Der Weg der “gefallenen Blätter”

Wer im November durch einen Laubwald wie jenen im Nationalpark Thayatal wandert,  wird begleitet von einem lauten Rauschen und Rascheln. Mit jedem Schritt wirbelt man das Blättermeer, das nun nicht mehr auf den Bäumen, sondern unter ihnen liegt, durcheinander.

Alle Jahre wieder landen Abertausende Blätter in den Laubwäldern des Nationalparks Thayatal auf dem Waldboden.

Alle Jahre wieder landen Abertausende Blätter in den Laubwäldern des Nationalparks Thayatal auf dem Waldboden.

Warum versinkt der Wald nicht im Herbstlaub?
Ein intensives Geräuscherlebnis, das zum Nachdenken anregt. Denn, wie kann es sein, dass die Wälder nicht in ihren Blattmassen untergehen? – Wenn man bedenkt, dass eine 100-jährige Buche über den Daumen gerechnet eine halbe Million Blätter im Herbst abwirft und eine Laubschicht von fünf bis zehn Zentimetern Dicke anwachsen lässt.
In einem Buchenwald in Deutschland haben sich Wissenschaftler sogar die Mühe gemacht, das anfallende Laub, die Knospenschuppen, Früchte, Zweige und Äste auf einem Hektar Wald abzuwiegen. Das Ergebnis war rund vier Tonnen schwer, Trockengewicht wohlgemerkt.

Noch hängen die Blätter unversehrt an den Ästen, sobald sie jedoch den Waldboden berühren, beginnt eine unaufhaltbare Zersetzungs-Maschinerie.

Noch hängen die Blätter unversehrt an den Ästen, sobald sie jedoch den Waldboden berühren, beginnt eine unaufhaltbare Zersetzungs-Maschinerie.

Fragt sich nur, wohin verschwindet das viele Laub bzw. fachmännisch ausgedrückt, die Laubstreu? Definieren wir zunächst einmal, was mit Laubstreu gemeint ist, es handelt sich dabei um „eine lockere Decke aus äußerlich noch unverändertem oder nur wenig verändertem Laub“. Aber das bleibt nicht lange so, denn sobald die Blätter den Boden berühren, setzt sich eine Zersetzungs-Maschinerie in Gang. Und sobald man ein bisschen tiefer in die Laubstreu hineinblickt, sieht man auch, was den frisch gefallenen Blättern demnächst blüht. Weiter unten nämlich zeigen sich die „gefallenen Blätter“ schon deutlich verändert, gebrandmarkt von Fraßspuren und Löchern, aufgespeist bis auf das Blattgerippe.

Vom intakten Blatt zum klapprigen Skelett
Aber der Reihe nach. Wenn ein Herbstblatt zu Boden segelt, wird es dort von einer illustren Schar von Mikroorganismen erwartet, die schnurstracks damit beginnen, die oberste Zellschicht des Blattes, die Epidermis, aufzuschließen. – Feuchte Witterung und ein entsprechender Wasserfilm rund ums Blatt kommt ihnen dabei sehr gelegen.
In der nächsten Zersetzungsphase treten Springschwänze, Rindenläuse und Hornmilben auf den Plan. Sie fressen Löcher in die Epidermis der Blattunterseite. Zweiflüglerlarven beteiligen sich in der Folge am Fensterfraß, vergrößern die Löcher und setzen dem Blatt nun auch an dessen Rändern zu.
Mit fortschreitendem Zernagungsgrad wird die Anzahl der Buffetgäste immer größer. Auch Ohrwürmer, Asseln, Schnecken, Schnurfüßer, Saftkugler, Borstenwürmer und Milben gesellen sich hinzu. Alle zusammen schmausen sie nicht nur, sondern bilden auch Kot, der wiederum von Kleinstlebewesen zersetzt wird. Die Regenwürmer sorgen schließlich dafür, dass die Blattüberreste von oberhalb der Erde nach innen gelangen, mit Mineralteilchen verschmischt und in den Boden eingearbeitet werden.

Je nachdem wie hart oder weich die Blätter sind und wie viel Stickstoff sie enthalten, läuft die Zersetzung unterschiedlich schnell ab.

Je nachdem wie hart oder weich die Blätter sind und wie viel Stickstoff sie enthalten, läuft die Zersetzung unterschiedlich schnell ab.

Wie lange dauert die Zersetzung?
Je nach Blattart kann der Zersetzungsprozess unterschiedlich lange dauern. Weiche Blätter werden rascher abgebaut als harte und solche, die besonders viel Stickstoff enthalten – wertvoller Dünger für den Boden! – werden von den Bodenorganismen in die schnellere „Abfertigungsspur“ aufgenommen. Rascher geht es etwa bei Erle, Esche und Ulme, ihre Blätter sind bereits im Folgesommer zersetzt. Hainbuchenblätter brauchen etwa eineinhalb Jahre, das härtere Eichenlaub zweieinhalb Jahre und Buchenblätter meist drei Jahre.

Hitze verlangsamt Zersetzung
Ohne die Arbeit der emsigen Bodenbewohner wären all diese Prozesse undenkbar. Biologen aus den USA haben allerdings herausgefunden, dass klimatische Veränderungen für Aufruhr in der Laubstreu sorgen könnten. Anhand des Rot-Ahorns stellten sie fest, dass die Bäume bei heißerem und trockenerem Wetter vermehrt Gerbstoffe, die in der Regel zur Schädlingsabwehr dienen, produzieren. Fällt dieses gerbstoffreiche Laub zu Boden, wirkt es hemmend auf die Mikroorganismen, was wiederum den Zersetzungsprozess verlangsamt.
Ob das auch auf Buche, Eiche und Co. zutrifft bzw. inwiefern die Böden der möglicherweise wärmeren Zukunft dadurch tatsächlich nährstoffärmer werden, steht noch in den Sternen. Feststeht, dass ein Spaziergang durch den spätherbstlichen Wald nicht nur ein Geräuscherlebnis ist, sondern auch ganz schön lehrreich ist :)

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Wolken mit Bodenkontakt

Rot, gelb und orange strahlen die Blätter von Buche, Eiche, Ahorn & Co. um die Wette, die Lufttemperaturen sinken, das Wasser der Thaya erscheint dunkler als sonst und immer öfter hüllt ein milchiger Schleier die Landschaft ein. Selbst wenn die Sonne hie und da die Oberhand behält, mit der Herbstzeit beginnt die Nebelzeit. Auch im Nationalpark Thayatal, wo die für das Waldviertel so typischen bodennahen Wolken für eine mystische Stimmung sorgen.

     Aucb im Thayatal ziehen im Herbst die Nebel durch die bunten Wälder.

Auch im Thayatal ziehen im Herbst die Nebel durch die bunten Wälder.

