Kleiner Berg ganz groß

Wer das Thayatal kennt, der kennt ihn natürlich. Und auch Thayatal-Neulingen bleibt er nicht lange verborgen.
Die Rede ist vom Umlaufberg, dem 378 Meter hohen Wahrzeichen des Nationalparks, der von der Thaya – bis auf ein etwa 100 Meter breites Felsband – fast zur Gänze umflossen wird. Warum man ihm einen Besuch abstatten sollte? Das hat zumindest zwei gute Gründe: Zum einen bietet er einen fantastischen Blick auf die umliegenden Wälder und Wiesen und zum anderen wuselt er nur so vor Leben.

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Der Ausblick vom Umlaufberg ist zu jeder Tageszeit einen Abstecher wert!

Die Tatsache, dass der überschaubar große Umlaufberg ein vor Artenvielfalt nur so strotzendes Fleckchen Erde ist, mag viele erstaunen. Der Nationalpark hat es aber spätestens seit dem GEO Tag der Artenvielfalt im Mai 2010 Schwarz auf Weiß. 22 Wissenschaftler aus Österreich und Tschechien schwärmten quer über den Umlaufberg verteilt aus, um sein Artenspektrum genauer unter die Lupe zu nehmen.
Was dabei herauskam? Verblüffte Gesichter selbst bei den Experten. Denn diesen gelang es, auf einer Fläche von gerade einmal 75 Hektar – das entspricht rund 100 Fußballfeldern – sage und schreibe 1188 Tier- und Pflanzenarten nachzuweisen! Und das noch dazu an einem einzigen Tag.

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Am 29. Mai 2010 strömten 22 Wissenschaftler in 9 Untersuchungszonen quer über den ganzen Umlaufberg aus, um sein Arteninventar zu erheben.

Mit von der Partie der entdeckten Arten, waren auch einige Spezialitäten und veritable Überraschungen: Darunter etwa eine neue Flechtenart, die bis dahin nur aus einem anderen Gebiet in den niederösterreichisch-steirischen Kalkalpen bekannt war, ein 5 Millimeter kleiner Rüsselkäfer, dessen Vorkommen sich vor dem 29. Mai auf ein kleines Gebiet in Mähren und der Slowakei beschränkte oder ein anderer Winzling, nämlich eine 6 Millimeter große Reitgraszirpe, die ebenfalls ganz neu für Österreich nachgewiesen wurde.
Für die Besucher des GEO Tags der Artenvielfalt waren freilich jene Tiere, denen man mit freiem Auge leichter auf die Schliche kommt, noch einen Tick spannender. Vor allem die reiche Reptilienfauna tat es Groß und Klein an. Von den insgesamt 6 Arten des Umlaufberges ließen sich bis auf die Zauneidechse, die dem versierten Blick der Forscher entwischte, alle anderen blicken: Äskulapnatter, Ringelnatter, Würfelnatter, Smaragdeidechse und Blindschleiche. Tipp: Um den schillernd grün gefärbten Smaragdeidechsen zu begegnen, muss man nicht unbedingt der Zunft der Wissenschaft angehören, es reicht ein gutes Auge und ein wenig Geduld. Mit etwas Glück lassen sich die bunten Reptilien dann im Bereich des Umlaufberg-Ausblickes bzw. zu seinen Füßen am Schlangenfelsen erspähen.

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Smaragdeidechsen lassen sich gut am Umlaufberg-Ausblick und zu seinen Füßen am Schlangenfelsen beobachten.

Aber was macht den Umlaufberg eigentlich so besonders artenreich? – Die vielen verschiedenen Lebensräume! Wiesen, Wälder, Trockenrasen, Flussufer und Felswände treffen hier aufeinander und bilden gewissermaßen „Verkehrsknotenpunkte“ der Artenvielfalt. Was das heißt? An den Übergangszonen kommt es zum Gipfeltreffen von Tieren und Pflanzen aus den angrenzenden Lebensräumen, sodass die Grenzzone eine größere Artenvielfalt beherbergt als die einzelnen Lebensräume für sich genommen. Eben ein bisschen wie ein Verkehrsknotenpunkt, auf dem sich in Summe mehr Autos tummeln als allein auf den Zubringerstraßen.

Einige Lebensräume stechen aber dennoch hervor: „Neben der Umlaufwiese zählen die beiden Trockenrasen des Umlaufberges zu den artenreichsten Flächen“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. Und das Erstaunliche daran? – Die Trockenrasen sind von allen Umlaufberg-Lebensräumen die kleinsten Flächen. Zudem wirken sie auf den ersten Blick wenig einladend. Trockenrasen zeichnen sich nämlich durch steile Hänge, dünne Bodenschicht, rasch abrinnendes Wasser, hohe Temperaturen und Trockenheit aus. Ob das der Artenvielfalt zuträglich ist? – In der Tat. Gerade die Kargheit sorgt dafür, dass hier viele tierische und botanische Raritäten anzutreffen sind, darunter etwa die Gottensanbeterin, die Bunte Schwertlilie oder das Hohe Perlgras, welches in ganz Österreich nur hier im Thayatal vorkommt.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell verschiedener Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Trockenrasen sind gerade wegen ihrer Kargheit ein Quell für verschiedene Arten, unter ihnen etwa die Bunte Schwertlilie.

Wetten, dass Ihr beim nächsten Besuch den Umlaufberg mit ganz anderen Augen betrachtet? :)

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Sehnsucht nach Hardegg

Katharina Streichsbier, Nationalpark Rangerin und Wochenend-Hardeggerin erzählt vom Zauber von Hardegg

Langsam windet sich der Bus die engen Kurven hinunter in den Talkessel. Schon seit Retz spüre ich wie Spannung und Hektik von mir abfallen und sich Ruhe in mir ausbreitet. Nun auf den letzten Metern, den Fahrtwind im Gesicht, den Geruch des Waldes in der Nase und die ersten Blicke auf die Burg erhaschend, spüre ich, dass ich endgültig angekommen bin. Angekommen in Hardegg und angekommen bei mir.

Geflohen aus der engen und stickigen Stadt, aus der die Sommerhitze nie ganz zu weichen scheint und die Arbeit scheinbar nie ein Ende nimmt. Geflohen vor Lärm und einer Vielfalt an Eindrücken, die mein Geist und meine Sinne oft gar nicht fassen können. Geflohen vor Anforderungen, Ansprüchen und Erwartungen. Angekommen in Ruhe.

Barfuß spaziere ich durch den Garten. Schaue was es Neues gibt, ob ich einen Blick auf die zwei Grünspechte erhaschen kann, deren „Klüklüklü“ so oft durch die Vorstadt hallt, ob wieder ein Kleiber in das Astloch im Apfelbaum eingezogen ist, ob die frechen Amseln mir dieses Jahr Kirschen übriggelassen haben. Hat die Apfelblüte dem Frost standgehalten? Eine Äskulapnatter schlängelt sich davon in den Garten der Nachbarn, der so viele Verstecke für sie bereit hält und viele sonnige Plätzchen. Ich höre die Falken über mir rufen und fast wie als Antwort darauf das „hiääh“ der Bussarde, deren Horst wohl irgendwo am Henner liegen muss. Wie jedes Mal bin ich in so einem Moment einfach nur glücklich.

