor der Matura beschäftigt. Doch wie wäre es mit einem Freiwilligen Umweltjahr im Nationalpark?

Letztes Jahr, ebenfalls Ende Jänner, stand ich kurz nach der Musterung mit der Frage da: Mache ich nun Zivildienst oder Bundesheer? Nach langer Recherche über Zivildiensteinsatzstellen, gelangte ich, mehr zufällig als gezielt, auf den Begriff „Freiwilliges Umweltjahr“. Für mich stand sofort fest, DAS möchte ich machen. Nach einem Kennenlerntag in Wien und einem Aufnahmegespräch im NP Thayatal hatte ich dann das Glück, mit September mein Umweltjahr als Zivildienstersatz zu beginnen. Nach nun fünf Monaten kann ich stolz behaupten, dass ich mich für das Richtige entschieden habe.

Die Arbeiten im Nationalpark sind äußerst abwechslungsreich. Angefangen von Instandhaltungsarbeiten und Kontrollen der Besucherinfrastruktur, dem Mähen der Trockenrasen bis hin zu administrativen Tätigkeiten im Büro durfte ich in viele Berufsfelder hineinschnuppern. Bei Führungen und Schulaktionen konnte ich Kontakt mit den Besuchern aufnehmen und meine Erfahrungen teilen. Außerdem kümmere ich mich jeden Tag um unsere beiden Wildkatzen Frida & Carlo, füttere sie, halte das Gehege sauber und begleite Schaufütterungen. Dabei kann ich das Verhalten und die Persönlichkeiten der beiden über das Jahr hinweg beobachten und erforschen.

Ein Bestandteil des Umweltjahres ist zudem ein 20-tägiges Begleitseminar. Bei diesem Seminar hat man die Möglichkeit, sich mit den anderen UmweltjahrteilnehmerInnen (ein Umweltjahr kann sowohl von Mädchen, als auch Burschen gemacht werden!) aus ganz Österreich auszutauschen und Erfahrungen zu teilen. Schließlich setzt man in Kleingruppen ein Projekt um, bekommt praktische Tipps in den Bereichen  Sponsoring, Projektmanagement und Präsentationstechniken und lernt etwas über Umwelt und Nachhaltigkeit.

Die vielfältigen Arbeiten, die Einblicke in den Berufsalltag und das informative Begleitseminar machen das Umweltjahr zu einem äußerst lehrreichen und durchaus zukunftsweisenden Jahr. Man kann seine Persönlichkeit entfalten und Stärken in diversen Bereichen entdecken und fördern.

In diesem Sinne freut sich das Team des NP Thayatal über jede zukünftige Bewerberin und jeden zukünftigen Bewerber und informiert  Euch auch gerne persönlich. Bis bald im Nationalpark Thayatal!

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Těšíme se na vás – Wir freuen uns auf euch

Nationalparkmitarbeiterin Christina Stiepani berichtet von der Brünner Tourismusmesse

Die Thaya ist nicht nur die Lebensader und der Namensgeber unseres grenzüberschreitenden Nationalparks, sondern zugleich auch die Verbindung zu unserem Nachbarland. Es gibt viele Themenbereiche der Zusammenarbeit. Grenzüberschreitende Besucherangebote sind uns besonders wichtig, denn hier wird das Thayatal zum Ort der Begegnung. Hier möchten wir 2018 auch einen Schwerpunkt setzen und den tschechischen Besuchern einen Grund geben, das benachbarte Thayatal kennen und vielleicht auch lieben zu lernen.

Am vergangenen Wochenende haben wir unsere Angebote bei der großen Reise- und Ferienmesse GO in Brünn präsentiert. Mit viel neuem Informationsmaterial präsentierten wir unser Naturjuwel und die vielen Möglichkeiten dieses zu erwandern oder auf den grenzüberschreitenden Radwegen zu erkunden. Der Nationalpark Thayatal ist vielen Besuchern bereits ein Begriff. Einige schwärmten von der schönen Natur und erzählten, dass sie unseren Nationalpark bereits von Ausflügen kennen.