Das heute gebräuchliche Wort „Nebel“ geht zurück auf das Griechische nephele, und das bedeutet so viel wie Wolke. Doch wie entstehen die „Wolken mit Bodenkontakt“ eigentlich?
Die Nächte im Herbst sind nicht nur länger, sondern auch kälter. Der Boden kühlt – durch verstärkte Wärmeabstrahlung – allmählich aus. Wenn tagsüber die Sonne scheint, erhitzt sich die Luft allerdings noch beträchtlich. Sobald der Feuerball untergeht, rasseln die Lufttemperaturen dann wieder nach unten. Zusätzlich beschleunigt wird dies durch den kalten Boden.
Wer kennt das nicht? – In der prallen Sonne kommt man selbst im Herbst noch ins Schwitzen, kaum aber schiebt sich eine Wolke vor oder neigt sich der Tag zu Ende, ist die Gänsehaut auch schon zur Stelle und der Pulli Pflicht.

Entscheidend für die Entstehung von Nebel ist die Tatsache, dass sich mit der Temperaturveränderung der Luft auch die Kapazität Wasser zu halten, verändert. Was heißt das? – Ganz einfach: Warme Luft kann sehr viel mehr Wasser aufnehmen als kalte. Kühlt Luft ab, muss sie unweigerlich – früher oder später – etwas von ihrem gasförmigen Wasser abgeben. Wann passiert das? Sobald der Taupunkt unterschritten ist. Der Taupunkt, ist jener Punkt, an dem die Luft maximal mit Wasserdampf gesättigt ist. Kühlt sich die Luft unter diese magische Marke ab, kondensiert das überschüssige Wasser, es wird flüssig und für uns als Nebel sichtbar. An feinsten Staubkörnchen in der Luft lagert sich das Wasser an und bildet – je nach Menge – einen mehr oder weniger dichten Schleier.

Je nachdem, wie viel Wasser kondensiert, präsentiert sich die Nebelschicht mehr oder weniger dicht.

Je nachdem, wie viel Wasser kondensiert, präsentiert sich die Nebelschicht mehr oder weniger dicht.

Wo kommt das im Herbst häufig vor?
Vor allem in Tälern und Senken. Wenn der neue Tag anbricht, lassen die Sonnenstrahlen den Nebel meist rasch verschwinden, sprich verdunsten. Man kann regelrecht dabei zusehen, wie es den Wasserdampf „aus der Luft saugt“, sobald die Sonnenstrahlen eine gewisse Stärke erreicht haben. Weg ist der Wasserdampf freilich nicht, sondern – wie wir erfahren haben – gespeichert in der wärmeren Luft. Bereit für eine neue Nebel-Runde, sobald die Temperaturen wieder sinken.

Was begünstigt also die Nebelentstehung im Herbst?
Klare, kalte Nächte mit geringer Bewölkung und wenig Wind sind ideale Voraussetzungen. Starker Wind kann den Nebel dagegen „ausputzen“.

Und warum hält sich der Nebel mitunter richtig hartnäckig?
Die kurze Tageslänge im Winterhalbjahr reicht nicht immer aus, um die bodennahen Luftschichten intensiv genug zu erwärmen und / oder der Wind bläst zu schwach. Der Rekord im Waldviertel liegt bei 109 „undurchsichtigen“ Tagen.

Der Nebelrekord im Waldviertel beträgt 109 "undurchsichtige" Tage in Folge.

Der Nebelrekord im Waldviertel beträgt 109 “undurchsichtige” Tage in Folge.

Dass auch diese ihren Reiz haben, zeigen die mystisch, nebelverhangenen Thayatal-Wälder. Buntes Laub, kondensierte Wasserschwaden in der Luft und hie und da ein Sonnenblitzer, das macht ein Thayatal-Herbsterlebnis perfekt.
Nur eins fehlt noch: Ein paar spannende Geschichten! Und wer könnte diese besser erzählen als „Kräuterhexe“ und Nationalpark-Rangerin Helga Donnerbauer? – Am Sonntag, 30. Oktober nimmt sie mit auf eine im wahrsten Sinne des Wortes sagenhafte Wanderung durchs Thayatal. Wer bei den „Sagen im Nebel“ dabei sein möchte, kann sich noch anmelden.

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Sagenhafte Burg Kaja

Niemand kannte ihn, keiner wusste, woher er kam oder wohin er ging. Nur eines stand fest. Wann immer der „Schwarze Ritter“ auftauchte, wurde der Gerechtigkeit genüge getan.
So auch im Falle der Burg Kaja. Der alte Burgherr war auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Nur kurze Zeit darauf hatte die Burg einen neuen Herrn. Dieser, so munkelten die Leute, verfügte über dämonische Kräfte und hielt Roswitha, die Tochter des alten Burgherren, gefangen. Roswithas untreue Zofe war es zu „verdanken“, dass sich der unheimliche neue Burgherr Zugang zur Kaja verschaffen konnte. Dem Schwarzen Ritter aber gelang es, den Burgherren zu besiegen und Roswitha aus ihrem Bann zu lösen. Die Kammerzofe allerdings musste für ihren Verrat bezahlen.

Die sagenhafte Burg Kaja.

Ob der “Schwarze Ritter” die Kaja wirklich besucht hat? – Der Sage nach soll es so gewesen sein.

Womit? Die Antwort darauf weiß Helga Donnerbauer: „Sie wurde in eine Äskulapnatter verwandelt und lebt auch heute noch als Schlange auf der Burg. Wenn Besuch kommt, dann zieht sie sich um, mit anderen Worten: sie häutet sich. Eben vor zwei Wochen haben Kinder bei einer Führung auch tatsächlich kleine Schlangenhäute entdeckt.“

Helga Donnerbauer führt durch die Burg.

Die Merkersdorferin Helga Donnerbauer kennt die Burg wie ihre Westentasche. Bei einer Burgführung gibt sie ihr Wissen weiter.

In zwei Etappen erbaut
Heute ist die Burg Kaja, die östlich von Merkersdorf liegt, längst nicht mehr bewohnbar, aber im Rahmen von Führungen und auf eigene Faust lässt sich die gut erhaltene Ruine immer noch erkunden. Die Merkersdorferin Helga Donnerbauer hat viel Sagenumwobenes für die Besucher parat und auch die wichtigsten geschichtlichen Eckdaten. „Die Burg ist in zwei Etappen erbaut worden, begonnen hat man im 12. Jahrhundert. Nachdem die Hussiten die Burg und alles ringsherum, etwa auch Hardegg oder Retz zerstört hatten, sorgten Ulrich und Martin Eytzinger – mit monetärer Unterstützung von Herzog Albrecht – dafür, dass die Burg nach 1432 wieder hergerichtet wurde. In dieser Zeit entstand auch der vordere Teil der Burg“, erklärt Frau Donnerbauer.

Die vorburg ist nur über zwei Brücken erreichbar.