Meine Runde durch den Garten endet im Liegestuhl unter dem Apfelbaum. Umgeben von Wald, Himmel, Wasser und Fels. Eingebettet in Summen, Surren, Zwitschern, Plätschern und dem entfernten Brummen eines Rasenmähers döse ich ein.
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Es ist der selbe hölzerne Liegestuhl in dem schon mein Uropa gelegen hat. Das feste, gestreifte Segeltuch ist bereits unzählige Male erneuert und von der Sonne gebleicht. Und vielleicht ist er sogar noch älter und die Sommergäste meiner Ururgroßeltern haben, so wie ich nun, darin gerastet? Wie so viele andere Hardegger Familien, haben auch sie im Sommer ihr Häuschen geräumt und im Heu verbracht, um ihren Gästen den einfachen Komfort ihrer eigenen Schlafstatt zu überlassen. 500 Gästebetten hatte Hardegg vor dem Ersten Weltkrieg! Meist wurden sie von Wiener und Znaimer Familien genutzt, die den ganzen Sommer hier in Beschaulichkeit und Müßiggang, weit ab vom Getümmel und der Hitze der Großstadt verbracht haben. Angereist sind sie schon damals mit dem Bus von Retz. Im Unterschied zu mir, wurden sie aber bei ihrer Ankunft bereits mit großem Aufgebot begrüßt. Die Musik hat aufgespielt, der Gesangsverein hat ein Ständchen gesungen, es wurde gewunken und gerufen! Die meisten der Anreisenden, kamen nicht zum ersten Mal. Im Gegenteil, die Besucher waren Hardegg und ihren Gastgebern oft über Jahrzehnte treu.
Anreise im Bus

Was war es das diese Familien trotz langwieriger Anfahrt und schlichter Unterkunft immer wieder kehren lies? Natürlich! Für Unterhaltung und Abwechslung war gesorgt: Der österreichische Touristenklub lies Wanderwege ausbauen, es wurden Tennisplätze gebaut, die damals noch warme Thaya lud zum Baden ein und ein reges Vereinswesen sorgte für Unterhaltung und Abwechslung. Es gab Theatergruppen Vorführungen, Bootsfahrten, Sängerfeste, Teekränzchen ja sogar ein Klavier wurde für die Gäste angeschafft! Und auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz: Kaum vorstellbar, dass es damals mehrere (!) Bäckereien, Konditoreien, Fleischer und Gaststätten gab!
Die Bootspartie

Aber neben diesem Unterhaltungsprogramm? Spürten auch die Gäste damals schon das Besondere dieses Ortes, so wie ich es heute noch spüre? Hier wird die „Weile lang“, die Zeit scheint langsamer zu vergehen, ja sogar manchmal auszusetzen. Hardegg hat sein eigenes Tempo, bestimmt vom Lauf der Sonne, dem Wetter, dem Wachsen und Gedeihen, dem Vergehen und Sterben. Hier konnte, weit weg vom Alltag erst Raum entstehen für Kreatives. Für unbeschwerte Geselligkeit, Gesang und Theater.

Die Gäste haben sogar versucht das Lebensgefühl dieser Sommermonate mit in ihren Alltag zu nehmen. Die „Schleinbacher Gemeinde“ war eine Vereinigung langjähriger Sommergäste, die sowohl in den Sommermonaten in Hardegg sehr aktiv Veranstaltungen und Unterhaltung organisiert hat, sich aber auch in den Wintermonaten getroffen hat und zu Teekränzchen und Musikabenden geladen haben, um in Erinnerungen zu schwelgen!

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Aber nicht nur die Sommergäste waren Hardegg verfallen. Auch Hardegger selbst suchen zwar oft ihr Glück in der Ferne, kommen jedoch immer wieder zurück.
So auch meine Uroma. Sie durfte als junges Mädchen am Ende des Sommers mit den Gästen ihrer Großeltern nach Wien mitreisen, um dort als Stubenmädchen zu dienen. Lang hat dieses Abenteuer jedoch nicht gedauert. Das Heimweh dürfte heftig gewesen sein. Es wird noch heute von vielen Tränen in der Fremde berichtet. Noch vor Winterbeginn war sie wieder zuhause, hat ihre gestärkte Dienstuniform gegen Holzschuhe und Kittel eingetauscht und wieder Hühner gefüttert und Schafe gehütet. Das Leben hier war nicht leicht und hatte wenig zu tun mit dem unbeschwerten Müßiggang der Sommerfrischler, aber es war immer überschaubar und planbar. Es war vertraut. Es war ihr Eigenes.

Als die Katze auf meinen Schoß springt, schrecke ich hoch. Die Sonne senkt sich bereit langsam hinab ins Wettereck zwischen Reginafelsen und Binderberg. Wie will ich diesen Tag ausklingen lassen? Will ich mich mit einem Gläschen Spritzer aufs Bankerl vorm Haus setzten und den Schwalben bei ihren kunstvollen Manövern zusehen? Treffe ich mich mit den Nachbarn am Zaun auf ein Schwätzchen? Setze ich mich an den Bach und lasse die Füße ins Wasser hängen und halte nach der Ringelnatter Ausschau, die ich hier schon öfter beobachtet habe? Soll ich auf den Friedhof spazieren? Oder ist vielleicht ein Sprung ins kühle Nass des Waldbades jetzt das Richtige? Egal wofür ich mich entscheide, es passiert ohne Eile.

Vielleicht sehen wir uns ja diesen Sommer in Hardegg? Wenn wir unsere Sehnsucht nach Abstand zu unserem Alltag hier inmitten dieser gewaltig schönen Natur zu stillen suchen!

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Die kleinste Stadt Österreichs ganz groß erleben!

Des Nächtens durchstreifte er die Straßen und Gassen der Stadt. Er sorgte für Ruhe und Ordnung, warnte die schlafenden Bewohner vor Bedrohungen wie Feuersbrunsten oder Dieben, prüfte ob Haustüren und Stadttore gut verschlossen waren und sagte die vollen Stunden an. Der Nachtwächter war im Mittelalter ein weit verbreiteter Beruf, auch in Hardegg, das früher ein mächtiger Adelssitz war, sah der Nachtwächter einst in den dunklen Stunden nach dem Rechten.

Hardegg ist die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal und mit rund 80 Einwohnern, die hier ihren Hauptwohnsitz haben, ist Hardegg auch die kleinste Stadt Österreichs.

Hardegg ist die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal und mit rund 80 Einwohnern, die hier ihren Hauptwohnsitz haben, ist Hardegg auch die kleinste Stadt Österreichs.

Heute ist Hardegg nicht mehr ganz so mächtig, denn mit rund 80 Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohnern ist die Grenzstadt an der Thaya vermutlich die einzige Stadt in Österreich, die mehr Häuser als Einwohner hat. In jedem Fall ist sie die kleinste Stadt unseres Landes. Zu bieten hat sie dennoch eine ganze Menge.