Die erste Juliwoche ist für Kurzurlaube und Ausflüge bei den Tschechen sehr beliebt, da es zwei aufeinander folgende Feiertage gibt. Die Gedenktage von Cyril und Metoděj sowie Jan Hus werden gerne mit einigen Urlaubstagen kombiniert, daher veranstalten wir in dieser Woche bereits zum zweiten Mal eine Tschechische Woche im Nationalpark Thayatal. Mehrere Exkursionen werden von Nationalpark-Rangern geleitet und für tschechische Besucher übersetzt oder zweisprachig geführt.
Weiters gibt es für alle Besucher in dieser Woche Vergünstigungen für die Ausstellung Natur-Geschichten sowie für die tägliche Wildkatzenfütterung um 15:30 Uhr, welche auf Deutsch und Tschechisch angeboten wird. Der Retzer Erlebniskeller, die Burg Hardegg und das Schloss Ruegers beteiligen sich heuer ebenfalls an unserer Initiative.

Im Gegenzug freuen wir uns, dass der Národní park Podyjí ein Österreich-Wochenende zu Pfingsten veranstaltet, wo es deutschsprachige Angebote geben wird. Am Pfingstsonntag laden wir in Kooperation mit dem Nationalpark Podyjí zu einem Familiennachmittag unter dem Motto „Wildnis findet Stadt“ in Hardegg ein.

Unsere tschechischen Nachbarn sind als fleißige Wanderer und Radfahrer sehr bekannt. Ab heuer bieten wir den Besuchern aus unserem Nachbarland neue Wander- und Radwegen-Karten sowie Infobroschüren in deren Landessprache, in der auch die Ausflugsziele der Region enthalten sind. An der Infostelle im Nationalparkhaus freuen wir uns, diese persönlich an Interessierte weiter geben zu können.
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Bunt, vielfältig und faszinierende Naturerfahrungen – Das Besucherprogramm 2018

Nationalparkmitarbeiter Christoph Milek stellt das neue Besucherprogramm vor.

Der Jahreswechsel liegt hinter uns, das neue Jahr kann kommen! 2018 steht ganz im Zeichen des Erlebens der Wildnis und des neuen Wildkatzen Camps.

Wir Nationalparkmitarbeiter haben uns wieder ordentlich ins Zeug gelegt und ein spannendes, buntes und abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit vielen Exkursionen in die Wildnis des Nationalparkwaldes zusammengestellt. So gibt es etwa eine Spezialwanderung mit dem Nationalparkförster Wolfgang Riener, eine Übernachtung unter freiem Himmel oder eine außerordentliche Exkursion auf unbeschrittenen Pfaden über die Grenzen und quer durch die Thaya im diesjährigen Programm. Auch traditionelle Veranstaltungen wie die Ostereiersuche, das Kräuterfest im August oder der herbstliche Nationalparkwandertag dürfen nicht fehlen.

Als grenzüberschreitender Nationalpark ist uns natürlich die Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Kollegen und Kolleginnen des Národní Park Podyjí sehr wichtig. Darum laden wir Sie herzlich ein mit uns gemeinsam Grenzen zu überwinden, seien sie auf der Landkarte, im Geiste oder sprachlicher Natur. Neben der „Tschechischen Woche“ in Österreich gibt es dieses Jahr erstmalig auch ein „Österreichisches Wochenende“ mit Spezialexkursionen in Tschechien insbesondere für österreichische Besucher und Besucherinnen. Etwa ein Ausflug zu den Ponys auf den Steppenflächen rund um Mašovice oder ein kunterbunter Familientag beiderseits der Thayabrücke – entdecken Sie die wilde Seite von Hardegg.

Am 14. Juli laden wir alle ein, das neu eröffnete Wildkatzen Camp beim Tag der offenen Tür hautnah zu erleben und alle Ecken und Winkel dieser Jugendunterkunft sowie den angrenzenden Nationalparkwald kennenzulernen.

Zu guter Letzt dürfen die beliebten Wildkatzennachtwanderungen im Rahmen des Wildkatzensommers nicht unerwähnt bleiben – Frieda und Carlo freuen sich auf Ihren Besuch.

Das Alles und Vieles mehr finden Sie im neuen Besucherprogramm und unter www.np-thayatal.at

In diesem Sinne wünschen wir ein wundervolles, erfahrungsreiches und buntes Jahr 2018. Bis bald im Nationalpark Thayatal!

Hier geht’s zum Besucherprogramm 2018: NP_Programmheft_2018

 Titelbild Besucherprogramm 2018