Die Vorburg mit dem 23 Meter hohen Bergfried ist nur über zwei Brücken erreichbar. Im Mittelalter wusste man sich abzusichern.

Die Vorburg aus dem 15. Jahrhundert, die nur über zwei Brücken erreichbar ist – im Mittelalter hat man sich eben gut abgesichert – beherbergt auch einen 23 Meter hohen Turm bzw. Bergfried. „Der Turm ist begehbar“, sagt Burgführerin Helga Donnerbauer, die auch Mitglied des Vereins zur Erhaltung der Feste Kaja ist. Ihm ist es zu verdanken, dass der Bergfried heute gefahrlos begehbar ist. Brücken-, Stiegen-, Geländersicherungen, sprich sämtliche Instandhaltungsarbeiten gehen auf das Konto des 1969 gegründeten Vereins. In den 1950er Jahren noch war die Ruine wegen Baufälligkeit gesperrt, heute kann sie von Mai bis Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zwischen 10 und 17 Uhr besichtigt werden, ganz ohne Voranmeldungen. Nur für Führungen braucht es eine telefonische Vorab-Reservierung bei der Stadtgemeinde Hardegg.

Natur pur in der Burg
Die Aussicht auf das bewaldete Kajabachtal vom Bergfried aus, beeindruckt Frau Donnerbauer freilich auch. „Mein Lieblingseck ist aber die über hundert Jahre alte Linde im Burghof, dort ist es einfach am gemütlichsten“, sagt sie. Gemütlich findet die Burg aber noch jemand: „Sie sind im Rittersaal, am Turm, im Keller, einfach überall. Fledermäuse, d. h. vor allem Kleine Hufeisennasen, dürfen die Burg sowohl sommers wie winters nutzen“, sagt Helga Donnerbauer und fügt verdientermaßen stolz hinzu: „Der KFFÖ, die Koordinationsstelle für Fledermausschutz und –forschung in Österreich, hat uns sogar als fledermausfreundliches Gebäude ausgezeichnet.“

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Die vielen Winkel, Ecken und alten Gemäuer der Burgruine sind auch bei Fledermäusen beliebt. Und in der Kaja dürfen sie auch gerne hausen!

Wer Lust bekommen hat, sich die sagenhafte Burg Kaja einmal genauer anzuschauen, der hat dazu noch bis 27. Oktober Zeit. Danach macht die Burg Winterpause, die Äskulapnatter zieht sich zurück, die Linde legt eine Rast ein und die Fledermäuse freuen sich darüber, dass die Burg nun ihnen ganz alleine gehört.
Kontaktinfos finden sich hier.

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Happy Birthday NP Podyjí!

Franz Kraus über den Beginn des Naturschutzes im Thayatal

Die Geschichte des Naturschutzes im Thayatal ist von Beginn an eine grenzüberschreitende Geschichte. Aufgrund des Grenzverlaufes in der Flussmitte wurden ehemals geplante Erschließungsmaßnahmen wie eine Bahnlinie oder ein Straßenprojekt niemals umgesetzt. Später, am Beginn der 1950er Jahre, senkte sich der Eiserne Vorhang über Europa. Das Thayatal wurde zur „toten“ Grenze. So schwierig diese Zeit für das Grenzland war, die Natur an der Thaya konnte sich vor allem im tschechischen Sperrgebiet nahezu ungestört entwickeln.

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Heute ist das Thayatal ein Naturschatz. Vor einigen Jahrzehnten aber war es bedroht durch ein geplantes Kraftwerk.

1984 wurde in Hardegg bekannt, dass die damalige CSSR Planungen zu einem Kraftwerksbau an der Thaya bei Byči Skala verfolgte. Rasch formierte sich in Österreich Widerstand in Form der „Bürgerinitiative zur Rettung des Thayatales“. Gemeinsam mit der Stadtgemeinde erreichten wir die Ausweisung eines Naturschutzgebietes an der Thaya. Auf tschechischer Seite gab es bereits ein Landschaftsschutzgebiet, das sogar mit eigener Verwaltung ausgestattet war. Noch vor dem Fall des Eisernen Vorhanges traf ich mich bereits mit Martin Skorpik von der tschechischen Verwaltung, um über ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet zu sprechen.

Die Pläne zum Staudamm im Thayatal.

Der geplante Stausee im Thayatal.

Im österreichischen Blätterwald rauschte es ordentlich. Zum Glück konnte das Kraftwerksprojekt abgewendet werden.

Im österreichischen Blätterwald rauschte es ordentlich. Zum Glück konnte das Kraftwerksprojekt abgewendet werden.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges herrschte auf tschechischer Seite eine große Euphorie über die gewonnene Freiheit, ein Bürgerforum übernahm die politischen Agenden. Ehemalige Dissidenten wurden zu Staatspräsidenten und Außenministern (Vaclav Havel und Jiři Dienstbier) und auch beim Thema Naturschutz gab es große Ideen. Dort, wo früher der Eiserne Vorhang Europa trennte, sollte ein „Grünes Band“ von Schutzgebieten eingerichtet werden. Im Bereich des Národní park Podyjí nützte man die Gunst der Stunde und errichtete bereits 1991 den 6300 ha großen Nationalpark. Ebenso wurde damals der Národní Park Šumava (Böhmerwald) realisiert.

Nun feiert der NP Podyjí sein 25-jähriges Bestehen. Wir gratulieren herzlich! Der Nationalpark Thayatal zeigt aus diesem Anlass ab 1. Oktober eine Ausstellung im Nationalparkhaus über die Geschichte unseres großen tschechischen Bruders.

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Kleiner Berg ganz groß

Wer das Thayatal kennt, der kennt ihn natürlich. Und auch Thayatal-Neulingen bleibt er nicht lange verborgen.
Die Rede ist vom Umlaufberg, dem 378 Meter hohen Wahrzeichen des Nationalparks, der von der Thaya – bis auf ein etwa 100 Meter breites Felsband – fast zur Gänze umflossen wird. Warum man ihm einen Besuch abstatten sollte? Das hat zumindest zwei gute Gründe: Zum einen bietet er einen fantastischen Blick auf die umliegenden Wälder und Wiesen und zum anderen wuselt er nur so vor Leben.

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Der Ausblick vom Umlaufberg ist zu jeder Tageszeit einen Abstecher wert!

Die Tatsache, dass der überschaubar große Umlaufberg ein vor Artenvielfalt nur so strotzendes Fleckchen Erde ist, mag viele erstaunen. Der Nationalpark hat es aber spätestens seit dem GEO Tag der Artenvielfalt im Mai 2010 Schwarz auf Weiß. 22 Wissenschaftler aus Österreich und Tschechien schwärmten quer über den Umlaufberg verteilt aus, um sein Artenspektrum genauer unter die Lupe zu nehmen.
Was dabei herauskam? Verblüffte Gesichter selbst bei den Experten. Denn diesen gelang es, auf einer Fläche von gerade einmal 75 Hektar – das entspricht rund 100 Fußballfeldern – sage und schreibe 1188 Tier- und Pflanzenarten nachzuweisen! Und das noch dazu an einem einzigen Tag.