Wer Hardegg intensiver entdecken möchte, sollte sich am besten „Auf die Spuren des Nachtwächters“ begeben. Seit sich die Straßenbeleuchtung Bahn gebrochen hat – und das ist schon ein Weilchen her – ist der Nachtwächter zwar seinen Job los, aber mithilfe seines Breviers, dem „Nachtwächter-Büchlein“ und seinem Schlüssel können Thayatal-Besucher auch heute noch einen Abstecher in die Vergangenheit unternehmen.
Wo gibt’s die Nachtwächter-Ausstattung?Büchlein & Schlüssel sind kostenlos beim Nationalparkhaus, beim Gasthof Hammerschmiede und beim Gasthaus Thayabrücke erhältlich.

Und wie funktioniert’s? – „Die Nachtwächter Aufzeichnungen lotsen einen quer durch den Ort. Zu zwölf Stationen gibt es spannende Infos, Quizzes und Anregungen für große und kleine Hardegg-Entdecker und mit dem Schlüssel bzw. eigenen Zugangscodes gelangt man dorthin, wo alle anderen Stadtbesucher nicht hinkommen: zum Beispiel ins Zollhaus an der Thayabrücke.“ erklärt Projektleiterin Barbara Hauser.
Das Zollhäuschen, das nach dem ersten Weltkrieg errichtet wurde, beherbergt eine Ausstellung zur ereignisreichen Vergangenheit der Thayabrücke. Wann die Brücke zwischen Hardegg und Čížov gebaut, geschlossen und wieder eröffnet wurde, wie sich ihr Aussehen über die Jahre gewandelt hat und ihre Bedeutung für die Menschen ringsum, all das verbirgt sich hinter der Tür des Zollhäuschens.

Das Zollhaus an der Thayabrücke

Das Zollhaus an der Thayabrücke berichtet von der ereignisreichen Vergangenheit der Thayabrücke.

Wohin führt einen das Nachtwächter-Büchlein noch?
Etwa ins Haus mit der Nummer 36, ins Guckkastenmuseum. Das Heimatmuseum, das in einem Klassenzimmer der ehemaligen Volksschule unterbracht ist, verfügt tatsächlich über einen Guckkasten, einen Holzkubus mit vier Spählöchern und sechs verschiedenen Fotopräsentationen. Und ja natürlich: Es ist das kleinste Museum Österreichs.
Und es nicht nicht weit von der kleinsten Galerie Österreichs entfernt. Der Kulturpunkt Hardegg, einer Initiative von lokalen Künsterln, ist in jenem denkmalgeschützten Haus einquartiert, das einst das kleinste Rathaus und später die kleinste Bibliothek Österreichs war. Hier lassen sich Bilder und verschiedene Kunstobjektive nicht nur betrachten, sondern auch gleich akquirieren. Ein Besuch zahlt sich immer aus, denn neben dem normalen Galeriebetrieb organisieren die Betreiber jährlich rund 10 Sonderausstellungen.

Für Kulturliebhaber

Für Kulturliebhaber ein Fixpunkt: Der Kulturpunkt Hardegg – die kleinste Galerie Österreichs.

Der Nachtwächter-Themenweg stellt eben eine bunte Mischung aus Vergangenem UND Gegenwärtigem dar. Was sich noch alles erfahren lässt? – Wer etwa im Uhrturmhäuschen hauste, welche Rolle die Flussperlmuschel für die Region spielt(e) oder was es mit der Schwarzen Frau auf sich hat.

Rund zwei Stunden – gerne auch länger – spazieren Nachtwächter-Spurensucher auf diese Weise durch Hardegg. Falls sich währenddessen der Hunger rührt, auch dafür hat die Stadt was zu bieten: Eine kleine Stärkung etwa in der Greißlerei Sackl oder eine ausgiebigere Pause bei der Hammerschmiede – die übrigens auch eine Station auf dem Themenweg ist. Welche Spezialität es dort zu schmausen gibt? – Den legendären Waldviertler Mohnkarpfen.
Wer dann noch Energie hat, sollte auch dem Blickfang des Städtchens einen Besuch abstatten, der Hardegger Burg. So klein nämlich die Stadt ist, so groß ist die Burg.

Die größte Burg

Die Burg Hardegg hat’s in sich: Sie ist die größte Burganlage Niederösterreichs.

Mit einem äußeren Umfang von 600 Metern gilt Hardegg nämlich als die größte Burganlage Niederösterreichs. Im Inneren sind eine Waffensammlung und einige Erinnerungen an Maximilian von Mexiko zu sehen (im Rahmen der Führungen!). Die besten Blicke von außen auf die Burg und gleichzeitig auf die ganze Stadt gibt es übrigens auf österreichischer Seite vom Regina Felsen und dem Max-Plateau und auf tschechischer Seite von der Hardegger Warte aus.
Also, nichts wie hin und die kleinste Stadt ganz groß entdecken!

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Bild-Geschichten aus dem Thayatal

Seit dem 22. Mai gibt es sie bereits, die brandneue Fotoausstellung „Bild-Geschichten“. Wo? – Im neuen Kinosaal des Nationalparks Thayatal.
Und welcher herausragende Fotograf hat die Ausstellung bestückt? – Nicht einer, sondern 32! Und nicht alle von ihnen sind Fotografen; auch Besucher, Mitarbeiter, Anwohner, Freunde & Liebhaber des Thayatals haben Beiträge beigesteuert.
Sie haben ihre individuellen, ganz besonderen Thayatal-Momente mit der Kamera eingefangen – als ausgefeilte Foto-Komposition genauso wie als lustigen Schnappschuss – und sie haben vor allem eines, eine gute Geschichte zu erzählen.

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Seit 22. Mai kann die Fotoausstellung “Bild-Gechichten” im Kinosaal des Nationalparkzentrums besucht werden.

Die Geschichts-Palette bietet ein buntes Potpourri aus Kuriosem, Geschichtsträchtigem, Berührendem und Überraschendem.
Irgendwie von allem etwas ist die Fußwaschungs-Episode von Franz Kraus, der sich in der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales lange Zeit vor dem Nationalpark einsetzte. Er hielt eine skurrile Szene mit Maria Rauch-Kallat fest, die am 30. Juli 1993 als frischgebackene Umweltministerin die Stadtgemeinde Hardegg besuchte, um sich ein Bild vom geplanten Nationalpark zu machen. Helmut Salek, ebenfalls Teil der Bürgerinitiative, legte sich besonders ins Zeug für das Tal an der Grenze. Sein „unmoralisches“ Angebot lautete: „Frau Minister, wenn sie sich für die rasche Umsetzung des Nationalparks Thayatal einsetzen, wasche ich ihnen auch noch die Füße!“

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Unvergessen die Fußwaschungs-Episode mit der ehemaligen Umweltministerin Maria Rauch-Kallat.

Unvergesslich sind für Horst Weitschacher, einem Nationalpark Besucher-Betreuer, die Weihnachtsferien 1989. Das war, als sich die „Bürger von drüben“ mit den Hardeggern trafen, erinnert er sich und bannte das, was niemand mehr zu hoffen gewagt hatte, auf Bild: Das Aufeinandertreffen der Bewohner noch vor der offiziellen Grenzöffnung. Wo? – Mitten auf der Thayabrücke. Von beiden Seiten strömten die Menschen zur Brücke und balancierten über die rostigen Eisentraversen hinüber zum Nachbarn.

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung

Noch vor der offiziellen Grenzöffnung begegneten sich die Menschen auf der Thayabrücke.

Die Ausstellung hat aber auch viel Tierisches zu bieten, darunter etwa den regelmäßigen Siebenschläfer-Besuch auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte. Seit über 40 Jahren beäugt er die Natur des Thayatals und umgekehrt. Die Siebenschläfer, obwohl eigentlich nachtaktiv, haben sich an Fritz Zahnts Rhythmus angeglichen und schauen zwischen Mai und September gern zum Mittagessen vorbei. Es könnten ja ein paar Brösel für sie abfallen…

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Auf der Veranda von Fritz Zahnts Fischerhütte schauen die Siebenschläfer immer wieder gern vorbei.

Besuch von einem etwas größeren Zeitgenossen hatte Barbara Hauser, die Wirtin der Hammerschmiede in Hardegg. „Am 20. April 2013 habe ich ihn plötzlich am gegenüberliegenden Fugnitzufer erblickt!“, sagt die Wirtin über ihre erste Bibersichtung. In den kommenden Tagen bangte sie um ihre Bäume, aber der Biber ließ Gnade wallten und zog unverrichteter Dinge weiter.

Die Tierbegegnungen beschränken sich nicht nur auf das Nationalparkgebiet, sondern schwappen auch immer wieder in die umliegenden Ortschaften über, weiß etwa Nationalpark Mitarbeiter Christian Übl: „Im März 2014 verursachten zwei Wildschwein-Frischlinge in Niederfladnitz ein kleines Verkehrschaos. Unerschrocken liefen sie mitten im Zentrum neben fahrenden Autos herum und querten mehrmals die Hauptstraße. Die Bache war nicht in Sicht. Einfangen wollten sich die beiden nicht lassen, statt dessen suchten sie das Weite.“

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Zwei Wildschwein-Frischlinge mischten den Verkehr in Niederfladnitz auf.

Und was gibt es Schöneres als eine Liebeserklärung ans Thayatal? – Martin Kainz ist nicht nur seit vielen Jahren im Forstdienst des Bundeslandes Wien tätig, sondern auch unheilbar vom Thayatal-Virus befallen. Das stellte er spätestens zu seinem 50. Geburtstag fest. Für diesen hatte er schon einiges auf der Wunschliste stehen: eine einsame Insel, eine Ballonfahrt oder doch die Cheops-Pyramide? Wo sollte er diesen speziellen Tag starten? – Schließlich war es ihm sonnenklar: „Irgendwo, wo man schon OFT im Leben war, – wiederholbar und trotzdem einzigartig! Und so kam es, dass ich am 19. Juni 2011 um 5 Uhr früh auf dem Überstieg im Nationalpark Thayatal saß…“

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte.

Martin Kainz überlegte lange, wo er den Morgen seines 50. Geburtstages verbringen sollte. Schließlich war es ihm sonnenklar: Am Umlaufberg!

Solche Geschichten und noch viele mehr – bis dato 35 – lassen sich im Thayatal-Nationalparkhaus nacherleben. Und das Beste: Die Ausstellung ist noch nicht vollständig, denn Deine Geschichte fehlt noch! Wir suchen weiterhin nach spannenden, berührenden, lustigen, skurrilen Geschichten rund ums Thayatal und freuen uns auf Zusendungen.

Kontakt:
Christian Übl
Email: Christian.Uebl@np-thayatal.at
Telefon: +43(0)2949/7005-40

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Per Drahtesel durchs Thayatal

Wie sich der Nationalpark am besten erkunden lässt? – Per pedes natürlich. Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit, wie sich die einmaligen Landschaften und Sehenswürdigkeiten des Thayatales erschließen lassen; nämlich mit dem Fahrrad.

Schon einmal daran gedacht mit dem Drahtesel das Thayatal zu erkunden? - Auf drei unterschiedlichen Routen lässt sich das prima umsetzen!

Schon einmal daran gedacht mit dem Drahtesel das Thayatal zu erkunden? – Auf drei unterschiedlichen Routen lässt sich das prima umsetzen!

Drei unterschiedlich lange Touren – zwischen 40, 32 und 13 Kilometer lang – dirigieren die radelnden Besucher durchs Tal an der Grenze.
Wie und wo man am besten startet? – Idealer Ausgangspunkt ist das Nationalparkhaus in der Nähe von Hardegg. Hier lassen sich nicht nur die aktuellen Infos zur angepeilten Radstrecke erfragen, sondern im Café-Restaurant auch noch mal die eigenen Energie-Reserven füllen und bei Bedarf ein Fahrrad ausborgen. Für all jene, die Zweifel haben, ob ihre Kondition ausreicht bzw. die mit noch mehr Leichtigkeit durch die Landschaft sausen wollen, stehen zudem E-Bikes zur Verfügung.

Entlang der Radstrecken verlocken Aussichtspunkte wie die Hardegger Warte zum Verweilen.

Entlang der Radstrecken verlocken Aussichtspunkte wie die Hardegger Warte zum Verweilen.

So gewappnet kann’s losgehen! Die Schilder mit der weißen Blume auf grünem Grund lotsen einen zielsicher von einer Station zur nächsten, quer durch das österreichisch-tschechische Grenzgebiet.
Was es entlang der Strecke alles zu sehen gibt? – Etwa eine ganze Reihe kultureller Sehenswürdigkeiten, darunter der Heiligen Stein in Mitterretzbach, der eine uralte Kultstätte mit einem der schönsten Schalensteine Österreichs darstellt. Besuchermagneten für die Radler sind weiters das tschechische Schloss Vranov, Österreichs einzige Perlmutt Drechslerei in Felling sowie Österreichs kleinste Stadt und gleichzeitig die einzige Ortschaft im Nationalpark Thayatal, Hardegg.
Die Radtour ermöglicht außerdem Blicke in die Vergangenheit – unweit des Infozentrums im tschechischen Čižov, lässt sich ein Stück des ehemaligen Eisernen Vorhangs besuchen – und sie bietet auch fantastische (Aus)Blicke in die Gegenwart: Wer einen kleinen Abstecher von der Hauptradstrecke zur Ruine Neuhäusl (Nový Hrádek) unternimmt, kann von dort gleich drei verschiedene Abschnitte der Thaya bewundern. Von der Hardegger Warte aus erhascht man den besten Blick auf das gleichnamige 80-Einwohner-Städtchen und von Devet Mlýnu, zu Deutsch Neunmühlen, lässt es sich ideal auf den tschechischen Weinberg Šobes linsen.

Im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet gibt es viel zu entdecken, wie etwa den Blick beim Aussichtspunkt Neunmühlen. Vis-à-vis liegt der Weinberg Šobes, eine der ältesten und besten Lage Europas.

Im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet gibt es viel zu entdecken, wie etwa den Blick beim Aussichtspunkt Neunmühlen. Vis-à-vis liegt der Weinberg Šobes, eine der ältesten und besten Weinlagen Europas.

Wer nach so viel Kultur- und Naturabenteuern eine kleine Erfrischung nötig hat, findet auch diese, und zwar im Hardegger Bad, im Badeteich bei Čižov oder in den Frainer Stauseen.

Um das Thayatal radelnd zu erleben, braucht es lediglich ein Mountain- oder Trekkingbike, je nach Route mindestens zwei bis sechs Stunden Zeit und den Reisepass mit im Gepäck. Also, lasst uns in die Pedale treten!