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Am 29. Mai 2010 strömten 22 Wissenschaftler in 9 Untersuchungszonen quer über den ganzen Umlaufberg aus, um sein Arteninventar zu erheben.

Mit von der Partie der entdeckten Arten, waren auch einige Spezialitäten und veritable Überraschungen: Darunter etwa eine neue Flechtenart, die bis dahin nur aus einem anderen Gebiet in den niederösterreichisch-steirischen Kalkalpen bekannt war, ein 5 Millimeter kleiner Rüsselkäfer, dessen Vorkommen sich vor dem 29. Mai auf ein kleines Gebiet in Mähren und der Slowakei beschränkte oder ein anderer Winzling, nämlich eine 6 Millimeter große Reitgraszirpe, die ebenfalls ganz neu für Österreich nachgewiesen wurde.
Für die Besucher des GEO Tags der Artenvielfalt waren freilich jene Tiere, denen man mit freiem Auge leichter auf die Schliche kommt, noch einen Tick spannender. Vor allem die reiche Reptilienfauna tat es Groß und Klein an. Von den insgesamt 6 Arten des Umlaufberges ließen sich bis auf die Zauneidechse, die dem versierten Blick der Forscher entwischte, alle anderen blicken: Äskulapnatter, Ringelnatter, Würfelnatter, Smaragdeidechse und Blindschleiche. Tipp: Um den schillernd grün gefärbten Smaragdeidechsen zu begegnen, muss man nicht unbedingt der Zunft der Wissenschaft angehören, es reicht ein gutes Auge und ein wenig Geduld. Mit etwas Glück lassen sich die bunten Reptilien dann im Bereich des Umlaufberg-Ausblickes bzw. zu seinen Füßen am Schlangenfelsen erspähen.

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Smaragdeidechsen lassen sich gut am Umlaufberg-Ausblick und zu seinen Füßen am Schlangenfelsen beobachten.

Aber was macht den Umlaufberg eigentlich so besonders artenreich? – Die vielen verschiedenen Lebensräume! Wiesen, Wälder, Trockenrasen, Flussufer und Felswände treffen hier aufeinander und bilden gewissermaßen „Verkehrsknotenpunkte“ der Artenvielfalt. Was das heißt? An den Übergangszonen kommt es zum Gipfeltreffen von Tieren und Pflanzen aus den angrenzenden Lebensräumen, sodass die Grenzzone eine größere Artenvielfalt beherbergt als die einzelnen Lebensräume für sich genommen. Eben ein bisschen wie ein Verkehrsknotenpunkt, auf dem sich in Summe mehr Autos tummeln als allein auf den Zubringerstraßen.

Einige Lebensräume stechen aber dennoch hervor: „Neben der Umlaufwiese zählen die beiden Trockenrasen des Umlaufberges zu den artenreichsten Flächen“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. Und das Erstaunliche daran? – Die Trockenrasen sind von allen Umlaufberg-Lebensräumen die kleinsten Flächen. Zudem wirken sie auf den ersten Blick wenig einladend. Trockenrasen zeichnen sich nämlich durch steile Hänge, dünne Bodenschicht, rasch abrinnendes Wasser, hohe Temperaturen und Trockenheit aus. Ob das der Artenvielfalt zuträglich ist? – In der Tat. Gerade die Kargheit sorgt dafür, dass hier viele tierische und botanische Raritäten anzutreffen sind, darunter etwa die Gottensanbeterin, die Bunte Schwertlilie oder das Hohe Perlgras, welches in ganz Österreich nur hier im Thayatal vorkommt.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell verschiedener Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell für verschiedene Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Wetten, dass Ihr beim nächsten Besuch den Umlaufberg mit ganz anderen Augen betrachtet? :)

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Sehnsucht nach Hardegg

Katharina Streichsbier, Nationalpark Rangerin und Wochenend-Hardeggerin erzählt vom Zauber von Hardegg

Langsam windet sich der Bus die engen Kurven hinunter in den Talkessel. Schon seit Retz spüre ich wie Spannung und Hektik von mir abfallen und sich Ruhe in mir ausbreitet. Nun auf den letzten Metern, den Fahrtwind im Gesicht, den Geruch des Waldes in der Nase und die ersten Blicke auf die Burg erhaschend, spüre ich, dass ich endgültig angekommen bin. Angekommen in Hardegg und angekommen bei mir.

Geflohen aus der engen und stickigen Stadt, aus der die Sommerhitze nie ganz zu weichen scheint und die Arbeit scheinbar nie ein Ende nimmt. Geflohen vor Lärm und einer Vielfalt an Eindrücken, die mein Geist und meine Sinne oft gar nicht fassen können. Geflohen vor Anforderungen, Ansprüchen und Erwartungen. Angekommen in Ruhe.

Barfuß spaziere ich durch den Garten. Schaue was es Neues gibt, ob ich einen Blick auf die zwei Grünspechte erhaschen kann, deren „Klüklüklü“ so oft durch die Vorstadt hallt, ob wieder ein Kleiber in das Astloch im Apfelbaum eingezogen ist, ob die frechen Amseln mir dieses Jahr Kirschen übriggelassen haben. Hat die Apfelblüte dem Frost standgehalten? Eine Äskulapnatter schlängelt sich davon in den Garten der Nachbarn, der so viele Verstecke für sie bereit hält und viele sonnige Plätzchen. Ich höre die Falken über mir rufen und fast wie als Antwort darauf das „hiääh“ der Bussarde, deren Horst wohl irgendwo am Henner liegen muss. Wie jedes Mal bin ich in so einem Moment einfach nur glücklich.

Meine Runde durch den Garten endet im Liegestuhl unter dem Apfelbaum. Umgeben von Wald, Himmel, Wasser und Fels. Eingebettet in Summen, Surren, Zwitschern, Plätschern und dem entfernten Brummen eines Rasenmähers döse ich ein.
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Es ist der selbe hölzerne Liegestuhl in dem schon mein Uropa gelegen hat. Das feste, gestreifte Segeltuch ist bereits unzählige Male erneuert und von der Sonne gebleicht. Und vielleicht ist er sogar noch älter und die Sommergäste meiner Ururgroßeltern haben, so wie ich nun, darin gerastet? Wie so viele andere Hardegger Familien, haben auch sie im Sommer ihr Häuschen geräumt und im Heu verbracht, um ihren Gästen den einfachen Komfort ihrer eigenen Schlafstatt zu überlassen. 500 Gästebetten hatte Hardegg vor dem Ersten Weltkrieg! Meist wurden sie von Wiener und Znaimer Familien genutzt, die den ganzen Sommer hier in Beschaulichkeit und Müßiggang, weit ab vom Getümmel und der Hitze der Großstadt verbracht haben. Angereist sind sie schon damals mit dem Bus von Retz. Im Unterschied zu mir, wurden sie aber bei ihrer Ankunft bereits mit großem Aufgebot begrüßt. Die Musik hat aufgespielt, der Gesangsverein hat ein Ständchen gesungen, es wurde gewunken und gerufen! Die meisten der Anreisenden, kamen nicht zum ersten Mal. Im Gegenteil, die Besucher waren Hardegg und ihren Gastgebern oft über Jahrzehnte treu.
Anreise im Bus