Hier gibt es alle Radtouren im Überblick:

Radtour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhanges – „Thayatal-Radweg“
Länge: 40 km
Fahrzeit: ca. 6 Stunden
Die abwechslungsreiche Tour bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten entlang der Route: Heiliger Stein in Mitterretzbach, Hängebrücke und Weinberg Šobes bei Neunmühlen, tolle Ausblicke von der Ruine Neuhäusl, ein erfrischendes Bad im Teich vor Čížov sowie der Eiserne Vorhang und das Besucherzentrum, Ausblick von der Hardegger Warte und das bezaubernde Flair von Hardegg, der kleinsten Stadt Österreichs. Start und Ziel der Tour ist idealerweise das Nationalparkzentrum.

„Besucherzentrum-Tour“
Länge: 13 km
Fahrzeit: ca. 2 Stunde
Die „Besucherzentrum-Tour“ verläuft vom Nationalparkhaus nach Hardegg, über die Thayabrücke in den tschechischen Nationalpark bis nach Čižov, wo Reste des Eisernen Vorhangs besichtigt werden können. Vor Ort gibt es außerdem ein Besucherzentrum und ein Gasthaus. Bei der Rückkehr unbedingt einen Abstecher zur Hardegger Warte einplanen, um den Blick auf Hardegg zu genießen.

„Frainer Stausee-Tour“
Länge: 32 km
Fahrzeit: ca. 5 Stunden
Die „Frainer Stausee-Tour“ verläuft zunächst gleich wie die „Besucherzentrum-Tour“. Von Čižov führt die Route über Lesna vorbei am Stausee Vranov sowie dem Schloss Vranov und über Podmyče geht es wieder zurück nach Österreich.

Tipp:
Der Nationalpark Thayatal bietet die 40 km lange Tour entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs auch als geführte Radtour an.

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„Nichts berührt uns wie das Unberührte.“

So lautet der Slogan der brandneuen Kampagne von Nationalparks Austria. Die Dachmarke der sechs österreichischen Nationalparks – Thayatal, Hohe Tauern, Kalkalpen, Gesäuse, Donau-Auen und Neusiedler See-Seewinkel – macht sich stark für die gemeinsamen Werte und die individuellen Besonderheiten der heimischen Nationalparks. Momentan steht die „unberührte Natur“ im Fokus.

Die neue Kampagne von Nationalparks Austria lädt dazu ein, tiefer in die österreichischen Natinoalparks einzutauchen, wie etwa hier am Umlaufberg im Thayatal.

Die neue Kampagne von Nationalparks Austria lädt dazu ein, tiefer in die österreichischen Nationalparks einzutauchen, wie etwa hier am Umlaufberg im Thayatal.

Auf den ersten Blick mag dies paradox anmuten, denn wahrhaft unberührte Natur ist in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft Mangelware. Zumindest dann, wenn man mit unberührter Natur bzw. mit Wildnis all jene Gebiete assoziiert, die von menschlicher Bewirtschaftung bis dato gänzlich verschont geblieben sind. Das wären zum Bespiel der rund 500 Hektar große Rothwald im Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich, in dem seit der letzten Eiszeit weder Axt noch Kettensäge zugange waren oder jene jungfräulichen Flecken, die von Pasterze und Co. – den zurückweichenden Gletschern – Jahr für Jahr freigegeben werden.

Wildnis in dieser Form hat Seltenheitswert, auch in den Nationalparks. Aber die heimischen Nationalparks tun alles dafür, um der Wildnis und der unberührten Natur so nahe wie möglich zu kommen. Sie stellen herausragende Landschaften wie mächtige Gletscher, einzigartige Täler, urwüchsige Wälder, dynamische Auen, schroffe Berge und breite Schilfgürtel unter Schutz und finden die richtige Balance zwischen „Eingreifen“ und „Raushalten“.

Nationalparks wissen, wann sie der Natur unter die Arme greifen und wann sie ihr selbst das Ruder überlassen. Im Thayatal müssen die Wiesen gemäht werden, damit sie erhalten bleiben. Der Wald darf sich aber größtenteils selbst entwickeln. Die Natur darf Natur sein.

Nationalparks wissen, wann sie der Natur unter die Arme greifen und wann sie ihr selbst das Ruder überlassen. Im Thayatal müssen die artenreichen Wiesen gemäht werden, damit sie erhalten bleiben. Der Wald darf sich aber größtenteils selbst entwickeln, hin zu mehr Wildnis.

Was damit genau gemeint ist, lässt sich am besten im Wald erfahren: Viele Nationalparks entfernen untypische Baumarten, die einst aus wirtschaftlichem Kalkül – vor der Gründung der Schutzgebiete – gepflanzt wurden. Auf den freigewordenen Stellen kommen dann ganz von selbst wieder die angestammten Arten zurück. Im Nationalpark Thayatal, zum Beispiel, sind in vielen Bereichen Fichten und Douglasien bereits Vergangenheit, an ihrer Stelle gedeihen nun wieder Hainbuchen, Rot-Buchen und Eichen gemischt mit Rotföhren, Tannen, Eiben und Wacholder. Der Wald darf sich nun wieder in Richtung Wildnis entwickeln.
Dementsprechend orientieren sich die Nationalparks in vielerlei Hinsicht an dem Motto: „Die Natur Natur sein lassen.“ Bäume dürfen alt werden, Totholz darf liegen bleiben, Flüsse dürfen sich ihre eigenen Wege bahnen.

"Natur Natur sein lassen"

“Die Natur Natur sein lassen”, daran orientieren sich die Nationalparks in vielerlei Hinsicht und ermöglichen den Besuchern dadurch einmalige Naturerlebnisse.

Davon profitieren die Tiere. Wildkatzen fühlen sich im Thayatal wohl, Luchse durchstreifen die Kalkalpen und das Gesäuse, Bartgeier fliegen wieder in den Hohen Tauern, Seeadler brüten erneut in den Donau-Auen und im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel tummeln sich Abertausende Gänse.
Wenn die Natur einfach Natur sein darf, profitiert aber noch jemand. Der Mensch! Nationalparks sperren Natur nämlich nicht weg, sondern teilen sie mit den Besuchern und gewähren ihnen unvergessliche Einblicke in eine „unberührte Natur“. Internet und Fernsehen mögen uns mit Bildern, Filmen und Erklärungen über Flora, Fauna und Naturphänomene überfluten, aber nichts vermag einen so starken Eindruck zu hinterlassen wie das eigene Erlebnis. Wer selbst dem Plätschern des Baches lauscht, die ersten Sonnenstrahlen, die durch den Morgennebel dringen, auf der Haut spürt, den würzigen Duft des Sommerwaldes einatmet und vielleicht sogar einen der tierischen Bewohner dieser Naturschutzparadiese erspäht, für den wird der Slogan Realität, der wird berührt vom Unberührten. Also, nichts wie raus in die Natur und rein in die Nationalparks!

Tipp:
Wer den Kurier abonniert, kann sich schon mal den 21. Mai vormerken. Dann gibt es im Kurier nämlich ein ganzes Extra-Heft rund um die österreichischen Nationalparks!