Was war es das diese Familien trotz langwieriger Anfahrt und schlichter Unterkunft immer wieder kehren lies? Natürlich! Für Unterhaltung und Abwechslung war gesorgt: Der österreichische Touristenklub lies Wanderwege ausbauen, es wurden Tennisplätze gebaut, die damals noch warme Thaya lud zum Baden ein und ein reges Vereinswesen sorgte für Unterhaltung und Abwechslung. Es gab Theatergruppen Vorführungen, Bootsfahrten, Sängerfeste, Teekränzchen ja sogar ein Klavier wurde für die Gäste angeschafft! Und auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz: Kaum vorstellbar, dass es damals mehrere (!) Bäckereien, Konditoreien, Fleischer und Gaststätten gab!
Die Bootspartie

Aber neben diesem Unterhaltungsprogramm? Spürten auch die Gäste damals schon das Besondere dieses Ortes, so wie ich es heute noch spüre? Hier wird die „Weile lang“, die Zeit scheint langsamer zu vergehen, ja sogar manchmal auszusetzen. Hardegg hat sein eigenes Tempo, bestimmt vom Lauf der Sonne, dem Wetter, dem Wachsen und Gedeihen, dem Vergehen und Sterben. Hier konnte, weit weg vom Alltag erst Raum entstehen für Kreatives. Für unbeschwerte Geselligkeit, Gesang und Theater.

Die Gäste haben sogar versucht das Lebensgefühl dieser Sommermonate mit in ihren Alltag zu nehmen. Die „Schleinbacher Gemeinde“ war eine Vereinigung langjähriger Sommergäste, die sowohl in den Sommermonaten in Hardegg sehr aktiv Veranstaltungen und Unterhaltung organisiert hat, sich aber auch in den Wintermonaten getroffen hat und zu Teekränzchen und Musikabenden geladen haben, um in Erinnerungen zu schwelgen!

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Aber nicht nur die Sommergäste waren Hardegg verfallen. Auch Hardegger selbst suchen zwar oft ihr Glück in der Ferne, kommen jedoch immer wieder zurück.
So auch meine Uroma. Sie durfte als junges Mädchen am Ende des Sommers mit den Gästen ihrer Großeltern nach Wien mitreisen, um dort als Stubenmädchen zu dienen. Lang hat dieses Abenteuer jedoch nicht gedauert. Das Heimweh dürfte heftig gewesen sein. Es wird noch heute von vielen Tränen in der Fremde berichtet. Noch vor Winterbeginn war sie wieder zuhause, hat ihre gestärkte Dienstuniform gegen Holzschuhe und Kittel eingetauscht und wieder Hühner gefüttert und Schafe gehütet. Das Leben hier war nicht leicht und hatte wenig zu tun mit dem unbeschwerten Müßiggang der Sommerfrischler, aber es war immer überschaubar und planbar. Es war vertraut. Es war ihr Eigenes.

Als die Katze auf meinen Schoß springt, schrecke ich hoch. Die Sonne senkt sich bereit langsam hinab ins Wettereck zwischen Reginafelsen und Binderberg. Wie will ich diesen Tag ausklingen lassen? Will ich mich mit einem Gläschen Spritzer aufs Bankerl vorm Haus setzten und den Schwalben bei ihren kunstvollen Manövern zusehen? Treffe ich mich mit den Nachbarn am Zaun auf ein Schwätzchen? Setze ich mich an den Bach und lasse die Füße ins Wasser hängen und halte nach der Ringelnatter Ausschau, die ich hier schon öfter beobachtet habe? Soll ich auf den Friedhof spazieren? Oder ist vielleicht ein Sprung ins kühle Nass des Waldbades jetzt das Richtige? Egal wofür ich mich entscheide, es passiert ohne Eile.

Vielleicht sehen wir uns ja diesen Sommer in Hardegg? Wenn wir unsere Sehnsucht nach Abstand zu unserem Alltag hier inmitten dieser gewaltig schönen Natur zu stillen suchen!

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Die kleinste Stadt Österreichs ganz groß erleben!

Des Nächtens durchstreifte er die Straßen und Gassen der Stadt. Er sorgte für Ruhe und Ordnung, warnte die schlafenden Bewohner vor Bedrohungen wie Feuersbrunsten oder Dieben, prüfte ob Haustüren und Stadttore gut verschlossen waren und sagte die vollen Stunden an. Der Nachtwächter war im Mittelalter ein weit verbreiteter Beruf, auch in Hardegg, das früher ein mächtiger Adelssitz war, sah der Nachtwächter einst in den dunklen Stunden nach dem Rechten.

Hardegg ist die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal und mit rund 80 Einwohnern, die hier ihren Hauptwohnsitz haben, ist Hardegg auch die kleinste Stadt Österreichs.

Hardegg ist die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal und mit rund 80 Einwohnern, die hier ihren Hauptwohnsitz haben, ist Hardegg auch die kleinste Stadt Österreichs.

Heute ist Hardegg nicht mehr ganz so mächtig, denn mit rund 80 Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohnern ist die Grenzstadt an der Thaya vermutlich die einzige Stadt in Österreich, die mehr Häuser als Einwohner hat. In jedem Fall ist sie die kleinste Stadt unseres Landes. Zu bieten hat sie dennoch eine ganze Menge.

Wer Hardegg intensiver entdecken möchte, sollte sich am besten „Auf die Spuren des Nachtwächters“ begeben. Seit sich die Straßenbeleuchtung Bahn gebrochen hat – und das ist schon ein Weilchen her – ist der Nachtwächter zwar seinen Job los, aber mithilfe seines Breviers, dem „Nachtwächter-Büchlein“ und seinem Schlüssel können Thayatal-Besucher auch heute noch einen Abstecher in die Vergangenheit unternehmen.
Wo gibt’s die Nachtwächter-Ausstattung?Büchlein & Schlüssel sind kostenlos beim Nationalparkhaus, beim Gasthof Hammerschmiede und beim Gasthaus Thayabrücke erhältlich.

Und wie funktioniert’s? – „Die Nachtwächter Aufzeichnungen lotsen einen quer durch den Ort. Zu zwölf Stationen gibt es spannende Infos, Quizzes und Anregungen für große und kleine Hardegg-Entdecker und mit dem Schlüssel bzw. eigenen Zugangscodes gelangt man dorthin, wo alle anderen Stadtbesucher nicht hinkommen: zum Beispiel ins Zollhaus an der Thayabrücke.“ erklärt Projektleiterin Barbara Hauser.
Das Zollhäuschen, das nach dem ersten Weltkrieg errichtet wurde, beherbergt eine Ausstellung zur ereignisreichen Vergangenheit der Thayabrücke. Wann die Brücke zwischen Hardegg und Čížov gebaut, geschlossen und wieder eröffnet wurde, wie sich ihr Aussehen über die Jahre gewandelt hat und ihre Bedeutung für die Menschen ringsum, all das verbirgt sich hinter der Tür des Zollhäuschens.

Das Zollhaus an der Thayabrücke

Das Zollhaus an der Thayabrücke berichtet von der ereignisreichen Vergangenheit der Thayabrücke.

Wohin führt einen das Nachtwächter-Büchlein noch?
Etwa ins Haus mit der Nummer 36, ins Guckkastenmuseum. Das Heimatmuseum, das in einem Klassenzimmer der ehemaligen Volksschule unterbracht ist, verfügt tatsächlich über einen Guckkasten, einen Holzkubus mit vier Spählöchern und sechs verschiedenen Fotopräsentationen. Und ja natürlich: Es ist das kleinste Museum Österreichs.
Und es nicht nicht weit von der kleinsten Galerie Österreichs entfernt. Der Kulturpunkt Hardegg, einer Initiative von lokalen Künsterln, ist in jenem denkmalgeschützten Haus einquartiert, das einst das kleinste Rathaus und später die kleinste Bibliothek Österreichs war. Hier lassen sich Bilder und verschiedene Kunstobjektive nicht nur betrachten, sondern auch gleich akquirieren. Ein Besuch zahlt sich immer aus, denn neben dem normalen Galeriebetrieb organisieren die Betreiber jährlich rund 10 Sonderausstellungen.

Für Kulturliebhaber

Für Kulturliebhaber ein Fixpunkt: Der Kulturpunkt Hardegg – die kleinste Galerie Österreichs.

Der Nachtwächter-Themenweg stellt eben eine bunte Mischung aus Vergangenem UND Gegenwärtigem dar. Was sich noch alles erfahren lässt? – Wer etwa im Uhrturmhäuschen hauste, welche Rolle die Flussperlmuschel für die Region spielt(e) oder was es mit der Schwarzen Frau auf sich hat.

Rund zwei Stunden – gerne auch länger – spazieren Nachtwächter-Spurensucher auf diese Weise durch Hardegg. Falls sich währenddessen der Hunger rührt, auch dafür hat die Stadt was zu bieten: Eine kleine Stärkung etwa in der Greißlerei Sackl oder eine ausgiebigere Pause bei der Hammerschmiede – die übrigens auch eine Station auf dem Themenweg ist. Welche Spezialität es dort zu schmausen gibt? – Den legendären Waldviertler Mohnkarpfen.
Wer dann noch Energie hat, sollte auch dem Blickfang des Städtchens einen Besuch abstatten, der Hardegger Burg. So klein nämlich die Stadt ist, so groß ist die Burg.

Die größte Burg

Die Burg Hardegg hat’s in sich: Sie ist die größte Burganlage Niederösterreichs.

Mit einem äußeren Umfang von 600 Metern gilt Hardegg nämlich als die größte Burganlage Niederösterreichs. Im Inneren sind eine Waffensammlung und einige Erinnerungen an Maximilian von Mexiko zu sehen (im Rahmen der Führungen!). Die besten Blicke von außen auf die Burg und gleichzeitig auf die ganze Stadt gibt es übrigens auf österreichischer Seite vom Regina Felsen und dem Max-Plateau und auf tschechischer Seite von der Hardegger Warte aus.
Also, nichts wie hin und die kleinste Stadt ganz groß entdecken!

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Bild-Geschichten aus dem Thayatal

Seit dem 22. Mai gibt es sie bereits, die brandneue Fotoausstellung „Bild-Geschichten“. Wo? – Im neuen Kinosaal des Nationalparks Thayatal.
Und welcher herausragende Fotograf hat die Ausstellung bestückt? – Nicht einer, sondern 32! Und nicht alle von ihnen sind Fotografen; auch Besucher, Mitarbeiter, Anwohner, Freunde & Liebhaber des Thayatals haben Beiträge beigesteuert.
Sie haben ihre individuellen, ganz besonderen Thayatal-Momente mit der Kamera eingefangen – als ausgefeilte Foto-Komposition genauso wie als lustigen Schnappschuss – und sie haben vor allem eines, eine gute Geschichte zu erzählen.

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Seit 22. Mai kann die Fotoausstellung “Bild-Gechichten” im Kinosaal des Nationalparkzentrums besucht werden.

Die Geschichts-Palette bietet ein buntes Potpourri aus Kuriosem, Geschichtsträchtigem, Berührendem und Überraschendem.
Irgendwie von allem etwas ist die Fußwaschungs-Episode von Franz Kraus, der sich in der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales lange Zeit vor dem Nationalpark einsetzte. Er hielt eine skurrile Szene mit Maria Rauch-Kallat fest, die am 30. Juli 1993 als frischgebackene Umweltministerin die Stadtgemeinde Hardegg besuchte, um sich ein Bild vom geplanten Nationalpark zu machen. Helmut Salek, ebenfalls Teil der Bürgerinitiative, legte sich besonders ins Zeug für das Tal an der Grenze. Sein „unmoralisches“ Angebot lautete: „Frau Minister, wenn sie sich für die rasche Umsetzung des Nationalparks Thayatal einsetzen, wasche ich ihnen auch noch die Füße!“

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Unvergessen die Fußwaschungs-Episode mit der ehemaligen Umweltministerin Maria Rauch-Kallat.

Unvergesslich sind für Horst Weitschacher, einem Nationalpark Besucher-Betreuer, die Weihnachtsferien 1989. Das war, als sich die „Bürger von drüben“ mit den Hardeggern trafen, erinnert er sich und bannte das, was niemand mehr zu hoffen gewagt hatte, auf Bild: Das Aufeinandertreffen der Bewohner noch vor der offiziellen Grenzöffnung. Wo? – Mitten auf der Thayabrücke. Von beiden Seiten strömten die Menschen zur Brücke und balancierten über die rostigen Eisentraversen hinüber zum Nachbarn.

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung begegneten sich die Menschen auf der Thayabrücke.