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Stark wie eine Eiche

Woher rührt dieser Spruch eigentlich? – Von den starken Eigenschaften der Eiche! Sie kann bis zu 1000 Jahre alt werden, Stammdurchmesser bis zu zwei, manchmal sogar drei Meter erreichen und gilt aufgrund ihrer kräftigen Pfahlwurzel, die selbst intensiv verdichtete Böden zu knacken vermag als äußerst sturmfest. Und dann wäre da natürlich noch das Eichenholz selber: „Hart, zäh und sehr dauerhaft“ – so liest sich sein Qualitätssiegel.

Zäh, stark etc.

Eichen können bis zu 40 Meter hoch werden, Stammdurchmesser an die drei Meter erreichen und bis zu 1000 Jahre lang am Leben bleiben.

Grund genug, um der Eiche ein ganzes Jahr zu widmen. Das dachte sich zumindest der Umweltschutzverein „Kuratorium Wald“ und kürte die Eiche kurzerhand zum Baum des Jahres 2016. Warum die Wahl auf die Eiche fiel, hängt aber mit einer anderen Stärke des Baumes zusammen: Die Eiche ist in der Lage, sich an verändernde Umweltbedingungen und extreme Trockenperioden anzupassen und diese unbeschadet zu überstehen. Sollte es auf unserem Planeten tatsächlich immer heißer werden, wäre sie im Vergleich zu anderen Baumarten definitiv im Vorteil.
In Österreich hätte sie bei wärmeren Temperaturen noch genügend Ausbreitungspotenzial. Bis dato finden sich Eichen nämlich hauptsächlich in Ostösterreich, vor allem im Burgenland, dem Wienerwald und dem nordöstlichen Niederösterreich, wie etwa im Nationalpark Thayatal.

Doch Eiche ist nicht gleich Eiche. Wenn dem Baum heuer schon so viel Aufmerksamkeit zuteil wird – am Internationalen Tag des Waldes, dem 21. März, folgt die öffentliche Präsentation – dann sollten wir zumindest wissen, von welchen Eichen die Rede ist. In Österreich gibt es nämlich vier verschiedene Eichenarten, und zwar die Stiel-Eiche (Quercus robur), die Trauben-Eiche (Quercus petraea), die Flaum-Eiche (Quercus pubescens) und die Zerr-Eiche (Quercus cerris).

Die bekannteste Eiche im Thayatal ist wohl die sogenannte Bildeiche beim Umlaufberg.

Die bekannteste Eiche im Nationalpark Thayatal ist wohl die sogenannte Bildeiche beim Umlaufberg.

Von diesen vier Arten wurzeln hierzulande die ersten beiden am häufigsten. Selbiges trifft auch auf den Nationalpark Thayatal zu.
Vom Standort her wäre das Tal außerdem für die Zerr-Eiche prädestiniert, aber diese hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Südosteuropa und kommt in Österreich vorwiegend in der Oststeiermark, am Manhartsberg in Niederösterreich (nördlich von Krems) und an warm, trockenen Standorten im Wienerwald vor. Bis Hardegg haben es bisher nur wenige Exemplare geschafft. Die Flaum-Eiche, die kalkreiche Böden bevorzugt, fehlt überhaupt in den Wäldern des Thayatals. Etwas weiter im Osten, im Grenzgebiet Waldviertel/Weinviertel, ist sie bereits zu finden, genauso wie im benachbarten Národní park Podyjí.
In jedem Fall ist der Nationalpark Thayatal ein bedeutendes Eichen-Refugium. In anderen vergleichbar tief liegenden Gebieten werden Eichen meist wirtschaftlicher Nutzung unterworfen. Nicht so im Thayatal, hier sind die wärme- und lichtliebenden Eichenwälder erhalten geblieben. Eine wahre Besonderheit!

Und wie findet man nun heraus, ob die Bildeiche beim Umlaufberg eine Stiel-Eiche oder eine Trauben-Eiche ist? – Hier ein paar sachdienliche Hinweise:
Die Stiel-Eiche ist die am weitesten verbreitete Eichenart in Europa und die einzige heimische Art, übrigens, die auch in Auwäldern vorkommt. Also, in der Regel hat man mit dem Tipp „Stiel-Eiche“ meistens schon gewonnen und sich botanischen Respekt verschafft. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich einen Blick auf die Laubblätter und Früchte zu werfen:
Die Laubblätter der Stiel-Eiche sind sehr kurz, nur etwa 5 Millimeter, gestielt und die Basis der Blattspreite erinnert an eine Herzform bzw. weist sie kleine Öhrchen auf. Ihre Eicheln sitzen zu dritt bis fünft an bis zu 4 Zentimeter langen Stielen (darauf bezieht sich der Name!).
Im Vergleich dazu sind die Laubblätter der Trauben-Eiche mit 1 bis 2 Zentimeter wesentlich länger gestielt, an der Basis der Blattspreite fehlen die Öhrchen und die Eicheln sitzen zu mehrt (eben in Trauben!) an fast ungestielten Fruchtbechern.

Die Laubblätter der Trauben-Eiche sind deutlich gestielt und an der Basis der Blattspreite fehlen die Öhrchen wie sie etwa bei der Stiel-Eiche auftreten.

Die Laubblätter der Trauben-Eiche sind deutlich gestielt und an der Basis der Blattspreite fehlen die Öhrchen wie sie bei der Stiel-Eiche zu finden sind.

Und, wie sieht’s nun mit der Bildeiche aus? Stiel oder Traube? – Momentan trägt sie ja noch keine Blätter, aber vielleicht hat sich jemand Blätter und Eicheln schon einmal näher angesehen? – Wir harren in jedem Fall Eurer Bestimmungen und lösen demnächst auf!

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Großer Nager auf der Watchlist

Biber sind wahre Ökosystem-Ingenieure. Das haben wir schon oft gehört, doch was verbirgt sich hinter diesem sperrigen Begriff eigentlich? Ein Ökosystem-Ingenieur verändert seinen Lebensraum, das muss nicht immer zum Guten sein, im Fall des Bibers ist es das aber in der Tat.
Wie sich das äußert? Im Umkreis einer Biberburg halten sich bis zu achtzig Mal mehr Fische als im übrigen Bachverlauf auf. Dazu tragen u. a. die im Wasser liegenden umgenagten Baumstämme bei. Sie reichern durch Verwirbelungen das Wasser mit Sauerstoff an, dienen als Haftstruktur für den Fischlaich und werden von nahrhaften Algenrasen überwuchert. Auch an Land profitieren Kleinsäuger, seltene Vogelarten und Amphibien – wie Eisvogel oder Laubfrosch – sowie allerlei Insektenarten futter- wie unterschlupftechnisch von der Totholz-Oase.

Der Biber verändert seinen Lebensraum und schafft dadurch Futter und Unterschlupf für viele andere Tierarten.

Der Biber verändert seinen Lebensraum und schafft dadurch – über wie unter Wasser – Futter und Unterschlupf für viele andere Tierarten.