Die Ausstellung hat aber auch viel Tierisches zu bieten, darunter etwa den regelmäßigen Siebenschläfer-Besuch auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte. Seit über 40 Jahren beäugt er die Natur des Thayatals und umgekehrt. Die Siebenschläfer, obwohl eigentlich nachtaktiv, haben sich an Fritz Zahnts Rhythmus angeglichen und schauen zwischen Mai und September gern zum Mittagessen vorbei. Es könnten ja ein paar Brösel für sie abfallen…

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Besuch von einem etwas größeren Zeitgenossen hatte Barbara Hauser, die Wirtin der Hammerschmiede in Hardegg. „Am 20. April 2013 habe ich ihn plötzlich am gegenüberliegenden Fugnitzufer erblickt!“, sagt die Wirtin über ihre erste Bibersichtung. In den kommenden Tagen bangte sie um ihre Bäume, aber der Biber ließ Gnade wallten und zog unverrichteter Dinge weiter.

Die Tierbegegnungen beschränken sich nicht nur auf das Nationalparkgebiet, sondern schwappen auch immer wieder in die umliegenden Ortschaften über, weiß etwa Nationalpark Mitarbeiter Christian Übl: „Im März 2014 verursachten zwei Wildschwein-Frischlinge in Niederfladnitz ein kleines Verkehrschaos. Unerschrocken liefen sie mitten im Zentrum neben fahrenden Autos herum und querten mehrmals die Hauptstraße. Die Bache war nicht in Sicht. Einfangen wollten sich die beiden nicht lassen, statt dessen suchten sie das Weite.“

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Und was gibt es Schöneres als eine Liebeserklärung ans Thayatal? – Martin Kainz ist nicht nur seit vielen Jahren im Forstdienst des Bundeslandes Wien tätig, sondern auch unheilbar vom Thayatal-Virus befallen. Das stellte er spätestens zu seinem 50. Geburtstag fest. Für diesen hatte er schon einiges auf der Wunschliste stehen: eine einsame Insel, eine Ballonfahrt oder doch die Cheops-Pyramide? Wo sollte er diesen speziellen Tag starten? – Schließlich war es ihm sonnenklar: „Irgendwo, wo man schon OFT im Leben war, – wiederholbar und trotzdem einzigartig! Und so kam es, dass ich am 19. Juni 2011 um 5 Uhr früh auf dem Überstieg im Nationalpark Thayatal saß…“

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte.

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte. Schließlich war es ihm sonnenklar: Am Umlaufberg!

Solche Geschichten und noch viele mehr – bis dato 35 – lassen sich im Thayatal-Nationalparkhaus nacherleben. Und das Beste: Die Ausstellung ist noch nicht vollständig, denn Deine Geschichte fehlt noch! Wir suchen weiterhin nach spannenden, berührenden, lustigen, skurrilen Geschichten rund ums Thayatal und freuen uns auf Zusendungen.

Kontakt:
Christian Übl
Email: Christian.Uebl@np-thayatal.at
Telefon: +43(0)2949/7005-40

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Per Drahtesel durchs Thayatal

Wie sich der Nationalpark am besten erkunden lässt? – Per pedes natürlich. Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit, wie sich die einmaligen Landschaften und Sehenswürdigkeiten des Thayatales erschließen lassen; nämlich mit dem Fahrrad.

Schon einmal daran gedacht mit dem Drahtesel das Thayatal zu erkunden? - Auf drei unterschiedlichen Routen lässt sich das prima umsetzen!

Schon einmal daran gedacht mit dem Drahtesel das Thayatal zu erkunden? – Auf drei unterschiedlichen Routen lässt sich das prima umsetzen!

Drei unterschiedlich lange Touren – zwischen 40, 32 und 13 Kilometer lang – dirigieren die radelnden Besucher durchs Tal an der Grenze.
Wie und wo man am besten startet? – Idealer Ausgangspunkt ist das Nationalparkhaus in der Nähe von Hardegg. Hier lassen sich nicht nur die aktuellen Infos zur angepeilten Radstrecke erfragen, sondern im Café-Restaurant auch noch mal die eigenen Energie-Reserven füllen und bei Bedarf ein Fahrrad ausborgen. Für all jene, die Zweifel haben, ob ihre Kondition ausreicht bzw. die mit noch mehr Leichtigkeit durch die Landschaft sausen wollen, stehen zudem E-Bikes zur Verfügung.

Entlang der Radstrecken verlocken Aussichtspunkte wie die Hardegger Warte zum Verweilen.

Entlang der Radstrecken verlocken Aussichtspunkte wie die Hardegger Warte zum Verweilen.

So gewappnet kann’s losgehen! Die Schilder mit der weißen Blume auf grünem Grund lotsen einen zielsicher von einer Station zur nächsten, quer durch das österreichisch-tschechische Grenzgebiet.
Was es entlang der Strecke alles zu sehen gibt? – Etwa eine ganze Reihe kultureller Sehenswürdigkeiten, darunter der Heiligen Stein in Mitterretzbach, der eine uralte Kultstätte mit einem der schönsten Schalensteine Österreichs darstellt. Besuchermagneten für die Radler sind weiters das tschechische Schloss Vranov, Österreichs einzige Perlmutt Drechslerei in Felling sowie Österreichs kleinste Stadt und gleichzeitig die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal, Hardegg.
Die Radtour ermöglicht außerdem Blicke in die Vergangenheit – unweit des Infozentrums im tschechischen Čižov, lässt sich ein Stück des ehemaligen Eisernen Vorhangs besuchen – und sie bietet auch fantastische (Aus)Blicke in die Gegenwart: Wer einen kleinen Abstecher von der Hauptradstrecke zur Ruine Neuhäusl (Nový Hrádek) unternimmt, kann von dort gleich drei verschiedene Abschnitte der Thaya bewundern. Von der Hardegger Warte aus erhascht man den besten Blick auf das gleichnamige 80-Einwohner-Städtchen und von Devet Mlýnu, zu Deutsch Neunmühlen, lässt es sich ideal auf den tschechischen Weinberg Šobes linsen.

Im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet gibt es viel zu entdecken, wie etwa den Blick beim Aussichtspunkt Neunmühlen. Vis-à-vis liegt der Weinberg Šobes, eine der ältesten und besten Lage Europas.

Im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet gibt es viel zu entdecken, wie etwa den Blick beim Aussichtspunkt Neunmühlen. Vis-à-vis liegt der Weinberg Šobes, eine der ältesten und besten Weinlagen Europas.

Wer nach so viel Kultur- und Naturabenteuern eine kleine Erfrischung nötig hat, findet auch diese, und zwar im Hardegger Bad, im Badeteich bei Čižov oder in den Frainer Stauseen.

Um das Thayatal radelnd zu erleben, braucht es lediglich ein Mountain- oder Trekkingbike, je nach Route mindestens zwei bis sechs Stunden Zeit und den Reisepass mit im Gepäck. Also, lasst uns in die Pedale treten!