Klingt soweit gut, bloß stößt sich der Mensch – obwohl er selbst ein Ökosystem-Ingenieur ist – ein wenig an dieser Fähigkeit des Bibers. Vielleicht mit ein Grund, warum die Tiere zur Mitte des 19. Jahrhundert bei uns ausgerottet wurden? – Damals hatte man es aber eher auf sein Fleisch und das vermeintlich aphrodisierend wirkende Biberfett abgesehen.
In den späten 1970er Jahren haben sich die Menschen aber wieder für den Biber erwärmt und einige der großen Nager in den Donauauen vor Wien wiederangesiedelt. Mit Erfolg. Mittlerweile haben sie sich sogar wieder im Thayatal blicken lassen. Die ersten Nagespuren im Nationalpark Thayatal ließen sich 2011 nachweisen. Und im April 2013 folgte der ultimative Nachweis via Foto, ein Biber wurde auf frischer Tat ertappt, an der Fugnitz in Hardegg. Wer mehr über die Rückkehr des Bibers ins Thayatal erfahren möchte, kann sich einfach in den Blogbeitrag vom Jänner 2014 reinklicken.

Vor allem abends und nachts stehen die Chancen gut, die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere zu erspähen. Die strikten Vegetarier halten es in erster Linie damit, in Gewässernähe nach Nahrung Ausschau zu halten. Nur ungern entfernen sie sich mehr als 20 Meter vom Wasser, sie schwimmen einfach viel besser als sie an Land watscheln. Und bevor sie einen Baum umnagen – eine Pappel von 70 Zentimeter Stammdurchmesser schaffen sie in einer Nacht – knabbern sie pragmatischerweise lieber das Grünzeug ab, das ihnen vor die Zähne kommt. Von der Kelle, dem unbehaarten Schwanz, bis zur Nasenspitze erreichen sie bis zu 135 Zentimeter. Mit dieser Größe lässt sich viel frisches Grün erwischen.

Biber sind strikte Vegetarier.

Biber sind strikte Vegetarier und haben es besonders auf frische, grüne Triebe abgesehen. Bäume nagen sie nur dann um, wenn sich das Grün ansonsten rar macht bzw. um Vorrat für den Winter zu sammeln.

Dennoch scheinen sich die Menschen in ihrer eigenen Ökosystem-Ingenieurstätigkeit von den Bibern eingeschränkt zu fühlen. Ein häufiges Argument für Biber-Regulationen lautet, dass Biber unsere Sicherheit gefährden, sprich den Hochwasserschutz im wahrsten Sinne des Wortes untergraben.
Was es damit auf sich hat? – Nun, Biberfamilien bestehen in der Regel aus zwei bis vier Tieren und – je nach Nahrungsangebot – besiedeln sie zwischen 0,5 bis 5 Kilometer Uferlinie, manchmal auch bis zu 15 Kilometer. Die absoluten Biberzahlen entlang eines Gewässers halten sich damit also in Grenzen, aber es reicht mitunter die Emsigkeit einer einzigen Biberfamilie, um einen Hochwasserschutzdamm oder eine Uferböschung zu destabilisieren. Gleichzeitig sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Nager auch den gegenteiligen Effekt bewirken können. Durch das Abfressen von Weiden und Pappeln, die sich rasch verjüngen, tragen sie sogar zur Befestigung von Böschungen bei. Abhängig ist die Wirkung der Biber-Ingenieurstätigkeit stets von der jeweiligen Landschaftsstruktur, jedes Gewässer hat seine Spezifika, manche vertragen mehr Biber, andere weniger.

Mit ein Grund, warum das Land Niederösterreich 2015 eine Gesetzesänderung veranlasste. Biber – und übrigens auch Fischotter –, die bis dato im Jagdgesetz ganzjährig geschont waren, finden sich seit Neuestem im Naturschutzgesetz wieder. Der Unterschied? – Das Biber-Management lässt sich nun gezielter durchführen. Es geht nicht mehr darum, einzelne „Problembiber“ zu entnehmen – wie etwa bisher – sondern im Fall „problematischer Populationen“ – Lösungen für die ganze betroffene Region zu finden. Abschüsse sind – wie immer – das letzte Mittel der Wahl. Bevor es soweit kommt, bedienen sich die Biber-Verantwortlichen einer Reihe anderer Methoden, darunter bibersichere Gitter und Anstriche für Bäume, das Entfernen von Biberdämmen oder das Schließen von Biberröhren.

Sollte nichts helfen, sind Abschüsse nicht ausgeschlossen, allerdings machen sie aus verhaltensbiologischer Sicht wenig Sinn. Natürliche Feinde – à la Wolf, Luchs und Bär – haben nie einen entscheidenden Einfluss auf die Bestände der Biber genommen. Insofern muss der Mensch diese „Nische“ erst gar nicht einnehmen.
Und außerdem erobern Biber nur solange neuen Lebensraum, wie er verfügbar ist. Machen sich geeignete Uferabschnitte rar, regulieren sie ihren Bestand selber, und zwar mittels innerartlicher Revierkämpfe. Natürlicherweise sinkt in solchen Gebieten zudem die Fortpflanzungsrate.
Einige Experten sehen es überhaupt so: Würde man den Biber nach seinen Vorstellungen walten lassen, ließe sich viel Geld für Renaturierungen sparen.
Im Thayatal – soviel steht fest – ist er auf jeden Fall willkommen!
Die Causa Biber ist aber sicher noch lange nicht ad acta gelegt, Fortsetzung folgt bestimmt ;-)

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On the road again!

„Vom Bürofenster des Nationalparkhauses aus können wir derzeit täglich um die Mittagszeit einen Bussard beobachten“, sagt Nationalpark-Mitarbeiter Christian Übl. „Auch beim Weg in die Arbeit sind aktuell viele Tiere zu sehen. Sie sitzen auf Holzpfosten am Straßenrand und warten auf den richtigen Moment, sprich auf eine Maus oder ein tierisches Verkehrsopfer, das ihnen leicht zur Beute wird.“

Wie ein Wächter, sitzt der Mäusebussard da und hat immer ein wachsames Auge auf die Umgebung und seine Beutetiere.

Es mutet ein wenig an, als würde dieser Mäusebussard den Eingang zum Thayatal Nationalparkhaus bewachen. Tatsächlich hat er es aber eher auf Mäuse und allfällige tierische Verkehrsopfer abgesehen.

Hierzulande zählen Mäusebussarde (Buteo buteo) zu den häufigsten Greifvögeln. In der kalten Jahreszeit sind sie aber noch öfter zu sehen. Woran das liegt? – Die weiter nördlich beheimateten Mäusebussarde, vor allem jene aus Finnland, dem Baltikum und Polen kommen zu uns auf Winterfrische. „Anders dagegen die schwedischen Mäusebussarde, sie ziehen nordwestlich an den Alpen vorbei nach Westeuropa. Und die östlich von Finnland beheimateten sind richtige Langstreckenzieher, die sich für den Winter – über den Bosporus oder den Kaukasus fliegend – nach Afrika aufmachen“, erklärt BirdLife Experte Remo Probst.

Wie viele der habichtartigen Greife Österreich im Winter effektiv aufsuchen, ist aber schwer zu sagen. Nicht alle, die kommen, bleiben nämlich auch hier. Viele von ihnen sind Durchzügler, die weiter in den Süden reisen. Im Laaer Becken, zum Beispiel, lassen sich zu den Hauptzugzeiten, zwischen September und November, mitunter Tausende Durchzügler beobachten.
Die Anzahl derer, die bleiben, hängt vor allem von zwei Parametern ab: Wetter, d. h. konkreter Schneelage und Nahrungsangebot, d. h. aktuell vorhandene Mäuse. Diese jagen sie mit Vorliebe von Sitzwarten aus. Und wo gibt es im Winter beides? – Vorwiegend an Wegrainen und in Straßengräben, wo die Erde nicht umgebrochen wird und wo sich gleichzeitig genügend Holzpfosten, Zäune und andere Späher-Plattformen finden.
Um ihren winterlichen Speiseplan aufzufetten, sind Bussarde aber nicht wählerisch. Neben Wühl-, Wald- und Spitzmäusen genehmigen sie sich zwischendurch auch Aas, das speziell in Straßennähe nie lange auf sich warten lässt.