Hier gibt es alle Radtouren im Überblick:

Radtour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhanges – „Thayatal-Radweg“
Länge: 40 km
Fahrzeit: ca. 6 Stunden
Die abwechslungsreiche Tour bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten entlang der Route: Heiliger Stein in Mitterretzbach, Hängebrücke und Weinberg Šobes bei Neunmühlen, tolle Ausblicke von der Ruine Neuhäusl, ein erfrischendes Bad im Teich vor Čížov sowie der Eiserne Vorhang und das Besucherzentrum, Ausblick von der Hardegger Warte und das bezaubernde Flair von Hardegg, der kleinsten Stadt Österreichs. Start und Ziel der Tour ist idealerweise das Nationalparkzentrum.

„Besucherzentrum-Tour“
Länge: 13 km
Fahrzeit: ca. 2 Stunde
Die „Besucherzentrum-Tour“ verläuft vom Nationalparkhaus nach Hardegg, über die Thayabrücke in den tschechischen Nationalpark bis nach Čižov, wo Reste des Eisernen Vorhangs besichtigt werden können. Vor Ort gibt es außerdem ein Besucherzentrum und ein Gasthaus. Bei der Rückkehr unbedingt einen Abstecher zur Hardegger Warte einplanen, um den Blick auf Hardegg zu genießen.

„Frainer Stausee-Tour“
Länge: 32 km
Fahrzeit: ca. 5 Stunden
Die „Frainer Stausee-Tour“ verläuft zunächst gleich wie die „Besucherzentrum-Tour“. Von Čižov führt die Route über Lesna vorbei am Stausee Vranov sowie dem Schloss Vranov und über Podmyče geht es wieder zurück nach Österreich.

Tipp:
Der Nationalpark Thayatal bietet die 40 km lange Tour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs auch als geführte Radtour an.

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„Nichts berührt uns wie das Unberührte.“

So lautet der Slogan der brandneuen Kampagne von Nationalparks Austria. Die Dachmarke der sechs österreichischen Nationalparks – Thayatal, Hohe Tauern, Kalkalpen, Gesäuse, Donau-Auen und Neusiedler See-Seewinkel – macht sich stark für die gemeinsamen Werte und die individuellen Besonderheiten der heimischen Nationalparks. Momentan steht die „unberührte Natur“ im Fokus.

Die neue Kampagne von Nationalparks Austria lädt dazu ein, tiefer in die österreichischen Natinoalparks einzutauchen, wie etwa hier am Umlaufberg im Thayatal.

Die neue Kampagne von Nationalparks Austria lädt dazu ein, tiefer in die österreichischen Nationalparks einzutauchen, wie etwa hier am Umlaufberg im Thayatal.

Auf den ersten Blick mag dies paradox anmuten, denn wahrhaft unberührte Natur ist in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft Mangelware. Zumindest dann, wenn man mit unberührter Natur bzw. mit Wildnis all jene Gebiete assoziiert, die von menschlicher Bewirtschaftung bis dato gänzlich verschont geblieben sind. Das wären zum Bespiel der rund 500 Hektar große Rothwald im Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich, in dem seit der letzten Eiszeit weder Axt noch Kettensäge zugange waren oder jene jungfräulichen Flecken, die von Pasterze und Co. – den zurückweichenden Gletschern – Jahr für Jahr freigegeben werden.

Wildnis in dieser Form hat Seltenheitswert, auch in den Nationalparks. Aber die heimischen Nationalparks tun alles dafür, um der Wildnis und der unberührten Natur so nahe wie möglich zu kommen. Sie stellen herausragende Landschaften wie mächtige Gletscher, einzigartige Täler, urwüchsige Wälder, dynamische Auen, schroffe Berge und breite Schilfgürtel unter Schutz und finden die richtige Balance zwischen „Eingreifen“ und „Raushalten“.

Nationalparks wissen, wann sie der Natur unter die Arme greifen und wann sie ihr selbst das Ruder überlassen. Im Thayatal müssen die Wiesen gemäht werden, damit sie erhalten bleiben. Der Wald darf sich aber größtenteils selbst entwickeln. Die Natur darf Natur sein.

Nationalparks wissen, wann sie der Natur unter die Arme greifen und wann sie ihr selbst das Ruder überlassen. Im Thayatal müssen die artenreichen Wiesen gemäht werden, damit sie erhalten bleiben. Der Wald darf sich aber größtenteils selbst entwickeln, hin zu mehr Wildnis.

Was damit genau gemeint ist, lässt sich am besten im Wald erfahren: Viele Nationalparks entfernen untypische Baumarten, die einst aus wirtschaftlichem Kalkül – vor der Gründung der Schutzgebiete – gepflanzt wurden. Auf den freigewordenen Stellen kommen dann ganz von selbst wieder die angestammten Arten zurück. Im Nationalpark Thayatal, zum Beispiel, sind in vielen Bereichen Fichten und Douglasien bereits Vergangenheit, an ihrer Stelle gedeihen nun wieder Hainbuchen, Rot-Buchen und Eichen gemischt mit Rotföhren, Tannen, Eiben und Wacholder. Der Wald darf sich nun wieder in Richtung Wildnis entwickeln.
Dementsprechend orientieren sich die Nationalparks in vielerlei Hinsicht an dem Motto: „Die Natur Natur sein lassen.“ Bäume dürfen alt werden, Totholz darf liegen bleiben, Flüsse dürfen sich ihre eigenen Wege bahnen.

"Natur Natur sein lassen"

“Die Natur Natur sein lassen”, daran orientieren sich die Nationalparks in vielerlei Hinsicht und ermöglichen den Besuchern dadurch einmalige Naturerlebnisse.

Davon profitieren die Tiere. Wildkatzen fühlen sich im Thayatal wohl, Luchse durchstreifen die Kalkalpen und das Gesäuse, Bartgeier fliegen wieder in den Hohen Tauern, Seeadler brüten erneut in den Donau-Auen und im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel tummeln sich Abertausende Gänse.
Wenn die Natur einfach Natur sein darf, profitiert aber noch jemand. Der Mensch! Nationalparks sperren Natur nämlich nicht weg, sondern teilen sie mit den Besuchern und gewähren ihnen unvergessliche Einblicke in eine „unberührte Natur“. Internet und Fernsehen mögen uns mit Bildern, Filmen und Erklärungen über Flora, Fauna und Naturphänomene überfluten, aber nichts vermag einen so starken Eindruck zu hinterlassen wie das eigene Erlebnis. Wer selbst dem Plätschern des Baches lauscht, die ersten Sonnenstrahlen, die durch den Morgennebel dringen, auf der Haut spürt, den würzigen Duft des Sommerwaldes einatmet und vielleicht sogar einen der tierischen Bewohner dieser Naturschutzparadiese erspäht, für den wird der Slogan Realität, der wird berührt vom Unberührten. Also, nichts wie raus in die Natur und rein in die Nationalparks!

Tipp:
Wer den Kurier abonniert, kann sich schon mal den 21. Mai vormerken. Dann gibt es im Kurier nämlich ein ganzes Extra-Heft rund um die österreichischen Nationalparks!

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