Von Sitzwarten aus suchen Mäusebussarde ihre Umgebung nach Beutetieren ab.

Von Sitzwarten aus suchen Mäusebussarde ihre Umgebung nach Beutetieren ab.

Trotzdem bleibt das Nahrungsangebot im Winter immer unberechenbar. Vor allem die Mäusepopulationen können großen Schwankungen unterliegen. Sind die Äcker leer gefegt oder fehlt es an Brachen, Ackerrandstreifen, Rainen und dergleichen, dann mangelt es auch an Mäusen. In solchen Fällen bzw. auch wenn es plötzliche Kälteeinbrüche und intensiven Schneefall gibt, ergreifen hiesige Überwinterer mitunter die Flucht und pilgern weiter gen Süden. Denn zu hohen Schnee haben Mäusebussarde gar nicht gern. Ihre Lieblingsbeute kann sich unter einer dicken Schneedecke viel zu gut verstecken.

Wer die geduldigen Ansitzjäger genauer in Augenschein nehmen möchte, der tut also gut daran unter 1000 Meter Seehöhe nach ihnen zu suchen, etwa im Wald- oder Weinviertel oder auch im Burgenland. „Auf der Parndorfer Platte konnten wir heuer bei unserer Zählung im Jänner allerdings nur ein Drittel der üblichen Mäusebussard Zahlen feststellen“, sagt BirdLife Experte Remo Probst. Zu kalt kann es heuer wohl kaum sein, es wird wohl eher am Nahrungsangebot liegen. Vor dem Nationalparkhaus im Thayatal scheint der Tisch dagegen reich gedeckt zu sein ;-)

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In die Falle getappt!

Unauffällig sehen sie auf den ersten Blick aus. Dennoch erregen sie intensives Interesse. Woran das liegt? – Mit Sicherheit an der speziellen Duftnote!
20 hüfthohe Holzpflöcke finden sich verteilt über das Nationalpark-Gebiet. Besprüht mit Baldriantee und bestückt mit je einem Plastikröhrchen, das getrockneten Baldrian enthält, werden sie zu regelrechten „Duft-Leuchttürmen“.
Seit bald zehn Jahren stehen die Lockstöcke im Dienste der Wissenschaft. Ihre Mission: Europäische Wildkatzen anlocken. Betört vom Baldrian reiben sie sich am rauen Holz und hinterlassen im Idealfall einige ihrer Haare. Eine genetische Analyse gibt dann Aufschluss darüber, ob es sich tatsächlich um eine Wildkatze handelt. Bisher gelangen auf diese Weise bereits zwölf Nachweise von mindestens drei verschiedenen Wildkatzen.
Der Baldrian scheint aber nicht nur auf Katzen eine anziehende Wirkung auszuüben. Die Wildkameras vis-à-vis der Lockstöcke können davon ein Liedchen singen. Während es die Wildkatzen irgendwie schaffen, diese Fotofallen auszutricksen, geben sich andere Tierarten weit weniger kamerascheu. Ganz im Gegenteil, ein Hirsch war vom Baldrian so angetan, dass er gleich ordentlich zulangte! Hier geht’s zum Video:
Baldrian_Hirsch
Rothirsch

Im Prinzip hat schon das ganze „Who is Who des Thayatals“ den Lockstöcken einen Besuch abgestattet. Fuchs, Reh, Dachs, Marder, Biber, Eichhörnchen. Sie alle und noch viele andere haben schon mal geschnuppert, ihr Revier markiert oder den Stock zum Klettern genutzt.
Der Siebenschläfer hätte wohl auch gerne eine Kletterpartie mitgemacht. Aber dazu kam es nicht mehr. Ein Baummarder hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Fotofalle hat den Beweis.

Baummarder mit Siebenschläfer-Beute ist ein seltener Anblick. Nur durch die Fotofalle sind solche Momentaufnahmen aus der Natur möglich.

Baummarder mit Siebenschläfer-Beute ist ein seltener Anblick. Nur durch die Fotofallen sind solche Momentaufnahmen aus der Natur möglich.

Wer hat schon jemals einen Baummarder zu Gesicht bekommen, geschweige denn mit einem Siebenschläfer als Beute? Genau aus diesem Grund sind Wildkameras ein wertvolles Naturschutzinstrument. Denn sie geben einen Einblick in das, was geschieht, wenn der Mensch abwesend ist und vielleicht gerade schlummert.

Wer spaziert schon um 3:54 durch den Wald? Wir nicht, aber der Fischotter. Am Baldrian dürfte der nachtaktive Marder, dessen Leibspeise natürlich Fisch ist, allerdings nicht interessiert sein.

Ein Spaziergang gefällig? Nachtaktive Räuber wie der Fischotter sagen dazu gerne Ja.

Ein Spaziergang gefällig? Nachtaktive Räuber wie der Fischotter sagen dazu gerne Ja.

Auch wenn ihre Wühlspuren im Thayatal häufig zu finden sind, blicken lassen sich Wildschweine nur selten. Von der Wildkamera, hingegen, fühlen sich die Frischlinge – die ihre typische Zeichnung etwa ein halbes Jahr behalten – nicht gestört. Sie darf den Kleinen beim Spielen zusehen.

Ein Trupp Frischlinge hat einen Lockstock zum Spielplatz auserkoren.

Ein Trupp Frischlinge hat einen Lockstock zum Spielplatz auserkoren.

Und auch einem Schwarzstorch kann nur die Fotofalle so nahe kommen. Im Hochsommer 2010 – während seines „Sommerurlaubs im Thayatal“, schien er, wie schon viele vor ihm,  Gefallen an dem Stück Holz mit dem intensiven Duft zu finden.

Lockstock Tête-à-tete mit Schwarzstorch.

Lockstock tête-à-tete mit Schwarzstorch.

Aber was ist nur mit der Wildkatze? Irgendwann muss doch auch sie einmal in die Fotofalle tappen. Ein paar höchst verdächtige Bilder aus dem Fugnitztal gibt es in der Tat, aber leider sind auf den Fotos nie alle wichtigen Merkmale auszumachen. Restlos sicher sind sich die Experten deswegen nicht. Aber seht selber.

Ob es sich bei diesem Fotofallen-Bild aus dem Fugnitztal eindeutig um eine Wildkatze handelt, das können die Experten nicht sagen.

Ob es sich bei diesem Fotofallen-Bild aus dem Fugnitztal eindeutig um eine Wildkatze handelt, das können die Experten nicht sagen.

Aber es sieht schon verdächtig nach Wildkatze aus…

Die Wildkameras liegen auf jeden Fall weiterhin auf der Lauer, um all das zu dokumentieren, was uns ansonsten entgehen würde.

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